Landwirtschaft & Ernährung

Zur Ernennung der neuen Landwirtschaftsministerin

Ich gratuliere der neuen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber zu ihrer verantwortungsvollen neuen Aufgabe. Vor ihr liegt jetzt sicher eine Zeit der harten Arbeit, um sich in das umfangreiche Gebiet der Agrarpolitik einzuarbeiten, denn mit dem scheidenden Minister Brunner geht viel Fachwissen verloren. Für die bayerischen Bäuerinnen und Bauern sehe ich in dieser Besetzung allerdings eine Geringschätzung ihrer Arbeit – für die CSU ist das Landwirtschaftsministerium anscheinend nicht mehr so wichtig, sonst wäre es mit einem oder einer FachpolitikerIn besetzt worden. Ich sehe da deutliche Parallelen zu Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, der ja ebenfalls ohne jeden landwirtschaftlichen Bezug plötzlich über die Geschicke unserer landwirtschaftlichen Betriebe entscheiden durfte.

Ich erwarte von der neuen Ministerin vor allem große Anstrengungen, die Vielfältigkeit unserer Landwirtschaft und unserer Kulturlandschaft zu erhalten. Dazu gehört an erster Stelle eine Reduzierung des Einsatzes von Glyphosat und aller chemisch-synthetischen Gifte in der Landwirtschaft. Längerfristig muss eine giftfreie Landwirtschaft das Ziel sein!
Außerdem erwarte ich von der Landwirtschaftsministerin

– einen vehementen Einsatz gegen die steigenden Nitrat-Werte im Trinkwasser
– wertvolle landwirtschaftliche Fläche gegen die Versiegelung zu schützen – Betonflut eindämmen!
– die erfolgreichen Ökomodellregionen zu sichern – auch für unsere Region ja mittlerweile ein entscheidender Standortvorteil
– alle Anstrengungen zu unternehmen für BioRegio 2020
– und bei den Verhandlungen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik die Belange der kleinen und mittleren Betriebe in Bayern vehement zu vertreten.

Ich bin sehr gespannt und freue mich auf einen spannenden Wahlkampf!

Bienensterben stoppen – Einsatz von Neonicotinoiden beenden

In der heutigen Plenarsitzung stelle ich einen Dringlichkeitsantrag für ein bayernweites Verbot aller Neonicotinoide auf staatlichen Flächen. Denn um das Bienensterben wirklich zu stoppen, muss auf alle Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide komplett verzichtet werden! Auch die zwei angeblich harmloseren Neonicotinoide Thiacloprid und Acetamiprid sind für Bienen schädlich, da selbst kleine Dosen fatale Wirkungen wie Schädigung des Immunsystems, Verlust der Orientierung und eine geringere Fortpflanzungsrate bewirken.

Diese bienenschädigenden Neonicotinoide sind weiterhin zugelassen und werden massenweise im konventionellen Raps- und Kartoffelanbau eingesetzt. Wir Landtagsgrüne fordern deshalb ein bayernweites Verbot auf staatlichen Flächen und ein Umlenken in der staatlichen landwirtschaftlichen Beratung. Die ökologischen Folgen dieser Mittel müssen ernst genommen werden. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die die Artenvielfalt schützt und nicht vernichtet.

Zum Grünen Dringlichkeitsantrag „Bienensterben stoppen!“

Weltwassertag: Sauberes Wasser, auch für die nachfolgenden Generationen!

Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nummer 1 und gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel. Seit 2006 weiß man im Landkreis Altötting durch die Belastung mit Perfluoroctansäure (PFOA) aus dem Chemiepark Gendorf, und neuerdings auch über den Ersatzstoffe ADONA.

Der Skandal mit der Chemikalie PFOA im Trinkwasser in Altötting – das Bayerische Rote Kreuz verweigert zurzeit sogar die Annahme von Blutspenden aus der Region, weil diese verunreinigt sein könnten – ist nun nur der Auslöser für die Gründung der „Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser“ im Landkreis Altötting, die am morgigen Donnerstag ihre Gründungsversammlung abhält.

Unser Ziel ist: Sauberes Trinkwasser für uns und nachfolgenden Generationen. Die Versorgung mit Wasser ist ein Grundrecht für alle Menschen! Die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Altötting fordern zu Recht, dass sich in Bezug auf Grund- und Trinkwasserschutz einiges ändern muss. Aber auch das Landratsamt muss seiner Fürsorgepflicht der Bürgerinnen und Bürgern nachkommen, auch wenn sich die Verschmutzung durch PFOA in einer rechtlichen Grauzone befindet.

Aber auch über PFOA hinaus gibt es aber allen Anlass zur Sorge um unser Trinkwasser: Die Trinkwasserversorger schlagen schon lange Alarm, weil sie immer höhere Nitratwerte und Pestizidbelastungen im Grundwasser vorfinden. Einer der Hauptverursacher sei die industrielle Landwirtschaft. Um die Grundwasserbelastung wirklich zu reduzieren, muss hier etwas passieren – und zwar jetzt!

