Ernährung

Zehntausende bei „Wir haben es satt“-Demo

33.000 Menschen haben gestern in Berlin gegen die Agrarindustrie demonstriert. Über 160 Traktoren aus ganz Deutschland führten die Menge an, die vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Bundeskanzleramt zog und auf dem Weg die Agrarministerkonferenz mit einem Kochtopfkonzert begleitete. So viele Menschen, die zeigen: so kann es nicht weitergehen!

Goldsteig will kein Glyphosat mehr: Die Verarbeiter schaffen, was die CSU nicht schafft

Ich begrüße die Entscheidung der Molkerei Goldsteig, Lieferanten den Einsatz des Umweltgifts Glyphosat zu untersagen. Nach der Molkerei Berchtesgadener Land zieht also eine weitere Molkerei nach. Die Verarbeiter schaffen hier, was die CSU nicht schafft. Denn die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen  endlich Produkte ohne Chemie und Gifte.

CSU-Landwirtschaftsminister Schmidt hat mit seiner Zustimmung zur erneuten Zulassung des Ackergifts Glyphosat den Umwelt- und Verbraucherschutz mit Füßen getreten und den Konzernen ein Geschenk gemacht. Wir Grüne haben es vorhergesagt: das lassen sich die Verarbeiter, der Einzelhandel und die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht bieten. Damit hat Herr Schmidt den Bäuerinnen und Bauern einen Bärendienst erwiesen. Viel besser wäre ein geordneter Übergang zu einer giftfreien Landwirtschaft gewesen.

Wir Landtags-Grünen fordern nach wie vor ein sofortiges nationales Verbot von glyphosathaltigen Mitteln!

Glyphosat-Verlängerung: CSU-Geschenk für Konzerne

Glyphosat soll für weitere fünf Jahre zugelassen werden – das hat gestern der EU-Berufungsausschuss beschlossen. Es ist einfach nur schade – für die Landwirtschaft, die Natur, aber vor allem für die Bürgerinnen und Bürger – dass sich die EU nicht zu politischem Handeln durchringen konnte. Die Bevölkerung hat längst genug von Pestiziden. Wie bei der Gentechnik muss wieder alles von unten kommen, weil die konservative Politik nicht reagiert. Ich setze darauf, dass der Einzelhandel und die Landwirtschaft die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und den Verzicht von Glyphosat einfordern.

Bundesagrarminister Schmidt hat der Verlängerung zugestimmt. Die CSU hat hiermit bewiesen, dass sie lieber den Konzernen ein Geschenk macht, als die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die Umwelt zu schützen.

Pidinger Molkerei verbietet Glyphosat

Wenn man will, dann geht es eben doch: die Pidinger Molkerei hat für ihre Genossenschaftsmitglieder einstimmig ein Glyphosatverbot beschlossen. Während die Bundesregierung durch ihre Enthaltung im EU-Ausschuss ein Ende von Glyphosat weiter verzögert hat, ist die Wirtschaft mal wieder schneller – und näher am Verbraucher dran, der einfach keine Ackergift-Rückstände in seinem Essen haben will.

Nach einem Aufsichtsratsbeschluss ist in der Genossenschaft mit sofortiger Wirkung  die Anwendung jeglicher Totalherbizide in der Grünland- und Ackerbaubehandlung verboten. Das Verbot gilt für alle 1.800 Genossenschaftsmitglieder, deren Milch in Piding verarbeitet wird. Geschäftsführer Bernhard Pointner hat Recht, wenn er sagt: „Es gibt in unserem Milcheinzugsgebiet keine Notwendigkeit, ein Totalherbizid einzusetzen, dessen wissenschaftliche Bewertung hinsichtlich Auswirkungen auf Mensch und Umwelt kontrovers ist.“

Glyphosat am Ende?

Letzte Woche stimmte der EU-Umweltausschuss – mit Stimmen der Grünen, Sozialdemokraten, Linken und teilweise Liberalen – für ein Ende der Zulassung von Glyphosat. Morgen wird der ständige Ausschuss der Mitgliedstaaten darüber abstimmen. Die geschäftsführende Bundesregierung wird sich dabei voraussichtlich wieder enthalten – und stellt sich damit gegen Umwelt- und Verbraucherschutz. Bei der heutigen namentlichen Abstimmung im EU-Parlament zeigt sich direkt, welche Abgeordneten Profitinteressen höher einschätzen als Gesundheit von Mensch und Natur.

Die Verbraucher sind da schon viel weiter. Die von den beiden Grünen Europaabgeordneten Martin Häusling und Sven Giegold initiierte Petition erreichte binnen weniger Tage 80.000 Unterschriften (hier unterzeichnen: www.change.org/glyphosat).

