v.l.n.r. Ilse Englmaier (Bund Naturschutz Vorsitzende Ortsgruppe Tittmoning), Ludwig Hartmann (Fraktionssprecher der Landtagsgrünen), Gisela Sengl (stv. Fraktionssprecherin der Landtagsgrünen), Hans Glück (Stadtrat in Tittmoning, Biobauer)

Beton frisst Heimat!

Obwohl in vielen ländlichen Räumen die Bevölkerungszahlen schrumpfen, steigen die Flächenansprüche unvermindert an. So auch in den Gemeinden im Landkreis Traunstein. Ein Beispiel ist Tittmoning, wo für die Erweiterung der Firma Brückner bestes Ackerland zur Bebauung freigegeben wurde, obwohl die Firma Brückner in der Nachbargemeinde in einem bereits erschlossenen Gewerbegebiet ansiedeln hätte können.

Natürlich ist gegen den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Schaffung von attraktivem Wohnraum für junge Familien nichts einzuwenden. Dennoch können und müssen wir von den Gemeinden in Zeiten unverminderten Flächenverbrauchs fordern, bei der Flächenausweisung kocht jede Gemeinde nicht immer ihr eigenes Süppchen zu kochen. Denn bayernweit verschwinden pro Tag mehr als 18 Fußballfelder in der Größe der Münchner Allianz-Arena unter einer Asphalt- und Betonlawine.
Wir Grüne wollen den Flächenverbrauch ohne Maß und Ziel mithilfe eines umfassenden Maßnahmenpakets eindämmen. Das geht nur mit einer verbindlichen Landesplanung. Als ersten Schritt wollen wir im Landesplanungsgesetz eine Obergrenze für den Flächenfraß verankern. Als zentrales Instrument soll ein System handelbarer Flächenzertifikate einen fairen Ausgleich des Flächenverbrauchs zwischen Stadt und Land schaffen. Mittelfristig sollen in einem zweiten Schritt keine weiteren Flächen mehr verbraucht werden. Durch das Renaturieren oder Umwidmen bereits in Anspruch genommener Flächen soll eine Kreislaufwirtschaft entstehen.

Wohnbau und Gewerbe sollen sich weiter entfalten dürfen – aber möglichst innen, nicht außen. Die Lebensgrundlage Boden und die Basis für Bayerns Schönheit und Wohlstand – unsere Natur und unsere Landschaft – wollen wir bewahren, bevor sie unwiederbringlich verloren gehen. Mit einer konsequenten Innenentwicklungs-Strategie der Kommunen, intelligentem Flächenmanagement, flächenschonender Gewerbeentwicklung durch interkommunale Kooperationen und weiteren Maßnahmen erhalten wir beides: Ein lebenswertes Bayern mit reizvoller Natur und lebhaften Orten sowie ein prosperierendes Bayern mit starker Wirtschaft.

Hier können Sie weiterlesen:

“Unsere Heimat schützen – Flächenfraß stoppen!”

 

Weitere Artikel der Themen Aus der Region, Ländlicher Raum