Bio boomt, aber viele Stellschrauben bleiben ungenutzt

Bio boomt, aber viel zu viele Stellschrauben bleiben ungenutzt für einen wirklichen Umbau der Landwirtschaft. Wenn man den Ökolandbau in Bayern bis 2020 verdoppeln will, muss der ökologische Landbau professionell unterstützt werden. Ich freue mich, dass auch Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt endlich eingesehen hat, dass die Nachfrage größer ist als das heimische Angebot. Aber um Bio wirklich vorwärts zu bringen, muss mehr passieren als “eine Erleichterung der Möglichkeiten der Umstellung und eine zielgerichtete Unterstützung dieser Umstellung”, wie Schmidt zur Eröffnung der BIOFACH ankündigte.

Wir Grünen fordern daher die maximal mögliche Umschichtung von 15 Prozent der Hektarprämien für Agrarumweltmaßnahmen und den Ökolandbau. Wir müssen die Agrarförderung dringend umstrukturieren und hin zum Prinzip öffentliches Geld für öffentliche Leistungen entwickeln. Es muss an allen Stellschrauben justiert werden – für einen wirklichen Umbau der Landwirtschaft: Denn der Biomarkt ist schon lange keine Nische mehr, sondern ein langfristiger und stabiler Trend.

Hanslmeier Milch: Der Milchmann kommt!

Gemeinsam mit Vertretern des KV Mühldorf besuchte ich kürzlich den „Milchmann“ Georg Hanslmeier auf seinem Hof. Er nutzt erfolgreich eine Nische im Milchmarkt – indem er seine Milch direkt zu seinen Kunden nach Hause liefert. Ein gutes Beispiel dafür, wie sich kleine Höfe durch kreative Vermarktungswege behaupten können!

Hier ein detaillierter Bericht von Judith Bogner (Presse KV Mühldorf):

Bitte frisch und aus der Region – immer mehr Verbraucher denken beim Einkauf ihrer Nahrungsmittel auch an Klimaschutz. Ganz zu Recht. Was nützt bitte der wohlgemeinte Anspruch an Gesundheit und Umweltverträglichkeit, wenn das Frühstück erst halb um den Globus reist, bevor es im Magen landet?
Der hohe Stellenwert von regionaler Erzeugung gilt besonders für Grundnahrungsmittel, die fast täglich und frisch konsumiert werden – wie zum Beispiel Milch. In Grossbritannien wird Milch immer noch wöchentlich direkt zur Haustür geliefert Hanslmeier Milch: Der Milchmann kommt! weiterlesen

Beton frisst Heimat!

Obwohl in vielen ländlichen Räumen die Bevölkerungszahlen schrumpfen, steigen die Flächenansprüche unvermindert an. So auch in den Gemeinden im Landkreis Traunstein. Ein Beispiel ist Tittmoning, wo für die Erweiterung der Firma Brückner bestes Ackerland zur Bebauung freigegeben wurde, obwohl die Firma Brückner in der Nachbargemeinde in einem bereits erschlossenen Gewerbegebiet ansiedeln hätte können.

Natürlich ist gegen den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Schaffung von attraktivem Wohnraum für junge Familien nichts einzuwenden. Dennoch können und müssen wir von den Gemeinden in Zeiten unverminderten Flächenverbrauchs fordern, bei der Flächenausweisung kocht jede Gemeinde nicht immer ihr eigenes Süppchen zu kochen. Denn bayernweit verschwinden pro Tag mehr als 18 Fußballfelder in der Größe der Münchner Allianz-Arena unter einer Asphalt- und Betonlawine. Beton frisst Heimat! weiterlesen

EU-Agrarpolitik: jetzt umsteuern!

Die gemeinsame Agrarpolitik der europäischen Union, die immerhin 55 Milliarden Euro Steuergelder benötigt, ist derzeit nicht geeignet, den Bauern und Bäuerinnen faire Preise zu ermöglichen oder die negativen Auswirkungen der Landbewirtschaftung auf Umwelt und Klima zu begrenzen. Gleichzeitig freut sich die Agrarindustrie über immer höhere Gewinne.

Wir Landtags-Grünen fordern deshalb im Rahmen der Halbzeitbewertung der EU-Agrarpolitik umzusteuern und mehr öffentliche Gelder auch an öffentliche Leistungen zu binden.  Aus den pauschalen Hektarprämien muss der maximal mögliche Anteil in Agrarumweltmaßnahmen und den Ökolandbau überführt werden. Außerdem sollten die Hektarprämien auf die ersten Hektare erhöht werden! EU-Agrarpolitik: jetzt umsteuern! weiterlesen

Glyphosat: nein danke!

Wir Landtags-Grünen unterstützen die Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat: „für eine giftfreie Landwirtschaft“! Eine Million Unterschriften müssen dafür gesammelt werden. Hier kann man sich eintragen:

https://sign.stopglyphosate.org/?lang=de&channel=none

Der Untergang unserer Artenvielfalt auf bayerischen Äckern erfolgt auch durch das Pflanzengift Glyphosat. Mindestens ein Drittel der deutschen Ackerfläche wird damit behandelt, danach seien die Äcker steril und den Tieren fehle die Ernährung. Leider gibt es keine Zahlen für Bayern. Die CSU-Regierung erfasst jede einzelne angebaute Rübe, kann aber nichts zu Pflanzengiften und ihrer Anwendung sagen.

