Ökolandbau

Bio boomt, aber viele Stellschrauben bleiben ungenutzt

Bio boomt, aber viel zu viele Stellschrauben bleiben ungenutzt für einen wirklichen Umbau der Landwirtschaft. Wenn man den Ökolandbau in Bayern bis 2020 verdoppeln will, muss der ökologische Landbau professionell unterstützt werden. Ich freue mich, dass auch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt endlich eingesehen hat, dass die Nachfrage größer ist als das heimische Angebot. Aber um Bio wirklich vorwärts zu bringen, muss mehr passieren als “eine Erleichterung der Möglichkeiten der Umstellung und eine zielgerichtete Unterstützung dieser Umstellung”, wie Schmidt zur Eröffnung der BIOFACH ankündigte.

Wir Grünen fordern daher die maximal mögliche Umschichtung von 15 Prozent der Hektarprämien für Agrarumweltmaßnahmen und den Ökolandbau. Wir müssen die Agrarförderung dringend umstrukturieren und hin zum Prinzip öffentliches Geld für öffentliche Leistungen entwickeln. Es muss an allen Stellschrauben justiert werden – für einen wirklichen Umbau der Landwirtschaft: Denn der Biomarkt ist schon lange keine Nische mehr, sondern ein langfristiger und stabiler Trend.

Besuch bei byodo Naturkost: Bio und Genuss unter einen Hut bringen

Gemeinsam mit grünen Mandatsträgern (unter anderem mit KV-Vorstand Rainer Stöger und Bundestags-Direktkandidat Peter Uldahl) besuchte ich ein besonderes Leuchtturmprojekt der Biobranche in Mühldorf am Inn: die Firma “byodo Naturkost” in Mühldorf. Partnerschaftliche Unternehmensführung, konsequente Nachhaltigkeit und höchste biologische Produktqualität haben mich begeistert.   Besuch bei byodo Naturkost: Bio und Genuss unter einen Hut bringen weiterlesen

18.000 gegen die Agrarindustrie

Bei meinem Besuch der Grünen Woche durfte auch die Wir-haben-es-satt-Demo natürlich nicht fehlen. 18.000, darunter viele Grüne Mitstreiter*innen, demonstrierten mit uns für die Agrarwende: für eine ökologischere Landwirtschaft, für Bauernhöfe statt Agrarfabriken, für gute Tierhaltung und fairen Handel. Die Stimmung war kämpferisch und optimistisch.
Um zur Abschlusskundgebung am Brandenburger zu gelangen, wanderten wir die beeindruckend lange Reihe der Traktoren entlang. Die Anwesenheit und der Einsatz der Bäuerinnen und Bauern bestätigte, dass es wichtig und richtig ist, hier zu sein und in einer großen Gemeinschaft unterschiedlichster Verbände und Gruppen und Menschen für eine andere, gerechtere, menschlichere und ökologischere Landwirtschaft auf die Straße zu gehen.

Daneben besuchte ich mit dem Agrarausschuss des Bayerischen Landtags die Grüne Woche und leitete die Sitzung des BAG Landwirtschaft. Hier ein paar Eindrücke:

Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen!

Jetzt red i – und zwar gestern Abend live im Bayerischen Fernsehen! Mit Gerhard Stadler vom Bauernverband und dem fachkundigen Publikum diskutierte ich in Rottenburg a.d. Laaber über Schweinehaltung. Deren Folgen sind gerade hier in der Region brisant, kommen im benachbarten Hohentann auf 4.000 Einwohner doch gut und gerne 68.000 Mastsäue, die Region gilt umgangssprachlich auch als „Speckgürtel“ Niederbayerns.

Das Thema geht mir besonders ans Herz, da ich als Bäuerin die Zwickmühle kenne, in der sich viele Betriebe befinden. Auch ich hatte eine Zeit lang Bio-Schweine und weiß, dass das Geschäft nicht einfach und die Konkurrenz groß ist. Nichtsdestotrotz muss es einen Wandel geben – zum Wohle aller. Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen! weiterlesen

BioRegio 2020: Anstrengungen verdoppeln!

