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Gesundes Essen, gesunde Lebensmittel – regional & bio

Letzte Woche lud der Kreisverband Ansbach zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung “Bio sucht Bauer – alle wollen Bio, aber wer baut’s an?“ in Weidenbach ein.

Die Nachfrage nach Biolebensmitteln steigt ständig. Es handelt sich keineswegs um Exoten, die zwangsweise importiert werden müssten, sondern um ganz normale Lebensmittel wie Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten oder Milch. Die Frage ist nur: wer baut diese gesunden Lebensmittel an? Die heimische Produktion kann die Nachfrage nach Bioprodukten aktuell bei weitem nicht befriedigen. Biokartoffeln werden aus den Niederlanden oder als Frühkartoffeln aus Ägypten importiert, Biomilch aus Österreich. Die Verbraucher würden sehr viel lieber bayerische Produkte kaufen – der Markt ist vorhanden, die Chance müsste nur ergriffen werden.

Am Nachmittag besuchte ich gemeinsam mit meinem Kollegen Martin Stümpfig und VertreterInnen des Kreisverbandes und der Kreistagsfraktion den Biohofladen der Familie Krömmüller in Wieseth. Hier haben wir uns im Rahmen einer Hofbesichtigung mit den Landwirtsfamilie Krömmüller über die Herausforderungen bei der Erzeugung und Direktvermarktung von Biolebensmitteln informiert. Die Familie Krömmüller bewirtschaftet den Hof schon in zweiter Generation (seit 1980) nach den ökologischen Bedingungen, was vor allem den konsequenten Verzicht von Pestiziden bedeutet. Der Biolandhof Krömmüller bittet einige Besonderheiten: Sie betrieben an zwei Nachmittagen einen kleinen Bio-Hofladen und verkaufen dort viele eigen produzierte Biowaren. In der eigenen Brotbäckerei produzieren sie leckere Brotvariationen, die sie aus eigenem Getreide selbst herstellen. Dabei bauen sie das Getreide nicht nur selbst an, sondern reinigen und mahlen es selbst, wahrscheinlich einzigartig in der Region. Im Gespräch mit Landwirtsfamilie wurde deutlich dass es große Herausforderungen und auch Defizite bei den Vertriebsstrukturen von ökologisch erzeugten Produkten gibt. Gemeinsam mit Gisela Sengl waren wir begeistert von den vielen Besonderheiten und lobten: „Sie stecken viel Herzblut in ihren Hof und das sieht man und schmeckt man!“

Auch bei der Energieversorgung ist der Hof ein großes Vorbild, in der kürzlich eingebauten Batterieanlage schafft der Hof eine nahezu 100% Selbstversorgung aus PV-Strom. Um den Bedarf an ökologisch erzeugten Strom zu erhöhen, plant die Familie derzeit den Bau eines kleinen Windrades. Das freut mich als energiepolitischer Sprecher natürlich ganz besonders.

Abschließend muss man feststellen: Speziell im Landkreis Ansbach ist der Anteil der landwirtschaftlichen Betriebe die nach biologischen Erzeugungskriterien wirtschaften eher gering. Leider sehen wir in ganz Bayern, nicht nur im Landkreis Ansbach, enormen Nachholbedarf und eine große Chance für die Erzeuger. Dir Förderung und die Anreize zur Umstellung auf biologischen Anbau müssen stark verbessert werden. Unser Ziel ist: Regional und Bio! Es geht und wir wollen es auf den Weg bringen!

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