Zudem wurde bei 60 Prozent der bayerischen Oberflächengewässer Glyphosat nachgewiesen. Das Herbizid tötet also nicht nur Pflanzen, sondern hat auch schädliche Auswirkungen auf unsere Bäche und Flüsse.

Die Landtags-Grünen setzen sich seit Langem für ein Verbot des Herbizids ein, doch bisher sind alle Anträge abgelehnt worden. Die CSU-Regierung missachtet konsequent das Vorsorgeprinzip, den Grundpfeiler der deutschen und europäischen Gesundheits- und Verbraucherschutzpolitik. Während der Einzelhandel schon glyphosatfreie Mittel anbietet, schafft es die CSU-Regierung nicht einmal, die Verwendung des Pflanzengifts auf den eigenen Flächen zu untersagen.

Besuch bei byodo Naturkost: Bio und Genuss unter einen Hut bringen

Gemeinsam mit grünen Mandatsträgern (unter anderem mit KV-Vorstand Rainer Stöger und Bundestags-Direktkandidat Peter Uldahl) besuchte ich ein besonderes Leuchtturmprojekt der Biobranche in Mühldorf am Inn: die Firma “byodo Naturkost” in Mühldorf. Partnerschaftliche Unternehmensführung, konsequente Nachhaltigkeit und höchste biologische Produktqualität haben mich begeistert.   Besuch bei byodo Naturkost: Bio und Genuss unter einen Hut bringen weiterlesen

Nachhaltiger Tourismus ist zukunftsfähig: Schleching und Sachrang werden Bergsteigerdörfer

Ich freue mich sehr darüber, dass Schleching und Sachrang die Kriterien des Alpenvereins erfüllen konnten und damit zukünftig drei oberbayerische Gemeinden über das Prädikat „Bergsteigerdorf“ verfügen. Das ist eine gute Nachricht für den Tourismus in unserer Region – denn nachhaltiger und umweltfreundlicher Urlaub ist ein großes Wachstumssegment im Tourismus.   Nachhaltiger Tourismus ist zukunftsfähig: Schleching und Sachrang werden Bergsteigerdörfer weiterlesen

18.000 gegen die Agrarindustrie

Bei meinem Besuch der Grünen Woche durfte auch die Wir-haben-es-satt-Demo natürlich nicht fehlen. 18.000, darunter viele Grüne Mitstreiter*innen, demonstrierten mit uns für die Agrarwende: für eine ökologischere Landwirtschaft, für Bauernhöfe statt Agrarfabriken, für gute Tierhaltung und fairen Handel. Die Stimmung war kämpferisch und optimistisch.
Um zur Abschlusskundgebung am Brandenburger zu gelangen, wanderten wir die beeindruckend lange Reihe der Traktoren entlang. Die Anwesenheit und der Einsatz der Bäuerinnen und Bauern bestätigte, dass es wichtig und richtig ist, hier zu sein und in einer großen Gemeinschaft unterschiedlichster Verbände und Gruppen und Menschen für eine andere, gerechtere, menschlichere und ökologischere Landwirtschaft auf die Straße zu gehen.

Daneben besuchte ich mit dem Agrarausschuss des Bayerischen Landtags die Grüne Woche und leitete die Sitzung des BAG Landwirtschaft. Hier ein paar Eindrücke:

Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen!

Jetzt red i – und zwar gestern Abend live im Bayerischen Fernsehen! Mit Gerhard Stadler vom Bauernverband und dem fachkundigen Publikum diskutierte ich in Rottenburg a.d. Laaber über Schweinehaltung. Deren Folgen sind gerade hier in der Region brisant, kommen im benachbarten Hohentann auf 4.000 Einwohner doch gut und gerne 68.000 Mastsäue, die Region gilt umgangssprachlich auch als „Speckgürtel“ Niederbayerns.

Das Thema geht mir besonders ans Herz, da ich als Bäuerin die Zwickmühle kenne, in der sich viele Betriebe befinden. Auch ich hatte eine Zeit lang Bio-Schweine und weiß, dass das Geschäft nicht einfach und die Konkurrenz groß ist. Nichtsdestotrotz muss es einen Wandel geben – zum Wohle aller. Jetzt red i: Endlich mal die Sau rauslassen! weiterlesen

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!

2016 geht zu Ende – ein schwieriges Jahr liegt hinter uns. All die schlimmen Nachrichten vom Mittelmeer und aus Syrien, aus Marseille, der Brüsseler Metro und jetzt auch aus Berlin; der immer schärfere Ton zwischen verschiedenen Gesellschaftsschichten, teils erbitterte Diskussionen über ein Integrationsgesetz, das aus unserer Sicht die Gesellschaft mehr spaltet als zusammenbringt – sie machen es schwer, zuversichtlich in das neue Jahr zu schauen.

Auf meiner Reise mit dem Agrarausschuss nach Japan in diesem Jahr bin ich unzähligen Kois „begegnet“. Der Koi steht in Japan für Stärke, denn er ist der einzige Fisch, der die Wasserfälle des Gelben Flusses zu bezwingen vermag. In diesen Zeiten brauchen wir so eine Stärke für unseren Einsatz für Freiheit und Frieden für uns alle.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen Frohe Weihnachten und ein friedliches, kraftvolles Neues Jahr!

Agrarpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag