Sondermoning Ostern 2014

Kein Gift auf ökologischen Vorrangflächen!

Fake News im Bayerischen Landtag: selten gab es so viel bewusste Missinterpretation und schlichtweg falsche Aussagen in der Landtagsdebatte zu unserem Dringlichkeitsantrag Keine Pflanzengifte auf ökologischen Vorrangflächen“.

Darum geht es: Um die europäischen Agrarzahlungen auch an Leistungen zu Umwelt-, Klima- und Naturschutz zu koppeln, wurde das sogenannte Greening eingeführt. Ein Bestandteil dabei war, 5% der Ackerflächen als ökologische Vorrangfläche zu bewirtschaften. Da auf diesen Flächen Ackergifte erlaubt blieben, sind die Effekte des Greening für den Naturschutz verpufft. In unserem Dringlichkeitsantrag forderten wir, diesen Fehler zu beheben.

Die Intensivierung der Landwirtschaft und der übermäßige Einsatz neuartiger Agrargifte haben dazu geführt, dass die Vogelarten und die Säugetiere der Agrarlandschaft dramatisch zurückgehen. Zwischen 1990 und 2013 verschwanden in Deutschland 35 Prozent aller Feldlerchen, 80 Prozent aller Kiebitze und 84 Prozent aller Rebhühner. Dem sollten eigentlich die ökologischen Vorrangflächen, die die Bauern und Bäuerinnen einrichten müssen, um ihre Hektarprämien zu erhalten, entgegenwirken. Durch intensive Lobbyarbeit der Bauernverbände wurde erreicht, dass keine Brachflächen, Hecken, Feldgehölze oder Pufferstreifen entstanden sind, sondern Winterbegrünungen und intensiver Eiweißfutteranbau. Zu allem Überfluss durften dort auch noch Ackergifte ausgebracht werden. Die Wirkung für die Artenvielfalt geht damit gegen null. Diesen Fehler könnte man jetzt revidieren, da selbst die EU-Kommission ein Pestizidverbot vorgeschlagen hat. Dem ist vom CSU-geführten Agrarausschuss des Europaparlamentes widersprochen worden. Auch im Landtag lehnten CSU und Freie Wähler den grünen Dringlichkeitsantrag ab. Die abenteuerlichste Begründung war, dass nicht die geänderte Agrarstruktur den Artenrückgang verursacht, sondern Fuchs und große Beutegreifer schuld seien am Aussterben der Rebhühner. Dass sich diese aber gerade wegen der geänderte Agrarstruktur, den viel zu schmalen Randstreifen und der Verkleinerung des Lebensraums der Wiesenbrüter einfach viel häufiger “begegnen” – darüber verlor niemand ein Wort.

Unsere Forderung: Wir müssen wenigstens diese 5 % der Ackerfläche für die Artenvielfalt öffnen und nicht alles totspritzen. Es kann nicht sein, dass unsere Kinder und Enkel Allerweltsvogelarten wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn nicht mehr kennenlernen können. Das Artensterben ist menschengemacht – also sind wir auch dafür verantwortlich, es aufzuhalten.

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