Landwirtschaft & Ernährung

Grundwasserschutz endlich ernst nehmen!

Der CSU-Regierung ist es ganz offensichtlich wichtiger, eine intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung zu ermöglichen, als unser Wasser als wichtigstes Lebensmittel zu schützen: So lautet mein Fazit aus der Antwort der CSU-Regierung zieht, die sie nach der Umsetzung der Düngeverordnung in Bayern gefragt hatte.

Hintergrund meiner Anfrage sind zwei Karten, in denen jeweils dieselben Gebiete plötzlich unterschiedlich eingestuft wurden, obwohl beiden Karten dieselben Messwerte zugrunde liegen. In einer Karte von 2013 markierte das Landesamt für Umwelt alle die Gebiete, in denen zu hohe Nitratwerte gemessen wurden und demzufolge das Grundwasser belastet ist. Mehr als ein Drittel dieser Gebiete wurden später als „gut“ eingestuft, obwohl die Nitratwerte noch immer über den erlaubten Werten liegen. Grundwasserschutz endlich ernst nehmen! weiterlesen

Bio-Verpflegung hilft Kindern beim Gesundwerden

Vor zehn Jahren wurde im Landshuter Kinderkrankenhaus die Umstellung auf 100% Bio-Essen beschlossen. Wie wir nun erfahren haben, gibt es nun eine komplette Kehrtwende zu 100% konventionell. Das ist mir völlig unverständlich, denn die Umstellung auf Bioprodukte war damals ein Bekenntnis zu gesunder Ernährung der kleinen Patientinnen und Patienten. Auch damals war schon klar, dass der Wareneinkauf teurer wird, aber das war es allen in der Vergangenheit auch wert.

Zehn Jahre lief das Konzept gut, das Kinderkrankenhaus St. Marien war mit seiner Bio-Verpflegung ein Vorzeigeprojekt in der Biostadt Landshut. Dass man jetzt aus Kostengründen komplett auf konventionelle Waren zurückgreift, ist ein herber Schlag, der die gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Bio komplett ignoriert.

Gerade für einen kirchlichen Träger passte das Gesamtkonzept in die Enzyklika, umso weniger verständlich ist, dass plötzlich ausschließlich betriebswirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen. Damit bleibt das Bekenntnis zum Erhalt der Lebensgrundlagen nur eine Worthülse.

Wir Landtagsgrüne fordern deshalb die Klinikleitung auf, bei 100% Bio zu bleiben, denn biologische Landwirtschaft ist in jeder Hinsicht gesundheitsförderlich und ohne eine gesunde Ernährung gibt es keine Gesundheit!

Gentechnik: EuGH folgt Einschätzung der Grünen

Mit großer Freude haben wir Landtagsgrünen die EuGH-Entscheidung zur Kenntnis genommen, dass neue Gentechnikverfahren wie „CRISPR“ als Gentechnik einzustufen sind. Das EuGH bestätigt unsere Grüne Auffassung des Vorsorgeprinzips: Das Urteil, die neuen Techniken wie die Genschere CRISPR als Gentechnik einzustufen, was wir von Anfang an gefordert haben, nimmt die Politik in die Pflicht und unterstützt unsere Grüne Forderung nach sorgsamem Umgang mit Agrogentechnik.

Sowohl in einem Positionspapier der Fraktion als auch im Landtagswahlprogramm für die Landtagswahl 2018 haben die bayerischen Grünen eine gesetzliche Einstufung von CRISPR unter die geltenden strengen EU-Richtlinien gefordert.

Wir Grünen haben immer klar gesagt, dass jedes Verfahren, durch das eine auf natürliche Weise nicht mögliche Veränderung am genetischen Material eines Organismus vorgenommen wird, Gentechnik ist und den gesetzlichen Vorgaben der Gentechnik zu unterliegen hat. Das EuGH hat dies nun eindrucksvoll bestätigt! Mit dieser Entscheidung wurde verhindert, die Macht der Agrarkonzerne weiter auszubauen und gleichzeitig kann Bayern gentechnikfrei bleiben. Das wäre sehr schwer geworden, wenn die neuen Gentechnikmethoden nicht unter die Gentechnikrichtlinien gefallen wären.

Erfolgreicher Familienbetrieb

Ein guter Familienzusammenhalt, eine geregelte Hof-Nachfolge und die verschiedenen Standbeine vom Brennholz über Rindermast und Ferien auf dem Bauernhof  – das alles sichert den Erfolg des vollbewirtschafteten Hofs der Familie Mayer in Pullach/Seebruck, den ich kürzlich besucht habe. Intensive Landwirtschaft und extensive Kulturlandschaftspflege werden durch die Nutzung des Schnittguts der Streuwiesen in Beziehung gesetzt. So sichert die – durchaus arbeitsreiche –  Pflege und Nutzung durch die Landwirtschaft die für den Tourismus existenziell wichtige Kulturlandschaft.
Und das genau ist es, was wir Grünen zum Thema EU-Fördergelder für die Landwirtschaft fordern: Die Kulturlandschaft ist ein öffentliches Gut. Sie muss gepflegt und genutzt werden, was für die meisten Betriebe einen Mehraufwand bedeutet. Deshalb braucht dieser Mehraufwand den Ausgleich durch Fördergelder.

