Wasserglas_Karaffe

„Unser Wasser – unser Leben“

Mit dem OV Freilassing traf ich mich kürzlich, um über die Qualität des Trinkwassers zu sprechen. Hier der Bericht von Wolfgang Hartmann:

Die grüne Fraktion brachte kürzlich im Stadtrat eine Anfrage zum Thema Qualität des Trinkwassers ein, die auch in öffentlicher Sitzung detailliert beantwortet wurde. In der Sitzung wurde die Nitrat-belastung bekanntgegeben:

Der durchschnittliche Nitrat-Wert in Freilassing liege bei ca. 32 mg/l; der niedrigste Wert eines Brunnens bei ca. 22 mg/l, der höchste bei ca. 42 mg/l, berichtete Stadtrat Wolfgang Hartmann bei einem Treffen zu diesem Thema mit der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl aus der Stadtratssitzung.

Kaspar Müller, Sprecher im Ortsverband der Grünen/Bürgerliste ergänzte, die Wasserqualität der Brunnen, aus denen sich das Freilassinger Trinkwasser speise, sei – wie man höre – je nach Lage der einzelnen Brunnen vom Verhalten der Landwirte im Einzugsbereich abhängig; bisher gebe es freiwillige Vereinbarungen zwischen der Stadt und betroffenen Bauern bezüglich einer Verringerung der Belastung der Böden mit Düngemitteln. Eingehend diskutierten die Grünen/Bürgerliste Freilassing mit Gisela Sengl, die als agrarpolitische Sprecherin eine Expertin aus den eigenen Reihen zu diesem Thema ist, die Möglichkeiten des Trinkwasserschutzes für Freilassing.

Gisela Sengl erläuterte zunächst die gesetzlichen Grenzwerte, wie den oberen Grenzwert von 50 mg/l, jedoch einer Empfehlung für Nitrat von 10mg/l für Babynahrung. Aus einer Weisung der Wasserwirtschaftsämter, ab 37,5 mg/l Maßnahmen zu ergreifen, ergebe sich, dass ein Handlungsbedarf in naher Zukunft auch in Freilassing und Umgebung entsteht.

Gemeinsam mit den Anwesenden beleuchtete Sengl die Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation, sowohl auf lokaler als auch auf überregionaler Ebene.

Deutschland sei eines der wenigen Länder, in denen man Wasser direkt aus der Leitung trinken könne. Das sei ein großer Luxus. Leitungswasser werde bei uns streng überwacht, damit wir es bedenkenlos trinken können. Damit das so bleibt, müssten wir uns den Problemen der Verunreinigung der Grundwasserkörper, aus denen unser Trinkwasser gewonnen wird, stellen.

Denn durch unsere dichte Besiedelung, starke wirtschaftlich-industrielle Nutzung und durch die intensive Landwirtschaft werde das Grundwasser stark belastet.

Wasserschutz müsse in der Fläche stattfinden, das heißt vor allem für die Landwirtschaft, dass sie sich insgesamt ökologisieren müsse.

Also weg von der Intensivtierhaltung und vom intensiven Ackerbau. Nutztiere und vorhandene Fläche pro Betrieb müssten in einem verträglichen Verhältnis stehen.

Weniger sei hier mehr, so Sengl. Dafür bräuchte es dringend bessere Erzeugerpreise und mehr staatliche Förderung für wasserschonende Landwirtschaft.

Als Grundlage dafür bräuchte es klare gesetzliche Regelungen, wie verpflichtende Gewässerrandstreifen und die klare Definition von wassersensiblen Gebieten. Hier sei ein stark reduzierter Stickstoffeinsatz und das Verbot von chemischen Pflanzenschutzmitteln angesagt. Abschließend versicherten die Freilassinger Grünen, in der Sache weiter am Ball zu bleiben.

mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Hartmann

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