Bäuerliche Landwirtschaft oder Massentierhaltung in Schonstett

Artikel mit freundlicher Genehmigung von Leonhard Hinterholzer

Die erst kürzlich gegründete Bürgerinitiative Schonstett konnte sich bei über 230 Besuchern über ein großes Interesse an der Veranstaltung: „bäuerliche Landwirtschaft oder Massentierhaltung“ freuen. Anlass der Veranstaltung war ein Hähnchenmaststall für knapp 30.000 Hähnchen der in Schonstett geplant ist. Regina Liedl erklärte bei der Begrüssung dass neben der persönlichen Betroffenheit über diese konkrete Baumaßnahme die BI auch allgemein die Entwicklung der Landwirtschaft und speziell die Tierhaltung kritisch hinterfragen will.

Für den Kreisverband Rosenheim als Veranstalter lobte Kreisrat Leonhard Hinterholzer die Bürgerinitiative für ihr Engagement und übernahm die Moderation.

Als erste Referentin betrachtete Gertraud Angerpointner von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft das aus ihrer Sicht zerrüttete Verhältnis zwischen den Bauern und den Verbrauchern bzw. der Politik. Eine große Verantwortung für die aufgeheizte Stimmung trägt der Bauernverband, so Angerpointner der die Naturschützer fast immer als Feinde und die Bauern als Opfer darstellt, anstatt gemeinsam neue Wege zu suchen.

Ludwig Maier von der ÖDP ging nochmal auf das erfolgreiche Bürgerbegehren „Rettet die Bienen ein“ welches sich nicht gegen die Bauern richtet, sondern auf gesetzlicher Grundlage dem Artenschutz Rechnung tragen will. Da die Landwirtschaftliche Fläche hier den größten Anteil hat, war daher die Zielrichtung die Landwirtschaft und eine Verknüpfung mit öffentlichen Flächen bzw. Privatgärten nicht möglich.

Gisela Sengl, Landtagsabgeordnete der Grünen, wies auf die vordringliche Aufgabe der Landwirtschaft hin gesunde Lebensmittel zu erzeugen und nicht nur Mais für Biogasanlagen herzustellen. Dabei sollten die Produkte möglichst ökologisch erzeugt werden, tiergerecht sein und regional vermarktet werden. Außerdem hat die Landwirtschaft eine große soziale Funktion, für eine lebendige Dorfkultur. Daher muss die Politik die Weichen so stellen, dass die Betriebe erhalten bleiben.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde lebhaft aber fair über falsche Entwicklungen in der Landwirtschaft, angebliche Schuldzuweisungen und über die Verwendung von Antibiotika in der Landwirtschaft diskutiert. In seinem Fazit für die Veranstaltung wies Leonhard Hinterholzer von den Grünen nochmal auf die Verantwortung von Bauern und Verbrauchern, von Bauernverband und Politik hin. Alle stehen in der Verantwortung für unsere zukünftigen Generationen die Erde nachhaltig zu bewirtschaften und nicht auszubeuten.

Petra Rehm von der BI betonte bei der Verabschiedung noch die Entschlossenheit für eine bäuerliche Landwirtschaft in und um Schonstett zu kämpfen und solche Ställe nicht zu aktzeptieren.

Die Referenten bekamen von der Bi noch Präsente für ihr Kommen überreicht.

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