Archiv der Kategorie: Allgemein

Meine Grüne Woche in Berlin

– Alle Fotos zu diesem Beitrag sind hier zu finden –

Auch dieses Jahr war ich wieder in Berlin auf der Internationalen Grünen Woche, aber die Messe war nicht der einzige Termin, an dem ich teilgenommen habe. Am Freitagnachmittag fand die Sitzung der Grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Landwirtschaft und ländliche Entwicklung statt. Neben Vorträgen von Renate Künast über die Ernährungswende und  von Prof. Dr. Harald Grethe über die dringend benötigten Veränderungen in der Nutztierhaltung fand auch die Wahl der Sprecher*innen statt. Ich durfte die Wahlleitung machen – siehe zweites Bild! Danach ging es weiter zum Staatsempfang des Landwirtschaftsministeriums in der Bayernhalle auf der Grünen Woche. Mit dabei waren meine Kolleg*innen aus dem bayerischen Landtag Rosi Steinberger und Ruth Müller und Jutta Saumweber von der Verbraucherzentrale Bayern.

Am Samstag ging’s vormittags wieder auf die Grüne Woche und mittags war dann die Preisverleihung von Bayerns besten Bioprodukten! Vom Kloster-Sauerkrautbrot bis zum Ziegenmilchkaramell –

sehr beeindruckend wieviel Kreativität und Innovation hier die Biobranche zeigt! Die beiden nächsten Bilder zeigen mich im Gespräch mit Nicole Stocker, Geschäftsführerin der Hofpfisterei und in der großen Runde u. a. mit Hubert Heigl, LVÖ (Landesverteidigung für den ökologischen Landbau in Bayern) -Vorsitzender, Norbert Schäffer, LBV (Landesbund für Vogelschutz)-Vorsitzender und der Bio-Königin Carina I. Kurz konnte ich dann auch noch bei der Ölmühle Schnaitsee aus meinem Landkreis vorbeischauen und beim Landesfischereiverband – denn dann gings auf zur Demo ‚Wir haben es satt – Bauernhöfe statt Agrarfabriken‘ am Brandenburger Tor. Dort war total gute Stimmung, vor allem weil viele von Fridays for future dabei waren und einfach insgesamt so viele Menschen, wie schon lange nicht mehr – 27.000!!!! Der Druck der Straße wird und muß sich in veränderte politische Verhältnisse niederschlagen! Sehr schöner Abschluss dieses Tages war der Parlamentarische Grüne Abend der Bundestagsfraktion mit vielen interessanten und unterhaltsamen Gesprächen. Der Eröffnungstalk diesmal mit den zwei frischgebackenen Ministern aus Sachsen Wolfram Günther und Brandenburg Axel Vogel. Ich bin immer wieder beeindruckt mit wieviel Herzblut Grüne ihre Ministerposten gestalten. Dann ein Foto mit Martin Häusling, MdEP und agrarpolitischer Sprecher der Europafraktion und am Schluß Frauentalk in vertrauter Runde mit Maria Krieger, Riedenburger Brauhaus, Dr. Andrea Beste und der sehr kompetenten Biokönigin Carina.
Insgesamt waren die Tage in Berlin zwar sehr anstrengend, aber einfach toll. Ich konnte viele Erfahrungen, neue Kontakte und Informationen sammeln, aber auch bestehende Beziehungen stärken und den politischen Austausch pflegen.

Alle Fotos sind hier zu finden: https://www.gisela-sengl.de/fotos-gruene-woche-berlin/

Frauen auf dem Land – gestern und heute

Ein starkes, mutiges Mädchen wehrt sich gegen die damals gültigen Konventionen und die Bevormundung durch den prügelnden Vater: als einen der Schlüsseltexte zur Frauenemanzipation lässt sich durchaus „Die Geier-Wally“, ein Roman von Wilhelmine von Hillern aus dem Jahr 1873, verstehen. Die Landratskandidatin Gisela Sengl (MdL) griff den Text auf für ihr Wahlkampfformat „Frauen auf dem Land – gestern und heute“, wobei zum ersten Mal eine Veranstaltung der Traunreuter GRÜNEN im Saal des „Café The Rock“ stattfand, wo sich früher ein Kaufhaus und davor ein Kino befand.

