Ernährung

Welternährungstag: Agrarchemielobby verschärft den Hunger in der Welt

Heute ist Welternährungstag – und weltweit hungern wieder mehr Menschen. Und das trotz großartiger Versprechungen der Agrarindustrie um Monsanto, Bayer und Co. Aber wer nur auf den eigenen Profit schaut, kann den Hunger in der Welt nicht stoppen. Glyphosat und andere Ackergifte, die nachweislich auch noch gesundheitsschädlich sind, haben deshalb keine Berechtigung und gehören endlich verboten! Der Hunger in der Welt liegt nicht an Ernteausfällen, sondern ist ein Problem der Verteilung und des Zugangs zu Land. Und solange wir die Landwirtschaft in den armen Ländern zerstören anstatt sie zu unterstützen, wird sich daran auch nichts ändern!

Regional ist nicht gleich Bio: “Geprüfte Qualität Bayern” ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun!

Der Münchner Stadtrat hat ein neues Konzept beschlossen, nach dem ökologisch erzeugte Lebensmittel bei öffentlichen Veranstaltungen gefördert werden soll. Was sich zunächst gut anhört, ist für Bio-Lebensmittel eindeutig ein Rückschritt: denn mit dem Konzept erhalten auch regionale Lebensmittel fast so viele Punkte wie Bio-Produkte. Das bedeutet, dass beispielsweise  zukünftig Produkte aus Massentierhaltung Pluspunkte erhalten können, solange sie regional produziert sind. In der Realität wird damit der Bio-Anteil bei Festen gesenkt werden.

Nur die Grünen haben im Stadtrat gegen dieses Konzept gestimmt. Regional ist nicht gleich Bio: “Geprüfte Qualität Bayern” ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun! weiterlesen

Schlachthof Passau hat Zeichen der Zeit erkannt

Ich freue mich, dass der Schlachthof Passau die Zeichen der Zeit erkannt hat. Mit seiner Zulassung für die Schlachtung von biologisch gehaltenen Nutztieren ist er jetzt eine weitere Anlaufstelle für unsere Ökobauern. Dass er mit der zusätzlichen Einführung einer durchgängigen Videokontrolle die artgerechte Behandlung der Tiere überwacht und sicherstellt, ist ein weiterer begrüßenswerter Schritt. Der Umbau unserer Landwirtschaft schreitet langsam, aber sicher voran.

Mehr Bio in staatlichen Kantinen? Nicht in Bayern!

Mehr Bio in staatlichen Kantinen, bei Empfängen und Festakten: Was in anderen Ländern gang und gebe ist, wird in Bayern von der CSU-Fraktion blockiert. Die Leitlinien über Bio und Regio in Kantinen werden von staatlicher Seite nahezu komplett ignoriert. Dabei ist auch der Staat Verbraucher und muss seine Verantwortung wahrnehmen. Die CSU führt ihre eigenen Programme zur Förderung bayerischer Bioprodukte ad absurdum. Mehr Bio in staatlichen Kantinen? Nicht in Bayern! weiterlesen

„Wenn schon Metzger, dann in Herrmannsdorf“

Im Zuge der Berufsbildungstour der Bündnisgrünen Landtagsfraktion besuchte ich gemeinsam mit unserem bildungspolitischen Sprecher Thomas Gehring die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Hier stehen vor allem traditionelle Berufe zur Verarbeitung von Lebensmitteln im Vordergrund. Hier kann man neben Metzger und Bäcker noch sechs weitere Ausbildungen absolvieren. Für den Familienbetrieb stehen Handwerkskunst und Ökologie im Mittelpunkt. Das Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur soll an die jüngere Generation bei der Produktion von hochwertigen Bio-Lebensmitteln weitergegeben werden. Außerdem können die Lehrlinge hier sogar in Wohneinheiten direkt am Betrieb leben.

Trotz der guten Strukturen sucht Metzgermeister Jürgen Körber jedes Jahr aufs Neue nach Auszubildenden. „Wenn wir jetzt nichts tun, sehe ich schwarz für unseren Beruf“, sagt er. Denn das Metzgerhandwerk sei nicht sehr beliebt beim Nachwuchs. Auch das Bäckerhandwerk hat es nicht leicht. Die frühen Arbeitszeiten schrecken viele potentielle Kandidaten ab.

Mein Fazit: Hier in Herrmannsdorf sieht man ganz besonders, dass die handwerkliche Qualität bei der Produktion von Lebensmitteln im Zentrum stehen muss. Denn die Ausbildung zum verantwortungsbewussten Umgang mit Nahrungsmitteln und die räumliche Verbindung von Herstellung und Weiterverarbeitung schafft Nachhaltigkeit. Deshalb erntet das Credo der Auszubildenden meine ganz besondere Zustimmung: „Eigentlich sollten Lebensmittel unser Statussymbol sein und nicht Autos!“

 

Die Tour der Grünen Landtagsfraktion durch ganz Bayern stellt die berufliche Bildung in den Mittelpunkt und führt zu unterschiedlichen Orten in ganz Bayern. Zentrale Themen hierbei sind vor allem die Gleichwertigkeit der Ausbildungen, der Fachkräftemangel, Digitalisierung und die Einbindung von Geflüchteten. Hier wollen die Grünen genauer hinschauen. Wir wollen wissen, mit welchen Herausforderungen die Betriebe vor Ort konfrontiert sind und wie die Politik unterstützend wirken kann.

