Agrarpolitik

Besuch der Jahreshauptversammlung der AbL-Bayern

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern hielt am Samstag, den 17.Februar 2013 ihre Jahreshauptversammlung im Kloster Plankstetten ab.

Auf Einladung von Gertraud Gafus, stellvertretende Bundesvorsitzende der Bundes-AbL, machte ich mich zusammen mit drei weiteren Bauern aus der Region auf den Weg in die Benediktinerabtei Plankstetten.

Schon 1994 wurde die Landwirtschaft des Klosters vollständig auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Das gesamte Kloster ist mit Landwirtschaft und Verarbeitungsbetrieben ein Bioland-Betrieb. Damit stellt das Kloster Plankstetten zusammen mit seinen Partnerbetrieben ein beispielhaftes Modellprojekt für ein ökologisches regionales Netzwerk da.

Die AbL konnte also keine passenderen Ort für ihre Jahreshauptversammlung finden.

Die vielen engagierten Bäuerinnen und Bauern haben mich sehr beeindruckt – es waren wirklich genausoviel Bäuerinnen wie Bauern, darauf legt die AbL in ihren Statuten bei der Vergabe von Posten auch Wert, alle Gremien müssen paritätisch besetzt werden.

Jetzt möchte ich aus dem Positionspapier der AbL zitieren, denn treffender kann man es nicht formulieren:

” Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Landesverband Bayern, sieht in der bäuerlichen Landwirtschaft die Zukunft für die Erhaltung unserer bayrischen Bauernhöfe, unserer reizvollen Landschaften, unserer lebenswerten Dörfer und die regionale Ernährungssicherung.”

Regionalsiegel ohne Konzept

In einer Pressemitteilung vom 29.Januar 2013 stellte der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner ein neu geschaffenes Bayrisches Regionalsiegel vor.

Der grundsätzliche Gedanke ist richtig, aber leider bleiben viele Fragen unbeantwortet:

Wie “regional” werden die Tiere gefüttert, die regional vermarktet werden? Kommt das Tierfutter aus Südamerika oder wird es auch in der Region erzeugt?

Profitiert hauptsächlich der Handel von diesem Siegel oder auch der Urproduzent in Form von höheren Verkaufspreisen?

Wie werden die regionalen öffentlichen Einrichtungen also die großen regionalen Verbraucher wie Schulküchen, Kantinen in Ämtern (Landratsamt, Finanzamt usw.) eingebunden?

Werden Erzeugergenossenschaften gefördert, die gemeinsam entweder ein regionales Produkt erzeugen, lagern, vertreiben oder weiterverarbeiten?

Wie sehr wird auch auf kurze Wege wertgelegt? Das heißt, wird das Siegel auch zur Exportverstärkung von bayrischen Schmankerl benützt was meiner Meinung nach kontraproduktiv wäre, da ein regionales Siegel zwingend eine regionale Vermarktung mit beinhalten muss.

Es geht bei Regionalerzeugung und Regionalvermarktung nicht nur um schöne Etikette sondern vor allem um den Inhalt. Der fehlt bei der aktuellen Initiative des Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten leider weitgehend.