Wasser

Babys und Kinder von PFOA besonders betroffen?

Kein Ende in Sicht beim PFOA-Skandal in Altötting! Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, zeigen Studien, dass Babys durch Muttermilch viel mehr der giftigen Chemikalie PFOA aufnehmen könnten als bisher angenommen. Sogar ein Kinderarzt vor Ort hält eine genaue Beobachtung der Situation bei Babys und Kleinkindern im Landkreis für ratsam.

Es ist mir völlig unverständlich, dass das Landesamt für Gesundheit hier keinen Handlungsbedarf sieht! Babys und Kinder von PFOA besonders betroffen? weiterlesen

Weltwassertag: Sauberes Wasser, auch für die nachfolgenden Generationen!

Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nummer 1 und gilt als das am besten kontrollierte Lebensmittel. Seit 2006 weiß man im Landkreis Altötting durch die Belastung mit Perfluoroctansäure (PFOA) aus dem Chemiepark Gendorf, und neuerdings auch über den Ersatzstoffe ADONA.

Der Skandal mit der Chemikalie PFOA im Trinkwasser in Altötting – das Bayerische Rote Kreuz verweigert zurzeit sogar die Annahme von Blutspenden aus der Region, weil diese verunreinigt sein könnten – ist nun nur der Auslöser für die Gründung der „Bürgerinitiative Netzwerk Trinkwasser“ im Landkreis Altötting, die am morgigen Donnerstag ihre Gründungsversammlung abhält.

Unser Ziel ist: Sauberes Trinkwasser für uns und nachfolgenden Generationen. Die Versorgung mit Wasser ist ein Grundrecht für alle Menschen! Die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Altötting fordern zu Recht, dass sich in Bezug auf Grund- und Trinkwasserschutz einiges ändern muss. Aber auch das Landratsamt muss seiner Fürsorgepflicht der Bürgerinnen und Bürgern nachkommen, auch wenn sich die Verschmutzung durch PFOA in einer rechtlichen Grauzone befindet.

Aber auch über PFOA hinaus gibt es aber allen Anlass zur Sorge um unser Trinkwasser: Die Trinkwasserversorger schlagen schon lange Alarm, weil sie immer höhere Nitratwerte und Pestizidbelastungen im Grundwasser vorfinden. Einer der Hauptverursacher sei die industrielle Landwirtschaft. Um die Grundwasserbelastung wirklich zu reduzieren, muss hier etwas passieren – und zwar jetzt!

Die Bayerischen Landtagsgrünen fordern derzeit ein Untersuchungsprogramm zu PFOA in Lebensmitteln, um herauszufinden, ob es noch weiteres Gefährdungspotenzial gibt. Hier geht’s zum Grünen Antrag.

Bayerns Gewässer sauber halten – multiresistente Keime bekämpfen!

Die aktuellen Messergebnisse aus Gewässern Niedersachsens haben uns alle erschreckt: hier sind multiresistente Keime in freier Natur nachgewiesen worden. Deshalb fordern wir Landtagsgrüne mit einem Antrag im heutigen Umweltausschuss, alles zu tun, um Bayerns Gewässer und unser Nahrungsmittel Nummer 1 sauber zu halten.

Zukünftig sollten alle EU-Badestellen auch auf multiresistente Keime untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht werden. Beim Abwasser von Kläranlagen, Krankenhäusern, Schlachthöfen und Tiermasteinrichtungen müssen Maßnahmen ergriffen werden. Denn diese Keime sind nicht nur für geschwächte Personen gefährlich. Sie zeigen auch, dass sich Resistenten überall ausbreiten. Am Ende droht das postantibakterielle Zeitalter, wo keine Antibiotika mehr wirken. Hier muss deutlich gegengesteuert werden!

Grüner Antrag „Multiresistente Keime in Bayerns Gewässer bekämpfen“

Zehntausende bei „Wir haben es satt“-Demo

33.000 Menschen haben gestern in Berlin gegen die Agrarindustrie demonstriert. Über 160 Traktoren aus ganz Deutschland führten die Menge an, die vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Bundeskanzleramt zog und auf dem Weg die Agrarministerkonferenz mit einem Kochtopfkonzert begleitete. So viele Menschen, die zeigen: so kann es nicht weitergehen!

Glyphosat-Verlängerung: CSU-Geschenk für Konzerne

Glyphosat soll für weitere fünf Jahre zugelassen werden – das hat gestern der EU-Berufungsausschuss beschlossen. Es ist einfach nur schade – für die Landwirtschaft, die Natur, aber vor allem für die Bürgerinnen und Bürger – dass sich die EU nicht zu politischem Handeln durchringen konnte. Die Bevölkerung hat längst genug von Pestiziden. Wie bei der Gentechnik muss wieder alles von unten kommen, weil die konservative Politik nicht reagiert. Ich setze darauf, dass der Einzelhandel und die Landwirtschaft die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und den Verzicht von Glyphosat einfordern.

Bundesagrarminister Schmidt hat der Verlängerung zugestimmt. Die CSU hat hiermit bewiesen, dass sie lieber den Konzernen ein Geschenk macht, als die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die Umwelt zu schützen.

Landkreis Altötting: Perfluoroktansäure im Trinkwasser

Bereits 2016 hat das LGL (Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) in den Blutproben Emmertinger Bürger*innen besorgniserregend hohe Werte an perfluorierten Kohlenwasserstoffen gefunden. Aktiv informiert wurde darüber allerdings niemand. Dies kritisieren wir massiv, denn PFOA sind äußerst gesundheitsgefährdende Stoffe. Über die hohe Belastung mit diesem kritischen Stoff hätte die Bevölkerung viel früher informiert werden müssen. Landkreis Altötting: Perfluoroktansäure im Trinkwasser weiterlesen

Glyphosat am Ende?

Letzte Woche stimmte der EU-Umweltausschuss – mit Stimmen der Grünen, Sozialdemokraten, Linken und teilweise Liberalen – für ein Ende der Zulassung von Glyphosat. Morgen wird der ständige Ausschuss der Mitgliedstaaten darüber abstimmen. Die geschäftsführende Bundesregierung wird sich dabei voraussichtlich wieder enthalten – und stellt sich damit gegen Umwelt- und Verbraucherschutz. Bei der heutigen namentlichen Abstimmung im EU-Parlament zeigt sich direkt, welche Abgeordneten Profitinteressen höher einschätzen als Gesundheit von Mensch und Natur.

Die Verbraucher sind da schon viel weiter. Die von den beiden Grünen Europaabgeordneten Martin Häusling und Sven Giegold initiierte Petition erreichte binnen weniger Tage 80.000 Unterschriften (hier unterzeichnen: www.change.org/glyphosat).

Dass das Ende von Glyphosat für die Landwirtschaft durchaus interessante Chancen birgt, berichtet die Hannoversche Allgemeine (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Chancen-und-Risiken-des-moeglichen-Glyphosat-Stopps):

„Der Göttinger Agrar-Experte Steinmann hingegen hält Preissteigerungen bei einem Glyphosat-Stopp für sehr unwahrscheinlich. „Der Markt für Agrarprodukte reagiert auf so etwas nicht.“ Eher sei zu erwarten, dass Lebensmittelhändler auf Glyphosat-freie Produktionsverfahren drängen werden – und das ohne Preisänderungen erreichen wollen. Generell biete ein Glyphosat-Stopp auch große Chancen, betont Steinmann. Glyphosat sei ein Innovationskiller, und das seit Jahrzehnten. „Gegen einen so billigen Standard anzukämpfen – da konnte man nur scheitern.“ Ein Auslaufen der Zulassung führe zu einer aufgefrischten Suche nach Alternativen auch bei der nicht-chemischen Unkrautkontrolle. „Es würde Bedarf, aber auch Raum und Nachfrage für neue Ideen geben“, ist Steinmann überzeugt. Auch Pieper sieht Chancen: Die Diskussion um Glyphosat könne den Start für einen ganz anders aufgestellten Agrarsektor bedeuten.“ …

Der SPIEGEL berichtete am Wochenende, dass Monsanto sich selbst nicht sicher ist, ob der Pflanzenvernichter Glyphosat krebserregend ist (https://magazin.spiegel.de/SP/2017/43/153888459/index.html).

Hier auch ein Link zu einer aktuellen Studie der Europagrünen über die Gefahren von Glyphosat und mögliche Alternativen zum Ackergift:  https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/ab61fee42c3217963d3a43bd1c4b1e09.pdf

Wie eine Abkehr von Ackergiften zum Wohle von Menschen, Tieren und Umwelt gelingen kann, zeigen wir Landtagsgrüne in unserer Pestizidminimierungsstrategie.

Alles in allem wirklich höchste Zeit, Glyphosat endlich zu verbieten!

Pestizidminimierungsstrategie für Bayern

Auf deutschen Feldern landen jedes Jahr rund 50 000 Tonnen Pestizide gegen Käfer, Raupen,
Blattläuse, Mäuse, Pilze, Mehltau und Unkraut. Das soll die Erträge erhöhen – tötet aber nicht nur Schädlinge, sondern entzieht beispielsweise auch Bienen, weiteren Insekten und Vögeln die Lebensgrundlage. Mittlerweile sind 50 Prozent der Tierarten in Bayern vom Aussterben bedroht, was auch mit den Ackergiften zu tun hat.

Deshalb setzen wir Grünen uns für eine pestizidfreie Landwirtschaft in Bayern ein. Bis zum Jahr 2030 wollen wir den
Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf Äckern halbieren, langfristig sollen gar keine Pestizide mehr ausgebracht werden. Bei unserer Klausurtagung in Landshut haben wir dafür einen Vier-Punkte-Plan, eine Pestizidminimierungsstrategie, verabschiedet. Denn eine giftfreie Landwirtschaft ist das Beste für Bauern, Bienen und Bayern!

Giftfreie Landwirtschaft: Pestizidminimierungsstrategie für Bayern

Giftfreie Landwirtschaft: Gut für Bauern, Bienen und Bayern!

Der Einsatz von immer mehr Agrargiften ist neben dem zunehmenden Flächenfraß eine Hauptursache für den dramatischen Artenschwund in Bayern. Über die Hälfte aller bekannten Tiere und Pflanzen in Bayern sind vom Aussterben bedroht. Alleine die Insektenbiomasse hat in den letzten Jahren um 80 Prozent abgenommen!

Mittelfristig muss der Einsatz von Ackergiften bis 2030 um die Hälfte reduziert werden. Wir Grüne fordern deshalb eine konsequente Agrarwende mit dem langfristigen Ziel einer giftfreien Landwirtschaft in Bayern – das ist nicht nur gut für Bienen, sondern auch für unsere Bauern. Denn mit dem Einsatz moderner Maschinen gelingt eine gute Ernte auch ohne Chemie!

Hier geht’s zur Grünen Pestizidminimierungsstrategie für Bayern