Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung

Pidinger Molkerei verbietet Glyphosat

Wenn man will, dann geht es eben doch: die Pidinger Molkerei hat für ihre Genossenschaftsmitglieder einstimmig ein Glyphosatverbot beschlossen. Während die Bundesregierung durch ihre Enthaltung im EU-Ausschuss ein Ende von Glyphosat weiter verzögert hat, ist die Wirtschaft mal wieder schneller – und näher am Verbraucher dran, der einfach keine Ackergift-Rückstände in seinem Essen haben will.

Nach einem Aufsichtsratsbeschluss ist in der Genossenschaft mit sofortiger Wirkung  die Anwendung jeglicher Totalherbizide in der Grünland- und Ackerbaubehandlung verboten. Das Verbot gilt für alle 1.800 Genossenschaftsmitglieder, deren Milch in Piding verarbeitet wird. Geschäftsführer Bernhard Pointner hat Recht, wenn er sagt: „Es gibt in unserem Milcheinzugsgebiet keine Notwendigkeit, ein Totalherbizid einzusetzen, dessen wissenschaftliche Bewertung hinsichtlich Auswirkungen auf Mensch und Umwelt kontrovers ist.“

BDM-Kundgebung mit Milchpulver

Milchpulver-Wolken vor der Staatskanzlei! Unter dem Motto „Marktverantwortung statt Pulver-Irrsinn“ demonstrierte der Bund Deutscher Milchviehhalter mit Hunderten Milchbauern in München. In meiner Rede machte ich klar: Kriseninterventionen können keine Dauerinstrumente werden. Deshalb bin ich für eine Mengenbegrenzung auf dem Milchmarkt, denn brauchen keine Massen-, sondern eine Qualitätsproduktion. Dann können die Wertschätzung der Arbeit und des Lebensmittels auch im Preis ihren Niederschlag finden. Denn Landwirte brauchen dauerhaft gute Erzeugerpreise!

Regional ist nicht gleich Bio: “Geprüfte Qualität Bayern” ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun!

Der Münchner Stadtrat hat ein neues Konzept beschlossen, nach dem ökologisch erzeugte Lebensmittel bei öffentlichen Veranstaltungen gefördert werden soll. Was sich zunächst gut anhört, ist für Bio-Lebensmittel eindeutig ein Rückschritt: denn mit dem Konzept erhalten auch regionale Lebensmittel fast so viele Punkte wie Bio-Produkte. Das bedeutet, dass beispielsweise  zukünftig Produkte aus Massentierhaltung Pluspunkte erhalten können, solange sie regional produziert sind. In der Realität wird damit der Bio-Anteil bei Festen gesenkt werden.

Nur die Grünen haben im Stadtrat gegen dieses Konzept gestimmt. Regional ist nicht gleich Bio: “Geprüfte Qualität Bayern” ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun! weiterlesen

Schlachthof Passau hat Zeichen der Zeit erkannt

Ich freue mich, dass der Schlachthof Passau die Zeichen der Zeit erkannt hat. Mit seiner Zulassung für die Schlachtung von biologisch gehaltenen Nutztieren ist er jetzt eine weitere Anlaufstelle für unsere Ökobauern. Dass er mit der zusätzlichen Einführung einer durchgängigen Videokontrolle die artgerechte Behandlung der Tiere überwacht und sicherstellt, ist ein weiterer begrüßenswerter Schritt. Der Umbau unserer Landwirtschaft schreitet langsam, aber sicher voran.

Mehr Bio in staatlichen Kantinen? Nicht in Bayern!

Mehr Bio in staatlichen Kantinen, bei Empfängen und Festakten: Was in anderen Ländern gang und gebe ist, wird in Bayern von der CSU-Fraktion blockiert. Die Leitlinien über Bio und Regio in Kantinen werden von staatlicher Seite nahezu komplett ignoriert. Dabei ist auch der Staat Verbraucher und muss seine Verantwortung wahrnehmen. Die CSU führt ihre eigenen Programme zur Förderung bayerischer Bioprodukte ad absurdum. Mehr Bio in staatlichen Kantinen? Nicht in Bayern! weiterlesen

„Wenn schon Metzger, dann in Herrmannsdorf“

Im Zuge der Berufsbildungstour der Bündnisgrünen Landtagsfraktion besuchte ich gemeinsam mit unserem bildungspolitischen Sprecher Thomas Gehring die Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Hier stehen vor allem traditionelle Berufe zur Verarbeitung von Lebensmitteln im Vordergrund. Hier kann man neben Metzger und Bäcker noch sechs weitere Ausbildungen absolvieren. Für den Familienbetrieb stehen Handwerkskunst und Ökologie im Mittelpunkt. Das Leben und Arbeiten im Einklang mit der Natur soll an die jüngere Generation bei der Produktion von hochwertigen Bio-Lebensmitteln weitergegeben werden. Außerdem können die Lehrlinge hier sogar in Wohneinheiten direkt am Betrieb leben.

Trotz der guten Strukturen sucht Metzgermeister Jürgen Körber jedes Jahr aufs Neue nach Auszubildenden. „Wenn wir jetzt nichts tun, sehe ich schwarz für unseren Beruf“, sagt er. Denn das Metzgerhandwerk sei nicht sehr beliebt beim Nachwuchs. Auch das Bäckerhandwerk hat es nicht leicht. Die frühen Arbeitszeiten schrecken viele potentielle Kandidaten ab.

