Agrarpolitik

Jetzt nationales Glyphosat-Verbot durchsetzen!

Was für eine Debatte gestern im Landtag! Scharfe Kritik musste sich die CSU anhören für ihre nicht abgesprochene Glyphosat-Verlängerung. Wir nehmen Minister Schmidt beim Wort und fordern ein nationales Verbot für Glyphosat. Denn in seinen Rechtfertigungsversuchen hat der Minister angekündigt, sich national für einen restriktiven Umgang mit Glyphosat einzusetzen – da kann die CSU sofort handeln!

In unserem Dringlichkeitsantrag für die Landtagssitzung am 29.11. fordern wir deshalb den Einsatz der CSU-Regierung für ein nationales Verbot von Glyphosat. Diese Entscheidung kann jedes EU-Mitglied eigenständig treffen, und da sollten wir mindestens mit Frankreich Schritt halten, das ja ein Verbot binnen drei Jahren schon angekündigt hat.

Mit seiner Entscheidung hat Schmidt den Umwelt- und Verbraucherschutz in Europa mit Füßen getreten. Für die CSU zählen offensichtlich einzig und allein die Interessen des Weltkonzerns Bayer und nicht die der Bayerinnen und Bayern!

Glyphosat-Verlängerung: CSU-Geschenk für Konzerne

Glyphosat soll für weitere fünf Jahre zugelassen werden – das hat gestern der EU-Berufungsausschuss beschlossen. Es ist einfach nur schade – für die Landwirtschaft, die Natur, aber vor allem für die Bürgerinnen und Bürger – dass sich die EU nicht zu politischem Handeln durchringen konnte. Die Bevölkerung hat längst genug von Pestiziden. Wie bei der Gentechnik muss wieder alles von unten kommen, weil die konservative Politik nicht reagiert. Ich setze darauf, dass der Einzelhandel und die Landwirtschaft die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und den Verzicht von Glyphosat einfordern.

Bundesagrarminister Schmidt hat der Verlängerung zugestimmt. Die CSU hat hiermit bewiesen, dass sie lieber den Konzernen ein Geschenk macht, als die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die Umwelt zu schützen.

Artenreichtum statt Armut durch Ackergifte

Angesichts des dramatischen Artensterbens in Bayern, verursacht durch die Ackergifte aus der intensiven Landwirtschaft, müssen wir jetzt handeln! In der Verantwortung stehen deshalb nicht nur die Landwirtinnen und Landwirte selbst. Vor allem die AgrarpolitikerInnen und die landwirtschaftlichen InteressensvertreterInnen müssen ihren Teil zum Umsteuern beitragen. Für uns Grüne bleibt nur ein Mittel: Wir müssen die gesamte Landwirtschaft ökologisieren. Und dazu brauchen wir jetzt Maßnahmen. Wir wollen den Einsatz der Ackergifte bis 2030 um die Hälfte verringern und das langfristige Ziel heißt giftfreie Landwirtschaft.

Deshalb setzen wir heute in unserer aktuellen Stunde ein großes Thema im Bayerischen Landtag. Ab 14:00 Uhr, live im Bayerischen Landtag oder im Web-TV.

Pidinger Molkerei verbietet Glyphosat

Wenn man will, dann geht es eben doch: die Pidinger Molkerei hat für ihre Genossenschaftsmitglieder einstimmig ein Glyphosatverbot beschlossen. Während die Bundesregierung durch ihre Enthaltung im EU-Ausschuss ein Ende von Glyphosat weiter verzögert hat, ist die Wirtschaft mal wieder schneller – und näher am Verbraucher dran, der einfach keine Ackergift-Rückstände in seinem Essen haben will.

Nach einem Aufsichtsratsbeschluss ist in der Genossenschaft mit sofortiger Wirkung  die Anwendung jeglicher Totalherbizide in der Grünland- und Ackerbaubehandlung verboten. Das Verbot gilt für alle 1.800 Genossenschaftsmitglieder, deren Milch in Piding verarbeitet wird. Geschäftsführer Bernhard Pointner hat Recht, wenn er sagt: „Es gibt in unserem Milcheinzugsgebiet keine Notwendigkeit, ein Totalherbizid einzusetzen, dessen wissenschaftliche Bewertung hinsichtlich Auswirkungen auf Mensch und Umwelt kontrovers ist.“

Resolution der BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklung

Am vergangenen Wochenende hat die BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, deren Sprecherin ich bin, eine Resolution zu den zu den Sondierungen und Koalitionsverhandlungen verabschiedet:

Mannheim, den 21.10.2017

Liebe Freundinnen und Freunde,

die BAG Landwirtschaft & und ländliche Entwicklung hat zu den anstehenden Verhandlungen folgenden Erklärung gefasst:

Nur wenige Themen werden so eng mit der Partei der GRÜNEN verbunden wie das entschiedene Eintreten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, den Umbau der Tierhaltung und den Erhalt der Artenvielfalt. Viele Menschen setzen auf grüne Kompetenz und trauen uns zu, konsequente Verbesserungen durchzusetzen. Es bestand deshalb Einigkeit unter den Delegierten der BAG, mit ambitionierten und gleichzeitig realistischen Forderungen in eine Koalitionsverhandlung zu gehen. Dies muss mit dem klaren Anspruch auf das Landwirtschaftsministerium unterstützt werden. Hier besteht tatsächlich die Möglichkeit, sichtbare Änderungen zu erreichen.

