Politik

Resolution der BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklung

Am vergangenen Wochenende hat die BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, deren Sprecherin ich bin, eine Resolution zu den zu den Sondierungen und Koalitionsverhandlungen verabschiedet:

Mannheim, den 21.10.2017

Liebe Freundinnen und Freunde,

die BAG Landwirtschaft & und ländliche Entwicklung hat zu den anstehenden Verhandlungen folgenden Erklärung gefasst:

Nur wenige Themen werden so eng mit der Partei der GRÜNEN verbunden wie das entschiedene Eintreten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, den Umbau der Tierhaltung und den Erhalt der Artenvielfalt. Viele Menschen setzen auf grüne Kompetenz und trauen uns zu, konsequente Verbesserungen durchzusetzen. Es bestand deshalb Einigkeit unter den Delegierten der BAG, mit ambitionierten und gleichzeitig realistischen Forderungen in eine Koalitionsverhandlung zu gehen. Dies muss mit dem klaren Anspruch auf das Landwirtschaftsministerium unterstützt werden. Hier besteht tatsächlich die Möglichkeit, sichtbare Änderungen zu erreichen.

Deutliche Verbesserungen in der Lebensmittelerzeugung und damit der Landbewirtschaftung muss mit einer GRÜNEN Person verbunden sein. Deshalb muss die Person eine Strahlkraft in die Bevölkerung, sowie eine Vermittlungskompetenz in die Bauernschaft und in die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche der Lebensmittelerzeugung haben. Resolution der BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklung weiterlesen

Glyphosat am Ende?

Letzte Woche stimmte der EU-Umweltausschuss – mit Stimmen der Grünen, Sozialdemokraten, Linken und teilweise Liberalen – für ein Ende der Zulassung von Glyphosat. Morgen wird der ständige Ausschuss der Mitgliedstaaten darüber abstimmen. Die geschäftsführende Bundesregierung wird sich dabei voraussichtlich wieder enthalten – und stellt sich damit gegen Umwelt- und Verbraucherschutz. Bei der heutigen namentlichen Abstimmung im EU-Parlament zeigt sich direkt, welche Abgeordneten Profitinteressen höher einschätzen als Gesundheit von Mensch und Natur.

Die Verbraucher sind da schon viel weiter. Die von den beiden Grünen Europaabgeordneten Martin Häusling und Sven Giegold initiierte Petition erreichte binnen weniger Tage 80.000 Unterschriften (hier unterzeichnen: www.change.org/glyphosat).

Dass das Ende von Glyphosat für die Landwirtschaft durchaus interessante Chancen birgt, berichtet die Hannoversche Allgemeine (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Chancen-und-Risiken-des-moeglichen-Glyphosat-Stopps):

„Der Göttinger Agrar-Experte Steinmann hingegen hält Preissteigerungen bei einem Glyphosat-Stopp für sehr unwahrscheinlich. „Der Markt für Agrarprodukte reagiert auf so etwas nicht.“ Eher sei zu erwarten, dass Lebensmittelhändler auf Glyphosat-freie Produktionsverfahren drängen werden – und das ohne Preisänderungen erreichen wollen. Generell biete ein Glyphosat-Stopp auch große Chancen, betont Steinmann. Glyphosat sei ein Innovationskiller, und das seit Jahrzehnten. „Gegen einen so billigen Standard anzukämpfen – da konnte man nur scheitern.“ Ein Auslaufen der Zulassung führe zu einer aufgefrischten Suche nach Alternativen auch bei der nicht-chemischen Unkrautkontrolle. „Es würde Bedarf, aber auch Raum und Nachfrage für neue Ideen geben“, ist Steinmann überzeugt. Auch Pieper sieht Chancen: Die Diskussion um Glyphosat könne den Start für einen ganz anders aufgestellten Agrarsektor bedeuten.“ …

Der SPIEGEL berichtete am Wochenende, dass Monsanto sich selbst nicht sicher ist, ob der Pflanzenvernichter Glyphosat krebserregend ist (https://magazin.spiegel.de/SP/2017/43/153888459/index.html).

Hier auch ein Link zu einer aktuellen Studie der Europagrünen über die Gefahren von Glyphosat und mögliche Alternativen zum Ackergift:  https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/ab61fee42c3217963d3a43bd1c4b1e09.pdf

Wie eine Abkehr von Ackergiften zum Wohle von Menschen, Tieren und Umwelt gelingen kann, zeigen wir Landtagsgrüne in unserer Pestizidminimierungsstrategie.

Alles in allem wirklich höchste Zeit, Glyphosat endlich zu verbieten!

Welternährungstag: Agrarchemielobby verschärft den Hunger in der Welt

Heute ist Welternährungstag – und weltweit hungern wieder mehr Menschen. Und das trotz großartiger Versprechungen der Agrarindustrie um Monsanto, Bayer und Co. Aber wer nur auf den eigenen Profit schaut, kann den Hunger in der Welt nicht stoppen. Glyphosat und andere Ackergifte, die nachweislich auch noch gesundheitsschädlich sind, haben deshalb keine Berechtigung und gehören endlich verboten! Der Hunger in der Welt liegt nicht an Ernteausfällen, sondern ist ein Problem der Verteilung und des Zugangs zu Land. Und solange wir die Landwirtschaft in den armen Ländern zerstören anstatt sie zu unterstützen, wird sich daran auch nichts ändern!

