Alles Handarbeit

Auf Einladung des Eichstätter Kreisverbands der Grünen besuchte ich kürzlich die Biogärtnerei Schödl in Walting. Hier der Bericht:

Der ehemalige Maschinenbauingenieur Klaus Schödl beschloss vor vier Jahren, sein Hobby zum Beruf zu machen und bewirtschaftet seitdem angrenzend an das idyllisch bewachsene Wohnhaus der Familie, die auch Laufgänse und Hühner hält, zusammen mit seiner Frau einen biologischen Gemüsegarten. Hier baut die Familie Salate, Kohlrabi, Erbsen, Bohnen, gelbe Rüben, Mangold, Paprika, Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, Sellerie, Wirsing sowie Weiß- und Blaukraut an. Geerntet wird von Mai bis in den Oktober.

Dies ist auch die Zeit, in der die meiste Arbeit auf dem Biohof anfällt. Denn hier ist alles Handarbeit. Als ökologisch wirtschaftender Betrieb verzichten die Schödls auf jede Form von Pestiziden, Herbiziden und Mineraldünger. Ihre Pflanzen ziehen sie aus biologischem Saatgut selbst. Hybridsorten oder genveränderte Sorten gibt es hier nicht. Gedüngt wird mit Pferde- und Hühnermist; eine fünfjährige Fruchtfolge und Gründüngung unterstützen den Boden und halten ihn fruchtbar. Mehrere Bienenvölker im Gemüsegarten kümmern sich um die Bestäubung. Anlässlich des Besuchs der grünen Landtagsabgeordneten öffnete die Familie Schödl ihren Garten für einen geführten Rundgang. Über 30 Interessierte nahmen das Angebot wahr.

Nach dem Rundgang stellte sich, neben dem einzigen grünen Waltinger Gemeinderat Markus Birkner, der Kreis- und Stadtrat Klaus Bittlmayer in einer kurzen Rede als Landtagskandidat vor, ebenso Bezirkstagskandidat Alexander Preiß aus Mörnsheim.

Viel Lob und Anerkennung gab es für die Familie Schödl, auch von der Landtagsabgeordneten Gisela Sengl. Sie ist selbst Landwirtin und hat einen ökologischen Gemüsebetrieb. Kleine Strukturen, wie hier in Walting, seien ein wichtiger Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Biobauern, so Sengl, schützen Böden und Umwelt und stärken die Artenvielfalt.

Sengl plädierte daher für eine erweiterte Ausbildung von Landwirten. Auch Ökolandbau sollte verpflichtend in jede Ausbildung mit aufgenommen werden. Die heute propagierte Turbo-Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und riesigen Flächen belaste die Böden und verdränge den Artenreichtum. Sengl beklagte, dass viele Menschen heute die Rohprodukte gar nicht mehr kennen, geschweige denn eine Ahnung davon hätten, wie viel Arbeit und Mühe es macht, Lebensmittel ökologisch zu erzeugen. Zum Beispiel müssten gelbe Rüben regelmäßig und von Hand gehackt werden. „Nur wer weiß, was das bedeutet, kann den Wert der Lebensmittel auch schätzen“, so Sengl weiter.

Mit freundlicher Genehmigung von Manuela Knipp-Lillich

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