Landwirtschaft & Ernährung

Mehr Bio in Staatskantinen

Verkehrte Welt am Mittwoch, den 4. April 2019: Im Agrarausschuss eiern CSU und FW um ein klares Bekenntnis zur ökologischen Landwirtschaft herum und lehnen unseren Antrag „Mehr Biogerichte in den bayerischen Staatskantinen“ (Drs. 18/458) ab. Wenige Stunden später wird das Volksbegehren zum Artenschutz angenommen und in der Pressekonferenz überlegt Markus Söder, wie der biologische Anteil in bayerischen Kantinen deutlich erhöht werden kann. Was ja Inhalt unseres Antrags war. Weil wir wissen, dass die Gemeinschaftsverpflegung ein Absatzmotor für die ökologische Lebensmittelproduktion in Bayern sein kann. Und weil ökologische Landwirtschaft gut für die Artenvielfalt ist. Mehr Bio in Staatskantinen weiterlesen

EU-Agrarausschuss gegen Agrarwende

Gegen Umwelt, Klima und Artenvielfalt: Konservative, Liberale und viele Sozialdemokraten haben gegen eine dringend notwendige Reform der EU-Agrarpolitik gestimmt.  Die Grünen Anträge zur Reformierung der GAP hin zu umweltverträglicherer Agrarpolitik im Sinne von „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ wurden rundweg abgelehnt. Das war kein guter Tag für Europa! Denn dieses Festhalten am ewigen Gestern hilft weder der Artenvielfalt noch den Bäuerinnen und Bauern. Jetzt gilt’s für die Europawahl!

Ehre für das Unkraut

Heute ist der „Tag zu Ehren des Unkrauts“. Denn ein „sauberes“ Feld oder Garten enthält keinerlei Nahrung mehr für Insekten. Deshalb: wenn das Unkraut – oder schöner vielleicht: Beikraut – raus muss, dann zumindest mechanisch, thermisch oder eben auch mit der Hand, wie es zum Beispiel beim Bio-Gemüseanbau and der Tagesordnung ist. Und ansonsten: stehen lassen! Bienen, Schmetterlinge und Co. werden es uns danken.

Ökolandbau in die Agrarstatistik

Den „Rückgang der Milchkuhhaltung in Bayern“ beschrieb das Bayerische Landesamt für Statistik in aller Ausführlichkeit Ende Januar in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Rinder wurde aufgeführt und die Zahl der Betriebe, die Spitzenreiter hervorgehoben und die Durchschnittswerte der einzelnen Regierungsbezirke verglichen. Was fehlte, waren Angaben zu den Kühen in Bio-Milchbetrieben, obwohl mittlerweile zwischen 18 und 20 Prozent der Milch in Bayern von Bio-Milchkühen kommen. Da klaffte eine Lücke in der Statistik und gerade hier wäre die Entwicklung äußerst interessant gewesen. Auch auf den Internetseiten der Ämter für Landwirtschaft findet man Zahlen zum Ökolandbau zum Teil nur mühsam. In unserem Antrag „Ökologischer Landbau in der Agrarstatistik“ (Drs. 18/341) fordern wir von der Staatsregierung, die Daten für den ökologischen Landbau erkennbar auszuweisen. Ökolandbau in die Agrarstatistik weiterlesen

Mehr Wertschätzung für die Hauswirtschaft

Am 21. März ist „Tag der Hauswirtschaft“ – ein Anlass, ein Augenmerk auf dieses wichtige Berufsfeld zu lenken. Gute und gesunde Ernährung ist mir ein Herzensanliegen, und hier spielt Hauswirtschaft als Beruf eine wichtige Rolle. Dieser Beruf ist vielfältig, anspruchsvoll und ein Berufsfeld mit Zukunft. Vom Pflegeheim, über Kita und Schule bis hin zur Gastgewerbe und der Landwirtschaft: In den Bereichen Haushaltsführung, Einkauf und gesunde Ernährung werden viele ausgebildete Fachkräfte benötigt. Mehr Wertschätzung für die Hauswirtschaft weiterlesen

Eine Riesenchance für die Landwirtschaft

Artikel mit freundlicher Genehmigung von Katharina Schmid

Voller Saal im Freisinger Furtnerbräu: ExperteInnen und Gäste diskutieren bei der Veranstaltung der Landtags-Grünen zum Thema „Europas Ernte – Was die EU für unsere Artenvielfalt tun kann“

„Die grüne Welle rollt. Nicht nur politisch, sondern auch landwirtschaftlich. Zeit wird’s!“ Mit diesen Worten begrüßte Gisela Sengl, Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung der bayerischen Grünen im Landtag, die mehr als 100 Gäste, die am Donnerstagabend in den Freisinger Furtnerbräu gekommen waren. Ein Diskussionsabend zum Thema „Europas Ernte – Was die EU für unsere Artenvielfalt tun kann“ war den Besuchern angekündigt worden, hochkarätige Gäste aus der Agrarbranche dazu geladen: Reinhild Benning und Felix Prinz zu Löwenstein. Benning leitete bis 2015 das Referat Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Seit November 2015 befasst sie sich bei Germanwatch mit Landwirtschaft und Tierhaltung. Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Biolandwirt, war als Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vertreten. Musikalisch begeisterte das lokale Duo Häns Czernik und Sandra Rieger auf Gitarre und Geige.  Eine Riesenchance für die Landwirtschaft weiterlesen

