Landwirtschaft & Ernährung

Zum Tag der gesunden Ernährung: Zeit für einen Aufbruch – eine neue Esskultur in der Schule

Am 7. März 2018 ist der 21. Tag der gesunden Ernährung unter dem Motto „Genussvoll Essen und Trinken – Den Menschen und der Ernährung verpflichtet“. Diesen wichtigen Tag sollten wir zum Anlass nehmen‚ uns weiter Gedanken zu machen darüber, wie wir unseren Kindern und Jugendlichenn gesundes Essen in den Schulen zur Verfügung stellen können. Es wird Zeit für einen Aufbruch: eine neue Esskultur in der Schule.

Die Schulen an sich haben ein großes Interesse am Thema „Gesunde Ernährung“, das zeigt die starke Nachfrage am EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch(produkte). Zum Schuljahr 2017/18 stehen für Bayern 6,7 Millionen Euro aus Brüssel und 4,7 Millionen Euro Landesmittel bereit. 160 000 Mädchen und Buben kommen also einmal pro Woche in den Gratis-Genuss von Obst, Gemüse, Milch, Käse, Joghurt oder Quark. Dieses Programm kann aber nur ein Baustein sein – im Kampf für gesunde Ernährung und im Kampf gegen Fehlernährung. Wir Grüne wollen hochwertiges, gesundes und schmackhaftes Schulessen für alle Kinder – und dessen Qualität darf weder vom Geldbeutel der Eltern noch von der Finanzlage der Kommunen möglich sein.

Ein Grüner Gesetzentwurf zum Thema wird in den nächsten Wochen dem Landtag vorgelegt.

Doch weiter mit Glyphosat: Traunreut verpasst den Absprung

Die gestern erfolgte Ablehnung des Traunreuter Stadtrats, die Pachtvertragsregeln für ihre kommunalen Flächen künftig nach ökologischen Bewirtschaftungsrichtlinien umzugestalten, bedauere ich außerordentlich. Da trifft der Traunreuter Bauausschuss auf Vorschlag des Stadtgärtnermeisters eine richtungsweisende Entscheidung für den Ökolandbau – und der Stadtrat kippt diesen Beschluss wieder. Dabei geht es nur um die 14 Hektar, die die Stadt an Landwirte der Region verpachtet – ihre eigenen Flächen können die Landwirte ja weiterhin mit Chemie behandeln.

Der Lobbydruck des Bauernverbands hat hier wieder einmal gewirkt – es zeigt sich erneut, dass der Bauernverband kein Interesse daran hat, unsere bäuerliche Landwirtschaft in eine Zukunft zu führen. Die Landwirtschaft hat damit wieder einmal eine Chance verpasst, sich der sanften, gesellschaftlich geforderten Ökologisierung zu öffnen – denn die Menschen wollen einfach keine Chemie mehr auf den Äckern. Dass eine giftfreie Landwirtschaft möglich ist, das zeigt der Ökolandbau seit vielen Jahren. Und auch in der konventionellen Landwirtschaft gibt es längst viele Stimmen, Versuche und Methoden, um auf Pestizide verzichten zu können.

Ich bedaure sehr, dass die Stadt Traunreut es verpasst hat, hier mutig voran zu gehen und mit einem solchen ersten Schritt Vorbild für viele Kommunen zu sein.

CSU-Politik von supervorgestern!

Staatssekretär Albert Füracker spricht im Plenum zur Änderung des Haushaltsgesetzes von „Mobilitätszugewinn am Land“ – offensichtlich befindet er sich zu oft in München, und am Land nur in seiner Dienstlimousine! Selbst in einer Boomregion wie dem Landkreis Traunstein kommt man mit ÖPNV nirgendwo hin – das ist eine Politik von supervorgestern!
Weitere Aufreger: die Landwirtschaftspolitik und die Revitalisierung der Ortskerne – die ohne den bisherigen CSU-Landesentwicklungsplan vielleicht gar nicht nötig wäre. Aber seht selbst!