Dass das Ende von Glyphosat für die Landwirtschaft durchaus interessante Chancen birgt, berichtet die Hannoversche Allgemeine (http://www.haz.de/Nachrichten/Wirtschaft/Deutschland-Welt/Chancen-und-Risiken-des-moeglichen-Glyphosat-Stopps):

„Der Göttinger Agrar-Experte Steinmann hingegen hält Preissteigerungen bei einem Glyphosat-Stopp für sehr unwahrscheinlich. „Der Markt für Agrarprodukte reagiert auf so etwas nicht.“ Eher sei zu erwarten, dass Lebensmittelhändler auf Glyphosat-freie Produktionsverfahren drängen werden – und das ohne Preisänderungen erreichen wollen. Generell biete ein Glyphosat-Stopp auch große Chancen, betont Steinmann. Glyphosat sei ein Innovationskiller, und das seit Jahrzehnten. „Gegen einen so billigen Standard anzukämpfen – da konnte man nur scheitern.“ Ein Auslaufen der Zulassung führe zu einer aufgefrischten Suche nach Alternativen auch bei der nicht-chemischen Unkrautkontrolle. „Es würde Bedarf, aber auch Raum und Nachfrage für neue Ideen geben“, ist Steinmann überzeugt. Auch Pieper sieht Chancen: Die Diskussion um Glyphosat könne den Start für einen ganz anders aufgestellten Agrarsektor bedeuten.“ …

Der SPIEGEL berichtete am Wochenende, dass Monsanto sich selbst nicht sicher ist, ob der Pflanzenvernichter Glyphosat krebserregend ist (https://magazin.spiegel.de/SP/2017/43/153888459/index.html).

Hier auch ein Link zu einer aktuellen Studie der Europagrünen über die Gefahren von Glyphosat und mögliche Alternativen zum Ackergift:  https://www.greens-efa.eu/files/doc/docs/ab61fee42c3217963d3a43bd1c4b1e09.pdf

Wie eine Abkehr von Ackergiften zum Wohle von Menschen, Tieren und Umwelt gelingen kann, zeigen wir Landtagsgrüne in unserer Pestizidminimierungsstrategie.

Alles in allem wirklich höchste Zeit, Glyphosat endlich zu verbieten!

Rezept Kürbissuppe

Zutaten

2 kg Kürbis (z.B. Hokkaido oder Butternut)
500 g Gelbe Rüben
1 kg Kartoffeln
2 Zwiebeln
2 EL Butter
2 Liter Gemüsebrühe
½ Becher Sahne
Salz und Pfeffer, Muskat

 

Zubereitung

Kürbis in Spalten schneiden, schälen und entkernen. Das Kürbisfleisch in kleine Würfel schneiden. Gelbe Rüben und Kartoffeln schälen, waschen und in kleine Stücke schneiden. Zwiebeln schälen und würfeln.

Die Butter erhitzen und die Zwiebelwürfel darin andünsten. Brühe hinzufügen und aufkochen lassen. Dann den Kürbis, die Gelben Rüben und die Kartoffeln zugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Ca. 20-30 Minuten auf kleiner Flamme kochen lassen. Mit einem Pürierstab die Suppe pürieren, Sahne hinzugeben und abschmecken.

Schmeckt wunderbar mit gerösteten Kürbiskernen und einem Schuss Kürbiskernöl!

Welternährungstag: Agrarchemielobby verschärft den Hunger in der Welt

Heute ist Welternährungstag – und weltweit hungern wieder mehr Menschen. Und das trotz großartiger Versprechungen der Agrarindustrie um Monsanto, Bayer und Co. Aber wer nur auf den eigenen Profit schaut, kann den Hunger in der Welt nicht stoppen. Glyphosat und andere Ackergifte, die nachweislich auch noch gesundheitsschädlich sind, haben deshalb keine Berechtigung und gehören endlich verboten! Der Hunger in der Welt liegt nicht an Ernteausfällen, sondern ist ein Problem der Verteilung und des Zugangs zu Land. Und solange wir die Landwirtschaft in den armen Ländern zerstören anstatt sie zu unterstützen, wird sich daran auch nichts ändern!

Regional ist nicht gleich Bio: „Geprüfte Qualität Bayern“ ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun!

Der Münchner Stadtrat hat ein neues Konzept beschlossen, nach dem ökologisch erzeugte Lebensmittel bei öffentlichen Veranstaltungen gefördert werden soll. Was sich zunächst gut anhört, ist für Bio-Lebensmittel eindeutig ein Rückschritt: denn mit dem Konzept erhalten auch regionale Lebensmittel fast so viele Punkte wie Bio-Produkte. Das bedeutet, dass beispielsweise  zukünftig Produkte aus Massentierhaltung Pluspunkte erhalten können, solange sie regional produziert sind. In der Realität wird damit der Bio-Anteil bei Festen gesenkt werden.

Nur die Grünen haben im Stadtrat gegen dieses Konzept gestimmt. Regional ist nicht gleich Bio: „Geprüfte Qualität Bayern“ ohne Tierhaltung hat nichts mit Bio zu tun! weiterlesen