Die Bayerischen Landtagsgrünen fordern derzeit ein Untersuchungsprogramm zu PFOA in Lebensmitteln, um herauszufinden, ob es noch weiteres Gefährdungspotenzial gibt. Hier geht’s zum Grünen Antrag.

Frischküche oder Systemküche im Klinikum Traunstein?

Außer-Haus-Verpflegung im großen Stil: so könnte man die Aufgabe des Klinikums Traunstein beschreiben: Im Klinikverbund werden täglich bis zu 1.500 Essen produziert; die Küche muss dabei die unterschiedlichsten Ansprüche berücksichtigen – vom Essen für die Kinderabteilung bis hin zur Schonkost für spezielle Krankheitsbilder. Ferner muss die Logistik zwischen den sechs Standorten bewältigt werden. Dass dabei viel auf vorkonfektionierte Produkte zurückgegriffen wird – der Conveniencegrad liegt bei ca. 80% – erscheint verständlich. Und doch wird versucht, so viele Produkte wie möglich regional einzukaufen – zum Beispiel Milchprodukte, Mineralwasser, Brot von lokalen Bäckereien, Fleisch von lokalen Metzgern.  Frischküche oder Systemküche im Klinikum Traunstein? weiterlesen

Heimat erhalten – Flächenfraß stoppen!

Ein Teil der Bürgermeister des Landkreises Traunstein macht mobil gegen das Volksbegehren „Betonflut eindämmen“ (siehe z.B. https://www.chiemgau24.de/chiemgau/traunstein/landkreis-traunstein-ort55635/traunstein-buergermeister-schiessen-gegen-betonflut-volksentscheid-9692295.html)
Hier mein Kommentar dazu:

Jeden Tag verschwinden 13 Hektar Bayern unter Asphalt und Beton. Das entspricht 18 Fußballfeldern. Immer mehr Gewerbegebiete, Discountmärke und Logistikzentren entstehen auf der grünen Wiese. Unsere Dörfer verlieren an Lebensqualität, Natur- und Ackerflächen verschwinden. Und damit auch immer mehr heimische Blumen, Bienen und Singvögel.

Fläche ist ein begrenztes Gut, und so wie jetzt damit umgegangen wird, kann es nicht weitergehen. Uns geht es nicht darum, die Planungshoheit der Kommunen abzuschaffen, aber sie muss sich einfach in einem gewissen Rahmen bewegen – so wie es übrigens jetzt auch schon ist. Wir fordern mehr Zusammenarbeit, Weitsichtigkeit und auch Kreativität, um bauliche Anliegen umweltverträglich umzusetzen: mehrgeschossiges Bauen, weniger Flächen für Parkplätze, Innenentwicklung der Dörfer, Leerstände nutzen. Wir wollen die begrenzte Fläche sinnvoll nutzen, z.B. für den dringend benötigten Wohnraum. Wir wollen keine Sondergebietsausweisungen auf der grünen Wiese mehr, wenn im Nachbarort eine geeignete Gewerbefläche vorhanden ist. Es geht darum, erst mal nachzudenken, bevor der Bagger kommt!

Innerhalb von kürzester Zeit hat unser Volksbegehren mehr als 50.000 Unterschriften erhalten. Das zeigt mir, dass es den Menschen sehr wichtig ist, dass hier etwas getan wird. Wenn die Bürgermeister sich dagegen stellen, handeln sie gegen den Willen ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Dass die Resolution nicht einstimmig verabschiedet wurde, stimmt mich hoffnungsvoll. Es gibt doch einige Bürgermeister im Landkreis, die begriffen haben, um was es geht.

Gutes Essen im Mütterzentrum Traunstein

Mit der bayernweiten „Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ bin ich weiter durch den Landkreis unterwegs: am Montag besuchte ich das Mütterzentrum Traunstein, das als Kita-Träger fast 100 Kinder in der Region täglich frisch bekocht. Dass sogar die Semmelknödel nicht aus dem Packerl kommen, sondern selbst gemacht werden, freute mich ganz besonders – denn das ist in der heutigen Außer-Haus-Verpflegung alles andere als selbstverständlich! Dabei können schon die Kleinsten können mit so gutem Essen an gesunde Ernährung herangeführt werden. Zum Danke erhielten (v.l.) Janina Preuster, Frau Maree und Frau Anja Preuster vom Mütterzentrum die „Grüne Schürze“.

