Alle Beiträge von giselasengl

Greening geht anders! – Konservative verwässern EU-Agrarpolitik

Mit der Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sollte eigentlich die Förderung landwirtschaftlicher Betriebe in Richtung Nachhaltigkeit und Ökologie verändert werden. Leider muss man im Moment feststellen, dass die guten Vorschläge der EU-Kommission für eine neue Landwirtschaftspolitik durch konservative Politiker immer mehr verwässert werden.

Der Leitgedanke der EU-Agrar-Reform ist: Steuergelder sollen so ausgegeben werden, dass sie der Allgemeinheit und nicht Einzellinteressen dienen. Die Subventionen sollen für mehr Umwelt- und Klimaschutz sorgen und für eine gerechtere Verteilung der Direktzahlungen.

Ein Schritt in diese Richtung wäre, die Förderung nicht nur an der Fläche zu orientieren, sondern auch an der Arbeitsleistung. Das heißt: Höfe, die Arbeitsplätze schaffen, wie z. B. Milcherzeuger oder Gemüsebauern, sollen diese gesellschaftliche Leistung auch angerechnet bekommen.
Es ist nicht gerecht, dass heute 80 % der Subventionen an nur
20 % der Betriebe ausgezahlt werden. Greening geht anders! – Konservative verwässern EU-Agrarpolitik weiterlesen

Wenn der politische Wille da ist, dann ist eine Agrarwende möglich.

Die Frage, ob wir es immer öfter statt mit Lebensmittel, mit einem Skandal zu tun haben, bewegt offensichtlich viele Menschen im Chiemgau. Bei der Veranstaltung “Lebensmittel oder Skandal? – Weil wir wissen wollen was auf den Teller kommt!” am 20. März im Unterwirt in Waging war der Zuspruch mit über 60 Gästen erfeulich groß.

Nach einer kurzen Einführung durch Inge Kämpfl vom Grünen Ortsverband Waging übernahm Wagings zweiter Bürgermeister Hans Kern  die Moderation der Podiumsdiskussion.

Die Bandbreite der Diskussionsteilnehmer war hoch. Vertreter von Organisationen wie dem BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter), Besitzer von Nebenerwerbsbetrieben, BerufsschullehrerInnen aber auch interessierte VerbraucherInnen meldeten sich zu Wort. Dabei wurde schnell klar, die Situation ist noch ernster als die medial verstärkten Lebensmittelskandale vermuten lassen. Die Versorgung von Lebensmitteln durch regionale und dezentrale Strukturen ist auf dem Rückzug. Die Zahlen für Hofübernahmen gehen beständig zurück, da sich besonders junge Menschen nicht mehr auf ein Leben als LandwirtIn einlassen wollen. Selbst Biobauern geraten druch Großvermarktungsstrukturen in einen Preisdruck, der manche Höfe zur Aufgabe zwingt.

Gisela Sengl wies deutlich darauf hin, dass es den politischen Willen zur Agrarwende braucht. Solange eine Regierung nicht bereit ist das Mantra “wachse oder weiche” zu druchbrechen, indem es die Anreize für immer größere industrielle Agrarbetriebe abschafft, dann wird es eine kleinbäuerliche Struktur irgendwann nicht mehr geben. Es müsse endlich aufgehört werden ausschließlich die Fläche von Agrarbetrieben zu fördern. Wer eine Landwirtschaft will die gut für Menschen und Umwelt ist, der kann keine industriellen Agrarbetriebe wollen und fördern.

Wenn der politische Wille da ist, dann ist eine Agrarwende möglich. weiterlesen

JA zu mehr Verbraucheraufklärung – NEIN zum Bündnis für Verbraucherbildung

Fast unglaublich, aber wahr: eine CSU-Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz macht sich mit ihrem “Bündnis für Verbraucherbildung” ganz offen zum Handlager privatwirtschaftlicher Interessen.

Die Frage, die sie sich dabei nicht stellt: Warum haben Jugendliche und Kinder keine Ahnung mehr von gesunden und wohlschmeckenden Lebensmitteln?

Stattdessen ist sie ein Bündnis mit der Nahrungsmittelindustrie eingegangen, die seit Jahrzehnten Milliardenbeträge für die Bewerbung ihrer oft überzuckerten, fettreichen und überwürzten Produkte – für die man den Begriff Lebensmittel gar nicht mehr verwenden sollte – ausgibt. Ziel vieler dieser Produkte ist es den Konsumenten ihren angeborenen Geschmackssinn für gute und gesunde Lebensmittel abzugewöhnen.

