Bildung

Du bist, was du isst! Für ein kostenfreies Mittagessen an Bayerns Schulen

Noch längst nicht alle Schulen in Bayern bieten überhaupt ein Mittagessen an; und wenn, dann ist oft ist die Qualität mangelhaft und außerdem ist es für manche Eltern auch zu teuer. Wir wissen, dass für ein gesundheitsförderndes Essverhalten, vielfältige Kompetenzen rund ums Essen und Trinken nötig sind. Und dabei ist Schule, vor allem im Ganztagsbetrieb, der Lern-, und Lebensraum, an dem Theorie und Praxis erfolgreich verknüpft werden können. Deshalb genügen beim Thema Schulverpflegung weder Anträge noch Projekte, hier braucht es einen Paradigmenwechsel.

Der grüne Gesetzentwurf, der diese Woche im Bildungsausschuss beraten wird, fordert deshalb die Kostenübernahme für das Mittagessen in Schulen durch den Staat. Dann können wir auch die Qualitätsstandards definieren – und die sollten sich mindestens an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung orientieren. Bio, regional und saisonal wären noch besser, aber mit dieser glyphosatgesteuerten CSU-Regierung ist das derzeit ein Wunschtraum.

Die drei Probleme der Mittagsverpflegung an den bayerischen Schulen sind schnell ausgemacht: Die Qualität, die Zuständigkeit und der Preis. Es kann nicht sein, dass in diesem wohlhabenden Land Kinder mit leerem Bauch in den Nachmittagsunterricht müssen, weil sie von den Eltern kein Essensgeld mitbekommen. Auch aus sozialen Gründen sollte es eine kostenfreie Mittagsverpflegung geben!

Hier geht’s zum Grünen Gesetzentwurf!

Grüner Gesetzesentwurf: Schulessen kostenlos und besser!

Gesundes Essen für Kinder – das Thema beschäftigt uns im Landtag nun schon eine ganze Zeit. Unser Grüner Antrag „Mehr Bio an Schulen“ forderte, dass auf lange Sicht und in realisierbaren Schritten alle Kitas, allgemeinbildende Schulen sowie Horteinrichtungen und Einrichtungen in der Tagespflege mit Ganztagsangebot eine altersgerechte, abwechslungsreiche, ansprechende und gesunde Essenversorgung anbieten. Jetzt gehen wir noch einen Schritt weiter und legen einen Gesetzesentwurf vor, der die Kostenübernahme des Mittagessens für alle Schülerinnen und Schüler im Ganztag durch den Staat vorsieht.


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Das ist nicht weniger als ein Paradigmenwechsel in der Schulverpflegung. Durch die Übernahme der Kosten hat der Staat die Möglichkeit, verbindliche Qualitätsstandards vorzugeben, nämlich die DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung. Damit ist ein kostenloses Mittagessen vor allem sozial gerecht: Gutes Essen an der Schule ist keine Frage des Geldbeutels der Eltern mehr, sondern für alle da. Es entlastet finanziell schlechter gestellte Familien, auch Alleinerziehende, ganz erheblich. So schaffen wir gleichwertige Lebensverhältnisse in Bayern!

Ein kostenloses Mittagessen ist auch finanzpolitisch sinnvoll: Durch sinnvolle Präventionsmaßnahmen wie gutes und gesundes Mittagessen verringern sich für Staat und Gesellschaft die hohen Folgekosten von ernährungsbedingten Krankheiten. Und es ist kulturpolitisch sinnvoll: Essen und die Herstellung von Essen prägen unsere Kultur ganz entscheidend. Es kann nicht bloß darum gehen, Kinder satt zu machen. An der Schule soll Esskultur und Ernährungsbildung zusammenlaufen. Mittagsverpflegung gehört zum Bildungs- und Erziehungsauftrag und als solche ist sie staatliche Leistung.

Deshalb fordern wir mit unserem Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Schulfinanzierungsgesetzes (BaySchFG), die Mittagsverpflegung an bayerischen Schulen gut und kostenfrei anzubieten. Weil unsere Kinder es uns wert sind!

Zuckersteuer gegen ernährungsbedingte Krankheiten

Diabetes, Adipositas und andere ernährungsbedingte Krankheiten steigen auch bei uns. Eine Zuckersteuer macht natürlich nicht per se schlanker, führt aber in England schon jetzt dazu, dass Hersteller weniger Zucker verwenden. Und das ist gut – für die Gesundheit unserer Kinder! Deshalb, liebe GroKo: nicht wie bisher von der Zucker-Lobby einschüchtern lassen! Nehmt euch ein Beispiel an Großbritannien!

Politik macht Schule – Freie Schulen wollen Beitrag leisten gegen Politikverdrossenheit und Radikalisierung

Artikel mit freundlicher Genehmigung der CJD Berchtesgaden, BFS für Kinderpflege

Im Rahmen des Projektes „ Politiker schenken eine Unterrichtsstunde“ an Schulen mit  Freier Trägerschaft besuchte die Landtagsabgeordnete Frau Gisela Sengl unsere Berufsfachschule für Kinderpflege.

Die Schülerinnen und Schüler überlegten sich im Vorfeld viele Fragen und bekamen zu allen interessante Antworten. Vom Lebenslauf zum Tagesablauf einer Politikerin, von der Vereinbarkeit mit Familie zu ihren persönlichen politischen Prioritäten, von der Beurteilung der Flüchtlingspolitik bis zu ihrer Meinung einer Grundsicherung für alle…uvm.

Zu allen Themen informierte Frau Sengl kurz, prägnant, trotzdem mit viel Herz. Eine gelungene Veranstaltung, um das politische Interesse der SchülerInnen zu wecken bzw. zu steigern.  Auf die Frage, was sie sich wünschen würde, wenn sie einen Wunsch frei hätte: „ Mehr Eigeninitiative in den Gemeinden und Städten- Demokratie lebt von Teilnahme!“, so Frau Sengl.

Anneliese Kunkel, Leitung BFS für Kinderpflege

 

Zum Tag der gesunden Ernährung: Zeit für einen Aufbruch – eine neue Esskultur in der Schule

Am 7. März 2018 ist der 21. Tag der gesunden Ernährung unter dem Motto „Genussvoll Essen und Trinken – Den Menschen und der Ernährung verpflichtet“. Diesen wichtigen Tag sollten wir zum Anlass nehmen‚ uns weiter Gedanken zu machen darüber, wie wir unseren Kindern und Jugendlichenn gesundes Essen in den Schulen zur Verfügung stellen können. Es wird Zeit für einen Aufbruch: eine neue Esskultur in der Schule.

Die Schulen an sich haben ein großes Interesse am Thema „Gesunde Ernährung“, das zeigt die starke Nachfrage am EU-Schulprogramm für Obst, Gemüse und Milch(produkte). Zum Schuljahr 2017/18 stehen für Bayern 6,7 Millionen Euro aus Brüssel und 4,7 Millionen Euro Landesmittel bereit. 160 000 Mädchen und Buben kommen also einmal pro Woche in den Gratis-Genuss von Obst, Gemüse, Milch, Käse, Joghurt oder Quark. Dieses Programm kann aber nur ein Baustein sein – im Kampf für gesunde Ernährung und im Kampf gegen Fehlernährung. Wir Grüne wollen hochwertiges, gesundes und schmackhaftes Schulessen für alle Kinder – und dessen Qualität darf weder vom Geldbeutel der Eltern noch von der Finanzlage der Kommunen möglich sein.

Ein Grüner Gesetzentwurf zum Thema wird in den nächsten Wochen dem Landtag vorgelegt.