Landtagsabgeordnete Gisela Sengl beim Besuch der Gemeinde Ruhpolding (links Bürgermeister Klaus Pichler, rechts Kreissprecher Josef Hohlweger)

Für bäuerliche Landwirtschaft und Tourismus

Gisela Sengl von den Grünen diskutierte in Reit im Winkl

Mit freundlicher Genehmigung von Sepp Hauser

Reit im Winkl – Wie können wir unsere Heimat lebenswert erhalten? Mit dieser Frage beschäftigte sich MdL Gisela Sengl von den Grünen in der Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Grüne Heimat – sanfter Tourismus“ im Wirtshaus Zum Eichhof. „Ökologisch-sanfter Qualitätstourismus ist der Weg in die Zukunft“, so lautete eine Kernaussage der agrarpolitischen Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag.

Seen, Berge und Wälder seien die Markenzeichen für Bayern. „Großer Wert muss im Tourismus darauf gelegt werden, die unberührte Natur zu erhalten und sie zu pflegen“, so Sengl. Bei den Wünschen der Urlauber zeige der nach dem Wandern deutlich nach oben. Sehr wichtig sei es, fundierte Fachkräfte im Gastgewerbe auszubilden. Auch gelte es, dort viele regionale Produkte anzubieten.

Vor der Veranstaltung in Reit im Winkl besuchte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl die Bioathlon-Arena in Ruhpolding; hier im Gespräch mit Stadion-leiter Engelbert Schweiger (2.v.l.)
Vor der Veranstaltung in Reit im Winkl besuchte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl die Bioathlon-Arena in Ruhpolding; hier im Gespräch mit Stadion-leiter Engelbert Schweiger (2.v.l.)

In der Landwirtschaft setze sie sich dafür ein, dass der Anteil des Biolandbaus in Bayern deutlich steigt. Sie betreibe in Sondermoning selbst einen Bauernhof und einen Bioladen. Kritik übte sie an der in Bayern geplanten Lockerung des Anbindegebots, was ihrer Meinung nach die Versiegelung der Böden weiter beschleunigen würde.

In der Diskussion bezeichnete es Franz Mühlberger junior, selber Landwirt, als bedenklich, dass Reit im Winkl nun seit 35 Jahren der Ort mit den wenigsten Kühen im Landkreis Traunstein sei. Und die Zahl der Milchlieferanten hier sei von 59 Anfang der 60er-Jahre auf nunmehr sechs zurückgegangen. Mit ein Grund hierfür seien auch die vielen bürokratischen Hindernisse in verschiedenen Genehmigungsverfahren. Dies gelte auch für andere Gebiete wie für die Errichtung neuer touristischer Einrichtungen, wo beispielsweise in Tirol alles viel schneller ginge.

Die Wichtigkeit der Bauern für die Pflege der Flächen stellte Karl Heinz Schlechter heraus. Im Tourismus sei eine überregionale Zusammenarbeit besonders wichtig. Bei der Tourismusförderung stellte er Südtirol als besonders vorbildlich heraus, ebenso die derzeitige verstärkte Bewerbung der Almen im Salzburger Land.

„Wir müssen überlegen, wo unsere Stärken sind“, sagte Sepp Hohlweger aus Ruhpolding, der Sprecher der Grünen im Kreisvorstand. Eine davon sei eine noch funktionierende Landwirtschaft. Und es gebe eine Gastronomie, die Produkte von den heimischen Bauern anbiete. Wichtig sei eine gute Zusammenarbeit von Gastronomie, Tourismus und Landwirtschaft.

Dem schloss sich auch Gisela Sengl an. „Es gilt, sich noch stärker für den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft einsetzen, der wir unsere wunderbare Kulturlandschaft verdanken“, sagte sie. Nur so sei das schöne Voralpenland als boomende Tourismusregion und lebenswerte Heimat seiner Bewohner attraktiv zu erhalten. Die Idee der Bergsteigerdörfer zeige unter anderem den Erfolg dieser Philosophie. Ihr Appell an alle lautete: „Wir müssen uns da gemeinsam auf den Weg machen.“

sh

 

Bildbeschreibung:

Engagiert setzte sich Gisela Sengl im Wirtshaus Zum Eichhof für den Erhalt der Heimat und für einen sanften Tourismus ein. (Foto: Sepp Hauser)

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