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„Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ – Besuch bei den Oderberger Werkstätten

Immer mehr Menschen nehmen ihr Mittagessen außer Haus ein. Damit steigt der Stellenwert der Außer-Haus-Verpflegungseinrichtungen. Wie gehen diese damit um? Welche Herausforderungen sehen sie angesichts des Anspruchs, gesundes und gutes Essen auf den Tisch zu bringen? Das wollte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl von den Betreibern der Oderberger Werkstätten wissen, die sie auf Einladung der Chiemgau Lebenshilfe im Rahmen ihrer bayernweiten „Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ besuchte. „Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ – Besuch bei den Oderberger Werkstätten weiterlesen

„Falsche Ratschläge des BBV wirken wie schleichendes Gift“

Der große Treck der Farmer ist auf dem Weg in die Bio-Zukunft. Nur viele bayerische Bauern fahren nicht mit. „Die falschen Ratschläge des Bauernverbands, der immer auf Massenproduktion für den Weltmarkt gesetzt hat, wirken wie ein schleichendes Gift“, diagnostiziert Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, am Rande ihres Besuchs auf der Ökomesse BIOFACH. „Bio ist heute raus aus der Nische und ein attraktives landwirtschaftliches Geschäftsmodell“, zeigt sich auch Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze überzeugt. Öko-Betriebe erlebten nicht nur ein rasantes Absatzwachstum, sondern arbeiteten auch immer wirtschaftlicher.

Die Landtags-Grünen fordern deshalb ein scharfes Umsteuern in der bayerischen Landwirtschaftspolitik. „Falsche Ratschläge des BBV wirken wie schleichendes Gift“ weiterlesen

Bayerns Gewässer sauber halten – multiresistente Keime bekämpfen!

Die aktuellen Messergebnisse aus Gewässern Niedersachsens haben uns alle erschreckt: hier sind multiresistente Keime in freier Natur nachgewiesen worden. Deshalb fordern wir Landtagsgrüne mit einem Antrag im heutigen Umweltausschuss, alles zu tun, um Bayerns Gewässer und unser Nahrungsmittel Nummer 1 sauber zu halten.

Zukünftig sollten alle EU-Badestellen auch auf multiresistente Keime untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht werden. Beim Abwasser von Kläranlagen, Krankenhäusern, Schlachthöfen und Tiermasteinrichtungen müssen Maßnahmen ergriffen werden. Denn diese Keime sind nicht nur für geschwächte Personen gefährlich. Sie zeigen auch, dass sich Resistenten überall ausbreiten. Am Ende droht das postantibakterielle Zeitalter, wo keine Antibiotika mehr wirken. Hier muss deutlich gegengesteuert werden!

Grüner Antrag „Multiresistente Keime in Bayerns Gewässer bekämpfen“

Du bist, was du isst: Für gute Schulverpflegung in Bayern!

Mittagessen an der Schule? Bei dem Gedanken an die Mahlzeit in der Schulkantine kaufen viele Schülerinnen und Schüler lieber ihre Brotzeit an der Fastfood-Bude ums Eck. Die Verpflegungssituation lässt an vielen Schulen zu wünschen übrig. Doch es gibt auch einige Beispiele, wie gesundes, leckeres Essen, sogar in Bio-Qualität, an der Schule funktionieren kann und von Schülerinnen und Schülern aller Altersklassen gut angenommen wird.

