Ökolandbau

Bio und regional – das ist der Königsweg

Bio und regional kann man nicht trennen. Regional allein genügt nicht, die Lebensmittel müssen auch biologisch erzeugt werden. Bioregional ist einfach der Königsweg: Arten- und Klimaschutz in einem. Deshalb fordere ich in einem Dringlichkeitsantrag in der morgigen Plenarsitzung, in allen anstehenden und zukünftigen Ausschreibungen für die staatlichen Kantinen einen Anteil von mindestens 50 Prozent für Lebensmittel gemäß den Qualitätsanforderungen des Bayerischen Bio-Siegels festzulegen. Das ist ehrgeizig, aber machbar.

Hier muss der Freistaat Bayern vorangehen: Zum einen schaffen wir einen gesicherten Absatzmarkt für bioregionale Lebensmittel und zum anderen geben wir den bayerischen Bürgerinnen und Bürgern die Chance, die heimische Landwirtschaft mit Bio-Produkten aus Bayern unterstützen zu können. Produkte mit dem Bayerischen Bio-Siegel müssen viel mehr gefördert, also verwendet, gekauft und verkocht werden. Die Staats-Kantinen haben hier eine Vorbildfunktion.

„50 Prozent Bio aus Bayern – Arten- und Klimaschutz in den bayerischen Staats-Kantinen verankern“

Radltour durch die Ökomodellregion Waginger See

Einen „unvergesslichen Bio-Tag“ versprach die Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel – und die 25 Teilnehmer an der Radltour am vergangenen Wochenende wurden nicht enttäuscht. Bei herrlichem Herbstwetter lernten sie hautnah die kulinarische Vielfalt der Region kennen. Das Ziel: „Die Verbraucher zur Landwirtschaft und den Vermarktern hinbringen“, erklärte Marlene Berger-Stöckl, die Projektmanagerin der Ökomodellregion – und hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: vom gemeinsamen Frühstück am Waginger Bauernmarkt ging es weiter zur Obstbrennerei Franz Gramminger in Mauerham, wo der junge Betriebsleiter Franz Gramminger durch seine Brennerei und den seit 2019 bio-zertifizierten Obstgarten führte. Radltour durch die Ökomodellregion Waginger See weiterlesen

Auch Milchkühe haben ein Recht auf Gesundheit und Würde

Immer mehr Milchbauern im Allgäu müssen sich dem Vorwurf der
Tierquälerei stellen. Eine der politischen Schlussfolgerungen daraus muss sein, endlich eine Haltungsverordnung für Rinder einzuführen.  Vom Huhn bis zum Kaninchen ist im Tierschutzgesetz die Haltung von Nutztieren klar geregelt; einzig für Rinder und Puten gilt diese Regelung nicht. Das ist völlig unverständlich. Hier muss endlich nachgebessert und eine Rinderhaltungsverordnung erlassen werden. Zudem müssen wir bei den Milchkühen weg von der auf Export und Hochleistung ausgerichteten Landwirtschaft, die so gut wie immer zu Lasten der Tiergesundheit geht. Diese Art der Agrarpolitik, subventioniert von der EU, muss ein Ende haben. Das fordern inzwischen auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. Wir wollen artgerechte Haltungsformen, für mehr Tiergesundheit und Tierwürde.

30% Bio aus Bayern für Bayern bis zum Jahr 2030

30% Biolandwirtschaft in Bayern bis zum Jahr 2030 – das ist dank dem Artenschutz-Volksbegehren seit 1.8.19 Gesetz. Viele landwirtschaftliche Betriebe stehen schon in den Startlöchern. Aber die bayerische Staatsregierung hat lange vernachlässigt, dass sich auch bei der Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Produkten noch einiges tun muss. Vor allem fehlt ein klares politisches Bekenntnis zu Bio.

