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Offener Brief an die Bundeskanzlerin

Letzte Woche hat der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch in einem offenen Brief an die Bundeskanzlerin verkündet, dass die Leistungsgrenzen des Landkreises, was die Aufnahme weiterer Flüchtlinge betrifft, überschritten seien: „wir, die politisch Verantwortlichen, die Mitarbeiter in den Verwaltungen, aber vor allem die Bürgerinnen und Bürger können nicht mehr!“, behauptete er.

Als Bürgerin des Landkreises Traunstein und als bayerische Landtagsabgeordnete möchte ich mich davon ausdrücklich distanzieren. Ich bin sicher: Der Landkreis Traunstein will als weltoffener Landkreis in einer traditionellen Tourismusregion auch in Zukunft für Kinder, Frauen und Männer aus Kriegsgebieten ein Ort der Sicherheit und der gelebten Nächstenliebe bleiben!

Lesen Sie hier meinen offenen Brief an die Bundeskanzlerin nach.

 

Grüne Landwirtschaft für ein sauberes Klima

Bei der Winterklausur der Grünen Landtagsfraktion drehte sich an Tag Zwei alles um das Thema Klimaschutz. Auch das Land Bayern hat durchaus Handlungsmöglichkeiten zur Umsetzung der Pariser Klimaschutz-Beschlüsse – nicht nur auf den energiepolitischen Feldern Strom und Wärme, sondern auch in der Verkehrs- und Agrarpolitik. Der Anteil der Landwirtschaft an den Treibhausgasemissionen Bayerns betrug 2007 14,8 %. Hier ist also Einsparpotential vorhanden! Dies gilt insbesondere bei der Tierhaltung, bei der Bewirtschaftung von Moorböden und bei der Förderung des Ökolandbaus: Grüne Landwirtschaft für ein sauberes Klima weiterlesen

Wir haben es satt!

23.000 sind am Samstag in Berlin wieder auf die Straße gegangen, um gegen die Agrarindustrie zu protestieren – nicht so viele wie letztes Mal, aber trotzdem eine klare Aussage: Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern! Für eine bäuerliche und ökologischere Zukunftslandwirtschaft! Für Bauernhöfe, die umwelt- und klimafreundlich wirtschaften! Für starke Strukturen im ländlichen Raum! Für artgerechte Tierhaltung, gegen Gentechnik!

Wieder BAG-Sprecherin!

Ich freue mich sehr über meine Wiederwahl als Sprecherin der BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung! Gemeinsam mit meinem Sprecherkollegen Dietmar Johnen aus Rheinland-Pfalz werde ich auch in den nächsten beiden Jahren mein Bestes geben, um die konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der BAG zu unterstützen und deren gute Ergebnisse nach außen zu tragen. Unterstützt werden wir für die nächsten beiden Jahre von unserer neu gewählten Stellvertreterin Ophelia Nick aus Nordrhein-Westfalen – herzlich willkommen im Team!

Bewerbungsrede Gisela Sengl für den Sprecherinnen-Posten der BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
Bewerbungsrede Gisela Sengl für den Sprecherinnen-Posten der BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Wir haben politisch schon viel erreicht: Immer mehr Menschen wollen wissen, was auf ihren Tellern landet. Regionalität hat als Qualitätsmerkmal längst die Geiz-ist-geil-Mentalität der großen Handelsketten und globalisierten Agrarmärkte überholt. Das Bewusstsein, dass wir alle die Folgekosten der industrialisierten Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion teuer bezahlen müssen, wächst. Wir Grüne haben unsere Kernkompetenz in guter Ernährung weitergedacht und das Thema Landwirtschaft zum bundesweiten Schwerpunktthema gemacht. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir eine grüne Agrarwende schaffen!

Klimaschutz mit Messer und Gabel

Die Produktion von Fleisch konzentriert sich auch in Bayern auf immer weniger Betriebe. Zeitgleich setzt sich das Höfesterben beinahe ungebremst fort. Seit 2001 gaben allein in Bayern fast 30.000 Betriebe die Schweinehaltung auf. Der Konzentrationsprozess in der Fleischproduktion findet leider auch immer mehr in Bayern statt.

Gerade auch wenn wir über Klimaschutz sprechen, müssen wir uns bewusst machen, dass auch unser privater Fleischkonsum einen großen Anteil am Klimaschutz hat. Hier stellen sich heute schon viele Verbraucherinnen und Verbraucher die Fragen: Woher kommt das Fleisch? Wie werden die Tiere gehalten? Woher kommen die Futtermittel? Und vor allem: muss es jeden Tag Fleisch und Wurst sein oder genügt auch weniger? Weniger Fleisch, dafür Fleisch aus ökologischer Haltung – das ist Klimaschutz mit Messer und Gabel.

Tatsächlich geht der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch und Wurst in Deutschland seit einigen Jahren leicht zurück. Trotzdem steigt die Erzeugung von tierischen Nahrungsmitteln, das heißt die Exportzahlen steigen. Die Gewinne bleiben bei einigen wenigen Großkonzernen. Exportorientierte Fleischproduktion ist klimaschädlich, weil zu viele Tiere auf zu geringer Fläche gehalten werden und Futtermittel aus Übersee zugekauft werden müssen. Die zusätzlich durch die Grundwasserverschmutzung entstehenden Kosten muss am Ende die Gesellschaft tragen.

Mehr Informationen im im Januar 2016 veröffentlichten „Fleischatlas Deutschland regional 2016“ unter http://www.boell.de/de/dossier-zum-fleischatlas-deutschland-regional