 

 

„Mach was Gscheits!“

Im Zuge der Berufsbildungstour der Bündnisgrünen Landtagsfraktion besuchte ich gemeinsam mit unserem bildungspolitischen Sprecher Thomas Gehring auch das Berufsbildungswerk Stiftung St. Zeno im Landkreis Ebersberg. Das Zentrum ist offen für junge Menschen mit lern- und psychischen Behinderungen, die eine Berufsausbildung nur mit der Unterstützung des Berufsbildungswerkes erfolgreich bestehen können. Bernd Zimmer, Leiter des Bildungswerkes, lag besonders die Wettbewerbsfähigkeit in Ausschreibungen für einen Bildungsauftrag und der Bau einer Berufsschule im Landkreis Ebersberg am Herzen. „Die Ausbildungssituation hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Heute suchen viele Firmen händeringend nach Nachwuchs“, erklärte er. Im Anschluss besichtigten wir die Bäckerei, wo stolze Lehrlinge ihre Backwaren präsentierten, die Metallwerkstatt und die Gärtnerei.

Besonders beeindruckte uns die erfolgreiche Verzahnung des Berufsbildungswerkes mit anderen Bildungseinrichtungen und die enge Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben. Für mich hat sich hier wieder einmal bestätigt: Berufliche Bildung ist was Gscheits!

Regional & Bio aus Bayern: Holunderblüten-Limo (mit Rezept)

Es ist Holunderblütenzeit in Bayern! Die Blüten sind nicht nur schön anzuschauen, aus ihnen kann man auch eine erfrischende Limonade machen. Wo ihr die besten Holunderblüten findet (z.B. auf ökologischen Vorrangflächen, die ganz wichtig für den Artenschutz sind) und wie ihr draus eine erfrischende Limonade macht, das erkläre ich euch im Video!

Hier geht es zu unserem Antrag “Ökologische Vorrangflächen ohne Agrargifte bewirtschaften”

Freiland oder Bio?

Was unterscheidet Bio-Eier von Freilandeiern? Was bedeutet Bodenhaltung? Was sagt mir der Code auf dem Ei? Diese Fragen stellen sich viele ganz besonders kurz vor Ostern; denn jetzt werden die meisten Eier gekauft und gegessen.

Der Code auf dem Ei: 0-DE-0929751

Die erste Ziffer bestimmt die Art der Haltung:

0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung/Kleingruppenhaltung

Was genau bedeutet das? Wie viel Platz hat ein Huhn im Stall, darf es mal raus, mit was wird es gefüttert?

Käfighaltung Bodenhaltung Freilandhaltung Ökologische Haltung
Platz pro Henne im Stall 800qcm 1100qcm 1100qcm 1660qcm
eingestreuter Bereich im Stall 10% 33% 33% 33%
Zugang ins Freie nein nein ja ja
Fläche pro Henne im Freien - - 4qm 4qm
Fütterung mit biologischem, gentechnikfreiem Futter - - - ja

Aus der Tabelle wird klar: bei der Produktion von Bio-Eiern gelten die strengsten Regeln. Bei Freilandhaltung dürfen Hühner zwar auch ins Freie, haben im Stall allerdings weniger Platz und dürfen auch mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden. Hühner in Bodenhaltung haben keinen Auslauf, und werden im Stall oft in Volieren (mehrstöckige Ställe) gehalten.

Eier aus Käfighaltung, heutzutage heißt sie “Kleingruppenhaltung” findet man kaum noch im Direktverkauf – sie werden meistens schon vorher verarbeitet, z.B. in Nudeln. Mit der Verarbeitung entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung; so kann der Verbraucher nicht mehr erkennen, welche Eier verarbeitet werden.

Für gefärbte Ostereier bedeutet das: sie sind meistens nicht Bio. Denn bereits gekochte und gefärbte Eier gelten als verarbeitet, womit die Kennzeichnungspflicht entfällt. Deshalb sollte man seine Ostereier lieber selbst färben – oder gefärbte eben im Bioladen kaufen.

 

Herkunft bis zum Stall zurückverfolgbar

Die zweistellige Buchstabenfolge auf dem Ei steht für das Produktionsland. DE – wie auf dem Ei auf unserem Schaubild – steht für Deutschland.

