Lebensmittelverarbeitung und -vermarktung

„Jetzt red i“ im BR

So war „Jetzt red i“! Was ich für mich mitnehme: Die Staatsregierung hat immer noch nicht verstanden, dass wir dringend einen Systemwechsel brauchen in der Landwirtschaft. Frau Kaniber befürwortet z.B. das Mercosur-Abkommen deshalb, weil wir für das billige Rindfleisch, das wir dann aus Südamerika bekommen, billig Milch dorthin exportieren können. Dann sind wir am Ende genau da, wo wir nicht hinwollen: bei Massenproduktion durch Großbetriebe. Und unsere bayerischen vielseitig strukturierten Betriebe können zumachen.

 

 

Die Milch im Fokus

Zu einem Austausch über die aktuelle Situation der bayerischen Milchwirtschaft trafen sich kürzlich Vertreter der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit Barbara Scheitz, Geschäftsführerin der Andechser Öko-Molkerei Scheitz, und Prokurist Christian Wagner. Neben einer Betriebsbesichtigung stand eine Diskussion über die Zukunft der Öko-Milch-Branche in Bayern und Deutschland im Mittelpunkt des Besuchs. (Artikel mit freundlicher Genehmigung von Katharina Schmid)

Biologisch erzeugte Milch machte im Jahr 2018 bundesweit einen Anteil von 3,5 Prozent der gesamten Kuhmilchanlieferung aus. Der Anteil lag damit laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Doch diese Steigerung müsse sich nun auch Jahr für Jahr fortsetzen, waren sich die Grünen-MdLs Gisela Sengl, Hans Urban, Christian Hierneis und Patrick Friedl mit Barbara Scheitz einig, wolle man ein nachhaltiges Wachstum der Biomilchbranche erreichen. In Bayern ist die Situation ähnlich: Der Bio-Anteil an der Gesamterzeugung lag laut Landesanstalt für Landwirtschaft 2018 bei knapp 7 Prozent. Er ist damit deutlich gewachsen, das Potenzial nach oben aber weiter groß. Die Milch im Fokus weiterlesen

15 neue Ökomodellregionen!

Ich freue mich, dass die Staatsregierung nun doch viel mehr Regionen als ursprünglich geplant in den Fördertopf der Ökomodellregionen aufnehmen will – 15 neue wird es geben! Die Aufstockung sowohl in der Zahl der Ökomodellregionen als auch in der Summe entspricht ziemlich genau unserem Änderungsantrag zum Haushalt.

Darüber hinaus gibt es allerdings noch viel mehr zu tun in Sachen Ökologisierung. Deshalb fordern wir Landtagsgrüne, dass die staatlichen Kantinen in Zukunft mit mindestens 50 % bioregionalen Waren kochen. Anstatt den Menschen mit dem Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ nichts Halbes und nichts Ganzes anzubieten, entspricht bioregionales Essen genau dem Wunsch der Gesellschaft nach mehr Arten- und Trinkwasserschutz.
Bei den Ökomodellregionen hat die Staatsregierung endlich verstanden, um was es geht. Bei den staatlichen Kantinen müssen sie noch nachlegen. Auch um die Wertschätzung der bayerischen Bioprodukte in den eigenen Häusern deutlich sichtbar zu machen.

Eine Riesenchance für die Landwirtschaft

Artikel mit freundlicher Genehmigung von Katharina Schmid

Voller Saal im Freisinger Furtnerbräu: ExperteInnen und Gäste diskutieren bei der Veranstaltung der Landtags-Grünen zum Thema „Europas Ernte – Was die EU für unsere Artenvielfalt tun kann“

„Die grüne Welle rollt. Nicht nur politisch, sondern auch landwirtschaftlich. Zeit wird’s!“ Mit diesen Worten begrüßte Gisela Sengl, Sprecherin für Landwirtschaft und Ernährung der bayerischen Grünen im Landtag, die mehr als 100 Gäste, die am Donnerstagabend in den Freisinger Furtnerbräu gekommen waren. Ein Diskussionsabend zum Thema „Europas Ernte – Was die EU für unsere Artenvielfalt tun kann“ war den Besuchern angekündigt worden, hochkarätige Gäste aus der Agrarbranche dazu geladen: Reinhild Benning und Felix Prinz zu Löwenstein. Benning leitete bis 2015 das Referat Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Seit November 2015 befasst sie sich bei Germanwatch mit Landwirtschaft und Tierhaltung. Löwenstein, Agrarwissenschaftler und Biolandwirt, war als Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) vertreten. Musikalisch begeisterte das lokale Duo Häns Czernik und Sandra Rieger auf Gitarre und Geige.  Eine Riesenchance für die Landwirtschaft weiterlesen

Mia ham’s satt!

