Gisela Sengl über Mobilität, Energiewende und die Zukunft des ländlichen Raums
Bei einem Besuch in Marktredwitz sprach Gisela Sengl mit der Frankenpost über die Herausforderungen ländlicher Regionen. Im Mittelpunkt standen der öffentliche Nahverkehr, der wirtschaftliche Wandel in Oberfranken, erneuerbare Energien und die künftige Ausrichtung der Grünen.
Mobilität braucht realistische Lösungen
Die Anreise nach Marktredwitz zeigte, wie störanfällig Bahnverbindungen auf dem Land sein können. Sengl setzt sich deshalb für einen verlässlicheren öffentlichen Nahverkehr ein. Gleichzeitig betont sie, dass viele Menschen außerhalb der Städte weiterhin auf ein Auto angewiesen sind.
Sie selbst fährt seit mehreren Jahren ein kleines Elektroauto. Neben klimafreundlicheren Fahrzeugen brauche es bessere Bus- und Bahnverbindungen, Park-and-Ride-Angebote und regionale Kooperationen. Neue Verbindungen dürften nicht zu schnell wieder eingestellt werden, sondern müssten sich zunächst etablieren können.
Chancen durch den wirtschaftlichen Wandel
Auch die Situation der oberfränkischen Automobilzulieferer war Thema des Gesprächs. Viele Betriebe stehen unter großem Veränderungsdruck. Sengl fordert deshalb Unterstützung für Unternehmen und Beschäftigte bei der Umstellung auf neue Technologien.
Chancen sieht sie insbesondere bei erneuerbaren Energien, Speichern und einer regionalen Energieversorgung. Entwicklungen wie in Wunsiedel könnten zeigen, dass die Energiewende auch neue Arbeitsplätze und wirtschaftliche Perspektiven schafft.
Erneuerbare Energien regional ausbauen
Beim Ausbau von Windkraft und Photovoltaik nimmt Sengl die Sorge um Natur und Landschaft ernst. Dennoch müsse ein großer Teil der benötigten Energie künftig möglichst vor Ort erzeugt werden.
Nicht jeder Standort sei dafür geeignet. Projekte müssten sorgfältig geplant und Eingriffe in sensible Naturräume genau geprüft werden. Grundsätzlich führe an erneuerbaren Energien jedoch kein Weg vorbei.
Politik muss praxistauglicher werden
Sengl äußerte sich auch selbstkritisch zur Arbeit ihrer Partei. Politische Vorhaben seien teilweise nicht ausreichend mit den Menschen abgestimmt worden, die sie umsetzen müssen.
Besonders Handwerk, Kommunen und Betroffene sollten früher beteiligt werden. Klimaschutz und gesellschaftliche Veränderungen könnten nur dann erfolgreich sein, wenn politische Entscheidungen verständlich seien und im Alltag funktionierten.
Verantwortung für Bayern übernehmen
Für künftige Regierungsbildungen schließt Sengl eine Zusammenarbeit mit anderen demokratischen Parteien grundsätzlich nicht aus. Eine feste Koalitionsaussage trifft sie jedoch nicht. Eine klare Grenze zieht sie gegenüber der AfD.
Für Sengl müssen ökologische Ziele, wirtschaftliche Sicherheit und soziale Verantwortung zusammen gedacht werden. Der Wandel könne nur gelingen, wenn Politik, Wirtschaft, Kommunen und Bevölkerung gemeinsam an praktikablen Lösungen arbeiten.