Die drauffolgenden Ziffern bezeichnen wiederum den Betrieb näher, wobei in Deutschland zuerst das Bundesland genau angegeben wird. Unser Ei hat die Ziffer 09, kommt also aus Bayern. Die verbliebenen Ziffern geben nun genau den Betrieb der Erzeugung an, wobei die letzte Ziffer für den jeweiligen Stall steht. So kann jedes Ei exakt einem bestimmten Stall in ganz Europa zugeordnet werden.

Mehr Bio an Bayerns Schulen – so geht’s!

Gemeinschaftsverpflegung geht gesünder, leckerer und ökologisch besser. Das haben uns zahlreiche Fachleute bei einem Fachgespräch im Landtag kürzlich bestätigt. Unser Grüner Antrag „Mehr Bio an Schulen“ fordert, dass auf lange Sicht alle Kitas, allgemeinbildende Schulen sowie Horteinrichtungen und Einrichtungen in der Tagespflege mit Ganztagsangebot eine altersgerechte, abwechslungsreiche, ansprechende und gesunde Essenversorgung anbieten.

Video SchulverpflegungHier geht’s zum Video

Bio-Lebensmittel bilden die Basis einer gesunden Ernährung. Sie sind giftfrei und fördern den Umwelt- und Klimaschutz, weil im ökologischen Landbau der Boden giftfrei und umweltschonend bearbeitet wird. Faire Partnerschaften sorgen für gute Arbeitsbedingungen für Bauern und Landarbeiter. Gründe genug, auf Bio-Lebensmittel zu setzen und unseren Stufenplan zu umzusetzen! Dadurch würde auch die Bio-Landwirtschaft als Ganzes profitieren, denn auch sie braucht genügend Abnehmer und neue Märkte.

Die Ernährungspolitik der Staatsregierung läuft größtenteils ins Leere. Anstatt alle Kinder und Jugendliche im Blick zu haben, setzt Staatsminister Brunner auf einzelne Projekte, Coachings, Infobroschüren und Aktionstage. Das reicht nicht.

Unser Antrag fordert deshalb, in realisierbaren Schritten die Kita- und Schulverpflegung auf hochwertiges Essen umzustellen. In einem ersten Schritt soll an den Schulen auf Bio-Lebensmittel umgestellt werden. Das heißt:

  • Bio-Anteil in allen bayerischen Schulen mindestens 20% bis 2020 und mindestens 50% bis 2025
  • Erarbeitung von bayerischen Leitlinien für die Kita- und Schulverpflegung plus verbindliche Einführung durch Rahmenverträge
  • Anschubfinanzierung durch Bereitstellung des Differenzbetrages (konventionell zu bio) für Kommunen

Hier geht’s zu den Grünen Anträgen:

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Rezept zur Fastenzeit: Gebratene Forellenfilets in Senfsauce

Jetzt zur Fastenzeit wird wieder mehr Fisch gekocht. Dabei muss der Fisch nicht aus den völlig überfischten Weltmeeren kommen! Mein Lieblingsrezept kommt fast ausschließlich (außer Pfeffer und Zitrone) mit regionalen und saisonalen Zutaten aus – natürlich bio!

Hier geht’s zum Video

Zutaten (für 2 Personen)

2 oder 4 Forellenfilets mit Haut (je nach Größe)
Saft von 1 Zitrone
Salz
schwarzer Pfeffer
1 EL Rapsöl oder anderes Pflanzenöl
1 EL Butter

Für die Senfsauce:
1/2 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 EL Butter
1 EL mittelscharfer Senf
150 ml Gemüsebrühe
50 g Sahne

8 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend, z.B. Bettina, Jelly, Laura)

Für den Salat:
Saisonaler Salat, im Winter z.B. Portulak oder Feldsalat
Apfel-Balsamicoessig, Rapsöl, Salz, Pfeffer, etwas Honig

 

Zubereitung (ca. 45 Min)

Kartoffeln waschen, und mit der Schale im Kartoffeldämpfer oder im Topf mit Wasser aufsetzen.
Abgießen, wenn die Kartoffeln gar sind.

Für den Salat Apfel-Balsamicoessig, Rapsöl, Salz, Pfeffer und etwas Honig zu einem Dressing verrühren. Beiseite stellen.

Für die Senfsauce die Zwiebel in Butter glasig dünsten. Senf und Gemüsebrühe dazugeben und alles 3 Minuten im offenen Topf kochen lassen. Sahne untermischen und alles verquirlen.

Jetzt die Fischfilets auf beiden Seiten mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen.

Öl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Die Fischfilets 4-5 Minuten auf der Hautseite braten, dann umdrehen und in 2 Minuten bei milder Hitze fertig garen.

Den Portulak oder Feldsalat waschen, mit dem Dressing vermengen und sofort servieren.

Die Fischfilets mit Senfsauce und Kartoffeln (je nach Geschmack geschält oder mit Schale) anrichten und servieren.

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