„Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ – Besuch bei den Oderberger Werkstätten

Immer mehr Menschen nehmen ihr Mittagessen außer Haus ein. Damit steigt der Stellenwert der Außer-Haus-Verpflegungseinrichtungen. Wie gehen diese damit um? Welche Herausforderungen sehen sie angesichts des Anspruchs, gesundes und gutes Essen auf den Tisch zu bringen? Das wollte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl von den Betreibern der Oderberger Werkstätten wissen, die sie auf Einladung der Chiemgau Lebenshilfe im Rahmen ihrer bayernweiten „Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ besuchte.

Im lichtdurchfluteten Neubau an der Konrad-Zuse-Straße begrüßte Dr. Jens Maceiczyk die Delegation mit Traunreuter Grünen aus Ortsvorstand und Stadtratsfraktion. Der Geschäftsführer erläuterte ausführlich Angebot und Firmenphilosophie der Einrichtung. Frau Sengl war beeindruckt von den optimalen Betreuungsmöglichkeiten, dem ausgeklügelten Qualitätsmanagement und den Angeboten zur Persönlichkeitsentwicklung. In der Diskussion nahm das Thema Inklusion breiten Raum ein. Als geniale Zwischenlösungen zwischen dem Verbleib in Behindertenwerkstätten und der nicht immer einfachen Eingliederung in den 1. Arbeitsmarkt scheinen sich sogenannte Integrationsunternehmen, wie es die angegliederte „Chiemgauer Maßarbeit gGmbH“ ist, zu bewähren. Hier arbeiten Behinderte und Nichtbehinderte in regulären, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen, erfahren aber weiterhin Betreuung. Bei Bedarf besteht ein Rückkehrrecht in die entsendende Einrichtung. Als besonderer Verdienst der Geschäftsführung muss hervorgehoben werden, dass die Integrationsunternehmen ohne jegliche staatliche Unterstützung auskommen und auch die Werkstätten 50% der Kosten durch Arbeitsleistung refinanzieren. Dass es gelungen ist, mit der „Oderberger Maßarbeit“ eine konkurrenzfähige, industrielle Nischenproduktion für psychisch beeinträchtigte Menschen aufzubauen und erfolgreich zu betreiben, verdient hohe Anerkennung.

Die Lebenshilfe geht beim Thema gesunde Ernährung – bio-regional-saisonal- mit der eigenen Bioland-Gärtnerei in Großornach bei Obing und dem Inklusionsbetrieb ChiemgauKiste in Traunstein einen vorbildlichen Weg. Die Betriebskantine in Oderberg weiß dieses Angebot zu schätzen und greift, wenn immer möglich, auf diese Ressource zurück.

Während eines anschließenden Rundgangs konnte sich die Delegation von den ausgezeichneten Arbeitsbedingungen und der hohen Produktqualität der Oderberger Werkstätten überzeugen.

MdL Gisela Sengl besichtigt die Oderberger Werkstätten
Weitere Artikel der Themen Aus der Region, Ernährung, Landwirtschaft & Ernährung, Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung, Ökolandbau, Politik