Ländlicher Raum

Tour de Grün – das war’s!

Tour de Grün – zwei Wochen lang bin ich quer durch den Landkreis Traunstein geradelt. Ich glaube, in den zwei heißesten Wochen des Jahres! Dafür war nur ein Regentag dabei und über den haben wir uns und vor allem auch alle landwirtschaftlichen Betriebe dann sehr gefreut.

In den 12 Tourtagen sind wir etwa 350 Kilometer geradelt, und haben viele Höhenmeter überwunden – die extremste Steigung war bestimmt der Bichlpass kurz vor Surberg; die schönste Abfahrt von Frabertsham nach Obing. Siebenmal habe ich an den jeweiligen Abendzielorten übernachtet, und ich habe zwei Seen kennen gelernt, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt: der Zellersee zwischen Marquartstein und Schleching, und der Weitsee bei Schnaitsee.

Ich habe in dieser Zeit habe  viel Neues und auch einiges Altbekanntes gesehen und gehört. Ich habe viele interessante Menschen kennengelernt und mit ihnen diskutiert.

— Hier gibt es einen ausführlichen Tour-Rückblick und viele, schöne Impressionen —

Und ich habe unseren wunderschönen Landkreis wirklich nochmal neu kennen und lieben gelernt. Es ist einfach wunderschön bei uns, und es wohnen so viele besondere und engagierte Menschen bei uns, egal ob weltbekannte Künstler wie Andreas Kuhnlein in Unterwössen, eingewanderte Kaffeehausbetreiberinnen wie Vickie in Vickie’s Chat&Chill in Trostberg, oder die Ehrenamtlichen, die für den Landkreis prägende kulturhistorische Stätten betreuen, wie das Moor- und Torfmuseum, den Hilgerhof und das Römermuseum.

Besonders bedanken möchte ich mich bei allen Bürgermeistern, die sich Zeit genommen haben, mir ihre Gemeinde vorzustellen. Wir konnten sehr offen über die wichtigen Themen unserer Zeit diskutieren, wie vernünftige Flächennutzung, mehr Umweltschutz in der Landwirtschaft, Erhalt eines lebendingen Dorfgemeinschaft und vieles mehr.

Und natürlich ein ganz, ganz großes Dankeschön an alle, die mit mir geradelt sind! Sei es eine kurze Etappe oder sogar mehrere Tage hintereinander – nur durch eure Begleitung hat das Ganze so viel Spaß gemacht! Beim gemütlichen Nebeneinander Radeln oder während der Biergarten-Stopps (und bei uns gibt es sehr viele sehr schöne Biergärten!) war auch Zeit, verschiedene Themen mal etwas ausführlicher zu besprechen und zu diskutieren.

Tausend Dank aber auch an mein Wahlkampfteam, die alles akribisch geplant haben, immer mit dabei waren und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. DANKE!!!

Obwohl ich auch sonst viel mit dem Rad unterwegs bin, war diese Zeit auch eine sportliche Herausforderung. Aber mit jedem Tag habe ich mich wohler gefühlt und fühle mich jetzt fit wie selten zuvor. Genau die richtige Voraussetzung für einen guten Wahlkampf im Spätsommer und Herbst!

 

Agrarbericht 2018: Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik

Der heute vorgestellte Agrarbericht 2018 ist für mich eine Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik. Wir verlieren weiter massiv Betriebe, wir hinken beim Bio-Umstieg hinter dem selbstgesteckten CSU-Ziel her und wir haben ein Flächenproblem, das die CSU-Regierung mit Änderungen am Landesentwicklungsprogramm noch verschärft hat.

