Politik

Renate Künast im Landkreis Traunstein

Volles Haus in Übersee beim Besuch von Renate Künast! Mit über 80 Menschen sprachen wir über Landwirtschaft, Ernährung und solidarisches Zusammenleben. Wir brauchen einen Strukturwandel in der Agrarpolitik genauso wie im Ernährungssektor. Es ist mittlerweile viel einfacher, sich ungesund zu ernähren anstatt gesund – dabei müsste es umgekehrt sein! Nicht die Industrie darf die Regeln bestimmen, die Politik muss das tun!

Puchheim: Nein zu Glyphosat – Leben für Biene, Hummel und Co!

Bericht mit freundlicher Genehmigung von Manfred Sengl, Grüne Puchheim:

Auf Einladung der Puchheimer Grünen erläuterte die agrarpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Gisela Sengl, Biobäuerin aus dem Landkreis Traunstein, am 28. Juni in der Alten Schule in Puchheim-Ort verschiedene Wege, wie eine nachhaltige Landwirtschaft gestaltet werden kann. „Das endlich ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangte Artensterben hat viel mit dem Spritzmitteleinsatz in der Landwirtschaft sowie mit der ungeheuren Intensivierung zu tun“, so Gisela Sengl, „es ist dringend ein grundsätzliches Umsteuern von flächenbezogenen Zahlungen hin zu Zahlungen für nachhaltig betriebene Landwirtschaft erforderlich“. Gisela Sengl setzt dabei nicht nur auf den klassischen Bioanbau, sondern ermutigt die Landwirte und die Verbraucher, sich auf regionaler Ebene zu organisieren, um die Wertschöpfung vor Ort zu halten. Dazu gehört auch, die Verarbeitung der Produkte möglichst in der Region zu organisieren. Als positives Beispiel wies Gisela Sengl auf die Molkerei „Berchtesgadener Land“ hin, die den Milchbauern faire Preise zahlt und durch geschicktes Marketing für den Absatz der Produkte sorgt. Wichtig sei auch, dass angehende Landwirte in den Landwirtschaftsschulen gemeinsam und zu gleichen Anteilen den konventionellen Anbau und den biologischen Anbau erlernen. Für das Anlegen von Gewässerrandstreifen, Blühstreifen, Ackerrainen oder Feldhecken sowie für tiergerechte Haltungsformen müssen verstärkt Gelder fließen, denn die Landwirtschaft muss sich für die Landwirte auch rechnen. In Bayern gibt es dazu schon einige gute Ansätze wie z.B. das Kulturlandschaftsprogramm, die aber deutlich ausgebaut werden müssten“, so Sengl weiter.

Agrarbericht 2018: Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik

Der heute vorgestellte Agrarbericht 2018 ist für mich eine Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik. Wir verlieren weiter massiv Betriebe, wir hinken beim Bio-Umstieg hinter dem selbstgesteckten CSU-Ziel her und wir haben ein Flächenproblem, das die CSU-Regierung mit Änderungen am Landesentwicklungsprogramm noch verschärft hat.

Konkret wächst der Anteil der Öko-Anbaufläche in Bayern zu wenig. Das führt dazu, dass das Ursprungsziel der Bioregio 2020 – eine Verdoppelung der Ökoproduktion – in weite Ferne gerückt ist. Dabei liegt der durchschnittliche Unternehmensgewinn bei einem Biobetrieb um 11 Prozent über dem eines konventionellen Betriebes. Agrarbericht 2018: Dokumentation der Versäumnisse einer fehlgeleiteten CSU-Landwirtschaftspolitik weiterlesen

Kommentar von Martin Häusling zu neuen Züchtungstechniken

Den Beitrag in Spiegel Online von Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, treffend kommentiert:

https://www.martin-haeusling.eu/themen/agro-gentechnik/1987-kommentar-zum-spiegel-artikel-von-forschungsministerin-theresia-bauer-bw.html

Zu hohe Nitratwerte: EuGH verurteilt Deutschland

Jahrelang hat Deutschland die Umsetzung der EU-Verordnung verschleppt und die hohen Nitratwerte bei vielen Trinkwassermessungen – auch in Bayern – ignoriert. Jahrelang haben die verantwortlichen Politiker von CDU, CSU und SPD nichts unternommen und versäumt, strengere Maßnahmen gegen die Gewässerverunreinigung durch Nitrat zu ergreifen.

Jetzt hat der EuGH Deutschland verurteilt. Die neuen, etwas verschärften Dünge-Regelungen kamen viel zu spät und sind viel zu wenig weitreichend, um das Problem wirklich in den Griff zu bekommen. Nicht nur zahlen die Bürger die Subventionen für eine Landwirtschaft, die zu viel Stickstoff düngen darf, und tragen die steigenden Kosten der Trinkwasser-Reinigung – jetzt zahlen sie vermutlich bald nochmal drauf, weil die GroKo sich seit Jahren weigert, effektiv etwas gegen Nitrat im Grundwasser zu unternehmen. So stellt man kein Vertrauen der Bevölkerung in die Parteiendemokratie wieder her!

Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nr. 1, und es ist sträflich, wie die Bundesregierung damit umgeht. Gäbe es die EU nicht, wäre unser Trinkwasser irgendwann vermutlich eben nicht mehr trinkbar. Wo die Bundesregierung bei der Vorsorge um Gesundheit und Umwelt versagt, braucht es eine übergeordnete Instanz wie die EU!

 

Übrigens:

Schuld an den Nitrat-Gewässerverunreinigungen ist die industrielle Landwirtschaft; die Überdüngung ist daher auch besonders stark im Schweinegürtel in Niederbayern und im intensiven Ackerbaugebiet in Franken, wie diese Karte des Landwirtschaftsministeriums zeigt.