 

Kommunal kochen in Holzkirchen

Gemeinsam essen – Grüne Kantinentour durch Bayern. Heute in Holzkirchen beim Kommunalunternehmen »Frischeküche gKU« Holzkirchen. Gemeinde, Landkreis und das Küchenteam ziehen an einem Strang – sehr erfolgreich und vorbildlich in der Qualität.  Das kommunale Unternehmen wurde 2013 gegründet und gehört jeweils zur Hälfte dem Landkreis und der Marktgemeinde Holzkirchen. Ziel ist, die Schulen und Kindergärten Holzkirchens und der umliegenden Gemeinden (auch in Nachbarlandkreisen) mit Essen aus möglichst regionalen, saisonalen, biologischen, gentechnikfreien und fair gehandelten Lebensmitteln herzustellen und »sozial gute« Arbeitsplätze zu bieten.

Ich durfte auch wieder beim Mittagessen dabei sein!
Vielen Dank an die Vorstandsvorsitzende Barbara Schömig und den Küchenleiter und den Bürgermeister von Holzkirchen, Olaf von Löwis of Menar.

Zum Tag der gesunden Ernährung: Zeit für einen Aufbruch – eine neue Esskultur in der Schule

Am 7. März 2018 ist der 21. Tag der gesunden Ernährung unter dem Motto „Genussvoll Essen und Trinken – Den Menschen und der Ernährung verpflichtet“. Diesen wichtigen Tag sollten wir zum Anlass nehmen‚ uns weiter Gedanken zu machen darüber, wie wir unseren Kindern und Jugendlichenn gesundes Essen in den Schulen zur Verfügung stellen können. Es wird Zeit für einen Aufbruch: eine neue Esskultur in der Schule.

Die Schulen an sich haben ein großes Interesse am Thema „Gesunde Ernährung“, das zeigt die starke Nachfrage am EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch(produkte). Zum Schuljahr 2017/18 stehen für Bayern 6,7 Millionen Euro aus Brüssel und 4,7 Millionen Euro Landesmittel bereit. 160 000 Mädchen und Buben kommen also einmal pro Woche in den Gratis-Genuss von Obst, Gemüse, Milch, Käse, Joghurt oder Quark. Dieses Programm kann aber nur ein Baustein sein – im Kampf für gesunde Ernährung und im Kampf gegen Fehlernährung. Wir Grüne wollen hochwertiges, gesundes und schmackhaftes Schulessen für alle Kinder – und dessen Qualität darf weder vom Geldbeutel der Eltern noch von der Finanzlage der Kommunen möglich sein.

Ein Grüner Gesetzentwurf zum Thema wird in den nächsten Wochen dem Landtag vorgelegt.

Doch weiter mit Glyphosat: Traunreut verpasst den Absprung

Die gestern erfolgte Ablehnung des Traunreuter Stadtrats, die Pachtvertragsregeln für ihre kommunalen Flächen künftig nach ökologischen Bewirtschaftungsrichtlinien umzugestalten, bedauere ich außerordentlich. Da trifft der Traunreuter Bauausschuss auf Vorschlag des Stadtgärtnermeisters eine richtungsweisende Entscheidung für den Ökolandbau – und der Stadtrat kippt diesen Beschluss wieder. Dabei geht es nur um die 14 Hektar, die die Stadt an Landwirte der Region verpachtet – ihre eigenen Flächen können die Landwirte ja weiterhin mit Chemie behandeln.

Der Lobbydruck des Bauernverbands hat hier wieder einmal gewirkt – es zeigt sich erneut, dass der Bauernverband kein Interesse daran hat, unsere bäuerliche Landwirtschaft in eine Zukunft zu führen. Die Landwirtschaft hat damit wieder einmal eine Chance verpasst, sich der sanften, gesellschaftlich geforderten Ökologisierung zu öffnen – denn die Menschen wollen einfach keine Chemie mehr auf den Äckern. Dass eine giftfreie Landwirtschaft möglich ist, das zeigt der Ökolandbau seit vielen Jahren. Und auch in der konventionellen Landwirtschaft gibt es längst viele Stimmen, Versuche und Methoden, um auf Pestizide verzichten zu können.

Ich bedaure sehr, dass die Stadt Traunreut es verpasst hat, hier mutig voran zu gehen und mit einem solchen ersten Schritt Vorbild für viele Kommunen zu sein.

CSU-Politik von supervorgestern!

Staatssekretär Albert Füracker spricht im Plenum zur Änderung des Haushaltsgesetzes von „Mobilitätszugewinn am Land“ – offensichtlich befindet er sich zu oft in München, und am Land nur in seiner Dienstlimousine! Selbst in einer Boomregion wie dem Landkreis Traunstein kommt man mit ÖPNV nirgendwo hin – das ist eine Politik von supervorgestern!
Weitere Aufreger: die Landwirtschaftspolitik und die Revitalisierung der Ortskerne – die ohne den bisherigen CSU-Landesentwicklungsplan vielleicht gar nicht nötig wäre. Aber seht selbst!

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