Forderungen aus dem Bad Grönenbacher Tierskandal

580 Besucher*innen bei einer Podiumsdiskussion in Kempten zum Tierskandal auf einem Allgäuer Milchviehbetrieb – das Thema bewegt die Menschen, nicht nur im Allgäu. Es ist auch wirklich traurig, dass ein Betrieb mit solchen Machenschaften die ganze Branche in Misskredit bringt. Umso wichtiger finde ich, dass sich die anderen landwirtschaftlichen Betriebe klar und deutlich von solchen Betrieben distanzieren.

Für mich ist klar: Ich will in einer Gesellschaft leben, in der Tiere gut behandelt werden – und deren Gesetze für alle gelten. Wir müssen alles dafür tun, solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Dafür muss sich das System ändern – damit wir nicht irgendwann an dem Punkt sind, an dem das gängige Kükenschreddern auf Kälber ausgeweitet wird.

Die Politik ist jetzt in der Pflicht und muss Maßnahmen ergreifen, dieses System zu durchbrechen. Unsere politischen Forderungen sind:

-Gewerbliche Tierhalter bzw. Großbetriebe zu definieren und zu erfassen, z.B. anhand der Auflistungen gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz.

– Gewerbliche Betriebe bzw. Großbetriebe auf Bezirksebene anstatt auf Landkreisebene zu kontrollieren: die bestehende Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit (KBLV) ist bisher nur für Kontrollen bei Geflügelbetrieben zuständig. Dies muss auch auf andere Tierhaltungsbetriebe, u.a. Rinderhaltungsbetriebe, ausgeweitet werden.

– Regelmäßige, verpflichtende Kontrollen – analog der Kontrollen für Biobetriebe. Biobetriebe sind bisher die einzigen Betriebe in Deutschland, die einmal jährlich verpflichtend kontrolliert werden müssen!

– Wir fordern eine Rinderhaltungsverordnung und Tierhaltungskennzeichnung – für beides muss sich die Staatsregierung  auf Bundesebene einsetzen.

– Ein grundsätzliches Umdenken in der Agrarpolitik: Wir brauchen einen Systemwechsel in der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik!

 

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