Mehr Bodenschutz für Bayern

Wir haben das Internationale Jahr des Bodens zum Anlass genommen, ein ganzes Paket von Anträgen zum Thema Bodenschutz im Bayerischen Landtag einzureichen. Darüber hinaus war ich auch im Landkreis Ebersberg unterwegs, um mich über Probleme, Herausforderungen, aber auch gute Nachrichten für den Bodenschutz vor Ort zu informieren.

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Von der Kirche in Alxing besichtigten wir das Brucker Moor, eines der nur noch sehr selten vorkommenden Hochmoore. …

Moore haben nicht nur eine herausragende Bedeutung für den Schutz gefährdeter Arten, Biotope und Landschaften, sondern  auch einen besonders wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, denn Moorgebiete sind gigantische Kohlenstoffspeicher. Die Zerstörung der Moore machen 20% der klimaschädlichen Emissionen weltweit aus. Das Projekt „Brucker Moos“ wird als „Arten und Biotopschutzprojekt (ABSP) u.a. vom Landkreis, den Gemeinden und vom Freistaat gefördert.  Hier wird nun versucht, durch Wiedervernässung und Extensivierung der Feuchtgrünlandbereiche den ursprünglichen Zustand wieder anzustreben.

Mit dem Erhalt oder der Wiedervernässung von Mooren können mit relativ geringem Aufwand enorme CO2- Einsparungen erreicht werden. „Billiger“ also durch die Renaturierung von Moorflächen geht Klimaschutz kaum!
Dazu kommt, dass Moore ohnehin keine guten landwirtschaftlichen Flächen sind. Das bayerische Landwirtschafts-Ministerium hat daher bereits einen grünen Antrag aufgegriffen und im KuLAP aufgenommen, Moorflächen als Grünland, nicht als Ackerland zu nutzen. Wir Grüne fordern darüber hinaus, Moorflächen sukzessive aus der landwirtschaftlichen Nutzung in Bayern herauszunehmen.

 

Boden vor Erosion schützen

Bei der anschließenden Feldbegehung konnten wir uns von einem Positivbeispiel gegen die Bodenerosion überzeugen. Besonders Maisäcker sind enorm von Bodenerosion bedroht, da der Acker von Herbst bis Frühjahr völlig ungeschützt Wettereinflüssen ausgesetzt ist. Noch schlimmer ist es in Hanglagen, wo der Boden einfach weggeschwemmt wird.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg (AELF) hat diese Problematik erkannt und berät seine Landwirte mittlerweile hin zum Zwischenfruchtanbau. „Der Zwischenfruchtanbau nimmt hier in der Regiona stark zu; das Bewusstsein steigt, dass der Boden schützenswert ist“, bestätigt Thomas Eberl vom AELF Ebersberg. „Der Boden ist nicht vermehrbar.“ Das AELF thematisiere auch die Auswirkung von schweren landwirtschaftlichen Maschinen zu Zeitpunkten, an denen der Boden sehr in Mitleidenschaft gezogen würde, und versuche, Alternativen aufzuzeigen.

Wir Grüne fordern dazu mit unserem Antrag „Erosionsschutz im Maisanbau“, die Cross Compliance-Vorschriften zu verschärfen, so dass auf Flächen mit hoher Erosionsgefährdung beim Maisanbau zusätzliche Verpflichtungen einzuhalten sind: ganzjährige Mulchbedeckung zu gewährleisten, und verpflichtender Kulturartenwechsel bei Hanglängen über 300 Metern.

 

Wege zur Eindämmung des Flächenverbrauchs

Flächenversiegelung ist im Landkreis Ebersberg ein großes Thema, auch in der Gemeinde Bruck, der bevölkerungsärmsten Gemeinde im Landkreis (auf die Fläche bezogen). Hier will der Bürgermeister ein Gewerbegebiet auf die grüne Wiese stellen, gegen das sich die Bürgerinitiative „Schutzgemeinschaft Taglachinger Tal“ formiert hat. Es gibt einige Alternativen und Ideen, die die Bürgerinitiative durch ihr politisches Engagement hoffentlich weiter voranbringen kann.

Fakt ist aber, dass der teils immense Flächenverbrauch in Bayern eingedämmt werden muss. Wir Grüne fordern dazu ganz konkrete Maßnahmen, etwa:

  • Vorranggebiete für Landwirtschaft in der Regionalplanung: Die besten und produktivsten Böden müssen für Gewerbegebiete und Parkplätze Tabu sein (Vorranggebiete haben sich in anderen Bundesländern als wirksam erwiesen. Wichtig ist, dass sie eine flächige Umnutzung für andere Zwecke verhindern.)
  • Schnellere Untersuchung und Sanierung von Altlasten:
    740 Altlastverdachtsflächen in Bayern sind zu viel – hier könnte erhebliches innerörtliches Baupotenzial erschlossen werden
  • Einführung Gewerbeflächenkataster, um Auskunft über Flächenrecycling- und Nachverdichtungspotenzial zu gewinnen
  • Gründlichere Bedarfsprüfung bei der Neuausweisung von Gewerbeflächen
  • Gewerbeflächen, die keiner will, wieder aufheben

 

An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die Grünen im Landkreis Ebersberg, die Schutzgemeinschaft Taglachinger Tal und den BUND für ihr unermüdliches Engagement – politisch aktiv sein ist unglaublich wichtig, insbesondere auch auf kommunaler Ebene, denn in den Kommunen wird viel entschieden, was unser direktes Lebensumfeld betrifft!

Weitere Artikel der Themen Agrarpolitik, Anträge, Aus dem Landtag, Aus der Region, Ländlicher Raum, Landwirtschaft & Ernährung, Politik, Wasser