Deutliche Verbesserungen in der Lebensmittelerzeugung und damit der Landbewirtschaftung muss mit einer GRÜNEN Person verbunden sein. Deshalb muss die Person eine Strahlkraft in die Bevölkerung, sowie eine Vermittlungskompetenz in die Bauernschaft und in die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche der Lebensmittelerzeugung haben. Resolution der BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklung weiterlesen

Glyphosat am Ende?

Letzte Woche stimmte der EU-Umweltausschuss – mit Stimmen der Grünen, Sozialdemokraten, Linken und teilweise Liberalen – für ein Ende der Zulassung von Glyphosat. Morgen wird der ständige Ausschuss der Mitgliedstaaten darüber abstimmen. Die geschäftsführende Bundesregierung wird sich dabei voraussichtlich wieder enthalten – und stellt sich damit gegen Umwelt- und Verbraucherschutz. Bei der heutigen namentlichen Abstimmung im EU-Parlament zeigt sich direkt, welche Abgeordneten Profitinteressen höher einschätzen als Gesundheit von Mensch und Natur.

Die Verbraucher sind da schon viel weiter. Die von den beiden Grünen Europaabgeordneten Martin Häusling und Sven Giegold initiierte Petition erreichte binnen weniger Tage 80.000 Unterschriften (hier unterzeichnen: www.change.org/glyphosat).

Dass das Ende von Glyphosat für die Landwirtschaft durchaus interessante Chancen birgt, berichtet die Hannoversche Allgemeine (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Chancen-und-Risiken-des-moeglichen-Glyphosat-Stopps):

„Der Göttinger Agrar-Experte Steinmann hingegen hält Preissteigerungen bei einem Glyphosat-Stopp für sehr unwahrscheinlich. „Der Markt für Agrarprodukte reagiert auf so etwas nicht.“ Eher sei zu erwarten, dass Lebensmittelhändler auf Glyphosat-freie Produktionsverfahren drängen werden – und das ohne Preisänderungen erreichen wollen. Generell biete ein Glyphosat-Stopp auch große Chancen, betont Steinmann. Glyphosat sei ein Innovationskiller, und das seit Jahrzehnten. „Gegen einen so billigen Standard anzukämpfen – da konnte man nur scheitern.“ Ein Auslaufen der Zulassung führe zu einer aufgefrischten Suche nach Alternativen auch bei der nicht-chemischen Unkrautkontrolle. „Es würde Bedarf, aber auch Raum und Nachfrage für neue Ideen geben“, ist Steinmann überzeugt. Auch Pieper sieht Chancen: Die Diskussion um Glyphosat könne den Start für einen ganz anders aufgestellten Agrarsektor bedeuten.“ …

Der SPIEGEL berichtete am Wochenende, dass Monsanto sich selbst nicht sicher ist, ob der Pflanzenvernichter Glyphosat krebserregend ist (https://magazin.spiegel.de/SP/2017/43/153888459/index.html).

Hier auch ein Link zu einer aktuellen Studie der Europagrünen über die Gefahren von Glyphosat und mögliche Alternativen zum Ackergift:  https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/ab61fee42c3217963d3a43bd1c4b1e09.pdf

Wie eine Abkehr von Ackergiften zum Wohle von Menschen, Tieren und Umwelt gelingen kann, zeigen wir Landtagsgrüne in unserer Pestizidminimierungsstrategie.

Alles in allem wirklich höchste Zeit, Glyphosat endlich zu verbieten!

Welternährungstag: Agrarchemielobby verschärft den Hunger in der Welt

Heute ist Welternährungstag – und weltweit hungern wieder mehr Menschen. Und das trotz großartiger Versprechungen der Agrarindustrie um Monsanto, Bayer und Co. Aber wer nur auf den eigenen Profit schaut, kann den Hunger in der Welt nicht stoppen. Glyphosat und andere Ackergifte, die nachweislich auch noch gesundheitsschädlich sind, haben deshalb keine Berechtigung und gehören endlich verboten! Der Hunger in der Welt liegt nicht an Ernteausfällen, sondern ist ein Problem der Verteilung und des Zugangs zu Land. Und solange wir die Landwirtschaft in den armen Ländern zerstören anstatt sie zu unterstützen, wird sich daran auch nichts ändern!

Glyphosat endlich verbieten!