Auf unsere Initiative hin gab das Agrarministerium heute im Agrarausschuss einen Zwischenbericht zu BioRegio 202. Es wurde deutlich: Wir müssen die Anstrengungen verdoppeln, wenn wir bis 2020 13.000 Biobauern in Bayern haben wollen! Trotz einiger Aktivitäten im Agrarministerium wurde bei der Bezugsgröße ‚Fläche‘ nach der Hälfte der Zeit gerade mal eine Steigerung von 32 Prozent erreicht – Grund sind die Fehlentwicklungen der vergangenen Jahre. BioRegio 2020: Anstrengungen verdoppeln! weiterlesen

Milch und Wein bei der Agrartour im Allgäu

Die Agrartour geht weiter! Endlich machten wir auch im Allgäu Station. Zunächst besuchte ich mit meinen Landtagskollegen Ulli Leiner und Thomas Gehring die Sennerei Gunzesried – vor Jahren noch belächelt, heute höchst innovativ: 12 Bauern erzeugen pro Jahr ca. 1,3 Millionen kg Heumilch, die komplett verkäst wird und regional vermarktet wird. Die Sennerei, übrigens eine Genossenschaft, läuft so gut, dass vor einem Jahr eine komplett neue Sennküche mit regenerativen Energie aus der Molkenverwertung gebaut werden konnte. Ein vorbildlicher Betrieb!

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Agrarbericht 2016: exportorientierte Agrarpolitik ist gescheitert

Die Gewinne der landwirtschaftlichen Betriebe brechen um 19 Prozent ein, die Abhängigkeit vom Steuertopf wird immer größer – so berichtet der Agrarbericht, den Agrarminister Brunner diese Woche im Agrarausschuss vorstellte. Das aktuell relativ geringe Höfesterben – pro Jahr geben nur 1,1% der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern auf – kann bei diesen Zahlen nur die Ruhe vor einem großen Sturm sein,  darüber waren sich alle im Agrarausschuss einig.

Dass besonders der bayerische Durchschnittsbetrieb mit 20 – 50 Hektar auch zukünftig schwer zu kämpfen haben wird, deutet sich jetzt schon an: 4% haben in den letzten zwei Jahren aufgegeben, während die Betriebe über 100 Hektar innerhalb von zwei Jahren um 11% zugenommen haben. Wenn sich die Marktlage weiter verschlechtert, wird ein großer Teil der Betriebe aufgeben müssen, vor allem Milchbetriebe.

Fakt ist also: die kleinteilige bayerische Landwirtschaft kann über die Produkte selbst immer weniger erlösen. Sie ist abhängig von Steuergeldern und kann trotzdem mit den erzielten Weltmarktpreisen nicht rentabel arbeiten, denn diese sind weit entfernt von gerechten Erzeugerpreisen und decken in vielen Fällen nicht einmal die Gestehungskosten.  Agrarbericht 2016: exportorientierte Agrarpolitik ist gescheitert weiterlesen

Streuobst, Brot und Wein – Unterfranken schmeckt!

Fränkischer Wein, sortenreiner Streuobstsaft und frisches, regionales Brot: Unterfranken schmeckt! Im Rahmen einer Informationsfahrt durch Unterfranken erlebte ich die “Letzte Fuhre”, ein traditionelles Weinfest in der wunderschönen Altstadt von Iphofen, besuchte die Würzburger Streuobstwiesen und das Projekt “Grundwasserbäcker” in Volkach. Streuobst, Brot und Wein – Unterfranken schmeckt! weiterlesen

Staatliches Bio-Bier: Biowende bei Hofbräu und Weihenstephan

Per Landtags-Antrag haben wir die Staatsregierung dazu aufgefordert, beim staatlichen Hofbräuhaus und der Staatsbrauerei Weihenstephan die Herstellung von Biobiersorten unter der Verwendung bayerischer Rohstoffe zu veranlassen. Bei den staatlichen Brauereien in Bayern gibt es nämlich kein Biobier –  obwohl der Ministerpräsident in seiner Regierungserklärung am 2013 verkündet hat, dass sich die Ökoprodukte in Bayern bis 2020 verdoppeln werden. Wir fordern deshalb, dass bis spätestens 2018 Bio-Bier von Hofbräu und Weihenstephan in den Handel kommen soll.  Staatliches Bio-Bier: Biowende bei Hofbräu und Weihenstephan weiterlesen

Klimaschutzplan: kein Handlungsbedarf bei der Landwirtschaft?

Nach der Begeisterung für das Klimaschutzabkommen in Paris zeigt sich nun in der Realpolitik Ernüchterung. Der Klimaschutzplan 2050 der Bundesumweltministerin, der die Ziele von Paris umsetzen soll, verwandelt sich immer mehr zum Desaster. Ein gutes Beispiel dafür ist die Landwirtschaftspolitik. Zusammen mit der Bodenbewirtschaftung ist sie für einen zweistelligen Beitrag beim Ausstoß an Klimagasen verantwortlich. Diese Werte stagnieren seit mehreren Jahren bzw. steigen sogar leicht an. Es gibt also genügend Anlass auch bei der Landwirtschaft, die von der Klimaüberhitzung unmittelbar betroffen ist, über Strategien zur Reduktion von Klimagasen nachzudenken.  Klimaschutzplan: kein Handlungsbedarf bei der Landwirtschaft? weiterlesen