In seiner Begrüßung wies Ortssprecher Peter Noss zunächst auf den besonderen, historischen Moment des 40. Geburtstages der GRÜNEN hin, der zu Stolz, Selbstvertrauen, aber auch zu großer Verantwortung jetzt und in der Zukunft Anlass gebe. Er freue sich, dass er mit Gisela Sengl eine kompetente, engagierte Politikerin im Rahmen ihres Landrätinnen-Wahlkampf begrüßen könne.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der Zitherspielerin Dr. Gertrud Huber, die mit souveräner Variationsbreite verschiedene Stücke von traditioneller Volksmusik über Blues bis zu Swing Jazz spielte. Die Schauspielerin Erika Schalper aus Starnberg konnte für die Lesung aus dem Roman gewonnen werden. Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten im Leben der Anna Stainer-Knittel; sie schildert im vorgetragenen Ausschnitt einen heftigen, dramatischen Streit zwischen Vater und Tochter, die sich nicht ihrem Schicksal nach einer vom Vater bestimmten Heirat ergeben wollte und daraufhin verstoßen wurde.

Dies war der Anknüpfungspunkt für die Landratskandidatin Gisela Sengl, um die Entwicklung der Frauenemanzipation bis heute zu beschreiben. Vieles ist für die Frauen heute leichter, der Weg war manchmal steinig und mit Kämpfen im Kleinen und Großen verbunden. „Auch wenn das Leben der Frauen heute besser ist als vor 50 Jahren, gibt es noch so manches zu tun“, so Sengl. Gerade in Führungspositionen seien Frauen krass unterrepräsentiert, was die, von den Grünen lange geforderte Quotenregelung notwendig mache.

In der anschließenden, teils kontroversen Diskussion mit dem Publikum ging es um das Leben der Bäuerinnen heute, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um die schwierige Situation der Alleinerziehenden, um die negativen Nebenwirkungen des Ehegattensplittings und um die Schwierigkeit, Arbeit und „Leben“ ausgeglichen zu gestalten. Aber auch die veränderte Streit- und Gesprächskultur wurde ausführlich diskutiert.
Nach zwei Stunden lebhafter Aussprache bedankte sich Gisela Sengl bei allen Beteiligten für die Gestaltung des Abends und für die offenen Worte in der Diskussion. Dann ging die Veranstaltung mit einem berührend harmonischen Zitherstück von Frau Dr. Gertrud Huber zu Ende.

Radltour durch die Ökomodellregion Waginger See

Einen „unvergesslichen Bio-Tag“ versprach die Ökomodellregion Waginger See/Rupertiwinkel – und die 25 Teilnehmer an der Radltour am vergangenen Wochenende wurden nicht enttäuscht. Bei herrlichem Herbstwetter lernten sie hautnah die kulinarische Vielfalt der Region kennen. Das Ziel: „Die Verbraucher zur Landwirtschaft und den Vermarktern hinbringen“, erklärte Marlene Berger-Stöckl, die Projektmanagerin der Ökomodellregion – und hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: vom gemeinsamen Frühstück am Waginger Bauernmarkt ging es weiter zur Obstbrennerei Franz Gramminger in Mauerham, wo der junge Betriebsleiter Franz Gramminger durch seine Brennerei und den seit 2019 bio-zertifizierten Obstgarten führte. Radltour durch die Ökomodellregion Waginger See weiterlesen

Grüne erzwingen Experten-Anhörung zur Landwirtschaft

Wie wichtig ist CSU und Freie Wähler die Landwirtschaftspolitik? Die Frage ist durchaus berechtigt, nachdem unser Grüner Antrag zu einer Anhörung zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik abgelehnt wurde. Die neue Gemeinsame Europäische Agrarpolitik ab 2020 (GAP) wird in den nächsten Monaten auf EU-Ebene verhandelt. Die Ergebnisse dieser Verhandlungen wirken sich unmittelbar auf unsere Landwirtschaft in Bayern aus. Und darauf, wie viel Geld da sein wird für Tierwohl und den Schutz unserer Lebensgrundlagen. In welche Richtung die Fördergelder dieser nächsten GAP unsere Landwirtschaft steuern, wird auch entscheiden, wie viele Höfe am Ende noch übrigbleiben. Dass wir es nun über eine Minderheiten-Anhörung erzwingen müssen, dass im Landwirtschaftsausschuss über diese wichtigen Fragen gesprochen wird, ist ein Armutszeugnis. Offenbar ist CSU und FW die Zukunft der bayerischen Landwirtschaft inzwischen völlig egal.