Glyphosat endlich verbieten!

Glyphosat im Landkreis: Einige Wiesen südwestlich von Traunstein wurden kürzlich wohl kräftig mit Glyphosat bearbeitet. Dies berichtet chiemgau24.de (https://www.chiemgau24.de/chiemgau/traunstein/traunstein-ort29586/glyphosat-traunsteiner-landwirt-rueffel-molkerei-8766372.html)

Wie der Fall im Landkreis zeigt, ist die Anwendung von Glyphosat anscheinend eine normale Methode in der konventionellen Landwirtschaft. Dabei ist es nachweislich schädlich für Mensch und Natur. Der stetig ansteigende und oft zu leichtfertige Einsatz von Pestiziden wird ein immer brisanteres Problem bei uns. Die Verkaufszahlen der Pflanzenschutzwirkstoffe nehmen zu, die Probleme im bayerischen Grundwasser und in den Bächen und Flüssen wachsen, das zeigen die aktuellen Messwerte. Längst schlagen die Trinkwasserversorger Alarm!
Pestizide haben außerdem laut zahlreichen Studien* gerade in jüngster Zeit zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt, z.B. bei Bienen, Schmetterlinge, Feldlerchen und Hasen geführt. Und wir wissen längst, dass Glyphosat für den Menschen wohl krebserregend ist.

Wir Landtags-Grünen setzen uns seit Langem für ein Verbot von Glyphosat ein, doch bisher sind alle Anträge abgelehnt worden. Die Staatsregierung missachtet damit konsequent das Vorsorgeprinzip, den Grundpfeiler der deutschen und europäischen Gesundheits- und Verbraucherschutzpolitik.

Glyphosat wurde bereits in zahlreichen Lebensmitteln nachgewiesen, angefangen vom Brot übers Speiseeis bis zum Bier. Wir wollen es nicht auch noch in unserer Milch haben. Deshalb gehört Glyphosat endlich verboten!

 

Hier eine Auswahl von Studien über die Auswirkungen von Glyphosat:
https://goo.gl/vRmmV1
http://bit.ly/2xztObA
http://bit.ly/2gdfra9
http://bit.ly/2zfXg8A

 

Offener Brief: “Die traurige Geschichte des Spritzkalenders”

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

herzlichen Dank an alle, die sich konstruktiv an der Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft beteiligen. Der wachsende Einsatz von Pestiziden ist aus unserer Sicht ein brisantes Problem. Die Verkaufszahlen der Pflanzenschutzwirkstoffe nehmen zu, die Probleme im bayerischen Grundwasser und in den Bächen und Flüssen wachsen, das zeigen die aktuellen Messwerte. Dabei handelt es sich beileibe nicht nur um Atrazin-Altlasten. Längst schlagen die Trinkwasserversorger Alarm. Dass Pestizide gerade in jüngster Zeit zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt (Bienen, Schmetterlinge, Feldlerchen, Hasen) geführt haben, ist durch Arbeiten vieler wissenschaftlicher Institutionen bestens dokumentiert:

https://goo.gl/vRmmV1
http://bit.ly/2xztObA
http://bit.ly/2gdfra9
http://bit.ly/2zfXg8A

Uns Grünen ist bewusst, dass ein Appell an die Landwirte, sie sollen doch weniger Pestizide einsetzen, am Problem vorbeigeht. Denn die Landwirte sind oft selbst Getriebene, die sich dem Diktat „wachse oder weiche“ ausgeliefert sehen. Wir brauchen stattdessen eine politische Lösung, die sowohl die natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser und Böden schützt, aber auch den Landwirten ihr Auskommen sichert. Wie wir uns das in Bezug auf den Pestizideinsatz vorstellen, haben wir erst kürzlich zusammengefasst und eine Pestizidminimierungsstrategie erarbeitet:
http://bit.ly/2yYXAaY

Wir wollen eine praxisbezogene Minimierung des Pestizideintrags in die Umwelt, um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und unser Grundwasser sauber zu halten. Dass dies ohne größere Ertragseinbußen möglich ist, zeigen zahlreiche Studien (z.b. https://www.nature.com/articles/nplants20178 ).

Wir tragen alle gemeinsam – als Verbraucher*innen, Politiker*innen und Landwirt*innen die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder und Enkel in einem Land leben können, in dem eine nachhaltige Landwirtschaft uns mit guten Lebensmitteln versorgt und Boden, Umwelt, Klima und Tiere schützt. Denn ihre Zukunft ist es, die von der traurigen Geschichte rund um die Ackergifte hauptsächlich betroffen ist. Über den Weg dahin sollten wir streiten; über das Ziel nicht.

