„Red ma moi“ über die Alzbrücke

Es gibt einiges, was den Menschen in Seebruck derzeit auf der Seele liegt. „Red ma moi“ forderte ich deshalb gemeinsam mit unserem Grünen Ortsverband Chiemsee Ost (der auch die Gemeinde Seebruck umfasst) und lud zum Gespräch in den Hafenwirt. Auch Bürgermeister Bernd Ruth und einige Gemeinderäte waren, neben über 50 Seebruckerinnen und Seebruckern, unserer Einladung gefolgt. Hier der Bericht:

Hauptthema des Abends war die marode Alzbrücke. Dass sie saniert werden muss, ist unstrittig – dass sie danach, wie vom staatlichen Straßenbauamt geplant, auch für 40-Tonner befahrbar sein soll, gefällt den Seebruckern nicht.

Das Problem: da es sich um eine Staatsstraße handelt, gibt es derzeit rechtlich keine Möglichkeit, eine Tonnagebeschränkung anzuordnen. „Diese Straße hat aber durchaus ihre Besonderheiten“, betonte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Steigung, enge Kurve und Querung der Alz, und das Aufeinandertreffen von PKW, LKW, Fahrrädern vom Chiemsee Rundweg und Fußgängern an der Brücke – für Fälle wie die Staatsstraße in Seebruck bräuchte es dringend eine Ausnahmeregelung. „Doch die CSU sperrt sich bisher leider gegen solche Gesetzesänderungen“, so Sengl. „Red ma moi“ über die Alzbrücke weiterlesen

Kein Patent auf Gerste und Bier!

Nach der Entscheidung des Europäischen Patentamts dürfen bestimmte Braugerstensorten ab sofort nur noch von zwei Großbrauereien eingesetzt werden – solche Patente auf Leben sind aber ein No-Go! Die Patenterteilung ist ein klarer Bruch mit dem europäischen Patentrecht, das eigentlich Patente auf Pflanzensorten und auf konventionelle Züchtung verbietet. Dass das Europäische Patentamt dennoch so entschieden hat, ist absolut zu kritisieren. Deutschland und Bayern müssen sich jetzt stark machen, dass die Sortenvielfalt bei der Gerste für alle Brauereien zugänglich bleibt. Keine Patenterteilung auf Leben!

Zum Hintergrund: Trotz des Einspruchs des Bündnisses „No patents on seeds!“ hat das Europäischen Patentamts (EPA) an der Patenterteilung auf eine bestimmte Braugerstensorte für Heineken und Carlsberg festgehalten.

Junge Menschen fürs Handwerk begeistern

Meine Rede zur Berufsinformationsmesse des Handwerks in Traunstein:

„Wir brauchen auch in Zukunft Menschen, die den Breznknopf drehen können, die Fußböden verlegen, die nach Sturmschäden unsere Stromleitungen wieder reparieren können.

Wir brauchen Menschen, die uns die Haare schön machen, die einen Bundwerkstadel zimmern können und ein böhmisches Gewölbe mauern können.

Das ist nur eine kleine Auswahl der vielen Berufe, die durch Maschinen und Roboter nicht zu ersetzen sind.

Eine gute handwerkliche Ausbildung ist die Grundlage für ein erfülltes Leben, und gut ausgebildete Menschen schenken unserer Gesellschaft eine hohe Lebensqualität. Schließlich schmecken Bäckersemmeln wesentlich besser als Industriesemmeln!

Um das aber gewährleisten zu können, müssen wir noch einiges tun auf diesem Feld. Die Ausbildung junger Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Berufliche Bildung ist genauso viel wert wie akademische Bildung! Ein Metzger ist genauso viel wert wie eine Juristin! Es ist wichtig, dass wir das wieder unseren Kindern und Jugendlichen vermitteln.
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Mia ham’s satt!

Mia hams satt! Für eine echte Agrarwende, für eine Landwirtschaft ohne Gift sind gestern in München mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen. Eine Landwirtschaft OHNE Gift und Chemie ist möglich – der Ökolandbau zeigt es seit Jahrzehnten. Bio kann unsere Lebensgrundlagen erhalten und die Welt ernähren – das wurde jetzt auch wieder wissenschaftlich nachgewiesen (http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2018/2050-oekolandbau-kann-europa-ernaehren.html)!

„Des werd ma woin no sogn derfa“ – Finale in Sondermoning

Ob „summering“ oder „davoseln“ und ob die Hautfarbe eines Fremden in einer Tourismusregion entscheidend ist, wenn sich ein Geschäft mit ihm machen lässt – das waren einige der Themen, die beim realsatirischen Stammtisch „des werd ma woi no sogn derfa“  in Sondermoning (ugs. Summering), im Gasthof Zenz,  die Zuhörer zum Lachen und ins Grübeln brachten. Anke Foyle, Rolf Gottstein und Erika Schalper streiften als Stammtisch-Darsteller*innen die Vorzüge von „Glyphosan“ im heimischen Garten, die Unzulänglichkeiten von Bus und Bahn auf dem Land und die saubere Aufgeräumtheit der Gewerbegebiete im Gegensatz zu Sumpf und wildwachsender Natur. Das Fremde in der Heimat beschäftigte die Stammtischler und mündete in Überlegungen, ob es bei den Lamas in Sondermoning nicht sei, wie früher bei den Kelten und Römern, dass sie, zuerst noch fremd, dann doch irgendwann einheimisch würden. Amüsiert griff das Publikum die regionalen Anspielungen auf, ließ sich aber auch auf die darauffolgende ernsthaftere Diskussion ein, der sich Gisela Sengl, Direktkandidatin und Burgi Mörtl-Körner, Listenkandidatin für die Landtagwahl, stellten. Bezogen auf den Tag der Deutschen Einheit wurde das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland diskutiert: Angesichts einer, immer komplizierter erscheinenden Welt, sollten sich die Menschen nicht einem Gefühl der Ohnmacht hingeben, sondern aktiv mitgestalten. Soziale Benachteiligung sei ein gesellschaftliches Problem, dem mit einem ständig hinausposaunten „Bayern ist Spitze“ nicht beizukommen sei. Es solle nicht allein um das Nationale gehen, sondern auch darum, gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Europa anzustreben, so waren einige Beiträge der Diskussion. Auch die Dieselaffäre, Gülletourismus, die Koalitionsfrage und Nachhaltigkeit sahen die Besucher als wichtige Themen an und forderten in ihren Fragen das Fachwissen und die grüne Programmatik der Kandidatinnen heraus. Zum Abschluss bedankten sich die Stammtisch-Darsteller*innen bei den vielen Gästen im vollbesetzen Salettl vom Gasthof Zenz, das nach 13 Aufführungen in ganz Oberbayern für ein gelungenes Finale der „Stammtischtour“ sorgte.

