Landwirtschaft & Ernährung

Wir haben es satt!

23.000 sind am Samstag in Berlin wieder auf die Straße gegangen, um gegen die Agrarindustrie zu protestieren – nicht so viele wie letztes Mal, aber trotzdem eine klare Aussage: Keine Zukunft ohne Bäuerinnen und Bauern! Für eine bäuerliche und ökologischere Zukunftslandwirtschaft! Für Bauernhöfe, die umwelt- und klimafreundlich wirtschaften! Für starke Strukturen im ländlichen Raum! Für artgerechte Tierhaltung, gegen Gentechnik!

Wieder BAG-Sprecherin!

Ich freue mich sehr über meine Wiederwahl als Sprecherin der BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung! Gemeinsam mit meinem Sprecherkollegen Dietmar Johnen aus Rheinland-Pfalz werde ich auch in den nächsten beiden Jahren mein Bestes geben, um die konstruktive Zusammenarbeit innerhalb der BAG zu unterstützen und deren gute Ergebnisse nach außen zu tragen. Unterstützt werden wir für die nächsten beiden Jahre von unserer neu gewählten Stellvertreterin Ophelia Nick aus Nordrhein-Westfalen – herzlich willkommen im Team!

Bewerbungsrede Gisela Sengl für den Sprecherinnen-Posten der BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
Bewerbungsrede Gisela Sengl für den Sprecherinnen-Posten der BAG Landwirtschaft und ländliche Entwicklung

Wir haben politisch schon viel erreicht: Immer mehr Menschen wollen wissen, was auf ihren Tellern landet. Regionalität hat als Qualitätsmerkmal längst die Geiz-ist-geil-Mentalität der großen Handelsketten und globalisierten Agrarmärkte überholt. Das Bewusstsein, dass wir alle die Folgekosten der industrialisierten Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion teuer bezahlen müssen, wächst. Wir Grüne haben unsere Kernkompetenz in guter Ernährung weitergedacht und das Thema Landwirtschaft zum bundesweiten Schwerpunktthema gemacht. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir eine grüne Agrarwende schaffen!

Klimaschutz mit Messer und Gabel

Die Produktion von Fleisch konzentriert sich auch in Bayern auf immer weniger Betriebe. Zeitgleich setzt sich das Höfesterben beinahe ungebremst fort. Seit 2001 gaben allein in Bayern fast 30.000 Betriebe die Schweinehaltung auf. Der Konzentrationsprozess in der Fleischproduktion findet leider auch immer mehr in Bayern statt.

Gerade auch wenn wir über Klimaschutz sprechen, müssen wir uns bewusst machen, dass auch unser privater Fleischkonsum einen großen Anteil am Klimaschutz hat. Hier stellen sich heute schon viele Verbraucherinnen und Verbraucher die Fragen: Woher kommt das Fleisch? Wie werden die Tiere gehalten? Woher kommen die Futtermittel? Und vor allem: muss es jeden Tag Fleisch und Wurst sein oder genügt auch weniger? Weniger Fleisch, dafür Fleisch aus ökologischer Haltung – das ist Klimaschutz mit Messer und Gabel.

Tatsächlich geht der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch und Wurst in Deutschland seit einigen Jahren leicht zurück. Trotzdem steigt die Erzeugung von tierischen Nahrungsmitteln, das heißt die Exportzahlen steigen. Die Gewinne bleiben bei einigen wenigen Großkonzernen. Exportorientierte Fleischproduktion ist klimaschädlich, weil zu viele Tiere auf zu geringer Fläche gehalten werden und Futtermittel aus Übersee zugekauft werden müssen. Die zusätzlich durch die Grundwasserverschmutzung entstehenden Kosten muss am Ende die Gesellschaft tragen.

Mehr Informationen im im Januar 2016 veröffentlichten „Fleischatlas Deutschland regional 2016“ unter http://www.boell.de/de/dossier-zum-fleischatlas-deutschland-regional

Bayerischen Milchtanker umlenken!

Die Predigt vom Wachsen oder Weichen, garniert mit einer Exportstrategie, die neue Absatzquellen auf den Weltmärkten erschließen soll, kann auf Dauer nur schiefgehen! Die  Beratungsstrategie der bayerischen Landwirtschaftsverwaltung für die bayerischen Bäuerinnen und Bauern erscheint beinahe hilflos angesichts der aktuellen Milchkrise. Der aktuelle Weltmarktpreis für Milch liegt derzeit unter den Erzeugungskosten. Bei einem Selbstversorgungsgrad von 200 Prozent in Bayern, darf eine Beratung nicht zu einer Steigerung der Milchmenge führen.  Bayerischen Milchtanker umlenken! weiterlesen

Tiere in der Landwirtschaft – eine Frage der Haltung

Der gemeinsame Antrag der BAGen Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und Tierschutzpolitik „Tiere in der Landwirtschaft – eine Frage der Haltung“ wurde bei der BDK in Halle auf Platz 1 gewählt – und angenommen! Das freut mich als BAG-Sprecherin natürlich besonders. Zwei Jahre intensiver Zusammenarbeit sind damit von Erfolg gekrönt worden.

Hier die Rede zum Antrag:

Rede zum Antrag "Tiere in der Landwirtschaft - eine Frage der Haltung"
Rede zum Antrag „Tiere in der Landwirtschaft – eine Frage der Haltung“

Und hier der Link zum Antrag:
„Tiere in der Landwirtschaft – eine Frage der Haltung“