Wir Grüne im Bayerischen Landtag beschäftigen uns schon seit einiger Zeit damit, wie wir allen Schülerinnen und Schülern in Bayern gutes Essen an ihren Schulen ermöglichen können. Wir besuchten Schulen und Kindergärten, haben dort mitgegessen und uns ein Bild vor Ort gemacht. Wir haben uns im Ausschuss berichten lassen, warum das Essen an den Schulen so schlechte Noten erhält und wir haben Anträge gestellt für besseres Essen und Ernährungsbildung und für mehr Bio an Bayerns Schulen. Außerdem haben wir die breite Palette aller Akteur*innen in diesem Bereich zu uns in den Landtag eingeladen, damit wir schlauer werden und gute Beispiele kennenlernen. Zuletzt waren die „Betroffenen“, Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern, bei uns im Landtag zu Gast (http://www.gisela-sengl.de/du-bist-was-du-isst-gutes-essen-an-bayerns-schulen/).

Chronik:

Wann Das haben wir gemacht 
März 2015 Fachgespräch: Gutes Essen braucht gute Ausbildung
Mai 2015 Berichtsantrag: Schulverpflegung verbessern (17/6722)
April 2016 Antrag: Gesunde Schule: Ernährungsbildung und Essensangebot Hand in Hand (17/11325)
April/Mai 2016 Tour: Gutes und Gesundes für unsere Schulen! Tag der grünen Schulverpflegung
Dezember 2016 PM: Grüne fordern Qualitätsstandards für Schulverpflegung
März 2017 Fachgespräch: Mehr Bio an Bayerns Schulen
April 2017 Antrag: Mehr Bio in Schulen: Bio-Anteil in allen bayerischen Schulen mindestens 20% bis 2020 und mindestens 50% bis 2025 (17/16349)
2018 Tour: Du bist, was du isst
Februar 2018 Schüler*innentalk: Du bist, was du isst

Du bist, was du isst – gutes Essen an Bayerns Schulen!

Unser Fachgespräch mit SMV-VertreterInnen im Bayerischen Landtag zeigt, dass die Zufriedenheit mit dem Schulessen größer sein könnte. Die Wünsche, die die Schülerinnen und Schüler in Bayern an gutes Schulessen haben, sind dabei relativ klar:

Am wichtigsten ist: dass es satt macht und schmeckt! Darüber hinaus wünschen sich die Schüler qualitativ hochwertiges Essen und eine gewisse Varianz bei der Speisenwahl. Ein größeres vegetarisches Angebot wird gewünscht. Die Nachhaltigkeit ist wichtig. Aber ab und zu darf’s auch mal eine Currywurst oder Leberkässemmeln sein!


Hier geht’s zum Video!

Für mich bleibt als Fazit: der wichtigste Schritt zu gutem Schulessen ist der Dialog zwischen allen Beteiligten. Und es fehlt an der Wissensbildung: viele Schüler wissen gar nicht, was nachhaltig ist und was z.B. Bio bedeutet. Die Schule soll die Kinder aufs Leben vorbereiten – und muss deshalb auch die Ernährungsbildung in die Hand nehmen!

Glyphosat-Ausstieg? CSU gefährdet Glaubwürdigkeit

Keine Glyphosat-Empfehlung durch staatliche Stellen! Unseren Antrag dazu hat die CSU heute im Agrarausschuss abgelehnt. Da stellt sich für mich schon die Frage, wie ernst sie es mit dem Glyphosat-Ausstieg, der ja im CSU-10-Punkte-Plan für Bayern drinsteht, eigentlich meinen.
Und übrigens, liebe CSU: Dass die LfL keine Empfehlungen zur Glyphosat-Anwendung gibt, ist schlichtweg falsch – das kann auch jeder googeln: siehe http://www.lfl.bayern.de/ips/unkraut/138783/index.php oder http://www.lfl.bayern.de/ipz/gruenland/026250/index.php .

Zehntausende bei „Wir haben es satt“-Demo

33.000 Menschen haben gestern in Berlin gegen die Agrarindustrie demonstriert. Über 160 Traktoren aus ganz Deutschland führten die Menge an, die vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Bundeskanzleramt zog und auf dem Weg die Agrarministerkonferenz mit einem Kochtopfkonzert begleitete. So viele Menschen, die zeigen: so kann es nicht weitergehen!