Und auch in Sachen Düngeverordnung scheiterten wir an der „Bio-Blockade“ unserer Regierungsparteien. Obwohl wir nur forderten, dass Bestehendes beständig bleibt, also Biobetriebe von verschärften Auflagen ausgenommen werden, wurde unser Antrag zum Ökolandbau abgelehnt. So kann es kommen, dass alle Betriebe, egal wie sie wirtschaften, pauschal dafür herhalten müssen, dass zu viel Nitrat im Wasser ist. Das finden wir falsch. Die Ursachen der Nitratüberfrachtung liegen in der intensiven Tierhaltung und dem übermäßigem Düngereinsatz, damit haben Biobetriebe nichts zu tun.

Fridays for Future: Von der Straße in den Landtag

Freitag für Freitag gehen die Schülerinnen und Schüler in Bayern für aktiven und nachhaltigen Klimaschutz auf die Straße – ob Schul- oder Ferientag. Wir Grüne unterstützen den lautstarken Protest unserer Jugend und fordern ein wirksames Klimaschutzgesetz mit konkreten Maßnahmen. Für die heutige Plenarsitzung hat die Fraktion deshalb einen Dringlichkeitsantrag eingereicht.

Die Klimakrise erfordert sofortiges und konsequentes Handeln. Jetzt gilt es keine Zeit mehr zu verlieren und auf 100 Prozent Erneuerbare Energien zu setzen. Das Ende des fossilen Zeitalters ist umgehend einzuleiten. Wir nehmen unsere Jugend ernst und da reicht Zuhören nicht. Wir müssen die Initiativen aufgreifen und politisch unterstützen. Das heißt, die Ideen, die in den ‚Jugend-Klimakonferenzen‘ zur Sprache kommen, müssen dem Bayerischen Landtag zur Entscheidung vorgelegt werden und konkrete Maßnahmen sind daraus zu entwickeln.

Hier geht’s zum Dringlichkeitsantrag für die heutige Plenarsitzung.

Hände weg vom Flächentausch!

Die CSU-Staatsregierung plant einen aus unserer Sicht heiklen Flächentausch-Deal in Vaterstetten: Die Gemeinde Vaterstetten plant, in Autobahnnähe einen großen Gewerbepark zur Ansiedlung eines Logistikunternehmens und großflächiger Produktionsbetriebe zu schaffen. Dafür soll ein Teil des von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft bewirtschafteten Staatsguts „Grub“ (rund 68 Hektar) gegen bisher ebenfalls landwirtschaftlich genutzte Flächen zwischen Parsdorf und Neufahrn – die eine Kapitalgesellschaft bereits ab 2013 erworben hatte – getauscht werden.

Der Hintergrund: Üblicherweise erwerben Gemeinden vor der Planung eigener Gewerbegebiete Flächen selbst. Hier geht es aber um staatlichen Grund und Boden – und weil die Übereignung von staatlichen Flächen nicht machbar ist, hat man sich wohl auf den Flächentausch geeinigt. Das ist ein Skandal, zumal nach unserer Kenntnis der Hauptanteilseigner seinen Sitz in Luxemburg hat, mit der Folge, dass bei Grundstücksgeschäften praktisch keine Grunderwerbssteuer zu zahlen wäre.

Falls die CSU einem solchen Deal mit einem Luxemburger Spekulant und seinen Steuertricks zustimmen würde, wäre sie direkt verantwortlich für massiven Flächenfraß. Da hilft dann auch die von CSU-Ministerin Aigner erst letzte Woche präsentierte Hochglanzbroschüre „Bayern schont Flächen“ nichts. In Bayern wird täglich zirka 13 Hektar freies Land zubetoniert, jedes Jahr entspricht das der Fläche des Ammersees. Ein „Weiter so“ beim Flächenfraß werden wir nicht akzeptieren!

Wir Landtagsgrünen fordern die CSU-Staatsregierung deshalb auf, von diesem Geschäft die Finger zu lassen. Die Zersiedelung der Landschaft durch nicht angebundene Gewerbegebiete darf schon gar nicht mit einem solchen Flächentausch stattfinden. Hier wird die Aufweichung des Anbindegebots im Landesentwicklungsplan durch die CSU-Staatsregierung noch aktiv unterstützt!

