Landwirtschaft & Ernährung

Rotes Höhenvieh und Mohn

Das Projekt „Ökomodellregionen in Bayern“ liegt mir als agrarpolitische Sprecherin sehr am Herzen. Deshalb bin ich derzeit unterwegs in Bayern, um die Akteure aller fünf Ökomodellregionen kennen zu lernen, und die Entwicklung der Regionen mitverfolgen zu können.

Als erste (natürlich nach „unserer“ Region Waginger See) besuchte ich die „Steinwaldallianz“ (13 Gemeinden) im Landkreis Tirschenreuth am nördlichen Rand der Oberpfalz. Eingebunden in die Waldlandschaften des Steinwaldes und des südlichen Fichtelgebirges liegen kleinräumig strukturierte, historische Kulturlandschaften, die durch eine über Jahrhunderte andauernde kleinbäuerliche Landwirtschaft entstanden, von ihr gepflegt und erhalten worden sind. Eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen, teils gefährdet oder gar vom Aussterben bedroht, finden hier Lebensraum und Rückzugsgebiete – beispielsweise die ästige Mondraute, die wir bei meinem Besuch tatsächlich entdeckt haben.

Ein großes Problem ist seit Jahren der demographische Wandel und die dramatischen Bevölkerungsverluste (bis zu 20 % in 20 Jahren) im Allianzgebiet. Umso wichtiger ist es, durch vernetztes Handeln wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu verbessern und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen. Rotes Höhenvieh und Mohn weiterlesen

Zu Gast bei den Ökomodellregionen der Oberpfalz

In den vergangenen Tagen habe ich die Ökomodellregionen Steinwaldallianz (im Landkreis Tirschenreuth) und Neumarkt in der Oberpfalz besucht, mit den Verantwortlichen und Engagierten gesprochen und mir ein Bild der Lage und der Ziele gemacht. Hier ein paar Eindrücke:

Discounter-Preispolitik ruiniert kleine bäuerliche Betriebe

Beim Kongress zum UN-Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe waren sich alle einig, dass die bäuerlichen Familienbetriebe schützenswert sind. Das Problem dabei ist meiner Ansicht aber: Die Preispolitik des Handels ist der Ruin der kleineren Bauern. Der Lebensmittelmarkt in Deutschland wird von etwa sechs Konzernen, den Hauptabnehmern, bestimmt, und diese bestimmen den Preis. Ein kleiner Bauer hat da keine Chance, oft nicht einmal ein Zusammenschluss mehrerer kleinerer Bauern.  Discounter-Preispolitik ruiniert kleine bäuerliche Betriebe weiterlesen

Nein zu TTIP in Aying

Etwa 40 Grüne und andere Interessierte kamen am Donnerstag nach Aying, um mit mir und Dr. Ulrich Mössner von Attac über die Gefahren der Freihandelsabkommen zu diskutieren. Ich möchte mich nochmals ganz explizit bei Dr. Mössner für den interessanten Vortrag bedanken, der sich mit meinem ganz wunderbar ergänzt hat, wie ich finde. Ich freue mich, dass Attac und wir Grüne hier an einem Strang ziehen. So werden wir es bestimmt schaffen, dass TTIP, CETA und die anderen Freihandelsabkommen, die rein Konzerninteressen verfolgen, gestoppt werden.

GroKo vergibt Steuergelder für chemisches Düngen auf ökologischen Flächen

Union und SPD höhlen EU-Agrarreform weiter aus – gegen den Beschluss des Bundesrats

Hier meine Pressemitteilung zum gestrigen Beschluss des „Direktzahlungen-Durchführungsgesetzes“ durch den Bundestag.

München (22.05.14). Union und SPD haben sich bei der Umsetzung der EU-Agrarreform im Bezug auf das Greening (Maßnahmen zum Umwelt-, Klima-, und Wasserschutz und zum Schutz der Artenvielfalt im Rahmen der Agrarförderung – 5 Prozent der Fläche soll ökologischen Zwecken dienen) auf faule Kompromisse geeinigt. Bestandteil des Greening sind Ökologische Vorrangflächen, die ursprünglich dafür gedacht waren, den dramatischen Artenschwund zu stoppen. Nach dem Willen der Koalition sind jetzt Pflanzenschutzmittel, die erwiesenermaßen Artenvielfalt vernichten, auf Ökologischen Vorrangflächen zulässig. Damit handelt die Regierung auch gegen den Beschluss des Bundesrats. „Der positive Ansatz des Greenings, Landwirtschaft zu ökologisieren, ist damit verschwunden“, so Gisela Sengl, agrarpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag. „Greening ist damit sinnlos, eine leere Worthülse.“    GroKo vergibt Steuergelder für chemisches Düngen auf ökologischen Flächen weiterlesen

Branche beleuchtet „Megatrend“ Regionalität kritisch

Rund 200 Teilnehmer und 40 namhafte Referenten diskutierten beim Bundestreffen der Regionalbewegung in Sonthofen glaubwürdige Regionalitätskennzeichnung

Im Mittelpunkt des Bundestreffens stand die Frage: „Wie kann die gute, oft jahrelange Arbeit der Regionalinitiativen und des Lebensmittelhandwerks gegen pauschalisierte Regionalkennzeichnungen abgesichert werden?“ Die Regionalbewegung stellte ihr Konzept für glaubwürdige Regionalität mit der Auslobung „Geprüfte Regionalität“ der Öffentlichkeit vor.
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Massenverhaftung bei Anti-TTIP-Demo!

Brüssel riskiert seinen guten Ruf als Ort der Europäischen Demokratie

Quelle: http://www.sven-giegold.de/2014/massenverhaftung-anti-ttip-demo-bruessel-riskiert-ruf-als-ort-der-europaeischen-demokratie/
Quelle: http://www.sven-giegold.de/2014/massenverhaftung-anti-ttip-demo-bruessel-riskiert-ruf-als-ort-der-europaeischen-demokratie/

 

Viele Nichtregierungsorganisationen, darunter attac, hatten heute zur Demonstration gegen den European Buisness Summit in Brüssel und das EU- US-Handelsabkommen TTIP aufgerufen. Gegen die friedliche Demonstration wurde von der Polizei ein Wasserwerfer eingesetzt. 249 DemonstrantInnen, darunter aktuell auch Aurélie Maréchal, eine Mitarbeiterin des Grünen Belgischen Spitzenkandidaten und meines Kollegen Philippe Lamberts, sind zur Stunde noch in Haft.

Wir fordern die sofortige Freilassung aller DemonstrantInnen. Brüssel riskiert seinen guten Ruf als Ort der Europäischen Demokratie. Martin Schulz sollte sich ebenso als Präsident des Europäischen Parlaments für die Freilassung einsetzen.

Wir fordern, dass am Sitz des Parlaments weiter friedliche Demonstrationen möglich sind, auch wenn sie sich gegen das EU-US-Abkommen TTIP richten.