Ländlicher Raum

„Jetzt red i“ im BR

So war „Jetzt red i“! Was ich für mich mitnehme: Die Staatsregierung hat immer noch nicht verstanden, dass wir dringend einen Systemwechsel brauchen in der Landwirtschaft. Frau Kaniber befürwortet z.B. das Mercosur-Abkommen deshalb, weil wir für das billige Rindfleisch, das wir dann aus Südamerika bekommen, billig Milch dorthin exportieren können. Dann sind wir am Ende genau da, wo wir nicht hinwollen: bei Massenproduktion durch Großbetriebe. Und unsere bayerischen vielseitig strukturierten Betriebe können zumachen.

 

 

Haushaltsdebatte: Zeit, zu gestalten!

Der Landtag debattiert in diesen Tagen den Doppelhaushalt 2019/2020. Gerade im Bereich Landwirtschaft sind viele Fragen offen. Die Landwirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte ist viel zu sehr auf den Weltmarkt ausgerichtet, absolut alles wird der Betriebswirtschaft untergeordnet. Auch dieser Haushaltsentwurf ist wieder so wie viele vor ihm. Das reicht aber nicht mehr! Hier geht’s zu meiner Rede und unseren Änderungsanträgen zum Haushalt:

Wissen sie, was in diesem Frühjahr ein absoluter Verkaufsschlager war? Was wurde so stark nachgefragt, dass die Hersteller kaum noch liefern konnten? Es waren Samentütchen für Blumenwiesen. Ganz Bayern wollte  in diesem Frühling eine Blumenwiese ansäen, um den Bienen und Schmetterlingen zu helfen. In jedem Garten schien es einen Fleck zu geben, der in eine Bienenweide verwandelt werden konnte. Und auch wir haben auf unserem Bio-Betrieb eine tagwerkgroße Blumenwiese angesät – sogar ganz ohne Patenschaften. Einfach, weil es uns das wert ist und wichtig ist.

Ja, es geht um Wertschätzung. Zum Beispiel um die Wertschätzung der Bestäubungsleistung von Honigbienen und Wildbienen. Aber es geht auch um die Wertschätzung von allen Menschen, die in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelbranche arbeiten.  Haushaltsdebatte: Zeit, zu gestalten! weiterlesen

15 neue Ökomodellregionen!

Ich freue mich, dass die Staatsregierung nun doch viel mehr Regionen als ursprünglich geplant in den Fördertopf der Ökomodellregionen aufnehmen will – 15 neue wird es geben! Die Aufstockung sowohl in der Zahl der Ökomodellregionen als auch in der Summe entspricht ziemlich genau unserem Änderungsantrag zum Haushalt.

Darüber hinaus gibt es allerdings noch viel mehr zu tun in Sachen Ökologisierung. Deshalb fordern wir Landtagsgrüne, dass die staatlichen Kantinen in Zukunft mit mindestens 50 % bioregionalen Waren kochen. Anstatt den Menschen mit dem Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ nichts Halbes und nichts Ganzes anzubieten, entspricht bioregionales Essen genau dem Wunsch der Gesellschaft nach mehr Arten- und Trinkwasserschutz.
Bei den Ökomodellregionen hat die Staatsregierung endlich verstanden, um was es geht. Bei den staatlichen Kantinen müssen sie noch nachlegen. Auch um die Wertschätzung der bayerischen Bioprodukte in den eigenen Häusern deutlich sichtbar zu machen.

Eine Riesenchance für die Landwirtschaft

Artikel mit freundlicher Genehmigung von Katharina Schmid

Voller Saal im Freisinger Furtnerbräu: ExperteInnen und Gäste diskutieren bei der Veranstaltung der Landtags-Grünen zum Thema „Europas Ernte – Was die EU für unsere Artenvielfalt tun kann“

„Die grüne Welle rollt. Nicht nur politisch, sondern auch landwirtschaftlich. Zeit wird’s!“ Mit diesen Worten begrüßte Gisela Sengl, Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung der bayerischen Grünen im Landtag, die mehr als 100 Gäste, die am Donnerstagabend in den Freisinger Furtnerbräu gekommen waren. Ein Diskussionsabend zum Thema „Europas Ernte – Was die EU für unsere Artenvielfalt tun kann“ war den Besuchern angekündigt worden, hochkarätige Gäste aus der Agrarbranche dazu geladen: Reinhild Benning und Felix Prinz zu Löwenstein. Benning leitete bis 2015 das Referat Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Seit November 2015 befasst sie sich bei Germanwatch mit Landwirtschaft und Tierhaltung. Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Biolandwirt, war als Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vertreten. Musikalisch begeisterte das lokale Duo Häns Czernik und Sandra Rieger auf Gitarre und Geige.  Eine Riesenchance für die Landwirtschaft weiterlesen

Geschafft! Volksbegehren Artenvielfalt knackt 1 Million!