Genau diese Firmen , u.a. auch Mc Donald’s, sind Teil des Bündnis für Verbraucheraufklärung. Eine der Schlüsselfiguren innerhalb diesem Bündnis ist Markus Mosa.

JA zu mehr Verbraucheraufklärung – NEIN zum Bündnis für Verbraucherbildung weiterlesen

Lebensmittelskandale müssen nicht sein!

In den letzten Wochen haben sich die Skandale um Lebensmittel wieder einmal gehäuft.

Bei den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen scheint das immer gleiche Muster zu gelten: Die Täter sind schwarze Schafe mit krimineller Energie und die Politik stellt neue 5 oder 10 oder 12 Punktepläne auf. Damit ändert sich an den Strukturen nichts und es ist nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten “Skandal”.

Woran liegt es, dass nach dem Skandal immer vor dem Skandal ist? Warum traut sich niemand wirklich etwas zu verändern? Über diese Fragen wollen wir mit interessierten Bürgern und Experten ins Gespräch kommen, um Wege aufzuzeigen, wie dieser Teufelkreis durchbrochen werden kann.

Es lädt ein der Ortsverband der Grünen in Waging und wir freuen uns auf Euer zahlreiches Kommen zu diesem spannenden Thema.

Lebensmittelskandale müssen nicht sein! weiterlesen

Mein Treffen mit der Grünen Jugend Süd-Ost Bayern

Sehr anregende zwei Stunden habe ich am Sonntag mit der Grünen Jugend Süd-Ost Bayern (Landkreis Traunstein und BGL) verbracht. Besonders gefreut hat alle Teilnehmer, dass sich Anna Schmidhuber, Sprecherin der Jungen Grünen Bayern, Zeit genommen hat, an diesem Treffen teilzunehmen.

Nach meiner kurzen Vorstellung als Kandidatin für den Landkreis Traunstein und nach einer kurzen Vorstellung von Anna Schmidhuber mit den politischen Zielen der Grünen Jugend Bayern diskutierten wir alle zusammen über viele Themen.

Ein Hauptthema war, wie wir Grüne und vor allem die Jungen Grünen es schaffen können, junge Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen zu erreichen, denn jetzt ist es so, dass fast alle Jungen Grünen Gymnasiasten bzw. Studenten sind, Hauptschüler, Realschüler und Lehrlinge sind leider wenig vertreten.

Dabei gibt es hier einige politische Problemfelder. Wir kamen dabei auf die geringe gesellschaftliche Anerkennung des Berufs der Kinderpflegerin und der daraus resultierenden schlechten Bezahlung. Soziale Berufe sind ja insgesamt eher schlecht bezahlt, auch deshalb, weil es typische Frauenberufe sind. Um diesem Thema etwas mehr Geltung zu verschafffen wurde die Idee entwickelt, mit Jugendlichen aus allen Schultypen eine Podiumsdiskussion zu veranstalten.

Ein zweites Thema war natürlich der Wahlkampf. Wie erreicht man Jugendliche, die mit Politik und den Grünen wenig am Hut haben. Da haben wir gemeinsam zwei Ideen entwickelt: zum einen macht die Grüne Jugend Süd-Ost eine Kleidertauschparty (wie sie bereits sehr erfolgreich in Trostberg statt gefunden hat) und sie entwirft ein Programm für ein „Grünes Kino“ als Open-Air-Kino heuer im Sommer.

Industrielle Landwirtschaft ist der falsche Weg

Landliebe, Landlust, Country, Vom schönen Landleben und wie sie alle heißen – diese Hochglanzmagazine verzeichnen steile Verkaufskurven nach oben. Die Sehnsucht der Menschen nach der ländlichen Idylle ist scheinbar riesengroß, auch deshalb, weil es ein richtiges Land- und Naturleben fast nicht mehr gibt.

Seit den fünfziger Jahren unterstützt der deutsche Staat – und auch der Freistaat Bayern – in wunderbarem Einvernehmen mit dem Deutschen und Bayrischen Bauernverband – die Entwicklung der industriellen Landwirtschaft. Fit für den Weltmarkt sollten die landwirtschaftlichen Betriebe werden. Das hieß und heißt bis heute: Wachse oder weiche.

