Ernährung

„Mach was Gscheits!“

Im Zuge der Berufsbildungstour der Bündnisgrünen Landtagsfraktion besuchte ich gemeinsam mit unserem bildungspolitischen Sprecher Thomas Gehring auch das Berufsbildungswerk Stiftung St. Zeno im Landkreis Ebersberg. Das Zentrum ist offen für junge Menschen mit lern- und psychischen Behinderungen, die eine Berufsausbildung nur mit der Unterstützung des Berufsbildungswerkes erfolgreich bestehen können. Bernd Zimmer, Leiter des Bildungswerkes, lag besonders die Wettbewerbsfähigkeit in Ausschreibungen für einen Bildungsauftrag und der Bau einer Berufsschule im Landkreis Ebersberg am Herzen. „Die Ausbildungssituation hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Heute suchen viele Firmen händeringend nach Nachwuchs“, erklärte er. Im Anschluss besichtigten wir die Bäckerei, wo stolze Lehrlinge ihre Backwaren präsentierten, die Metallwerkstatt und die Gärtnerei.

Besonders beeindruckte uns die erfolgreiche Verzahnung des Berufsbildungswerkes mit anderen Bildungseinrichtungen und die enge Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben. Für mich hat sich hier wieder einmal bestätigt: Berufliche Bildung ist was Gscheits!

Regional & Bio aus Bayern: Holunderblüten-Limo (mit Rezept)

Es ist Holunderblütenzeit in Bayern! Die Blüten sind nicht nur schön anzuschauen, aus ihnen kann man auch eine erfrischende Limonade machen. Wo ihr die besten Holunderblüten findet (z.B. auf ökologischen Vorrangflächen, die ganz wichtig für den Artenschutz sind) und wie ihr draus eine erfrischende Limonade macht, das erkläre ich euch im Video!

Hier geht es zu unserem Antrag “Ökologische Vorrangflächen ohne Agrargifte bewirtschaften”

Freiland oder Bio?

Was unterscheidet Bio-Eier von Freilandeiern? Was bedeutet Bodenhaltung? Was sagt mir der Code auf dem Ei? Diese Fragen stellen sich viele ganz besonders kurz vor Ostern; denn jetzt werden die meisten Eier gekauft und gegessen.

Der Code auf dem Ei: 0-DE-0929751

Die erste Ziffer bestimmt die Art der Haltung:

0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung/Kleingruppenhaltung

Was genau bedeutet das? Wie viel Platz hat ein Huhn im Stall, darf es mal raus, mit was wird es gefüttert?

Käfighaltung Bodenhaltung Freilandhaltung Ökologische Haltung
Platz pro Henne im Stall 800qcm 1100qcm 1100qcm 1660qcm
eingestreuter Bereich im Stall 10% 33% 33% 33%
Zugang ins Freie nein nein ja ja
Fläche pro Henne im Freien - - 4qm 4qm
Fütterung mit biologischem, gentechnikfreiem Futter - - - ja

Aus der Tabelle wird klar: bei der Produktion von Bio-Eiern gelten die strengsten Regeln. Bei Freilandhaltung dürfen Hühner zwar auch ins Freie, haben im Stall allerdings weniger Platz und dürfen auch mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden. Hühner in Bodenhaltung haben keinen Auslauf, und werden im Stall oft in Volieren (mehrstöckige Ställe) gehalten.

Eier aus Käfighaltung, heutzutage heißt sie “Kleingruppenhaltung” findet man kaum noch im Direktverkauf – sie werden meistens schon vorher verarbeitet, z.B. in Nudeln. Mit der Verarbeitung entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung; so kann der Verbraucher nicht mehr erkennen, welche Eier verarbeitet werden.

Für gefärbte Ostereier bedeutet das: sie sind meistens nicht Bio. Denn bereits gekochte und gefärbte Eier gelten als verarbeitet, womit die Kennzeichnungspflicht entfällt. Deshalb sollte man seine Ostereier lieber selbst färben – oder gefärbte eben im Bioladen kaufen.

 

Herkunft bis zum Stall zurückverfolgbar

Die zweistellige Buchstabenfolge auf dem Ei steht für das Produktionsland. DE – wie auf dem Ei auf unserem Schaubild – steht für Deutschland.

Die drauffolgenden Ziffern bezeichnen wiederum den Betrieb näher, wobei in Deutschland zuerst das Bundesland genau angegeben wird. Unser Ei hat die Ziffer 09, kommt also aus Bayern. Die verbliebenen Ziffern geben nun genau den Betrieb der Erzeugung an, wobei die letzte Ziffer für den jeweiligen Stall steht. So kann jedes Ei exakt einem bestimmten Stall in ganz Europa zugeordnet werden.