Mein Fazit: Hier in Herrmannsdorf sieht man ganz besonders, dass die handwerkliche Qualität bei der Produktion von Lebensmitteln im Zentrum stehen muss. Denn die Ausbildung zum verantwortungsbewussten Umgang mit Nahrungsmitteln und die räumliche Verbindung von Herstellung und Weiterverarbeitung schafft Nachhaltigkeit. Deshalb erntet das Credo der Auszubildenden meine ganz besondere Zustimmung: „Eigentlich sollten Lebensmittel unser Statussymbol sein und nicht Autos!“

 

Die Tour der Grünen Landtagsfraktion durch ganz Bayern stellt die berufliche Bildung in den Mittelpunkt und führt zu unterschiedlichen Orten in ganz Bayern. Zentrale Themen hierbei sind vor allem die Gleichwertigkeit der Ausbildungen, der Fachkräftemangel, Digitalisierung und die Einbindung von Geflüchteten. Hier wollen die Grünen genauer hinschauen. Wir wollen wissen, mit welchen Herausforderungen die Betriebe vor Ort konfrontiert sind und wie die Politik unterstützend wirken kann.

 

 

„Mach was Gscheits!“

Im Zuge der Berufsbildungstour der Bündnisgrünen Landtagsfraktion besuchte ich gemeinsam mit unserem bildungspolitischen Sprecher Thomas Gehring auch das Berufsbildungswerk Stiftung St. Zeno im Landkreis Ebersberg. Das Zentrum ist offen für junge Menschen mit lern- und psychischen Behinderungen, die eine Berufsausbildung nur mit der Unterstützung des Berufsbildungswerkes erfolgreich bestehen können. Bernd Zimmer, Leiter des Bildungswerkes, lag besonders die Wettbewerbsfähigkeit in Ausschreibungen für einen Bildungsauftrag und der Bau einer Berufsschule im Landkreis Ebersberg am Herzen. „Die Ausbildungssituation hat sich in den letzten Jahren gewaltig verändert. Heute suchen viele Firmen händeringend nach Nachwuchs“, erklärte er. Im Anschluss besichtigten wir die Bäckerei, wo stolze Lehrlinge ihre Backwaren präsentierten, die Metallwerkstatt und die Gärtnerei.

Besonders beeindruckte uns die erfolgreiche Verzahnung des Berufsbildungswerkes mit anderen Bildungseinrichtungen und die enge Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben. Für mich hat sich hier wieder einmal bestätigt: Berufliche Bildung ist was Gscheits!

Tag der Milch: Jetzt Initiative für eine Bayerische Weidemilch ergreifen!

In einem Antrag fordern wir Grüne die Staatsregierung auf, zusammen mit den bayerischen Molkereien, den Milchbauern und -bäuerinnen und dem Einzelhandel eine Initiative “Pro Weidemilch” zu starten. Damit soll die Weidehaltung von Milchkühen in Bayern gestärkt werden, die positiven Wirkungen der Beweidung auf Umwelt, Tiergesundheit und Tierwohl unterstützt und die Wertschöpfung für Bauern und BäuerInnen erhöht werden.

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Freiland oder Bio?

Was unterscheidet Bio-Eier von Freilandeiern? Was bedeutet Bodenhaltung? Was sagt mir der Code auf dem Ei? Diese Fragen stellen sich viele ganz besonders kurz vor Ostern; denn jetzt werden die meisten Eier gekauft und gegessen.

Der Code auf dem Ei: 0-DE-0929751

Die erste Ziffer bestimmt die Art der Haltung:

0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung/Kleingruppenhaltung

Was genau bedeutet das? Wie viel Platz hat ein Huhn im Stall, darf es mal raus, mit was wird es gefüttert?

Käfighaltung Bodenhaltung Freilandhaltung Ökologische Haltung
Platz pro Henne im Stall 800qcm 1100qcm 1100qcm 1660qcm
eingestreuter Bereich im Stall 10% 33% 33% 33%
Zugang ins Freie nein nein ja ja
Fläche pro Henne im Freien - - 4qm 4qm
Fütterung mit biologischem, gentechnikfreiem Futter - - - ja

Aus der Tabelle wird klar: bei der Produktion von Bio-Eiern gelten die strengsten Regeln. Bei Freilandhaltung dürfen Hühner zwar auch ins Freie, haben im Stall allerdings weniger Platz und dürfen auch mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden. Hühner in Bodenhaltung haben keinen Auslauf, und werden im Stall oft in Volieren (mehrstöckige Ställe) gehalten.

Eier aus Käfighaltung, heutzutage heißt sie “Kleingruppenhaltung” findet man kaum noch im Direktverkauf – sie werden meistens schon vorher verarbeitet, z.B. in Nudeln. Mit der Verarbeitung entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung; so kann der Verbraucher nicht mehr erkennen, welche Eier verarbeitet werden.

Für gefärbte Ostereier bedeutet das: sie sind meistens nicht Bio. Denn bereits gekochte und gefärbte Eier gelten als verarbeitet, womit die Kennzeichnungspflicht entfällt. Deshalb sollte man seine Ostereier lieber selbst färben – oder gefärbte eben im Bioladen kaufen.

 

Herkunft bis zum Stall zurückverfolgbar

Die zweistellige Buchstabenfolge auf dem Ei steht für das Produktionsland. DE – wie auf dem Ei auf unserem Schaubild – steht für Deutschland.

Die drauffolgenden Ziffern bezeichnen wiederum den Betrieb näher, wobei in Deutschland zuerst das Bundesland genau angegeben wird. Unser Ei hat die Ziffer 09, kommt also aus Bayern. Die verbliebenen Ziffern geben nun genau den Betrieb der Erzeugung an, wobei die letzte Ziffer für den jeweiligen Stall steht. So kann jedes Ei exakt einem bestimmten Stall in ganz Europa zugeordnet werden.