Die Eintragungsfrist läuft noch heute den ganzen Tag, doch die Erfolgsmeldung drang bereits gestern nach außen: Das Volksbegehren Artenschutz „Rettet die Bienen“ hat die notwendige Zehn-Prozent-Hürde genommen. Bis zum Dienstagnachmittag haben sich schon deutlich mehr als eine Million Menschen in die Unterschriftenlisten eingetragen.
Ich bin so froh und danke den vielen Bayerinnen und Bayern, die mit ihrer Unterschrift ein ganz klares Signal an die Söder-Regierung gesendet haben, dass sie mehr möchten für Naturschutz und Artenschutz in Bayern: Dass endlich der Kurs geändert wird hin zu einer Umweltschutzpolitik, die diesen Namen auch verdient.

„Als Bäuerinnen und Bauern unterstützen wir das Volksbegehren Artenvielfalt – Rettet die Bienen! Unsere Felder sind Teil eines Ökosystems. Im Einklang mit der Natur erzeugen wir hochwertige Lebensmittel und bieten unseren vom Aussterben bedrohten Tieren und Pflanzen Rückzugs- und Lebensräume. Dabei profitieren wir auch von einer intakten Umwelt ohne Gift und mit sauberem Wasser. Die Landwirtschaft der Zukunft ist eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur!“

Paul Knoblach, Bauer und MdL
Gisela Sengl, Bäuerin und MdL
Hans Urban, Bauer und MdL

Volksbegehren und Landwirtschaft

Eine zukunftsfähige Landwirtschaft muss umweltverträglich sein. Damit auch in 50 Jahren noch etwas auf unseren Feldern wächst, müssen wir unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt erhalten. Korn- und Mohnblumen, Igel, Distelfink, Feldlerchen, Ackerkamille sind nicht nur schön anzuschauen, sondern auch notwendig für die intakten Ökosysteme auf und in unseren Böden.

Lasst uns das Artensterben stoppen, bevor es zu spät ist. Noch bis zum 13. Februar läuft die Eintragungsfrist zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Bis zum Montag (11.02) haben sich schon 900.000 Menschen eingetragen. Viele Bauern, darunter die Bioverbände, unterstützen das Vorhaben.  Volksbegehren und Landwirtschaft weiterlesen

„Freiwilligkeit allein reicht nicht mehr“

Bericht zur Infoveranstaltung zum Volksbegehren Artenvielfalt am 24.1.2019 in Marquartstein

Ein volles Haus konnte Peter Lloyd, Ortsvorsitzender der Grünen Marquartstein, zur Diskussionsveranstaltung im Weßner Hof rund um das Volksbegehren „Artenvielfalt“ begrüßen. Landtagsabgeordneten Gisela Sengl stellte in einem Vortrag die wichtigsten Punkte des Volksbegehrens vor: Ziel des Volksbegehrens sei es, Regelungen im bayerischen Naturschutzgesetz zu verankern, die die Artenvielfalt retten. „Vor allem durch die intensive Landwirtschaft sind unsere Arten, allen voran die Insekten, dramatisch bedroht“, so Sengl. „Ohne Insekten kollabieren aber die Ökosysteme.“ Das Volksbegehren sei ein erster Schritt hin zur Rettung der Artenvielfalt.

Im Anschluss an den Vortrag wurde hitzig diskutiert. Die Befürchtung der vielen anwesenden Bauern, die gesetzliche Verankerung des Naturschutzes könne einen Wegfall von Förderungen wie dem KuLAP für sie bedeuten, konnte Sengl entkräften: Selbst wenn die förderrechtliche Grundlage wegfallen würde, was mit Ausnahme des fünf Meter breiten Gewässerrandstreifens nicht der Fall ist, ändere das nichts an den Fördersummen, die für das Kulturlandschaftspogramm und das Vertragsnaturschutzprogramm ja ungeschmälert erhalten blieben und damit weiterhin den Bäuer*innen zu Gute kämen. „Freiwilligkeit allein reicht nicht mehr“ weiterlesen

Bodenschutz in Bayern endlich voranbringen!

Am 5. Dezember ist Weltbodentag. Aus gutem Grund! Weltweit, auch bei uns in Bayern, gehen täglich viel zu viele fruchtbare Böden durch Erosion verloren, werden vergiftet oder versiegelt. Der Schutz der Böden ist aber lebenswichtig, gerade angesichts immer mehr Menschen auf dem Planeten und immer anspruchsvollerem Konsum. Böden tragen leisten einen enorm wichtigen Beitrag für den Klimaschutz: Bodenhumus speichert doppelt so viel Kohlenstoff, wie es in der Atmosphäre gibt. Und auch für die Biodiversität sind Böden entscheidend: Immerhin leben unterhalb der Bodenoberfläche mehr Organismen als oberhalb. Darüber hinaus garantieren Böden 90 Prozent unserer Nahrung.

Unsere Böden sind aber in Gefahr. Kein Wunder, sollen die Schutzmaßnahmen doch rein freiwillig erfolgen. Eine geplante europäische Bodenschutzrichtlinie wurde von der CSU-Staatsregierung massiv bekämpft und schließlich zu Fall gebracht. Wir Grüne fordern seit Langem, verbindliche Bodenschutzmaßnahmen in Bayern zu verankern und den Bodenschutz in Bayern endlich voran zu bringen. Unser Antragspaket aus dem Jahr 2015 hat leider nichts an Aktualität verloren.