Was jetzt konkret passieren muss, zeigt die von uns Landtagsgrünen in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie „30% Ökolandbau in Bayern bis 2030: Analysen und Empfehlungen aus Absatz- und Marktsicht“ der renommierten Institute Ecozept und FiBL auf.

Vorstellung der Machbarkeitsstudie im Bayerischen Landtag

Durch Analyse der Marktdaten und Experteninterviews wurden die Marktlage und die Verarbeitungsstrukturen für in Bayern erzeugte Ökoprodukte erhoben. Gleichzeitig wurden Marktstrukturen und politische Instrumente einiger Nachbarländer – mit teils deutlich höherer Bioquote – verglichen (ein Beispiel dafür ist die „Agence Bio“ in Frankreich, eine zentrale Anlauf-, Kontroll- und Vernetzungsstelle für Landwirtinnen und Landwirte, Verarbeitungs- und Handelsunternehmen aus dem Biobereich). Dadurch wurde eine Datenbasis geschaffen, die Handlungsempfehlungen abgibt, was Bayern tun muss, um das Ziel „30% Bio bis 2030“ zu erreichen. 30% Bio aus Bayern für Bayern bis zum Jahr 2030 weiterlesen

„Jetzt red i“ im BR

So war „Jetzt red i“! Was ich für mich mitnehme: Die Staatsregierung hat immer noch nicht verstanden, dass wir dringend einen Systemwechsel brauchen in der Landwirtschaft. Frau Kaniber befürwortet z.B. das Mercosur-Abkommen deshalb, weil wir für das billige Rindfleisch, das wir dann aus Südamerika bekommen, billig Milch dorthin exportieren können. Dann sind wir am Ende genau da, wo wir nicht hinwollen: bei Massenproduktion durch Großbetriebe. Und unsere bayerischen vielseitig strukturierten Betriebe können zumachen.

 

 

Die Milch im Fokus

Zu einem Austausch über die aktuelle Situation der bayerischen Milchwirtschaft trafen sich kürzlich Vertreter der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Barbara Scheitz, Geschäftsführerin der Andechser Öko-Molkerei Scheitz, und Prokurist Christian Wagner. Neben einer Betriebsbesichtigung stand eine Diskussion über die Zukunft der Öko-Milch-Branche in Bayern und Deutschland im Mittelpunkt des Besuchs. (Artikel mit freundlicher Genehmigung von Katharina Schmid)

Biologisch erzeugte Milch machte im Jahr 2018 bundesweit einen Anteil von 3,5 Prozent der gesamten Kuhmilchanlieferung aus. Der Anteil lag damit laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Doch diese Steigerung müsse sich nun auch Jahr für Jahr fortsetzen, waren sich die Grünen-MdLs Gisela Sengl, Hans Urban, Christian Hierneis und Patrick Friedl mit Barbara Scheitz einig, wolle man ein nachhaltiges Wachstum der Biomilchbranche erreichen. In Bayern ist die Situation ähnlich: Der Bio-Anteil an der Gesamterzeugung lag laut Landesanstalt für Landwirtschaft 2018 bei knapp 7 Prozent. Er ist damit deutlich gewachsen, das Potenzial nach oben aber weiter groß. Die Milch im Fokus weiterlesen

Mehr Bio für Bayern – durch Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung

Bayern braucht mehr Bio-Landwirtschaft. Die Söder-Regierung hat sich mit der Übernahme des Volksbegehrens zur Rettung der Artenvielfalt verpflichtet, dafür zu sorgen, dass bis 2030 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Bayern ökologisch bewirtschaftet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss auch der heimische Bio-Lebensmittelmarkt angekurbelt werden. Eine Gesellschaft, die oft und gerne Bio-Lebensmittel isst, und regelmäßig nachfragt, bietet den Landwirtinnen und Landwirten die Sicherheit, die sie für ihr ökologisches Wirtschaften oder die Umstellung auf Ökolandbau brauchen.