PFOA: Landratsamt und LGL haben Fürsorgepflicht verletzt

Endlich liegen die Ergebnisse der Blutuntersuchung an fast 1000 Freiwilligen aus dem Landkreis Altötting vor – und jetzt ist es amtlich: die PFOA-Werte der Bevölkerung in den betroffenen Gemeinden liegen teilweise drastisch über Vergleichswerten aus anderen Landkreisen. Besonders hohe Werte liegen dort vor, wo die Menschen Trinkwasser getrunken haben. Seit 10 Jahren wussten die Behörden von der Belastung des Trinkwassers – und trotzdem wurde keine Warnung vor dem Konsum des Trinkwassers ausgesprochen, zumindest dort, wo noch keine Aktivkohlefilter eingesetzt wurden. Man hat die Bevölkerung in dem guten Glauben gelassen, sie könnten weiterhin bedenkenlos Trinkwasser trinken. Damit hat der Staat in Form von Landesamt für Gesundheit (LGL) und Landratsamt seine Fürsorgepflicht massiv verletzt – und das ist ein Skandal!

Renate Künast im Landkreis Traunstein

Volles Haus in Übersee beim Besuch von Renate Künast! Mit über 80 Menschen sprachen wir über Landwirtschaft, Ernährung und solidarisches Zusammenleben. Wir brauchen einen Strukturwandel in der Agrarpolitik genauso wie im Ernährungssektor. Es ist mittlerweile viel einfacher, sich ungesund zu ernähren anstatt gesund – dabei müsste es umgekehrt sein! Nicht die Industrie darf die Regeln bestimmen, die Politik muss das tun!

Puchheim: Nein zu Glyphosat – Leben für Biene, Hummel und Co!

Bericht mit freundlicher Genehmigung von Manfred Sengl, Grüne Puchheim:

Auf Einladung der Puchheimer Grünen erläuterte die agrarpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gisela Sengl, Biobäuerin aus dem Landkreis Traunstein, am 28. Juni in der Alten Schule in Puchheim-Ort verschiedene Wege, wie eine nachhaltige Landwirtschaft gestaltet werden kann. „Das endlich ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangte Artensterben hat viel mit dem Spritzmitteleinsatz in der Landwirtschaft sowie mit der ungeheuren Intensivierung zu tun“, so Gisela Sengl, „es ist dringend ein grundsätzliches Umsteuern von flächenbezogenen Zahlungen hin zu Zahlungen für nachhaltig betriebene Landwirtschaft erforderlich“. Gisela Sengl setzt dabei nicht nur auf den klassischen Bioanbau, sondern ermutigt die Landwirte und die Verbraucher, sich auf regionaler Ebene zu organisieren, um die Wertschöpfung vor Ort zu halten. Dazu gehört auch, die Verarbeitung der Produkte möglichst in der Region zu organisieren. Als positives Beispiel wies Gisela Sengl auf die Molkerei „Berchtesgadener Land“ hin, die den Milchbauern faire Preise zahlt und durch geschicktes Marketing für den Absatz der Produkte sorgt. Wichtig sei auch, dass angehende Landwirte in den Landwirtschaftsschulen gemeinsam und zu gleichen Anteilen den konventionellen Anbau und den biologischen Anbau erlernen. Für das Anlegen von Gewässerrandstreifen, Blühstreifen, Ackerrainen oder Feldhecken sowie für tiergerechte Haltungsformen müssen verstärkt Gelder fließen, denn die Landwirtschaft muss sich für die Landwirte auch rechnen. In Bayern gibt es dazu schon einige gute Ansätze wie z.B. das Kulturlandschaftsprogramm, die aber deutlich ausgebaut werden müssten“, so Sengl weiter.

Agrarbericht 2018: Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik

Der heute vorgestellte Agrarbericht 2018 ist für mich eine Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik. Wir verlieren weiter massiv Betriebe, wir hinken beim Bio-Umstieg hinter dem selbstgesteckten CSU-Ziel her und wir haben ein Flächenproblem, das die CSU-Regierung mit Änderungen am Landesentwicklungsprogramm noch verschärft hat.

Konkret wächst der Anteil der Öko-Anbaufläche in Bayern zu wenig. Das führt dazu, dass das Ursprungsziel der Bioregio 2020 – eine Verdoppelung der Ökoproduktion – in weite Ferne gerückt ist. Dabei liegt der durchschnittliche Unternehmensgewinn bei einem Biobetrieb um 11 Prozent über dem eines konventionellen Betriebes. Agrarbericht 2018: Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik weiterlesen

„Ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung“

Im Rahmen meiner Kantinentour durch Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung durch ganz Bayern machte ich kürzlich auch in Traunreut Station – bei der Kantine von Bosch Haushaltsgeräte (BSH), die durch extern durch die Navitas GmbH betrieben wird. Der mehrfach ausgezeichnete Küchenchef Klaus Wimmer führt seine erst kürzlich ausgegliederte Firma Navitas (Navitas Restaurations GmbH c/o BSH Hausgeräte GmbH) mit besonders viel Herzblut. Damit setzt er in der expandierenden Branche der Gemeinschaftsverpflegung Maßstäbe. Es gehöre zur Firmenphilosophie, sowohl der B/S/H/ als auch der Navitas, dass sich sowohl Gäste als auch Mitarbeiter wohl fühlen und respektiert werden. „Ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung“ weiterlesen

Kommentar von Martin Häusling zu neuen Züchtungstechniken

Den Beitrag in Spiegel Online von Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, treffend kommentiert:

https://www.martin-haeusling.eu/themen/agro-gentechnik/1987-kommentar-zum-spiegel-artikel-von-forschungsministerin-theresia-bauer-bw.html