Glyphosat im Landkreis: Einige Wiesen südwestlich von Traunstein wurden kürzlich wohl kräftig mit Glyphosat bearbeitet. Dies berichtet chiemgau24.de (https://www.chiemgau24.de/chiemgau/traunstein/traunstein-ort29586/glyphosat-traunsteiner-landwirt-rueffel-molkerei-8766372.html)

Wie der Fall im Landkreis zeigt, ist die Anwendung von Glyphosat anscheinend eine normale Methode in der konventionellen Landwirtschaft. Dabei ist es nachweislich schädlich für Mensch und Natur. Der stetig ansteigende und oft zu leichtfertige Einsatz von Pestiziden wird ein immer brisanteres Problem bei uns. Die Verkaufszahlen der Pflanzenschutzwirkstoffe nehmen zu, die Probleme im bayerischen Grundwasser und in den Bächen und Flüssen wachsen, das zeigen die aktuellen Messwerte. Längst schlagen die Trinkwasserversorger Alarm!
Pestizide haben außerdem laut zahlreichen Studien* gerade in jüngster Zeit zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt, z.B. bei Bienen, Schmetterlinge, Feldlerchen und Hasen geführt. Und wir wissen längst, dass Glyphosat für den Menschen wohl krebserregend ist.

Wir Landtags-Grünen setzen uns seit Langem für ein Verbot von Glyphosat ein, doch bisher sind alle Anträge abgelehnt worden. Die Staatsregierung missachtet damit konsequent das Vorsorgeprinzip, den Grundpfeiler der deutschen und europäischen Gesundheits- und Verbraucherschutzpolitik.

Glyphosat wurde bereits in zahlreichen Lebensmitteln nachgewiesen, angefangen vom Brot übers Speiseeis bis zum Bier. Wir wollen es nicht auch noch in unserer Milch haben. Deshalb gehört Glyphosat endlich verboten!

 

Hier eine Auswahl von Studien über die Auswirkungen von Glyphosat:
https://goo.gl/vRmmV1
http://bit.ly/2xztObA
http://bit.ly/2gdfra9
http://bit.ly/2zfXg8A

 

Offener Brief: “Die traurige Geschichte des Spritzkalenders”

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

herzlichen Dank an alle, die sich konstruktiv an der Diskussion über die Zukunft der Landwirtschaft beteiligen. Der wachsende Einsatz von Pestiziden ist aus unserer Sicht ein brisantes Problem. Die Verkaufszahlen der Pflanzenschutzwirkstoffe nehmen zu, die Probleme im bayerischen Grundwasser und in den Bächen und Flüssen wachsen, das zeigen die aktuellen Messwerte. Dabei handelt es sich beileibe nicht nur um Atrazin-Altlasten. Längst schlagen die Trinkwasserversorger Alarm. Dass Pestizide gerade in jüngster Zeit zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt (Bienen, Schmetterlinge, Feldlerchen, Hasen) geführt haben, ist durch Arbeiten vieler wissenschaftlicher Institutionen bestens dokumentiert:

https://goo.gl/vRmmV1
http://bit.ly/2xztObA
http://bit.ly/2gdfra9
http://bit.ly/2zfXg8A

Uns Grünen ist bewusst, dass ein Appell an die Landwirte, sie sollen doch weniger Pestizide einsetzen, am Problem vorbeigeht. Denn die Landwirte sind oft selbst Getriebene, die sich dem Diktat „wachse oder weiche“ ausgeliefert sehen. Wir brauchen stattdessen eine politische Lösung, die sowohl die natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser und Böden schützt, aber auch den Landwirten ihr Auskommen sichert. Wie wir uns das in Bezug auf den Pestizideinsatz vorstellen, haben wir erst kürzlich zusammengefasst und eine Pestizidminimierungsstrategie erarbeitet:
http://bit.ly/2yYXAaY

Wir wollen eine praxisbezogene Minimierung des Pestizideintrags in die Umwelt, um den Rückgang der Artenvielfalt zu stoppen und unser Grundwasser sauber zu halten. Dass dies ohne größere Ertragseinbußen möglich ist, zeigen zahlreiche Studien (z.b. https://www.nature.com/articles/nplants20178 ).

Wir tragen alle gemeinsam – als Verbraucher*innen, Politiker*innen und Landwirt*innen die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder und Enkel in einem Land leben können, in dem eine nachhaltige Landwirtschaft uns mit guten Lebensmitteln versorgt und Boden, Umwelt, Klima und Tiere schützt. Denn ihre Zukunft ist es, die von der traurigen Geschichte rund um die Ackergifte hauptsächlich betroffen ist. Über den Weg dahin sollten wir streiten; über das Ziel nicht.

Ihre
Gisela Sengl
Biobäuerin und Landtagsabgeordnete

BDM-Kundgebung mit Milchpulver

Milchpulver-Wolken vor der Staatskanzlei! Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ demonstrierte der Bund Deutscher Milchviehhalter mit Hunderten Milchbauern in München. In meiner Rede machte ich klar: Kriseninterventionen können keine Dauerinstrumente werden. Deshalb bin ich für eine Mengenbegrenzung auf dem Milchmarkt, denn brauchen keine Massen-, sondern eine Qualitätsproduktion. Dann können die Wertschätzung der Arbeit und des Lebensmittels auch im Preis ihren Niederschlag finden. Denn Landwirte brauchen dauerhaft gute Erzeugerpreise!