EuGH: Glyphosat-Studien müssen veröffentlicht werden

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte sich geweigert, eine umstrittene Studie über das Krebsrisiko von Glyphosat zu veröffentlichen – zu Unrecht, hat jetzt der Europäische Gerichtshof geurteilt. Ein Meilenstein für den Kampf so vieler Menschen gegen Glyphosat und andere Totalherbizide! Bei so wichtigen Entscheidungen, die die Gesundheit von Menschen betreffen, darf es keine Geheimniskrämerei geben!

Aufheiterung in schweren Zeiten

Mit freundlicher Genehmigung von Alois Albrecht

Saaldorf. (al) Die Zeiten sind nicht leicht für die Milchbauern. Trotzdem lassen es sich die BDM Bäuerinnen der Kreise BGL und Traunstein nicht nehmen, einen fröhlichen Vormittag, bei einem exzellenten späten Frühstück, oder frühen Mittagessen, miteinander zu verbringen. Ein ausgezeichneter „Brunch“, wie die Kombination des „Breakfast“ und „Lunch“ aus dem Englischen, für Frühstück und Mittagessen, bezeichnet wird, war für die Bäuerinnen auf dem Huber-Hof in Berg bei Saaldorf vorbereitet worden. Dazu gab Alois Lohwieser auf seinem Akkordeon auch noch gute musikalische Begleitung.

Das gute Essen war aber nur eine Seite der Zusammenkunft. Es gab auch gute Informationen, denn Maria Mayer, die stellvertretende Kreisvorsitzende des BDM Traunstein, hatte die Landtagsabgeordnete und Agrarpolitische Sprecherin der Grünen, Gisela Sengl, für ein Referat, vor allem über das Volksbegehren; „Rettet die Bienen“, eingeladen. Wie allgemein bekannt wird der sehr erfolgreiche, von fast 1,8 Millionen Menschen unterzeichnete Gesetzesentwurf für den bayerischen Landtag, besonders von den Bauern, kontrovers diskutiert. Aufheiterung in schweren Zeiten weiterlesen

Bei regionalen Bioprodukten gibt es durchaus noch Luft nach oben

Bei regionalen Bioprodukten gibt es durchaus noch Luft nach oben – denn ein großer Teil der in Deutschland verkauften Biowaren wird importiert: zum Beispiel jede dritte Bio-Kartoffel, und auch Bio-Getreide wie Weizen und Roggen wird zu großen Teilen eingeführt, während bei vielen konventionellen Produkten mehr produziert wird als verbraucht werden kann.

Natürlich stehen Bioprodukte aus Bayern im internationalen Wettbewerb. Da ist dann die Politik gefragt, die Biobranche gerade bei Forschung und Entwicklung zu unterstützen. Da geht es beispielsweise um Versuche mit Sorten, die sich für den biologischen Anbau eignen und neue Wege der mechanischen Beikrautbekämpfung.

Während die konventionelle Landwirtschaft bei Beratung und Forschung auf ein breit aufgestelltes Team an den Landesanstalten und Landwirtschaftsämtern zurückgreifen kann, ist der ökologische Landbau immer noch ein Randthema. Es wird Zeit, in dieses Zukunftsthema auch in den Behörden zu investieren. Das Volksbegehren hat aufgezeigt, dass der Schutz der Umwelt, den vor allem der Ökolandbau garantiert, in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist!

Toller Erfolg des Volksbegehrens im Landkreis

Mehr als deutlich hat das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ die geforderte Million Unterschriften erreicht: laut aktueller Schnellmeldung trugen sich bayernweit rund 1,5 Millionen Stimmberechtigte für eine Verankerung von Regelungen zum Schutz der Artenvielfalt im Naturschutzgesetz ein.

Ich freue mich sehr über dieses tolle Ergebnis und danke den vielen Bayerinnen und Bayern, die mit ihrer Unterschrift klar gemacht haben, dass die Regierung endlich ihren Kurs ändert hin zu einer Umweltschutzpolitik, die diesen Namen auch verdient. Dass der Landkreis Traunstein mit 18 % Beteiligung gut abgeschnitten hat, wundert mich nicht: Unsere schöne, bäuerlich geprägte Kulturlandschaft und unsere Natur ist nicht nur unser Kapital, sondern auch ein wichtiger Grund dafür, warum es sich hier so gut leben lässt. Das wollen die Menschen schützen.

Besonders das gute Abschneiden des Volksbegehrens in der Gemeinde Marquartstein freut mich: Mit 24,68% haben sich dort so viele Menschen eingetragen wie sonst nirgends im Landkreis. Dass aber auch viele andere Gemeinden wie Petting, Chieming und Kirchanschöring an dieser Marke kratzen, zeigt, wie grün die Menschen bei uns im Landkreis denken!