Mia hams satt! Für eine echte Agrarwende, für eine Landwirtschaft ohne Gift sind gestern in München mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen. Eine Landwirtschaft OHNE Gift und Chemie ist möglich – der Ökolandbau zeigt es seit Jahrzehnten. Bio kann unsere Lebensgrundlagen erhalten und die Welt ernähren – das wurde jetzt auch wieder wissenschaftlich nachgewiesen (http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2018/2050-oekolandbau-kann-europa-ernaehren.html)!

Alles Handarbeit

Auf Einladung des Eichstätter Kreisverbands der Grünen besuchte ich kürzlich die Biogärtnerei Schödl in Walting. Hier der Bericht:

Der ehemalige Maschinenbauingenieur Klaus Schödl beschloss vor vier Jahren, sein Hobby zum Beruf zu machen und bewirtschaftet seitdem angrenzend an das idyllisch bewachsene Wohnhaus der Familie, die auch Laufgänse und Hühner hält, zusammen mit seiner Frau einen biologischen Gemüsegarten. Hier baut die Familie Salate, Kohlrabi, Erbsen, Bohnen, gelbe Rüben, Mangold, Paprika, Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, Sellerie, Wirsing sowie Weiß- und Blaukraut an. Geerntet wird von Mai bis in den Oktober.

Dies ist auch die Zeit, in der die meiste Arbeit auf dem Biohof anfällt. Denn hier ist alles Handarbeit. Als ökologisch wirtschaftender Betrieb verzichten die Schödls auf jede Form von Pestiziden, Herbiziden und Mineraldünger. Ihre Pflanzen ziehen sie aus biologischem Saatgut selbst. Hybridsorten oder genveränderte Sorten gibt es hier nicht. Gedüngt wird mit Pferde- und Hühnermist; eine fünfjährige Fruchtfolge und Gründüngung unterstützen den Boden und halten ihn fruchtbar. Mehrere Bienenvölker im Gemüsegarten kümmern sich um die Bestäubung. Anlässlich des Besuchs der grünen Landtagsabgeordneten öffnete die Familie Schödl ihren Garten für einen geführten Rundgang. Über 30 Interessierte nahmen das Angebot wahr. Alles Handarbeit weiterlesen

„Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ – Besuch bei den Oderberger Werkstätten

Immer mehr Menschen nehmen ihr Mittagessen außer Haus ein. Damit steigt der Stellenwert der Außer-Haus-Verpflegungseinrichtungen. Wie gehen diese damit um? Welche Herausforderungen sehen sie angesichts des Anspruchs, gesundes und gutes Essen auf den Tisch zu bringen? Das wollte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl von den Betreibern der Oderberger Werkstätten wissen, die sie auf Einladung der Chiemgau Lebenshilfe im Rahmen ihrer bayernweiten „Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ besuchte. „Gemeinsam Essen – Grüne Kantinentour durch Bayern“ – Besuch bei den Oderberger Werkstätten weiterlesen

Zehntausende bei „Wir haben es satt“-Demo

33.000 Menschen haben gestern in Berlin gegen die Agrarindustrie demonstriert. Über 160 Traktoren aus ganz Deutschland führten die Menge an, die vom Berliner Hauptbahnhof bis zum Bundeskanzleramt zog und auf dem Weg die Agrarministerkonferenz mit einem Kochtopfkonzert begleitete. So viele Menschen, die zeigen: so kann es nicht weitergehen!

Goldsteig will kein Glyphosat mehr: Die Verarbeiter schaffen, was die CSU nicht schafft

Ich begrüße die Entscheidung der Molkerei Goldsteig, Lieferanten den Einsatz des Umweltgifts Glyphosat zu untersagen. Nach der Molkerei Berchtesgadener Land zieht also eine weitere Molkerei nach. Die Verarbeiter schaffen hier, was die CSU nicht schafft. Denn die Verbraucherinnen und Verbraucher wollen  endlich Produkte ohne Chemie und Gifte.

CSU-Landwirtschaftsminister Schmidt hat mit seiner Zustimmung zur erneuten Zulassung des Ackergifts Glyphosat den Umwelt- und Verbraucherschutz mit Füßen getreten und den Konzernen ein Geschenk gemacht. Wir Grüne haben es vorhergesagt: das lassen sich die Verarbeiter, der Einzelhandel und die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht bieten. Damit hat Herr Schmidt den Bäuerinnen und Bauern einen Bärendienst erwiesen. Viel besser wäre ein geordneter Übergang zu einer giftfreien Landwirtschaft gewesen.

Wir Landtags-Grünen fordern nach wie vor ein sofortiges nationales Verbot von glyphosathaltigen Mitteln!