Zum Tag der deutschen Einheit

Meine Rede zum Tag der Deutschen Einheit bei der Veranstaltung „Die Einheit ist bunt!“:

In meiner Kindheit und Jugend war der Tag der deutschen Einheit noch am 17. Juni. Es war ein Feiertag, also schulfrei und das war das Wichtigste an diesem Tag. Wir hatten keine Verwandten in Ostdeutschland und mein Wissen über die DDR hatte ich aus Büchern und etwas aus dem Schulunterricht. Irgendwie wusste ich, dass der Anlass für den Feiertag etwas sehr Tragisches war und dass es überhaupt ganz schlimm war, dass die Menschen in der DDR nicht verreisen durften so wie wir.

1986 sind wir dann das erste Mal mit dem Auto durch die DDR rauf nach Berlin gefahren. Und den Eindruck und die Bilder habe ich heute noch vor Augen: die leeren Autobahnen, die total leeren Autobahnraststätten, an denen man abgewiesen wurde, weil angeblich kein Platz mehr frei war. Dann unser Besuch in Ost-Berlin: leider war an diesem Tag auch noch schlechtes, regnerisches Wetter, aber in meiner Erinnerung gab es in Ost-Berlin nur die Farben grau und braun.
Ich hatte damals wirklich nicht viel Geld, und selbst dieses wenige Geld sind wir nicht losgeworden. Der Gegensatz zu unserer auch damals schon sehr konsumorientierten Welt und dem Nichts in Ostberlin war wirklich riesig. Ich empfand alles als sehr deprimierend und war froh, wieder nach Westberlin in unsere schöne bunte Welt zurückfahren zu können. Zum Tag der deutschen Einheit weiterlesen

Keine Ferkelkastration ohne Betäubung!

Ab 2019 sollte kein Ferkel mehr ohne Betäubung kastriert werden. Eigentlich hatte der Bundesrat das gerade noch bestätigt – da grätscht der Koalitionsausschuss der Groko dazwischen. Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren soll jetzt doch bis 2021 erlaubt bleiben. Ein Skandal! Immerhin ist seit dem Beschluss 2013 genug Zeit vergangen, um sich um Alternativen zu bemühen. CSU/CDU und Bauernverband haben die notwendigen Tierschutz-Maßnahmen einfach nur viel zu lange auf die lange Bank geschoben!

Mehr dazu: Drei Wege, Ferkel zu kastrieren – und zwei, es nicht zu tun“ von Robert Habeck

Rettet das Recht auf Asyl!

Rede zur Demonstration „Rettet das Asylrecht!“ am 29. September 2018 in Traunstein:

Als im Herbst 2015 meine Sitzungszeit im Landtag begonnen haben, bin ich  wieder jeden Tag mit dem Zug nach München rauf und am Abend wieder runtergefahren. Und den ganzen September und Oktober waren die Züge voller Flüchtlinge. In Rosenheim wurden die Treppen zur Unterführung abgesperrt, um die Flüchtlinge alle zusammenfassen zu können, die mit den Zügen aus Italien in Rosenheim ankamen.  Geduldig warteten sie darauf, registriert und weitergeschickt zu werden.

In München wurden Bahnsteige gesperrt, um Platz für die ankommenden Flüchtlinge zu schaffen. Unzählige Münchnerinnen und Münchner kamen, brachten Lebensmittel, Wasser, Windeln, Kleidung und boten ihre Hilfe an.

In Freilassing wurde ein leer stehender Laden gegenüber dem Bahnhof kurzfristig umgeräumt zum Lebensmittellager. Denn die Menschen, die ankamen, waren durstig und hungrig. Auch hier organisierten viele, viele freiwillige Helfer die Versorgung. Rettet das Recht auf Asyl! weiterlesen

Unterwegs im Steigerwald

Mit den Bamberger Grünen und Kerstin Celina war ich kürzlich im Steigerwald unterwegs. Mit einer tollen Führung von Dr. Sperber, vielen Dank dafür! Auch wenn Sturmtief Friederike einiges an Bäumen umgeknickt hat wie Streichhölzer, ist es ein wunderschöner Wald. Wir kämpfen für einen Nationalpark Steigerwald!
Wir müssen der Natur wieder Räume zurückgeben und sie aus der Nutzung nehmen, vor allem auch zum Erhalt und Erforschung der riesigen Artenvielfalt in unberührten Wäldern.