Tiere

Mia ham’s satt!

Mia hams satt! Für eine echte Agrarwende, für eine Landwirtschaft ohne Gift sind gestern in München mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen. Eine Landwirtschaft OHNE Gift und Chemie ist möglich – der Ökolandbau zeigt es seit Jahrzehnten. Bio kann unsere Lebensgrundlagen erhalten und die Welt ernähren – das wurde jetzt auch wieder wissenschaftlich nachgewiesen (http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2018/2050-oekolandbau-kann-europa-ernaehren.html)!

Keine Ferkelkastration ohne Betäubung!

Ab 2019 sollte kein Ferkel mehr ohne Betäubung kastriert werden. Eigentlich hatte der Bundesrat das gerade noch bestätigt – da grätscht der Koalitionsausschuss der Groko dazwischen. Ferkel ohne Betäubung zu kastrieren soll jetzt doch bis 2021 erlaubt bleiben. Ein Skandal! Immerhin ist seit dem Beschluss 2013 genug Zeit vergangen, um sich um Alternativen zu bemühen. CSU/CDU und Bauernverband haben die notwendigen Tierschutz-Maßnahmen einfach nur viel zu lange auf die lange Bank geschoben!

Mehr dazu: Drei Wege, Ferkel zu kastrieren – und zwei, es nicht zu tun“ von Robert Habeck

Präventiver Herdenschutz unerlässlich

Seit einigen Jahren leben wieder Wölfe in Bayern. Dadurch ergeben sich neue Fragen und Probleme für Weidetierhalterinnen und -halter. Im Zuge dessen beantragen wir Landtags-Grünen morgen im Agrarausschuss eine 100%ige Finanzierung der Präventionsmaßnahmen, wie Elektrozäune oder Herdenschutzhunde.

Seit der Wolf wieder zurückgekehrt ist, kommt es immer wieder zu Schäden an Nutztieren, wenngleich mehr als 96% seiner Beute Rehe, Hirsche und Wildschweine sind. Damit diese Schäden möglichst gering gehalten werden können, braucht es einen gut funktionierenden Herdenschutz. Überall dort, wo der Herdenschutz greift, gibt es viel weniger Übergriffe auf Nutztiere. Wir müssen die Angst der Herdenhalterinnen und -halter ernst nehmen und sie bei Präventionsmaßnahmen unterstützen!
In unserem Antrag fordern wir deshalb, das Kulturlandschaftsprogramm auszuweiten und einen effektiven Herdenschutz in Bayern einzuführen.

Bienensterben stoppen – Einsatz von Neonicotinoiden beenden

In der heutigen Plenarsitzung stelle ich einen Dringlichkeitsantrag für ein bayernweites Verbot aller Neonicotinoide auf staatlichen Flächen. Denn um das Bienensterben wirklich zu stoppen, muss auf alle Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide komplett verzichtet werden! Auch die zwei angeblich harmloseren Neonicotinoide Thiacloprid und Acetamiprid sind für Bienen schädlich, da selbst kleine Dosen fatale Wirkungen wie Schädigung des Immunsystems, Verlust der Orientierung und eine geringere Fortpflanzungsrate bewirken.

Diese bienenschädigenden Neonicotinoide sind weiterhin zugelassen und werden massenweise im konventionellen Raps- und Kartoffelanbau eingesetzt. Wir Landtagsgrüne fordern deshalb ein bayernweites Verbot auf staatlichen Flächen und ein Umlenken in der staatlichen landwirtschaftlichen Beratung. Die ökologischen Folgen dieser Mittel müssen ernst genommen werden. Wir brauchen eine Agrarpolitik, die die Artenvielfalt schützt und nicht vernichtet.

Zum Grünen Dringlichkeitsantrag „Bienensterben stoppen!“

Zehntausende bei „Wir haben es satt“-Demo

33.000 Menschen haben gestern in Berlin gegen die Agrarindustrie demonstriert. Über 160 Traktoren aus ganz Deutschland führten die Menge an, die vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Bundeskanzleramt zog und auf dem Weg die Agrarministerkonferenz mit einem Kochtopfkonzert begleitete. So viele Menschen, die zeigen: so kann es nicht weitergehen!

Artenreichtum statt Armut durch Ackergifte

Angesichts des dramatischen Artensterbens in Bayern, verursacht durch die Ackergifte aus der intensiven Landwirtschaft, müssen wir jetzt handeln! In der Verantwortung stehen deshalb nicht nur die Landwirtinnen und Landwirte selbst. Vor allem die AgrarpolitikerInnen und die landwirtschaftlichen InteressensvertreterInnen müssen ihren Teil zum Umsteuern beitragen. Für uns Grüne bleibt nur ein Mittel: Wir müssen die gesamte Landwirtschaft ökologisieren. Und dazu brauchen wir jetzt Maßnahmen. Wir wollen den Einsatz der Ackergifte bis 2030 um die Hälfte verringern und das langfristige Ziel heißt giftfreie Landwirtschaft.

Deshalb setzen wir heute in unserer aktuellen Stunde ein großes Thema im Bayerischen Landtag. Ab 14:00 Uhr, live im Bayerischen Landtag oder im Web-TV.

Weniger Ackergifte auf staatlichen Anbauflächen!

Wir Landtags-Grüne treiben in der ersten Plenarsitzung nach der Sommerpause die Umsetzung unserer Beschlüsse aus der Herbstklausur voran. In unserem Dringlichkeitsantrag „Giftfreie Landwirtschaft in Bayern voranbringen“ fordern wir die CSU-Regierung auf, deutlich weniger Ackergifte auf staatlichen Flächen einzusetzen und auf die besonders problematischen Pestizide Glyphosat, Glufosinat und Neonicotinoide zu verzichten. Zudem soll die Agrarforschung und -beratung stärker auf den Ökolandbau ausgerichtet werden.

Zum Hintergrund: Wir erleben ein dramatisches Artensterben, insbesondere bei bodenbrütenden Vögeln. Ursache ist die intensive Landwirtschaft mit ihrem stetig steigenden Einsatz von Ackergiften. Wo der Freistaat direkt Einfluss hat – also auf staatlichen Flächen – muss er deshalb im Sinne der Artenvielfalt handeln. Mechanische Bodenbearbeitung und stabile Fruchtfolgesysteme sind Alternativen zum Gifteinsatz, die gute Ernten ermöglichen und die Umwelt entlasten.

Hier geht’s zu meiner Rede in der Plenarsitzung des Bayerischen Landtags.