Aldi senkt Milchpreis um 25 Prozent

Die Preisgestaltung bei den Discountern ist an Kaltschnäuzigkeit nicht mehr zu überbieten!
Aber auch die Molkereien und die Erzeuger müssen endlich begreifen: die Massenproduktion ruiniert die bayerischen Milchbauern. Mit den Weltmarktpreisen mithalten können nur durchrationalisierte Großbetriebe, mit bäuerlicher Milchviehwirtschaft hat das gar nichts mehr zu tun.
Der Verbraucher hat sich schon auf den Weg gemacht: die Nachfrage nach regionaler Qualitätsmilch, Heumilch, Weidemilch oder Biomilch ist hoch – so ein Angebot wünschen wir uns auch bei den Discountern und zwar ausschließlich! Nur so können wir unsere Milchbäuerinnen und -bauern erhalten.

Mehr Infos dazu: http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/milch-aldi-senkt-preis-um-25-prozent-a-1090442.html

Deutschland wegen Wasserverschmutzung und Nitrat vor Gericht

Wieder einmal verschleppt Deutschland die Umsetzung einer EU-Verordnung und riskiert damit Strafzahlungen, die wir Steuerzahler bezahlen müssen. Denn die Europäische Kommission verklagt Deutschland vor dem Gerichtshof der EU, weil es versäumt hat, strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat zu ergreifen.

Schuld an den Gewässerverunreinigungen wegen Nitrats ist die Landwirtschaft; die Überdüngung ist daher auch besonders stark im Schweinegürtel in Niederbayern und im intensiven Ackerbaugebiet in Mittelfranken. Grünlandregionen sind nicht betroffen.
Hier EU – Gesetzgebung absolut wichtig, verunreinigtes Wasser macht nicht an der Grenze Halt.

Groß angelegter Glyphosat-Freilandversuch in Bayern

Pestizid-Einsatz auf bis zu 170.000 Quadratmetern so genannter „ökologischer Vorrangflächen“

Ausgerechnet auf so genannten „ökologischen Vorrangflächen“ in Bayern findet derzeit ein groß angelegter Glyphosat-Freilandversuch statt – so kann man es wirklich nennen: Betroffen sind nach unseren Informationen knapp 170.000 Hektar Greening-Flächen, auf denen eine Zwischenfruchtnutzung erfolgt. Aufgrund des milden Winters sind die Pflanzen dort nicht abgefroren, weshalb die Landwirte jetzt vielerorts großflächig das Pflanzengift Glyphosat zum Einsatz bringen.  Groß angelegter Glyphosat-Freilandversuch in Bayern weiterlesen

Apfelbaum im Schneesturm

Während meines Besuchs beim Ortsverband der Grünen in Siegsdorf besichtigten wir auch den Biohof der Familie Krause. Hier der Bericht:

Ihren Besuch beim Ortsverband der Grünen in Siegsdorf nutzte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl zu einem Besuch bei Ortsverbandsmitglied Roland Krause auf seinem biologisch-dynamischen Hof in Zuhausen. Kennen gelernt hatten sich die beiden bei dem grünen Vernetzungstreffen von Bio-Bauern, zu dem Gisela Sengl vor einiger Zeit nach München eingeladen hatte. Als Geschenk hatte sie ein kleines Apfelbäumchen im Gepäck, das die Bio-Landwirtin auch gleich selber tatkräftig einsetzte, trotz Schneesturm im Frühling. Apfelbaum im Schneesturm weiterlesen

Schwandorfer Hähnchenmastanlage: CSU-Staatsregierung machtlos

Obwohl sie im krassen Gegensatz zum „Leitbild der bayerischen Agrarpolitik des bäuerlichen Familienbetriebs“ steht, kann die Staatsregierung offenbar nichts gegen die geplante Haltung von 300.000 Masthühnern bei Schwandorf tun. Dies geht aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf meine Anfrage hervor.

Dabei ist eine Tiermastanlage solcher Dimensionen nicht nur aus ethischen und Tierschutzgründen abzulehnen: Es stehen auch gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung durch Emissionen von Ammoniak, Staub und Bakterien und die Zerstörung des Schwandorfer Naherholungsgebiet zu befürchten.  Schwandorfer Hähnchenmastanlage: CSU-Staatsregierung machtlos weiterlesen

Reinheitsgebot und Glyphosat

160422_Ingolstadt500 Jahre Reinheitsgebot – großes Festzelt in Ingolstadt mit unserem Bierbotschafter Cem!
Festrednerin war Angela Merkel – in weiten Teilen gute und auch witzige Rede bis auf ihr sehr deutliches Werben für TTIP – da hat es im Festzelt gegrummelt und es gab keinen Applaus. Scchließlich sind die Hüter des Reinheitsgebotes die vielen kleinen und mittelständischen Brauereien und die brauchen funktionierende regionale Wirtschaftskreisläufen und kein TTIP!
Davor hat der BUND Naturschutz demonstriert gegen Glyphosat, ich habe mich natürlich dazu gestellt, denn das Reinheitsgebot beginnt auf dem Acker!