Ihre
Gisela Sengl
Biobäuerin und Landtagsabgeordnete

BDM-Kundgebung mit Milchpulver

Milchpulver-Wolken vor der Staatskanzlei! Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ demonstrierte der Bund Deutscher Milchviehhalter mit Hunderten Milchbauern in München. In meiner Rede machte ich klar: Kriseninterventionen können keine Dauerinstrumente werden. Deshalb bin ich für eine Mengenbegrenzung auf dem Milchmarkt, denn brauchen keine Massen-, sondern eine Qualitätsproduktion. Dann können die Wertschätzung der Arbeit und des Lebensmittels auch im Preis ihren Niederschlag finden. Denn Landwirte brauchen dauerhaft gute Erzeugerpreise!

Regional ist nicht gleich Bio: “Geprüfte Qualität Bayern” ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun!

Der Münchner Stadtrat hat ein neues Konzept beschlossen, nach dem ökologisch erzeugte Lebensmittel bei öffentlichen Veranstaltungen gefördert werden soll. Was sich zunächst gut anhört, ist für Bio-Lebensmittel eindeutig ein Rückschritt: denn mit dem Konzept erhalten auch regionale Lebensmittel fast so viele Punkte wie Bio-Produkte. Das bedeutet, dass beispielsweise  zukünftig Produkte aus Massentierhaltung Pluspunkte erhalten können, solange sie regional produziert sind. In der Realität wird damit der Bio-Anteil bei Festen gesenkt werden.

Nur die Grünen haben im Stadtrat gegen dieses Konzept gestimmt. Regional ist nicht gleich Bio: “Geprüfte Qualität Bayern” ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun! weiterlesen

Ernteausfall für Obstbauern und Winzer: Klimawandel aktiv begegnen!

Wir Grüne begrüßen das staatliche Hilfsprogramm für die bayerischen Obstbauern und Winzer, die durch die April-Frostnächte in diesem Jahr teilweise verheerende Ernteeinbußen hinnehmen mussten. Allerdings ist dies nur eine Auswirkung der Klimaüberhitzung, deren Folgen sich immer mehr verschärfen werden, auch für unsere Bäuerinnen und Bauern in Bayern: Wassermangel, Starkregenereignisse, Hochwasser, heiße Frühjahre, Spätfröste… all das blüht uns in immer stärkeren Maße.

Damit wir nicht nach jedem neuen Klimawandelereignis neu verhandeln müssen, brauchen wir eine staatlich gestützte Ernteausfallversicherung. Das heißt: Ein eigenes bayerisches Programm, unabhängig von den europäischen Agrarzahlungen. Damit kann schneller und effizienter geholfen werden als mit ständigen einzelnen Kabinettsbeschlüssen.

Gisela Sengl und Andreas Herden radeln im Achental

Marquartstein. „Die Rolling Stones haben heute wohl einen neuen Besucherrekord verhindert“, so begrüßte Ortsverbandssprecher Peter Lloyd augenzwinkernd die – trotz des zeitgleich stattfindenden Konzerts der Altrocker – zahlreichen Besucher der Grünen Diskussionsveranstaltung im Wessner Hof in Marquartstein. Im Rahmen der „Radl-WAHL-Fahrt“ war der Grüne Bundestagstagskandidat Andreas Herden, begleitet von der Traunsteiner Landtagsabgeordneten Gisela Sengl, diesmal im Achental unterwegs.

Bereits am Nachmittag hatten Herden und Sengl gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsverbandes in Marquartstein mit Bürgermeister Andreas Scheck über die Ökomodellregion Achental gesprochen. In Schleching wurde der Hof der Demeterbauern Georg und Hilde Stöger besucht und – zurück in Marquartstein – mit Biogaspionier Sepp Moritz das Für und Wider einer Biogasanlage diskutiert. Gisela Sengl und Andreas Herden radeln im Achental weiterlesen

Pestizidminimierungsstrategie für Bayern

Auf deutschen Feldern landen jedes Jahr rund 50 000 Tonnen Pestizide gegen Käfer, Raupen,
Blattläuse, Mäuse, Pilze, Mehltau und Unkraut. Das soll die Erträge erhöhen – tötet aber nicht nur Schädlinge, sondern entzieht beispielsweise auch Bienen, weiteren Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage. Mittlerweile sind 50 Prozent der Tierarten in Bayern vom Aussterben bedroht, was auch mit den Ackergiften zu tun hat.

Deshalb setzen wir Grünen uns für eine pestizidfreie Landwirtschaft in Bayern ein. Bis zum Jahr 2030 wollen wir den
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Äckern halbieren, langfristig sollen gar keine Pestizide mehr ausgebracht werden. Bei unserer Klausurtagung in Landshut haben wir dafür einen Vier-Punkte-Plan, eine Pestizidminimierungsstrategie, verabschiedet. Denn eine giftfreie Landwirtschaft ist das Beste für Bauern, Bienen und Bayern!

Giftfreie Landwirtschaft: Pestizidminimierungsstrategie für Bayern