Tiere

Tag der Milch: Jetzt Initiative für eine Bayerische Weidemilch ergreifen!

In einem Antrag fordern wir Grüne die Staatsregierung auf, zusammen mit den bayerischen Molkereien, den Milchbauern und -bäuerinnen und dem Einzelhandel eine Initiative “Pro Weidemilch” zu starten. Damit soll die Weidehaltung von Milchkühen in Bayern gestärkt werden, die positiven Wirkungen der Beweidung auf Umwelt, Tiergesundheit und Tierwohl unterstützt und die Wertschöpfung für Bauern und BäuerInnen erhöht werden.

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Gesunde Felder für gesunde Bienen!

Im gestrigen Agrarausschuss berichtete des Landwirtschaftsministerium zum Thema “Entwicklung der Bienenvölker beobachten“. Mein Fazit aus diesem Bericht: Blühende Wiesen und Felder bilden die Nahrungsgrundlage für die Bienenvölker. Wir müssen sie frei von Ackergiften halten – denn es gibt einen Zusammenhang zwischen Ackergiften wie Glyphosat und sterbenden Bienenvölkern, die durch den Futtermangel anfällig für die Varroamilbe werden. Und deren Befall hat zugenommen, wie auch das Ministerium bestätigt hat. Glyphosat hat schädliche Auswirkungen auf Mensch und Tier und darf auf den Feldern nicht mehr zugelassen werden.

Wir Grüne fordern deshalb, die Menge an eingesetzten Pflanzengiften deutlich zu reduzieren und ökologische Vorrangflächen grundsätzlich davon frei zu halten. Wir brauchen ein Pflanzengift-Minimierungsprogramm für Bayern und eine stärkere Förderung artenreicher Wiesen und Äcker, um das Überleben der Bienen zu gewährleisten.

Freiland oder Bio?

Was unterscheidet Bio-Eier von Freilandeiern? Was bedeutet Bodenhaltung? Was sagt mir der Code auf dem Ei? Diese Fragen stellen sich viele ganz besonders kurz vor Ostern; denn jetzt werden die meisten Eier gekauft und gegessen.

Der Code auf dem Ei: 0-DE-0929751

Die erste Ziffer bestimmt die Art der Haltung:

0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung/Kleingruppenhaltung

Was genau bedeutet das? Wie viel Platz hat ein Huhn im Stall, darf es mal raus, mit was wird es gefüttert?

Käfighaltung Bodenhaltung Freilandhaltung Ökologische Haltung
Platz pro Henne im Stall 800qcm 1100qcm 1100qcm 1660qcm
eingestreuter Bereich im Stall 10% 33% 33% 33%
Zugang ins Freie nein nein ja ja
Fläche pro Henne im Freien - - 4qm 4qm
Fütterung mit biologischem, gentechnikfreiem Futter - - - ja

Aus der Tabelle wird klar: bei der Produktion von Bio-Eiern gelten die strengsten Regeln. Bei Freilandhaltung dürfen Hühner zwar auch ins Freie, haben im Stall allerdings weniger Platz und dürfen auch mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert werden. Hühner in Bodenhaltung haben keinen Auslauf, und werden im Stall oft in Volieren (mehrstöckige Ställe) gehalten.

Eier aus Käfighaltung, heutzutage heißt sie “Kleingruppenhaltung” findet man kaum noch im Direktverkauf – sie werden meistens schon vorher verarbeitet, z.B. in Nudeln. Mit der Verarbeitung entfällt die Pflicht zur Kennzeichnung; so kann der Verbraucher nicht mehr erkennen, welche Eier verarbeitet werden.

Für gefärbte Ostereier bedeutet das: sie sind meistens nicht Bio. Denn bereits gekochte und gefärbte Eier gelten als verarbeitet, womit die Kennzeichnungspflicht entfällt. Deshalb sollte man seine Ostereier lieber selbst färben – oder gefärbte eben im Bioladen kaufen.

