Ökolandbau in die Agrarstatistik

Den „Rückgang der Milchkuhhaltung in Bayern“ beschrieb das Bayerische Landesamt für Statistik in aller Ausführlichkeit Ende Januar in einer Pressemitteilung. Die Zahl der Rinder wurde aufgeführt und die Zahl der Betriebe, die Spitzenreiter hervorgehoben und die Durchschnittswerte der einzelnen Regierungsbezirke verglichen. Was fehlte, waren Angaben zu den Kühen in Bio-Milchbetrieben, obwohl mittlerweile zwischen 18 und 20 Prozent der Milch in Bayern von Bio-Milchkühen kommen. Da klaffte eine Lücke in der Statistik und gerade hier wäre die Entwicklung äußerst interessant gewesen. Auch auf den Internetseiten der Ämter für Landwirtschaft findet man Zahlen zum Ökolandbau zum Teil nur mühsam. In unserem Antrag „Ökologischer Landbau in der Agrarstatistik“ (Drs. 18/341) fordern wir von der Staatsregierung, die Daten für den ökologischen Landbau erkennbar auszuweisen. Schließlich ist die Verdoppelung des ökologischen Landbaus in Bayern erklärtes Staatsziel. Dazu braucht es neben guten Willen aber auch verlässliche und umfassende Zahlen. Das hilft, zielgerichtete Entscheidungen zu treffen und einen guten politischen Rahmen zu schaffen. Und es schadet auch nicht, wenn diese Zahlen leicht zu finden sind und ganz selbstverständlich zur bayerischen Landwirtschaft dazugehören. Leider sahen die anderen Fraktionen das anders und besonders die CSU wiegelte den Antrag mit ihrem Standardargument „bürokratischer Aufwand“ ab. Dabei macht es die Digitalisierung möglich, dass solche getrennten Ausweisungen eben nicht vermehrten bürokratischen Aufwand bedeuten. Die Zahlen sind da, sie müssten nur mit einem Mausklick sichtbar gemacht werden!

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