Schwandorfer Hähnchenmastanlage: CSU-Staatsregierung machtlos

Obwohl sie im krassen Gegensatz zum „Leitbild der bayerischen Agrarpolitik des bäuerlichen Familienbetriebs“ steht, kann die Staatsregierung offenbar nichts gegen die geplante Haltung von 300.000 Masthühnern bei Schwandorf tun. Dies geht aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf meine Anfrage hervor.

Dabei ist eine Tiermastanlage solcher Dimensionen nicht nur aus ethischen und Tierschutzgründen abzulehnen: Es stehen auch gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung durch Emissionen von Ammoniak, Staub und Bakterien und die Zerstörung des Schwandorfer Naherholungsgebiet zu befürchten. 

Trotz dieser Bedenken vieler hat der Schwandorfer Stadtrat das Bauprojekt mehrheitlich genehmigt. Die verantwortlichen Stadträte wittern anscheinend das große Geld durch Ansiedlung von Gewerbe für die Stadt. Zumindest die CSU-Stadträte ignorieren damit nicht nur eine politische Weisung ihrer eigenen Partei, sondern entscheiden auch gegen den Willen der Bürgerinnen und Bürger, die durch die Ansiedlung einer solchen Massentierhaltung massiv betroffen wären.

Es hat den Anschein, als hätten die Beschlüsse aus München wenig Rückhalt bei der CSU-Basis. Die Bayerische Staatsregierung ist offenbar machtlos – jetzt liegt es also rein in den Händen der Bürgerinnen und Bürgern, mit ihrem Aktionsbündnis diesen Wahnsinn noch zu verhindern.

Hier finden Sie die Anfrage.

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