 

Herkunft bis zum Stall zurückverfolgbar

Die zweistellige Buchstabenfolge auf dem Ei steht für das Produktionsland. DE – wie auf dem Ei auf unserem Schaubild – steht für Deutschland.

Die drauffolgenden Ziffern bezeichnen wiederum den Betrieb näher, wobei in Deutschland zuerst das Bundesland genau angegeben wird. Unser Ei hat die Ziffer 09, kommt also aus Bayern. Die verbliebenen Ziffern geben nun genau den Betrieb der Erzeugung an, wobei die letzte Ziffer für den jeweiligen Stall steht. So kann jedes Ei exakt einem bestimmten Stall in ganz Europa zugeordnet werden.

Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen!

Jetzt red i – und zwar gestern Abend live im Bayerischen Fernsehen! Mit Gerhard Stadler vom Bauernverband und dem fachkundigen Publikum diskutierte ich in Rottenburg a.d. Laaber über Schweinehaltung. Deren Folgen sind gerade hier in der Region brisant, kommen im benachbarten Hohentann auf 4.000 Einwohner doch gut und gerne 68.000 Mastsäue, die Region gilt umgangssprachlich auch als „Speckgürtel“ Niederbayerns.

Das Thema geht mir besonders ans Herz, da ich als Bäuerin die Zwickmühle kenne, in der sich viele Betriebe befinden. Auch ich hatte eine Zeit lang Bio-Schweine und weiß, dass das Geschäft nicht einfach und die Konkurrenz groß ist. Nichtsdestotrotz muss es einen Wandel geben – zum Wohle aller. Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen! weiterlesen

Regionalität in der Landwirtschaft braucht regionale Verarbeitungsbetriebe

Die Probleme bei der Betäubung von Schweinen im Chiemgauer Landschlachthaus in Trostberg traten bis jetzt nur bei Bio-Schweinen auf; es wird vermutet, dass sie deshalb wirklich in deren Konstitution begründet ist: Bioschweine sind vitaler und noch dazu oft schwerer als ihre konventionellen Artgenossen. Wichtig ist: kein Tier – ob bio oder nicht – musste leiden, weil im Zweifel sofort nachbetäubt wurde.  Regionalität in der Landwirtschaft braucht regionale Verarbeitungsbetriebe weiterlesen

Vogelgrippe: Sind wirklich nur die Zugvögel schuld?

Im Zusammenhang mit dem deutschlandweiten Ausbruch des Vogelgrippe-Virus H5N8 fordern wir Grüne bessere Prävention und Erforschung der Infektionswege insbesondere bei geschlossenen Geflügelzuchtanlagen:

Die Pflicht zur Aufstallung in den betroffenen Gebieten ist als Vorsichtsmaßnahme sicher richtig. Allerdings muss dabei immer bedacht werden, dass Hühner in Stallhaltung viel anfälliger sind, der Infektionsdruck ist deutlich höher als bei freilaufenden Hühnern. Diese sind sowohl nach Rasse als auch aufgrund der Haltung meist widerstandsfähiger.

Allgemein müssen wir deshalb vor allem dort, wo abgeschlossene Geflügelzuchtanlagen von dem Virus betroffen sind, deutlich stärkeres Augenmerk auf die lnfektionswege legen. Möglicherweise gibt es doch Zusammenhänge zwischen der Ausbreitung der Vogelgrippe und dem System der Geflügelhaltung mit seinen bisweilen unklaren Waren- und Materialströmen. Viele Untersuchungen deuten darauf hin, dass hier Infektionsursachen zu suchen sind.

Angesichts der immer wieder auftretenden Fälle in angeblich hermetisch abgeriegelten Mastbetrieben halte ich es für unangemessen, sich bei der Erforschung der Übertragung so sehr auf Zugvögel als Langstrecken-Überträger von Vogelgrippe-Viren zu fixieren. Es muss deutlich intensiver an der Erforschung weiterer möglicher Übertragungswege gearbeitet werden.“

Hintergrund:
Tierschutzverbände, unabhängige Wissenschaftler und Freilandhalter fordern schon lange ein Überdenken der allgemeinen Stallpflicht bei Vogelgrippe-Fällen, intensivere Kontrollen in der industriellen Geflügelproduktion, eine Förderung der nachhaltigen, seuchenhygienisch und ökologisch verträglichen Geflügelhaltungen, mehr Transparenz bei der Arbeit des Friedrich-Loeffler-Instituts als nationalem Referenzlabor für Aviäre Influenza, eine vorbehaltlose Forschung zu allen möglichen Ausbreitungswegen der Vogelgrippe und eine engmaschige Überprüfung potenzieller Ausbreitungswege von Krankheitskeimen im Geflügelhandel.

Rinderzuchtverband auf neuen Wegen

Als Ehrengast war ich bei der Tierschau anlässlich des 120-jährigen Jubiläums des Rinderzuchtverbands in Traunstein eingeladen.
Beim Bambini Wettbewerb zeigte der Züchternachwuchs stolz, was sie können – nur so manches Kalb gebärdete sich störrischer als ein Esel!
Inzwischen gibt es auch einige Züchterinnen; auch in dieser Männerdomäne fassen die Frauen also langsam Fuß. Überhaupt begibt sich auch der Zuchtverband auf neue Wege. Im Vorwort der Festschrift heißt es: “Der hohe Standard, den das Fleckvieh in den sekundären Zuchtmerkmalen erreicht hat, wird nicht einem bedingungslosen Wettrennen nach höherer Milchleistung geopfert.” Die Züchtungsmerkmale Fruchtbarkeit und Lebensleistung werden auch hier immer wichtiger.

80% Importhonig

Unser Honig in Deutschland ist zu 80% Importhonig – das erfuhr ich bei meinem Besuch in der Imkerschule am Agrarbildungszentrum in Landsberg von Arno Bruder, Fachberater für Imkerei des Bezirks Oberbayern , und Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs und Erwerbs Imker Bund e. V. (DBIB e.V.). Bei einer Führung durch das alte Bienenhaus von 1904, die Obstanger und die 2004/05 erbaute Imkerschule erfuhr ich viel Wissenswertes über Beuten, Bienenfütterung, die Bekämpfung der Varroa-Milbe, und die Aufgaben der Imkerschule, die nicht nur Imker ausbildet, sondern auch in Kindergärten und im Ferienprogramm aktiv ist.  80% Importhonig weiterlesen

Schwandorfer Hähnchenmastanlage: CSU-Staatsregierung machtlos

Obwohl sie im krassen Gegensatz zum „Leitbild der bayerischen Agrarpolitik des bäuerlichen Familienbetriebs“ steht, kann die Staatsregierung offenbar nichts gegen die geplante Haltung von 300.000 Masthühnern bei Schwandorf tun. Dies geht aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf meine Anfrage hervor.

Dabei ist eine Tiermastanlage solcher Dimensionen nicht nur aus ethischen und Tierschutzgründen abzulehnen: Es stehen auch gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung durch Emissionen von Ammoniak, Staub und Bakterien und die Zerstörung des Schwandorfer Naherholungsgebiet zu befürchten.  Schwandorfer Hähnchenmastanlage: CSU-Staatsregierung machtlos weiterlesen

Keine ganzjährige Anbindehaltung von Rindern!

Die am Freitag im Bundesrat beschlossene Resolution zum Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung von Rindern unterstütze ich, weil das aus Tierschutzgründen der richtige Weg ist. Verboten wird nur die ganzjährige Anbindehaltung und dies mit einer langen Übergangsfrist. Die Landwirte haben bis 2028 Zeit, ihre Ställe entsprechend umzurüsten.  Keine ganzjährige Anbindehaltung von Rindern! weiterlesen