2012 veranstaltete die AbL Bayern eine Demonstration bei der Verabschiedung von Gerd Sonnleitner, deutscher Bauernverbands-präsident. Für jeden verschwundenen Bauernhof in Bayern während seiner 20-jährigen Amtszeit zündeten sie eine Kerze an.

Es waren 104.000 Kerzen.

Was heute noch übrig ist, das sind fast alles nur noch Agrarfabriken. Und in diesen agro-industriellen Großbetrieben – ob Bio oder konventionell – lohnt sich der Betrug! Wenn ich Millionen von Eiern für 24 Cent statt für 13 Cent verkaufen kann, dann sind das eben ganz satte Gewinne.

Übrigens interessant, wer in diesen Skandal alles verwickelt ist:
Zum Beispiel Wilhelm Hoffrogge, Vizepräsident des ZDG ( Zentral-verband der deutschen Geflügelwirtschaft) und Vorsitzender des Niedersächsischen Geflügelwirtschafts-Landesverbandes. Gegen den Legehennenbetrieb von Hoffrogge wird staatsanwaltlich ermittelt.

Dagegen hilft nur eine schonungslose Verbraucheraufklärung, eine eindeutige und umfassende Deklaration, eine strikte Strafverfolgung und ein Paradigmenwechsel in der Landwirtschaftspolitik: Die Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln muss konsequent regionalisiert werden.

Besuch der Jahreshauptversammlung der AbL-Bayern

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern hielt am Samstag, den 17.Februar 2013 ihre Jahreshauptversammlung im Kloster Plankstetten ab.

Auf Einladung von Gertraud Gafus, stellvertretende Bundesvorsitzende der Bundes-AbL, machte ich mich zusammen mit drei weiteren Bauern aus der Region auf den Weg in die Benediktinerabtei Plankstetten.

Schon 1994 wurde die Landwirtschaft des Klosters vollständig auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Das gesamte Kloster ist mit Landwirtschaft und Verarbeitungsbetrieben ein Bioland-Betrieb. Damit stellt das Kloster Plankstetten zusammen mit seinen Partnerbetrieben ein beispielhaftes Modellprojekt für ein ökologisches regionales Netzwerk da.

Die AbL konnte also keine passenderen Ort für ihre Jahreshauptversammlung finden.

Die vielen engagierten Bäuerinnen und Bauern haben mich sehr beeindruckt – es waren wirklich genausoviel Bäuerinnen wie Bauern, darauf legt die AbL in ihren Statuten bei der Vergabe von Posten auch Wert, alle Gremien müssen paritätisch besetzt werden.

Jetzt möchte ich aus dem Positionspapier der AbL zitieren, denn treffender kann man es nicht formulieren:

” Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Landesverband Bayern, sieht in der bäuerlichen Landwirtschaft die Zukunft für die Erhaltung unserer bayrischen Bauernhöfe, unserer reizvollen Landschaften, unserer lebenswerten Dörfer und die regionale Ernährungssicherung.”

Keine Freihandelszone für Gentechnik!

Der Kampf gegen die Gentechnik ähnelt immer mehr dem Kampf gegen die Atomkraft.

Obwohl fast alle Deutschen gegen Gentechnik sind, versucht die Gentechnik-Lobby immer wieder, das Importverbot für gentechnisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel in die EU aufzuheben.

Profitieren von diesem Handel würden – ähnlich wie bei der Atomkraft –
nur ein paar weltweit agierende Großkonzerne, in diesem Fall vor allem Monsanto, BASF, Bayer und Syngenta.

Und jetzt hilft ihnen auch noch die US-amerikanische Regierung mit ihrer Forderung nach einer Freihandelszone zwischen den USA und Europa.

Die Folgen der Gentechnik sind wie bei der Atomkraft nicht kalkulierbar und nicht mehr zu revidieren – einmal in Umlauf gebrachtes gentechnisch verändertes Saatgut ist nicht mehr rückholbar – so wie der Atommüll, der noch Hunderte von zukünftigen Generationen belasten wird.

Die Welt braucht keine Atomkraft und auch keine Gentechnik!!!

Aber Deutschland braucht einen Regierungswechsel, damit diese Positionen: für die Energiewende und für die Agrarwende glaubwürdig und eindeutig vertreten werden.

