Agrarpolitik

Aufheiterung in schweren Zeiten

Mit freundlicher Genehmigung von Alois Albrecht

Saaldorf. (al) Die Zeiten sind nicht leicht für die Milchbauern. Trotzdem lassen es sich die BDM Bäuerinnen der Kreise BGL und Traunstein nicht nehmen, einen fröhlichen Vormittag, bei einem exzellenten späten Frühstück, oder frühen Mittagessen, miteinander zu verbringen. Ein ausgezeichneter „Brunch“, wie die Kombination des „Breakfast“ und „Lunch“ aus dem Englischen, für Frühstück und Mittagessen, bezeichnet wird, war für die Bäuerinnen auf dem Huber-Hof in Berg bei Saaldorf vorbereitet worden. Dazu gab Alois Lohwieser auf seinem Akkordeon auch noch gute musikalische Begleitung.

Das gute Essen war aber nur eine Seite der Zusammenkunft. Es gab auch gute Informationen, denn Maria Mayer, die stellvertretende Kreisvorsitzende des BDM Traunstein, hatte die Landtagsabgeordnete und Agrarpolitische Sprecherin der Grünen, Gisela Sengl, für ein Referat, vor allem über das Volksbegehren; „Rettet die Bienen“, eingeladen. Wie allgemein bekannt wird der sehr erfolgreiche, von fast 1,8 Millionen Menschen unterzeichnete Gesetzesentwurf für den bayerischen Landtag, besonders von den Bauern, kontrovers diskutiert. Aufheiterung in schweren Zeiten weiterlesen

Bei regionalen Bioprodukten gibt es durchaus noch Luft nach oben

Bei regionalen Bioprodukten gibt es durchaus noch Luft nach oben – denn ein großer Teil der in Deutschland verkauften Biowaren wird importiert: zum Beispiel jede dritte Bio-Kartoffel, und auch Bio-Getreide wie Weizen und Roggen wird zu großen Teilen eingeführt, während bei vielen konventionellen Produkten mehr produziert wird als verbraucht werden kann.

Natürlich stehen Bioprodukte aus Bayern im internationalen Wettbewerb. Da ist dann die Politik gefragt, die Biobranche gerade bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen. Da geht es beispielsweise um Versuche mit Sorten, die sich für den biologischen Anbau eignen und neue Wege der mechanischen Beikrautbekämpfung.

Während die konventionelle Landwirtschaft bei Beratung und Forschung auf ein breit aufgestelltes Team an den Landesanstalten und Landwirtschaftsämtern zurückgreifen kann, ist der ökologische Landbau immer noch ein Randthema. Es wird Zeit, in dieses Zukunftsthema auch in den Behörden zu investieren. Das Volksbegehren hat aufgezeigt, dass der Schutz der Umwelt, den vor allem der Ökolandbau garantiert, in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist!

Toller Erfolg des Volksbegehrens im Landkreis

Mehr als deutlich hat das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ die geforderte Million Unterschriften erreicht: laut aktueller Schnellmeldung trugen sich bayernweit rund 1,5 Millionen Stimmberechtigte für eine Verankerung von Regelungen zum Schutz der Artenvielfalt im Naturschutzgesetz ein.

Ich freue mich sehr über dieses tolle Ergebnis und danke den vielen Bayerinnen und Bayern, die mit ihrer Unterschrift klar gemacht haben, dass die Regierung endlich ihren Kurs ändert hin zu einer Umweltschutzpolitik, die diesen Namen auch verdient. Dass der Landkreis Traunstein mit 18 % Beteiligung gut abgeschnitten hat, wundert mich nicht: Unsere schöne, bäuerlich geprägte Kulturlandschaft und unsere Natur ist nicht nur unser Kapital, sondern auch ein wichtiger Grund dafür, warum es sich hier so gut leben lässt. Das wollen die Menschen schützen.

Besonders das gute Abschneiden des Volksbegehrens in der Gemeinde Marquartstein freut mich: Mit 24,68% haben sich dort so viele Menschen eingetragen wie sonst nirgends im Landkreis. Dass aber auch viele andere Gemeinden wie Petting, Chieming und Kirchanschöring an dieser Marke kratzen, zeigt, wie grün die Menschen bei uns im Landkreis denken!

Geschafft! Volksbegehren Artenvielfalt knackt 1 Million!

Die Eintragungsfrist läuft noch heute den ganzen Tag, doch die Erfolgsmeldung drang bereits gestern nach außen: Das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ hat die notwendige Zehn-Prozent-Hürde genommen. Bis zum Dienstagnachmittag haben sich schon deutlich mehr als eine Million Menschen in die Unterschriftenlisten eingetragen.
Ich bin so froh und danke den vielen Bayerinnen und Bayern, die mit ihrer Unterschrift ein ganz klares Signal an die Söder-Regierung gesendet haben, dass sie mehr möchten für Naturschutz und Artenschutz in Bayern: Dass endlich der Kurs geändert wird hin zu einer Umweltschutzpolitik, die diesen Namen auch verdient.

