Ernährung

Kein Patent auf Gerste und Bier!

Nach der Entscheidung des Europäischen Patentamts dürfen bestimmte Braugerstensorten ab sofort nur noch von zwei Großbrauereien eingesetzt werden – solche Patente auf Leben sind aber ein No-Go! Die Patenterteilung ist ein klarer Bruch mit dem europäischen Patentrecht, das eigentlich Patente auf Pflanzensorten und auf konventionelle Züchtung verbietet. Dass das Europäische Patentamt dennoch so entschieden hat, ist absolut zu kritisieren. Deutschland und Bayern müssen sich jetzt stark machen, dass die Sortenvielfalt bei der Gerste für alle Brauereien zugänglich bleibt. Keine Patenterteilung auf Leben!

Zum Hintergrund: Trotz des Einspruchs des Bündnisses „No patents on seeds!“ hat das Europäischen Patentamts (EPA) an der Patenterteilung auf eine bestimmte Braugerstensorte für Heineken und Carlsberg festgehalten.

Bio-Verpflegung hilft Kindern beim Gesundwerden

Vor zehn Jahren wurde im Landshuter Kinderkrankenhaus die Umstellung auf 100% Bio-Essen beschlossen. Wie wir nun erfahren haben, gibt es nun eine komplette Kehrtwende zu 100% konventionell. Das ist mir völlig unverständlich, denn die Umstellung auf Bioprodukte war damals ein Bekenntnis zu gesunder Ernährung der kleinen Patientinnen und Patienten. Auch damals war schon klar, dass der Wareneinkauf teurer wird, aber das war es allen in der Vergangenheit auch wert.

Zehn Jahre lief das Konzept gut, das Kinderkrankenhaus St. Marien war mit seiner Bio-Verpflegung ein Vorzeigeprojekt in der Biostadt Landshut. Dass man jetzt aus Kostengründen komplett auf konventionelle Waren zurückgreift, ist ein herber Schlag, der die gesellschaftliche Entwicklung zu mehr Bio komplett ignoriert.

Gerade für einen kirchlichen Träger passte das Gesamtkonzept in die Enzyklika, umso weniger verständlich ist, dass plötzlich ausschließlich betriebswirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stehen. Damit bleibt das Bekenntnis zum Erhalt der Lebensgrundlagen nur eine Worthülse.

Wir Landtagsgrüne fordern deshalb die Klinikleitung auf, bei 100% Bio zu bleiben, denn biologische Landwirtschaft ist in jeder Hinsicht gesundheitsförderlich und ohne eine gesunde Ernährung gibt es keine Gesundheit!

Renate Künast im Landkreis Traunstein

Volles Haus in Übersee beim Besuch von Renate Künast! Mit über 80 Menschen sprachen wir über Landwirtschaft, Ernährung und solidarisches Zusammenleben. Wir brauchen einen Strukturwandel in der Agrarpolitik genauso wie im Ernährungssektor. Es ist mittlerweile viel einfacher, sich ungesund zu ernähren anstatt gesund – dabei müsste es umgekehrt sein! Nicht die Industrie darf die Regeln bestimmen, die Politik muss das tun!

„Ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung“

Im Rahmen meiner Kantinentour durch Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung durch ganz Bayern machte ich kürzlich auch in Traunreut Station – bei der Kantine von Bosch Haushaltsgeräte (BSH), die durch extern durch die Navitas GmbH betrieben wird. Der mehrfach ausgezeichnete Küchenchef Klaus Wimmer führt seine erst kürzlich ausgegliederte Firma Navitas (Navitas Restaurations GmbH c/o BSH Hausgeräte GmbH) mit besonders viel Herzblut. Damit setzt er in der expandierenden Branche der Gemeinschaftsverpflegung Maßstäbe. Es gehöre zur Firmenphilosophie, sowohl der B/S/H/ als auch der Navitas, dass sich sowohl Gäste als auch Mitarbeiter wohl fühlen und respektiert werden. „Ein Leuchtturmprojekt in der Gemeinschaftsverpflegung“ weiterlesen