Mehr Bio an Bayerns Schulen – so geht’s!

Gemeinschaftsverpflegung geht gesünder, leckerer und ökologisch besser. Das haben uns zahlreiche Fachleute bei einem Fachgespräch im Landtag kürzlich bestätigt. Unser Grüner Antrag „Mehr Bio an Schulen“ fordert, dass auf lange Sicht alle Kitas, allgemeinbildende Schulen sowie Horteinrichtungen und Einrichtungen in der Tagespflege mit Ganztagsangebot eine altersgerechte, abwechslungsreiche, ansprechende und gesunde Essenversorgung anbieten.

Video SchulverpflegungHier geht’s zum Video

Bio-Lebensmittel bilden die Basis einer gesunden Ernährung. Sie sind giftfrei und fördern den Umwelt- und Klimaschutz, weil im ökologischen Landbau der Boden giftfrei und umweltschonend bearbeitet wird. Faire Partnerschaften sorgen für gute Arbeitsbedingungen für Bauern und Landarbeiter. Gründe genug, auf Bio-Lebensmittel zu setzen und unseren Stufenplan zu umzusetzen! Dadurch würde auch die Bio-Landwirtschaft als Ganzes profitieren, denn auch sie braucht genügend Abnehmer und neue Märkte.

Die Ernährungspolitik der Staatsregierung läuft größtenteils ins Leere. Anstatt alle Kinder und Jugendliche im Blick zu haben, setzt Staatsminister Brunner auf einzelne Projekte, Coachings, Infobroschüren und Aktionstage. Das reicht nicht.

Unser Antrag fordert deshalb, in realisierbaren Schritten die Kita- und Schulverpflegung auf hochwertiges Essen umzustellen. In einem ersten Schritt soll an den Schulen auf Bio-Lebensmittel umgestellt werden. Das heißt:

  • Bio-Anteil in allen bayerischen Schulen mindestens 20% bis 2020 und mindestens 50% bis 2025
  • Erarbeitung von bayerischen Leitlinien für die Kita- und Schulverpflegung plus verbindliche Einführung durch Rahmenverträge
  • Anschubfinanzierung durch Bereitstellung des Differenzbetrages (konventionell zu bio) für Kommunen

Hier geht’s zu den Grünen Anträgen:

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Rezept zur Fastenzeit: Gebratene Forellenfilets in Senfsauce

Jetzt zur Fastenzeit wird wieder mehr Fisch gekocht. Dabei muss der Fisch nicht aus den völlig überfischten Weltmeeren kommen! Mein Lieblingsrezept kommt fast ausschließlich (außer Pfeffer und Zitrone) mit regionalen und saisonalen Zutaten aus – natürlich bio!

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Zutaten (für 2 Personen)

2 oder 4 Forellenfilets mit Haut (je nach Größe)
Saft von 1 Zitrone
Salz
schwarzer Pfeffer
1 EL Rapsöl oder anderes Pflanzenöl
1 EL Butter

Für die Senfsauce:
1/2 kleine Zwiebel, fein gehackt
1 EL Butter
1 EL mittelscharfer Senf
150 ml Gemüsebrühe
50 g Sahne

8 mittelgroße Kartoffeln (vorwiegend festkochend, z.B. Bettina, Jelly, Laura)

Für den Salat:
Saisonaler Salat, im Winter z.B. Portulak oder Feldsalat
Apfel-Balsamicoessig, Rapsöl, Salz, Pfeffer, etwas Honig

 

Zubereitung (ca. 45 Min)

Kartoffeln waschen, und mit der Schale im Kartoffeldämpfer oder im Topf mit Wasser aufsetzen.
Abgießen, wenn die Kartoffeln gar sind.

Für den Salat Apfel-Balsamicoessig, Rapsöl, Salz, Pfeffer und etwas Honig zu einem Dressing verrühren. Beiseite stellen.

Für die Senfsauce die Zwiebel in Butter glasig dünsten. Senf und Gemüsebrühe dazugeben und alles 3 Minuten im offenen Topf kochen lassen. Sahne untermischen und alles verquirlen.

Jetzt die Fischfilets auf beiden Seiten mit Zitronensaft beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen.

Öl und Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Die Fischfilets 4-5 Minuten auf der Hautseite braten, dann umdrehen und in 2 Minuten bei milder Hitze fertig garen.

Den Portulak oder Feldsalat waschen, mit dem Dressing vermengen und sofort servieren.

Die Fischfilets mit Senfsauce und Kartoffeln (je nach Geschmack geschält oder mit Schale) anrichten und servieren.