Fachlich und Sachlich – Diskussion zur neuen Düngeverordnung – Auswirkungen auf Grünland- und Biogasbetriebe

Theorie und Praxis der neuen Düngeverordnung diskutierte ich auf Einladung des Maschinenrings Aibling-Miesbach-München e.V. v.l.mit Geschäftsführer Klaus Schiller, stellvertr. Vorstand Bartholomäus Heidenthaler, Projektleiter Nährstoffbörse Michael Höhensteiger, stellvertr. Vorstand Bernd Gasteiger. Mit dabei war auch Sebastian Henghuber von der Biomasse AG. (2.v.l.)

zu Besuch bei den Vertretern des Maschinenring Aibling-Miesbach-München e.V.

Wirtschaftlicher Druck steigt durch die Düngeverordnung

Was für regenärmere Gebiete in Bayern wie Unterfranken oder auch Ackerbauern weniger ein Problem ist, treibt konventionelle Grünlandbauern massiv um: Durch die neue Düngeverordnung ist die Menge an organischem Dünger (Gülle, Mist, Gärreste), die auf die Wiesen ausgebracht werden darf, schärfer begrenzt. Das System mit viel-geschnittenen Wiesen mit entsprechender Stickstoffversorgung (über Gülle etc.) und entsprechendem Viehbestand, funktioniert nicht mehr. Nach Angaben der Teilnehmer führt das soweit, dass überschüssige Gülle von Fachlich und Sachlich – Diskussion zur neuen Düngeverordnung – Auswirkungen auf Grünland- und Biogasbetriebe weiterlesen

Bahnhof Aßling

Notwendig: Besserer Schallschutz und Barrierefreiheit

Die Strecke München-Kufstein gehört zu den meistbefahrenen Bahnstrecken in Deutschland. Und der Schienenverkehr wird noch zunehmen – eine Verdoppelung durch Taktverdichtung ist schon beschlossene Sache. Leider gibt es nur bei diesem Thema eine Entwicklung. Lärmschutz und der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs treten auf der Stelle. Bahnhof Aßling weiterlesen

Markttag und Podiumsdiskussion zur Landwirtschaft

Gesundes Essen, fairer Umgang mit Tieren und und eine saubere Umwelt waren die Themen der Podiumsdiskussion in Aßling beim Rewe-Markt – einem eher ungewohnten Ort für öffentliche politische Diskussionen.

Rund 50 Zuhörer*innen verfolgten die lebendige und fachlich versierte Diskussion, bei der das gesetzte Thema von unterschiedlichster Seite aus betrachtet wurde. Mit mir diskutierten Josef Rüegg: Landschaftspflegeverband Ebersberg e.V. + Ebersberger Land e.V., Thomas Neumaier: Ökoberater Naturland, Franz Lenz: Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Ebersberg, Erich Herrman : Geschäftsleitung Herrmann GmbH (Bio-Tierfutter) Thomas von Sarnowski: Direktkandidat Bündnis 90/DIE GRÜNEN für den Landtag.

Franz Lenz, Biobauer und Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Ebersberg; Thoma von Sarnowski, Direktkandidat B90/ DIE GRÜNEN für den Landtag; Moderatorin Waltraud Gruber; Thomas Neumaier, Ökoberater Naturland; Gisela Sengl, MdL; Josef Rüegg, Landschaftpflegeverband Ebersberg e. V.; Erich Herman, Geschäftsleitung Herrmann GmbH Biotierfutter

Zuvor bot der Rundgang über den kleinen Markt vor dem Rewe in Aßling noch eine gute Gelegenheit, viele interessante Produkte kennenzulernen und mit den Anbietern auszutauschen. Das große Engagement  der jungen  Unternehmer und Unternehmerinnen begeisterte mich. Und auch die konsequente Haltung und  Beständigkeit aller Anwesenden, mit der Landwirtschaft und Ernährung und regionale Wertschöpfung unter ökologischen Gesichtspunkten in Bezug gesetzt werden.

Vielen Dank an Herrn Gruber vom Rewe-Markt und den Grünen in Aßling für diese besondere und positive Veranstaltung. Markttag und Podiumsdiskussion zur Landwirtschaft weiterlesen