Kommentar von Martin Häusling zu neuen Züchtungstechniken

Den Beitrag in Spiegel Online von Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg, hat der agrarpolitische Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Martin Häusling, treffend kommentiert:

https://www.martin-haeusling.eu/themen/agro-gentechnik/1987-kommentar-zum-spiegel-artikel-von-forschungsministerin-theresia-bauer-bw.html

Ein Ernährungsrat für den Landkreis Traunstein

Die Art und Weise, wie wir essen, ist eine der zentralen Fragen unserer Zeit. Essen berührt Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Wirtschaft und Umwelt. Immer mehr Menschen achten auf Ursprung, Erzeugung und Verarbeitung ihrer Lebensmittel und interessieren sich dafür, was in ihrem Essen drin ist. Sie entwickeln eine Ernährungskultur, die Genuss und gutes Gewissen miteinander verbindet, und möchten sich und ihre Familien bewusst, gesund und nachhaltig, mit Produkten aus der Region und aus ökologischem Anbau, versorgen. Laut Ernährungsreport 2017 wünschen sich 90 % der Deutschen einheitlich hohe Qualitätsstandards, am besten Bio, in der Außer-Haus-Verpflegung von Kindern und Jugendlichen, also an Kindergärten, Schulen und anderen Betreuungseinrichtungen.

Tatsächlich kommt der Außer-Haus-Verpflegung auch gesellschaftlich ein immer größerer Stellenwert zu: immer mehr Erwachsene und Kinder essen zumindest mittags auswärts; in vielen Haushalten wird immer weniger gekocht. Und: die ernährungsbedingten Krankheiten nehmen immer weiter zu – allein in Bayern sind zum Beispiel bereits 8,8 % der Vorschulkinder übergewichtig.

Darüber hinaus beeinflusst unsere Ernährung auch Natur und Kulturlandschaft, hier bei uns und weltweit. Seit die landwirtschaftliche Produktion, der Handel und das Essen globalisiert sind, drohen viele Dinge, die unser Leben in unserer Region ausmachen, verloren zu gehen: die abwechslungsreiche Kulturlandschaft, das Lebensmittelhandwerk, die gewachsenen Dorfkerne mit Lebensmittelladen.

Gründe genug, hier aktiv zu werden: auf meine Initiative haben sich verschiedenste gesellschaftliche Akteure aus dem Landkreis Traunstein zusammengeschlossen, um einen Ernährungsrat für den Landkreis zu gründen. Nach gemeinsamer Vorarbeit mit Helga Geistanger von Slow Food und Beate Rutkowski vom Bund Naturschutz fand am 15. Juni das erste Treffen statt – und war ein voller Erfolg! Ein Ernährungsrat für den Landkreis Traunstein weiterlesen

Du bist, was du isst! Für ein kostenfreies Mittagessen an Bayerns Schulen

Noch längst nicht alle Schulen in Bayern bieten überhaupt ein Mittagessen an; und wenn, dann ist oft ist die Qualität mangelhaft und außerdem ist es für manche Eltern auch zu teuer. Wir wissen, dass für ein gesundheitsförderndes Essverhalten, vielfältige Kompetenzen rund ums Essen und Trinken nötig sind. Und dabei ist Schule, vor allem im Ganztagsbetrieb, der Lern-, und Lebensraum, an dem Theorie und Praxis erfolgreich verknüpft werden können. Deshalb genügen beim Thema Schulverpflegung weder Anträge noch Projekte, hier braucht es einen Paradigmenwechsel.

Der grüne Gesetzentwurf, der diese Woche im Bildungsausschuss beraten wird, fordert deshalb die Kostenübernahme für das Mittagessen in Schulen durch den Staat. Dann können wir auch die Qualitätsstandards definieren – und die sollten sich mindestens an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren. Bio, regional und saisonal wären noch besser, aber mit dieser glyphosatgesteuerten CSU-Regierung ist das derzeit ein Wunschtraum.