Konkret wächst der Anteil der Öko-Anbaufläche in Bayern zu wenig. Das führt dazu, dass das Ursprungsziel der Bioregio 2020 – eine Verdoppelung der Ökoproduktion – in weite Ferne gerückt ist. Dabei liegt der durchschnittliche Unternehmensgewinn bei einem Biobetrieb um 11 Prozent über dem eines konventionellen Betriebes. Agrarbericht 2018: Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik weiterlesen

Alles Handarbeit

Auf Einladung des Eichstätter Kreisverbands der Grünen besuchte ich kürzlich die Biogärtnerei Schödl in Walting. Hier der Bericht:

Der ehemalige Maschinenbauingenieur Klaus Schödl beschloss vor vier Jahren, sein Hobby zum Beruf zu machen und bewirtschaftet seitdem angrenzend an das idyllisch bewachsene Wohnhaus der Familie, die auch Laufgänse und Hühner hält, zusammen mit seiner Frau einen biologischen Gemüsegarten. Hier baut die Familie Salate, Kohlrabi, Erbsen, Bohnen, gelbe Rüben, Mangold, Paprika, Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, Sellerie, Wirsing sowie Weiß- und Blaukraut an. Geerntet wird von Mai bis in den Oktober.

Dies ist auch die Zeit, in der die meiste Arbeit auf dem Biohof anfällt. Denn hier ist alles Handarbeit. Als ökologisch wirtschaftender Betrieb verzichten die Schödls auf jede Form von Pestiziden, Herbiziden und Mineraldünger. Ihre Pflanzen ziehen sie aus biologischem Saatgut selbst. Hybridsorten oder genveränderte Sorten gibt es hier nicht. Gedüngt wird mit Pferde- und Hühnermist; eine fünfjährige Fruchtfolge und Gründüngung unterstützen den Boden und halten ihn fruchtbar. Mehrere Bienenvölker im Gemüsegarten kümmern sich um die Bestäubung. Anlässlich des Besuchs der grünen Landtagsabgeordneten öffnete die Familie Schödl ihren Garten für einen geführten Rundgang. Über 30 Interessierte nahmen das Angebot wahr. Alles Handarbeit weiterlesen

Präventiver Herdenschutz unerlässlich

Seit einigen Jahren leben wieder Wölfe in Bayern. Dadurch ergeben sich neue Fragen und Probleme für Weidetierhalterinnen und -halter. Im Zuge dessen beantragen wir Landtags-Grünen morgen im Agrarausschuss eine 100%ige Finanzierung der Präventionsmaßnahmen, wie Elektrozäune oder Herdenschutzhunde.

Seit der Wolf wieder zurückgekehrt ist, kommt es immer wieder zu Schäden an Nutztieren, wenngleich mehr als 96% seiner Beute Rehe, Hirsche und Wildschweine sind. Damit diese Schäden möglichst gering gehalten werden können, braucht es einen gut funktionierenden Herdenschutz. Überall dort, wo der Herdenschutz greift, gibt es viel weniger Übergriffe auf Nutztiere. Wir müssen die Angst der Herdenhalterinnen und -halter ernst nehmen und sie bei Präventionsmaßnahmen unterstützen!
In unserem Antrag fordern wir deshalb, das Kulturlandschaftsprogramm auszuweiten und einen effektiven Herdenschutz in Bayern einzuführen.

Bienensterben stoppen – Einsatz von Neonicotinoiden beenden

In der heutigen Plenarsitzung stelle ich einen Dringlichkeitsantrag für ein bayernweites Verbot aller Neonicotinoide auf staatlichen Flächen. Denn um das Bienensterben wirklich zu stoppen, muss auf alle Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide komplett verzichtet werden! Auch die zwei angeblich harmloseren Neonicotinoide Thiacloprid und Acetamiprid sind für Bienen schädlich, da selbst kleine Dosen fatale Wirkungen wie Schädigung des Immunsystems, Verlust der Orientierung und eine geringere Fortpflanzungsrate bewirken.

Diese bienenschädigenden Neonicotinoide sind weiterhin zugelassen und werden massenweise im konventionellen Raps- und Kartoffelanbau eingesetzt. Wir Landtagsgrüne fordern deshalb ein bayernweites Verbot auf staatlichen Flächen und ein Umlenken in der staatlichen landwirtschaftlichen Beratung. Die ökologischen Folgen dieser Mittel müssen ernst genommen werden. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die die Artenvielfalt schützt und nicht vernichtet.