Immer mehr Erwachsene, Kinder und Jugendliche essen mittags außer Haus. Kantinen und Cafeterien, Mensen und Kindergärten sind ein stetig wachsender, riesiger Umschlagplatz an Lebensmitteln. In der Gemeinschaftsverpflegung liegt damit ein großer Hebel, um den Absatzmarkt für heimisch erzeugte Biolebensmittel zu stärken.

Die Studie „Mehr Bio für Bayern – Gemeinschaftsverpflegung als Absatzmotor für Bio-Lebensmittel aus Bayern“ können Sie hier herunterladen.

Mehr Bio für Bayern – durch Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung weiterlesen

15 neue Ökomodellregionen!

Ich freue mich, dass die Staatsregierung nun doch viel mehr Regionen als ursprünglich geplant in den Fördertopf der Ökomodellregionen aufnehmen will – 15 neue wird es geben! Die Aufstockung sowohl in der Zahl der Ökomodellregionen als auch in der Summe entspricht ziemlich genau unserem Änderungsantrag zum Haushalt.

Darüber hinaus gibt es allerdings noch viel mehr zu tun in Sachen Ökologisierung. Deshalb fordern wir Landtagsgrüne, dass die staatlichen Kantinen in Zukunft mit mindestens 50 % bioregionalen Waren kochen. Anstatt den Menschen mit dem Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ nichts Halbes und nichts Ganzes anzubieten, entspricht bioregionales Essen genau dem Wunsch der Gesellschaft nach mehr Arten- und Trinkwasserschutz.
Bei den Ökomodellregionen hat die Staatsregierung endlich verstanden, um was es geht. Bei den staatlichen Kantinen müssen sie noch nachlegen. Auch um die Wertschätzung der bayerischen Bioprodukte in den eigenen Häusern deutlich sichtbar zu machen.

Ein Meilenstein für den Naturschutz

Die schwarz-orange Landesregierung hat angekündigt, den Gesetzentwurf für mehr Artenschutz in Bayern (Volksbegehren „Rettet die Bienen“) annehmen zu wollen. 1,75 Millionen Bürgerinnen und Bürgern bringen damit eines der weitreichendsten Artenschutzgesetze Europas auf den Weg. Das ist ein Meilenstein für den Naturschutz und eine Sternstunde der Volksgesetzgebung in Bayern!

Wir bedanken uns bei den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die unseren Vorstoß für den Schutz unserer bedrohten Tier- und Pflanzenarten zu ihrem Anliegen gemacht haben. Und wir bedanken uns bei der ÖDP für ihre Initiative, die wir Grünen dann gemeinsam mit dem Landesbund für Vogelschutz und dem Bund Naturschutz unterstützen durften. Ich möchte aber auch unseren Bäuerinnen und Bauern Danke sagen, dass sie sich unseren Vorschlägen geöffnet haben. Das war letztlich wohl auch der Schlüssel, dass der Widerstand bei CSU und Freien Wählern gebrochen werden konnte. Bayern bringt damit eines der weitreichendsten Artenschutzgesetze Europas auf den Weg. Das ist eine sehr, sehr gute Nachricht und ein Grund zu großer Freude. Das ist aber auch ein Ansporn, weitere wichtige Projekte für den Schutz unserer Umwelt und des Klimas gemeinsam mit den Menschen in Bayern voranzutreiben.

Ehre für das Unkraut

Heute ist der „Tag zu Ehren des Unkrauts“. Denn ein „sauberes“ Feld oder Garten enthält keinerlei Nahrung mehr für Insekten. Deshalb: wenn das Unkraut – oder schöner vielleicht: Beikraut – raus muss, dann zumindest mechanisch, thermisch oder eben auch mit der Hand, wie es zum Beispiel beim Bio-Gemüseanbau and der Tagesordnung ist. Und ansonsten: stehen lassen! Bienen, Schmetterlinge und Co. werden es uns danken.