„Als Bäuerinnen und Bauern unterstützen wir das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen! Unsere Felder sind Teil eines Ökosystems. Im Einklang mit der Natur erzeugen wir hochwertige Lebensmittel und bieten unseren vom Aussterben bedrohten Tieren und Pflanzen Rückzugs- und Lebensräume. Dabei profitieren wir auch von einer intakten Umwelt ohne Gift und mit sauberem Wasser. Die Landwirtschaft der Zukunft ist eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur!“

Paul Knoblach, Bauer und MdL
Gisela Sengl, Bäuerin und MdL
Hans Urban, Bauer und MdL

Volksbegehren und Landwirtschaft

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft muss umweltverträglich sein. Damit auch in 50 Jahren noch etwas auf unseren Feldern wächst, müssen wir unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt erhalten. Korn- und Mohnblumen, Igel, Distelfink, Feldlerchen, Ackerkamille sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch notwendig für die intakten Ökosysteme auf und in unseren Böden.

Lasst uns das Artensterben stoppen, bevor es zu spät ist. Noch bis zum 13. Februar läuft die Eintragungsfrist zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Bis zum Montag (11.02) haben sich schon 900.000 Menschen eingetragen. Viele Bauern, darunter die Bioverbände, unterstützen das Vorhaben.  Volksbegehren und Landwirtschaft weiterlesen

Stabile Abnahmepreise trotz deutlich mehr Biomilch

Bio lohnt sich – für die Bäuerinnen und Bauern, für den Handel und für die Verbraucherinnen und Verbraucher! Das hat meine Anfrage beim bayerischen Landwirtschaftsministerium ergeben, in der ich die Entwicklung von Menge und Preis bei Biomilch abgefragt habe. Ergebnis: Von Anfang 2016 bis Ende 2018 ist die Liefermenge von Biomilch in Bayern um rund 46 Prozent auf zuletzt 699.000 Tonnen/Jahr gestiegen. Der Abnahmepreis der Molkereien je Liter Biomilch ist trotz des immensen Mengenzuwachses aber annähernd gleichgeblieben (minus 1 %, Anfrage im Anhang).

Die Zahlen zeigen, dass der Biomarkt enorm aufnahmebereit ist und dass der Umstieg von konventioneller auf ökologische Landwirtschaft auch nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg verspricht. Jetzt müssen die bayerischen Erzeuger bei Radi, Weißwurst und Brezn nachziehen. Das Volksbegehren Artenvielfalt weist hier den Weg: 30 Prozent Biolandwirtschaft bis zum Jahr 2030 ist möglich, weil die Verbraucherinnen und Verbraucher Bioqualität schätzen und auch bereit sind, einen fairen Preis hierfür zu bezahlen.

Eine Million Unterschriften retten die Bienen

Wenn Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber dem Volksbegehren „Artenvielfalt und Naturschönheit in Bayern – Rettet die Bienen“ den Weitblick abspricht, frage ich mich, wie sie die letzten Jahre nennt, in der die CSU-Staatsregierung taub und blind gegenüber dem leisen Sterben in der Landschaft war. Aktuell wird ja massiv Stimmungsmache gegen das Volksbegehren betrieben: Bauernverband und Landwirtschaftsministerin stellen freiwillige Maßnahmen, die mit Steuergeldern ausgeglichen werden, als ausreichend zur Rettung der Artenvielfalt dar. Aber es lohnt sich, diese freiwilligen Maßnahmen, zu denen auch die Ökologische Landwirtschaft gehört, genauer anzusehen:

Die Antwort der Staatsregierung auf meine parlamentarische Anfrage zeigt, dass allein die ökologische Landwirtschaft zu 90 Prozent dafür sorgt, dass keine chemisch-synthetischen Ackergifte auf den Feldern und Wiesen landen. Ohne Ökolandbau würde es, was die Artenvielfalt anbelangt, also noch düsterer ausschauen.  Das ergab auch erst kürzlich ein Bericht des Bundeslandwirtschaftsministeriums2. Deshalb ist die Forderung nach mehr ökologischer Landwirtschaft und generell weniger Ackergiften absolut gerechtfertigt – und eben auch notwendig. Eine Million Unterschriften retten die Bienen weiterlesen

„Freiwilligkeit allein reicht nicht mehr“

Bericht zur Infoveranstaltung zum Volksbegehren Artenvielfalt am 24.1.2019 in Marquartstein

Ein volles Haus konnte Peter Lloyd, Ortsvorsitzender der Grünen Marquartstein, zur Diskussionsveranstaltung im Weßner Hof rund um das Volksbegehren „Artenvielfalt“ begrüßen. Landtagsabgeordneten Gisela Sengl stellte in einem Vortrag die wichtigsten Punkte des Volksbegehrens vor: Ziel des Volksbegehrens sei es, Regelungen im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern, die die Artenvielfalt retten. „Vor allem durch die intensive Landwirtschaft sind unsere Arten, allen voran die Insekten, dramatisch bedroht“, so Sengl. „Ohne Insekten kollabieren aber die Ökosysteme.“ Das Volksbegehren sei ein erster Schritt hin zur Rettung der Artenvielfalt.

Im Anschluss an den Vortrag wurde hitzig diskutiert. Die Befürchtung der vielen anwesenden Bauern, die gesetzliche Verankerung des Naturschutzes könne einen Wegfall von Förderungen wie dem KuLAP für sie bedeuten, konnte Sengl entkräften: Selbst wenn die förderrechtliche Grundlage wegfallen würde, was mit Ausnahme des fünf Meter breiten Gewässerrandstreifens nicht der Fall ist, ändere das nichts an den Fördersummen, die für das Kulturlandschaftspogramm und das Vertragsnaturschutzprogramm ja ungeschmälert erhalten blieben und damit weiterhin den Bäuer*innen zu Gute kämen. „Freiwilligkeit allein reicht nicht mehr“ weiterlesen