Zum Grünen Dringlichkeitsantrag „Bienensterben stoppen!“

Heimat erhalten – Flächenfraß stoppen!

Ein Teil der Bürgermeister des Landkreises Traunstein macht mobil gegen das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ (siehe z.B. https://www.chiemgau24.de/chiemgau/traunstein/landkreis-traunstein-ort55635/traunstein-buergermeister-schiessen-gegen-betonflut-volksentscheid-9692295.html)
Hier mein Kommentar dazu:

Jeden Tag verschwinden 13 Hektar Bayern unter Asphalt und Beton. Das entspricht 18 Fußballfeldern. Immer mehr Gewerbegebiete, Discountmärke und Logistikzentren entstehen auf der grünen Wiese. Unsere Dörfer verlieren an Lebensqualität, Natur- und Ackerflächen verschwinden. Und damit auch immer mehr heimische Blumen, Bienen und Singvögel.

Fläche ist ein begrenztes Gut, und so wie jetzt damit umgegangen wird, kann es nicht weitergehen. Uns geht es nicht darum, die Planungshoheit der Kommunen abzuschaffen, aber sie muss sich einfach in einem gewissen Rahmen bewegen – so wie es übrigens jetzt auch schon ist. Wir fordern mehr Zusammenarbeit, Weitsichtigkeit und auch Kreativität, um bauliche Anliegen umweltverträglich umzusetzen: mehrgeschossiges Bauen, weniger Flächen für Parkplätze, Innenentwicklung der Dörfer, Leerstände nutzen. Wir wollen die begrenzte Fläche sinnvoll nutzen, z.B. für den dringend benötigten Wohnraum. Wir wollen keine Sondergebietsausweisungen auf der grünen Wiese mehr, wenn im Nachbarort eine geeignete Gewerbefläche vorhanden ist. Es geht darum, erst mal nachzudenken, bevor der Bagger kommt!

Innerhalb von kürzester Zeit hat unser Volksbegehren mehr als 50.000 Unterschriften erhalten. Das zeigt mir, dass es den Menschen sehr wichtig ist, dass hier etwas getan wird. Wenn die Bürgermeister sich dagegen stellen, handeln sie gegen den Willen ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Dass die Resolution nicht einstimmig verabschiedet wurde, stimmt mich hoffnungsvoll. Es gibt doch einige Bürgermeister im Landkreis, die begriffen haben, um was es geht.

CSU-Politik von supervorgestern!

Staatssekretär Albert Füracker spricht im Plenum zur Änderung des Haushaltsgesetzes von „Mobilitätszugewinn am Land“ – offensichtlich befindet er sich zu oft in München, und am Land nur in seiner Dienstlimousine! Selbst in einer Boomregion wie dem Landkreis Traunstein kommt man mit ÖPNV nirgendwo hin – das ist eine Politik von supervorgestern!
Weitere Aufreger: die Landwirtschaftspolitik und die Revitalisierung der Ortskerne – die ohne den bisherigen CSU-Landesentwicklungsplan vielleicht gar nicht nötig wäre. Aber seht selbst!

Zum Video

„Falsche Ratschläge des BBV wirken wie schleichendes Gift“

Der große Treck der Farmer ist auf dem Weg in die Bio-Zukunft. Nur viele bayerische Bauern fahren nicht mit. „Die falschen Ratschläge des Bauernverbands, der immer auf Massenproduktion für den Weltmarkt gesetzt hat, wirken wie ein schleichendes Gift“, diagnostiziert Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, am Rande ihres Besuchs auf der Ökomesse BIOFACH. „Bio ist heute raus aus der Nische und ein attraktives landwirtschaftliches Geschäftsmodell“, zeigt sich auch Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze überzeugt. Öko-Betriebe erlebten nicht nur ein rasantes Absatzwachstum, sondern arbeiteten auch immer wirtschaftlicher.