Pferdefleischskandal ist nur Spitze des Eisbergs

Globaler Handel, mangelnde und intransparente Deklaration, skrupelloses Gewinnstreben durch Billigsteinkäufe von landwirtschaftlichen Roherzeugnissen sind offensichtlich ein idealer Nährboden für kriminelle Energien.

Das Firmengeflecht, das in den Pferdefleischskandal verwickelt ist, erstreckt sich über ganz Europa.Die französische Firma Spanghero kauft WISSENTLICH in Rumänien 42 Tonnen Pferdefleisch von zwei rumänischen Schlachthöfen, verarbeitet das Fleisch und verkauft es als Rindfleisch an die französiche Firma Comigel. Die Firma Spanghero macht damit in sechs Monaten einen Gewinn von 500.000 €.( Rindfleisch ist viermal so teuer wie Pferdefleisch)

Vermittelt hat diesen Deal der niederländische Fleischhändler Jan Fasen. Er ist Geschäftsführer der auf Zypern eingetragenen Firma Draap Trading. Und Jan Fasen ist kein Unbekannter: er wurde 2012 rechtmäßig veurteilt zu neun Monaten Haft, mußte aber bis heute die Strafe noch nicht antreten, weil sein Rechtsanwalt Berufung eingereicht hat. Grund der Verurteilung: Pferdefleischhandel! Und zwar wurde tonnenweise südamerikanisches Pferdefleisch verarbeitet und  in den Jahren von 2007 bis 2009 als reines Rindfleisch an zwei französische Firmen verkauft.

Die derzeitige EU-Regelung machst möglich: bei verarbeitetem Fleisch entfällt die Kennzeichnung des Ursprungslandes. Und nur bei unverarbeitenden Rindfleisch muß die Etikettierung Informationen über Geburt, Mast und Schlachtung enthalten – eine Folge des BSE Skandals – aber für alle anderen Fleischarten gilt diese Auskunftspflicht nicht!

Und dann wurde auch noch Gift im Pferdefleisch entdeckt: Phenylbutazon, das ist ein entzündungshemmendes Rheumamittel, welches aber auch als Dopingmittel im Pferdesport eingesetzt wird. Die Ernährungsexpertin Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen sagt:

„Billiges Fleisch ist grundsätzlich ein Problem…….Qualitativ hochwertige Fleischproduktion ist nicht zu Niedrigstpreisen möglich. Wer wissen will, woher sein Fleisch kommt, sollte generell unverarbeitets Frischfleisch kaufen und verarbeiten – am besten vom Metzger des Vertrauens oder direkt vom Erzeuger.“

Da hat sie recht! Aber wieviele Metzger gibt es denn noch in unseren Dörfern und Städten? Und wieviele Bauern gibt es denn noch, die Tiere artgerecht halten ohne Doping (Antibiotikamast) ? Gerade in Deutschland gibt es auf dem Lebensmittelmarkt fast nur noch Konzernstrukturen, die von der industriellen Landwirtschaft bedient werden. Dagegen hilft nur die Unterstützung der regionalen Lebensmittelerzeugung und die Streichung der Subventionen für die industrielle Landwirtschaft und deren angelagerten Verarbeitungs- und Vertriebsstrukturen.

Aber als erstes muß die Kennzeichnung verbessert werden: Die EU-Kommission prüft derzeit die Einführung einer verpflichtenden Herkunftsbezeichnung für verarbeitete Produkte. Das ist der richtige Weg – damit wüßte der Kunde zum Beispiel auch, wie regional ein Produkt wirklich ist.

Auftaktveranstaltung zum Wahlkampf

Eine musikalische KandidatInnenvorstellung zum Zuhören und Mitreden…

Dienstag, 19. Februar 2013 Gasthof Gruber/Pietling Beginn 20:00 Uhr

Diese KandidatInnen stellen sich vor:

Ilse Englmaier, Stimmkreis 111
Bezirkstag

Gisela Sengl, Stimmkreis Traunstein
Landtagskandidatin

Dr. Bernhard Zimmer
gemeinsamer Bundestagskandidat

Die Musiker sind:

Ertl Buam
junge Volksmusik

Christine Rothacker
Kaberett und Musik

Spontifex
Gesangsquartett

Michael Hüller führt durch den Abend.

Veranstalter: OV Salzachtal Bündnis 90/Die Grünen

Hier der Google Maps Link zum Veranstaltungsort.

Und hier noch einmal das Plakat in seiner vollen Pracht:

Ankündigung OV Salzachtal Die Grünen