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Hanslmeier Milch: Der Milchmann kommt!

Gemeinsam mit Vertretern des KV Mühldorf besuchte ich kürzlich den „Milchmann“ Georg Hanslmeier auf seinem Hof. Er nutzt erfolgreich eine Nische im Milchmarkt – indem er seine Milch direkt zu seinen Kunden nach Hause liefert. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich kleine Höfe durch kreative Vermarktungswege behaupten können!

Hier ein detaillierter Bericht von Judith Bogner (Presse KV Mühldorf):

Bitte frisch und aus der Region – immer mehr Verbraucher denken beim Einkauf ihrer Nahrungsmittel auch an Klimaschutz. Ganz zu Recht. Was nützt bitte der wohlgemeinte Anspruch an Gesundheit und Umweltverträglichkeit, wenn das Frühstück erst halb um den Globus reist, bevor es im Magen landet?
Der hohe Stellenwert von regionaler Erzeugung gilt besonders für Grundnahrungsmittel, die fast täglich und frisch konsumiert werden – wie zum Beispiel Milch. In Grossbritannien wird Milch immer noch wöchentlich direkt zur Haustür geliefert Hanslmeier Milch: Der Milchmann kommt! weiterlesen

Besuch bei byodo Naturkost: Bio und Genuss unter einen Hut bringen

Gemeinsam mit grünen Mandatsträgern (unter anderem mit KV-Vorstand Rainer Stöger und Bundestags-Direktkandidat Peter Uldahl) besuchte ich ein besonderes Leuchtturmprojekt der Biobranche in Mühldorf am Inn: die Firma “byodo Naturkost” in Mühldorf. Partnerschaftliche Unternehmensführung, konsequente Nachhaltigkeit und höchste biologische Produktqualität haben mich begeistert.   Besuch bei byodo Naturkost: Bio und Genuss unter einen Hut bringen weiterlesen

18.000 gegen die Agrarindustrie

Bei meinem Besuch der Grünen Woche durfte auch die Wir-haben-es-satt-Demo natürlich nicht fehlen. 18.000, darunter viele Grüne Mitstreiter*innen, demonstrierten mit uns für die Agrarwende: für eine ökologischere Landwirtschaft, für Bauernhöfe statt Agrarfabriken, für gute Tierhaltung und fairen Handel. Die Stimmung war kämpferisch und optimistisch.
Um zur Abschlusskundgebung am Brandenburger zu gelangen, wanderten wir die beeindruckend lange Reihe der Traktoren entlang. Die Anwesenheit und der Einsatz der Bäuerinnen und Bauern bestätigte, dass es wichtig und richtig ist, hier zu sein und in einer großen Gemeinschaft unterschiedlichster Verbände und Gruppen und Menschen für eine andere, gerechtere, menschlichere und ökologischere Landwirtschaft auf die Straße zu gehen.

Daneben besuchte ich mit dem Agrarausschuss des Bayerischen Landtags die Grüne Woche und leitete die Sitzung des BAG Landwirtschaft. Hier ein paar Eindrücke:

Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen!

Jetzt red i – und zwar gestern Abend live im Bayerischen Fernsehen! Mit Gerhard Stadler vom Bauernverband und dem fachkundigen Publikum diskutierte ich in Rottenburg a.d. Laaber über Schweinehaltung. Deren Folgen sind gerade hier in der Region brisant, kommen im benachbarten Hohentann auf 4.000 Einwohner doch gut und gerne 68.000 Mastsäue, die Region gilt umgangssprachlich auch als „Speckgürtel“ Niederbayerns.

Das Thema geht mir besonders ans Herz, da ich als Bäuerin die Zwickmühle kenne, in der sich viele Betriebe befinden. Auch ich hatte eine Zeit lang Bio-Schweine und weiß, dass das Geschäft nicht einfach und die Konkurrenz groß ist. Nichtsdestotrotz muss es einen Wandel geben – zum Wohle aller. Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen! weiterlesen

Regionalität in der Landwirtschaft braucht regionale Verarbeitungsbetriebe

Die Probleme bei der Betäubung von Schweinen im Chiemgauer Landschlachthaus in Trostberg traten bis jetzt nur bei Bio-Schweinen auf; es wird vermutet, dass sie deshalb wirklich in deren Konstitution begründet ist: Bioschweine sind vitaler und noch dazu oft schwerer als ihre konventionellen Artgenossen. Wichtig ist: kein Tier – ob bio oder nicht – musste leiden, weil im Zweifel sofort nachbetäubt wurde.  Regionalität in der Landwirtschaft braucht regionale Verarbeitungsbetriebe weiterlesen