Glyphosat: Gefahr für unsere Gesundheit!

Wir Grünen forderten in einem Dringlichkeitsantrag im Landtag, die Zulassung für Glyphosat nicht blind zu verlängern, bevor nicht der Nachweis erbracht wird, dass Glyphosat unschädlich für Mensch und Natur ist. Die eingeschlafene Diskussion dazu habe ich versucht, etwas aufzurütteln – denn auf der einen Seite will die CSU die Nutzung von Glyphosat in Kindergärten verbieten, es in der Landwirtschaft aber weiterhin zulassen. Nur: die Lebensmittel, die damit angebaut werden, essen ja doch wiederum unsere Kinder! Das passt einfach nicht zusammen. Hier können Sie die Plenardebatte nochmals anschauen.  Glyphosat: Gefahr für unsere Gesundheit! weiterlesen

Viele Ausbildungsplätze in der Gastronomie unbesetzt: Flüchtlinge als neue Servicekräfte willkommen!

Mit meiner Landtagskollegin Claudia Stamm (Wahlkreis Rosenheim) und Vertreterinnen ihres Kreisverbandes, kam ich zu einem Gespräch im “Residenz-Hotel Winkler” in Aschau zusammen, um mit Küchenchef Steffen Mezger über Ausbildung und Integration in der Gastronomie zu sprechen.

Dass immer weniger Menschen in der Gastronomie arbeiten wollen, ist nicht neu. Jährlich stehen knapp 20 000 Bewerber einer nahezu doppelt so hohen Anzahl freier Ausbildungsplätze gegenüber. Die Flüchtlinge, die auf Arbeit in Deutschland hoffen, könnten hier schnell Abhilfe schaffen. Unglücklicherweise aber werden derzeit meist noch Anträge auf Beschäftigungserlaubnisse für Berufsausbildungen abgelehnt. Und selbst Asylbewerbern, die eine Ausbildungsstelle gefunden haben und mitten in ihrer Ausbildung stehen, kann eine Abschiebung drohen, wenn ihr Asylantrag abgelehnt wird. Heinz Winkler, Zwei-Sterne-Koch und Hotelier aus Aschau im Chiemgau, hat sich entschlossen, gegen den Ausbildungsmangel in der Gastronomie anzukämpfen. Seit Juni vergangenen Jahres wird Hagie Foday Jaiteh Kabba aus Sierra Leone zum Koch in der “Residenz Winkler” ausgebildet. Ein langer bürokratíscher Weg, wie sich Steffen Mezger, Küchenchef in der Residenz, erinnert. Im Traunsteiner Flüchtlingsheim habe Heinz Winkler angefragt, “ob da nicht Leute sind, die bei uns arbeiten möchten“, erzählt der Küchenchef. Fünf interessierte junge Männer wurden letztlich zum Praktikum eingeladen. Für jeden der Praktikanten hatte er eine Arbeitserlaubnis beantragen müssen, einer von ihnen wurde schließlich als Auszubildender übernommen. Und erst jetzt, nach beinahe einem Jahr Ausbildung, sei endlich die Zusage gekommen, dass Hagie bis zum Ende der dreijährigen Ausbildungszeit eine Aufenthaltsgenehmigung bekomme. Ab Juni werden zwei weitere Flüchtlinge in der Residenz ihre Ausbildung starten.

Ich werde mich weiter dafür einsetzen, lernwilligen Flüchtlingen zu einer Ausbildung zu verhelfen. Es geht nicht an, dass Lehrstellen unbesetzt bleiben. Für die Flüchtlinge ist es doch Motivation und Chance zugleich, ausgebildet zu werden und eine Arbeit zu finden. Voraussetzung ist natürlich, dass sie Deutsch lernen. Deutschkurse und Förderklassen statt reine Berufsschulklassen sind weitere Themen, die mir auf den Nägeln brennen.

Es war schön, zu sehen, dass es unter den derzeit 18 Auszubildenden in der Residenz kein Thema ist, dass Hagie aus Sierra Leone kommt. Chefkoch Mezger verwies anerkennend auf das Nachbarland Österreich, in dem hauptsächlich internationales Personal im Servicebereich arbeite, und fügte schmunzelnd hinzu: “Bei uns arbeiten ja auch Ausländer, sogar unser Chef als Südtiroler ist ja einer!”

Mein Fazit: Ein rundum gelungener politischer Ortstermin.

Agrarpolitische Sprecherin Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag