Ernährung

Bio-Verpflegung hilft Kindern beim Gesundwerden

Vor zehn Jahren wurde im Landshuter Kinderkrankenhaus die Umstellung auf 100% Bio-Essen beschlossen. Wie wir nun erfahren haben, gibt es nun eine komplette Kehrtwende zu 100% konventionell. Das ist mir völlig unverständlich, denn die Umstellung auf Bioprodukte war damals ein Bekenntnis zu gesunder Ernährung der kleinen Patientinnen und Patienten. Auch damals war schon klar, dass der Wareneinkauf teurer wird, aber das war es allen in der Vergangenheit auch wert.

Zehn Jahre lief das Konzept gut, das Kinderkrankenhaus St. Marien war mit seiner Bio-Verpflegung ein Vorzeigeprojekt in der Biostadt Landshut. Dass man jetzt aus Kostengründen komplett auf konventionelle Waren zurückgreift, ist ein herber Schlag, der die gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Bio komplett ignoriert.

Gerade für einen kirchlichen Träger passte das Gesamtkonzept in die Enzyklika, umso weniger verständlich ist, dass plötzlich ausschließlich betriebswirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen. Damit bleibt das Bekenntnis zum Erhalt der Lebensgrundlagen nur eine Worthülse.

Wir Landtagsgrüne fordern deshalb die Klinikleitung auf, bei 100% Bio zu bleiben, denn biologische Landwirtschaft ist in jeder Hinsicht gesundheitsförderlich und ohne eine gesunde Ernährung gibt es keine Gesundheit!

Renate Künast im Landkreis Traunstein

Volles Haus in Übersee beim Besuch von Renate Künast! Mit über 80 Menschen sprachen wir über Landwirtschaft, Ernährung und solidarisches Zusammenleben. Wir brauchen einen Strukturwandel in der Agrarpolitik genauso wie im Ernährungssektor. Es ist mittlerweile viel einfacher, sich ungesund zu ernähren anstatt gesund – dabei müsste es umgekehrt sein! Nicht die Industrie darf die Regeln bestimmen, die Politik muss das tun!

„Ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung“

Im Rahmen meiner Kantinentour durch Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung durch ganz Bayern machte ich kürzlich auch in Traunreut Station – bei der Kantine von Bosch Haushaltsgeräte (BSH), die durch extern durch die Navitas GmbH betrieben wird. Der mehrfach ausgezeichnete Küchenchef Klaus Wimmer führt seine erst kürzlich ausgegliederte Firma Navitas (Navitas Restaurations GmbH c/o BSH Hausgeräte GmbH) mit besonders viel Herzblut. Damit setzt er in der expandierenden Branche der Gemeinschaftsverpflegung Maßstäbe. Es gehöre zur Firmenphilosophie, sowohl der B/S/H/ als auch der Navitas, dass sich sowohl Gäste als auch Mitarbeiter wohl fühlen und respektiert werden. „Ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung“ weiterlesen

Kommentar von Martin Häusling zu neuen Züchtungstechniken

Den Beitrag in Spiegel Online von Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, treffend kommentiert:

https://www.martin-haeusling.eu/themen/agro-gentechnik/1987-kommentar-zum-spiegel-artikel-von-forschungsministerin-theresia-bauer-bw.html

Ein Ernährungsrat für den Landkreis Traunstein

Die Art und Weise, wie wir essen, ist eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Essen berührt Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Wirtschaft und Umwelt. Immer mehr Menschen achten auf Ursprung, Erzeugung und Verarbeitung ihrer Lebensmittel und interessieren sich dafür, was in ihrem Essen drin ist. Sie entwickeln eine Ernährungskultur, die Genuss und gutes Gewissen miteinander verbindet, und möchten sich und ihre Familien bewusst, gesund und nachhaltig, mit Produkten aus der Region und aus ökologischem Anbau, versorgen. Laut Ernährungsreport 2017 wünschen sich 90 % der Deutschen einheitlich hohe Qualitätsstandards, am besten Bio, in der Außer-Haus-Verpflegung von Kindern und Jugendlichen, also an Kindergärten, Schulen und anderen Betreuungseinrichtungen.

Tatsächlich kommt der Außer-Haus-Verpflegung auch gesellschaftlich ein immer größerer Stellenwert zu: immer mehr Erwachsene und Kinder essen zumindest mittags auswärts; in vielen Haushalten wird immer weniger gekocht. Und: die ernährungsbedingten Krankheiten nehmen immer weiter zu – allein in Bayern sind zum Beispiel bereits 8,8 % der Vorschulkinder übergewichtig.

Darüber hinaus beeinflusst unsere Ernährung auch Natur und Kulturlandschaft, hier bei uns und weltweit. Seit die landwirtschaftliche Produktion, der Handel und das Essen globalisiert sind, drohen viele Dinge, die unser Leben in unserer Region ausmachen, verloren zu gehen: die abwechslungsreiche Kulturlandschaft, das Lebensmittelhandwerk, die gewachsenen Dorfkerne mit Lebensmittelladen.

Gründe genug, hier aktiv zu werden: auf meine Initiative haben sich verschiedenste gesellschaftliche Akteure aus dem Landkreis Traunstein zusammengeschlossen, um einen Ernährungsrat für den Landkreis zu gründen. Nach gemeinsamer Vorarbeit mit Helga Geistanger von Slow Food und Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz fand am 15. Juni das erste Treffen statt – und war ein voller Erfolg! Ein Ernährungsrat für den Landkreis Traunstein weiterlesen