Die Landtags-Grünen fordern deshalb ein scharfes Umsteuern in der bayerischen Landwirtschaftspolitik. „Falsche Ratschläge des BBV wirken wie schleichendes Gift“ weiterlesen

Resolution der BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklung

Am vergangenen Wochenende hat die BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, deren Sprecherin ich bin, eine Resolution zu den zu den Sondierungen und Koalitionsverhandlungen verabschiedet:

Mannheim, den 21.10.2017

Liebe Freundinnen und Freunde,

die BAG Landwirtschaft & und ländliche Entwicklung hat zu den anstehenden Verhandlungen folgenden Erklärung gefasst:

Nur wenige Themen werden so eng mit der Partei der GRÜNEN verbunden wie das entschiedene Eintreten für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, den Umbau der Tierhaltung und den Erhalt der Artenvielfalt. Viele Menschen setzen auf grüne Kompetenz und trauen uns zu, konsequente Verbesserungen durchzusetzen. Es bestand deshalb Einigkeit unter den Delegierten der BAG, mit ambitionierten und gleichzeitig realistischen Forderungen in eine Koalitionsverhandlung zu gehen. Dies muss mit dem klaren Anspruch auf das Landwirtschaftsministerium unterstützt werden. Hier besteht tatsächlich die Möglichkeit, sichtbare Änderungen zu erreichen.

Deutliche Verbesserungen in der Lebensmittelerzeugung und damit der Landbewirtschaftung muss mit einer GRÜNEN Person verbunden sein. Deshalb muss die Person eine Strahlkraft in die Bevölkerung, sowie eine Vermittlungskompetenz in die Bauernschaft und in die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche der Lebensmittelerzeugung haben. Resolution der BAG Landwirtschaft & ländliche Entwicklung weiterlesen

Glyphosat endlich verbieten!

Glyphosat im Landkreis: Einige Wiesen südwestlich von Traunstein wurden kürzlich wohl kräftig mit Glyphosat bearbeitet. Dies berichtet chiemgau24.de (https://www.chiemgau24.de/chiemgau/traunstein/traunstein-ort29586/glyphosat-traunsteiner-landwirt-rueffel-molkerei-8766372.html)

Wie der Fall im Landkreis zeigt, ist die Anwendung von Glyphosat anscheinend eine normale Methode in der konventionellen Landwirtschaft. Dabei ist es nachweislich schädlich für Mensch und Natur. Der stetig ansteigende und oft zu leichtfertige Einsatz von Pestiziden wird ein immer brisanteres Problem bei uns. Die Verkaufszahlen der Pflanzenschutzwirkstoffe nehmen zu, die Probleme im bayerischen Grundwasser und in den Bächen und Flüssen wachsen, das zeigen die aktuellen Messwerte. Längst schlagen die Trinkwasserversorger Alarm!
Pestizide haben außerdem laut zahlreichen Studien* gerade in jüngster Zeit zu einem massiven Rückgang der Artenvielfalt, z.B. bei Bienen, Schmetterlinge, Feldlerchen und Hasen geführt. Und wir wissen längst, dass Glyphosat für den Menschen wohl krebserregend ist.

Wir Landtags-Grünen setzen uns seit Langem für ein Verbot von Glyphosat ein, doch bisher sind alle Anträge abgelehnt worden. Die Staatsregierung missachtet damit konsequent das Vorsorgeprinzip, den Grundpfeiler der deutschen und europäischen Gesundheits- und Verbraucherschutzpolitik.

Glyphosat wurde bereits in zahlreichen Lebensmitteln nachgewiesen, angefangen vom Brot übers Speiseeis bis zum Bier. Wir wollen es nicht auch noch in unserer Milch haben. Deshalb gehört Glyphosat endlich verboten!

 

Hier eine Auswahl von Studien über die Auswirkungen von Glyphosat:
https://goo.gl/vRmmV1
http://bit.ly/2xztObA
http://bit.ly/2gdfra9
http://bit.ly/2zfXg8A