Die drei Probleme der Mittagsverpflegung an den bayerischen Schulen sind schnell ausgemacht: Die Qualität, die Zuständigkeit und der Preis. Es kann nicht sein, dass in diesem wohlhabenden Land Kinder mit leerem Bauch in den Nachmittagsunterricht müssen, weil sie von den Eltern kein Essensgeld mitbekommen. Auch aus sozialen Gründen sollte es eine kostenfreie Mittagsverpflegung geben!

Hier geht’s zum Grünen Gesetzentwurf!

Grüner Gesetzesentwurf: Schulessen kostenlos und besser!

Gesundes Essen für Kinder – das Thema beschäftigt uns im Landtag nun schon eine ganze Zeit. Unser Grüner Antrag „Mehr Bio an Schulen“ forderte, dass auf lange Sicht und in realisierbaren Schritten alle Kitas, allgemeinbildende Schulen sowie Horteinrichtungen und Einrichtungen in der Tagespflege mit Ganztagsangebot eine altersgerechte, abwechslungsreiche, ansprechende und gesunde Essenversorgung anbieten. Jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter und legen einen Gesetzesentwurf vor, der die Kostenübernahme des Mittagessens für alle Schülerinnen und Schüler im Ganztag durch den Staat vorsieht.


Hier geht’s zum Video

Das ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Schulverpflegung. Durch die Übernahme der Kosten hat der Staat die Möglichkeit, verbindliche Qualitätsstandards vorzugeben, nämlich die DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung. Damit ist ein kostenloses Mittagessen vor allem sozial gerecht: Gutes Essen an der Schule ist keine Frage des Geldbeutels der Eltern mehr, sondern für alle da. Es entlastet finanziell schlechter gestellte Familien, auch Alleinerziehende, ganz erheblich. So schaffen wir gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern!

Ein kostenloses Mittagessen ist auch finanzpolitisch sinnvoll: Durch sinnvolle Präventionsmaßnahmen wie gutes und gesundes Mittagessen verringern sich für Staat und Gesellschaft die hohen Folgekosten von ernährungsbedingten Krankheiten. Und es ist kulturpolitisch sinnvoll: Essen und die Herstellung von Essen prägen unsere Kultur ganz entscheidend. Es kann nicht bloß darum gehen, Kinder satt zu machen. An der Schule soll Esskultur und Ernährungsbildung zusammenlaufen. Mittagsverpflegung gehört zum Bildungs- und Erziehungsauftrag und als solche ist sie staatliche Leistung.

Deshalb fordern wir mit unserem Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes (BaySchFG), die Mittagsverpflegung an bayerischen Schulen gut und kostenfrei anzubieten. Weil unsere Kinder es uns wert sind!

Zuckersteuer gegen ernährungsbedingte Krankheiten

Diabetes, Adipositas und andere ernährungsbedingte Krankheiten steigen auch bei uns. Eine Zuckersteuer macht natürlich nicht per se schlanker, führt aber in England schon jetzt dazu, dass Hersteller weniger Zucker verwenden. Und das ist gut – für die Gesundheit unserer Kinder! Deshalb, liebe GroKo: nicht wie bisher von der Zucker-Lobby einschüchtern lassen! Nehmt euch ein Beispiel an Großbritannien!

Frischküche oder Systemküche im Klinikum Traunstein?

Außer-Haus-Verpflegung im großen Stil: so könnte man die Aufgabe des Klinikums Traunstein beschreiben: Im Klinikverbund werden täglich bis zu 1.500 Essen produziert; die Küche muss dabei die unterschiedlichsten Ansprüche berücksichtigen – vom Essen für die Kinderabteilung bis hin zur Schonkost für spezielle Krankheitsbilder. Ferner muss die Logistik zwischen den sechs Standorten bewältigt werden. Dass dabei viel auf vorkonfektionierte Produkte zurückgegriffen wird – der Conveniencegrad liegt bei ca. 80% – erscheint verständlich. Und doch wird versucht, so viele Produkte wie möglich regional einzukaufen – zum Beispiel Milchprodukte, Mineralwasser, Brot von lokalen Bäckereien, Fleisch von lokalen Metzgern.  Frischküche oder Systemküche im Klinikum Traunstein? weiterlesen