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Vielen Dank!

Seit gestern Abend sind alle Stimmen ausgezählt – und jetzt ist klar: ich darf die oberbayerischen Grünen nochmal fünf Jahre im Bayerischen Landtag vertreten! Das verdanke ich den über 15.000 Traunsteinerinnen und Traunsteinern, die mich gewählt haben, und noch viel mehr Menschen in Oberbayern, die mir eines der besten Zweitstimmen-Ergebnisse beschert haben. Ich freue mich, dass sich mein Engagement für die Entwicklung unserer Dörfer, das soziale Miteinander, Landwirtschaft und Ernährung und alle Themen, die für den ländlichen Raum wichtig sind, belohnt wurde.

Insgesamt habe ich über 52.000 Stimmen bekommen und damit Platz 3 auf der Oberbayern-Liste behalten. Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt und mir ihre Stimme gegeben haben!

Und jetzt geht’s weiter im Landtag mit unglaublichen 38 Grünen Abgeordneten, davon allein 17 aus Oberbayern! Ich freue mich sehr darauf.

17,5% für Grün – Wahnsinn!

Zweistellig für Grün, und dann auch noch in dieser Höhe – und die absolute Mehrheit der CSU ist gebrochen. Ein historisches Ergebnis dieser Landtagswahl 2018 in Bayern! Ich freue mich riesig und danke allen Wählerinnen und Wählern für ihre Stimmen. Besonders in meiner Heimatgemeinde Nußdorf konnten wir ein tolles Ergebnis erzielen: 24,93% haben mich direkt gewählt, 18,41% mit Zweitstimme Grün! Das ist wirklich toll!

 

Aber auch sonst ist der Landkreis Traunstein viel grüner geworden! 14% hat Klaus Steiner und die CSU verloren, wir Grüne gewinnen 7%:

 

Jetzt sind wir sind sehr gespannt, wie’s weitergeht!

„Red ma moi“ über die Alzbrücke

Es gibt einiges, was den Menschen in Seebruck derzeit auf der Seele liegt. „Red ma moi“ forderte ich deshalb gemeinsam mit unserem Grünen Ortsverband Chiemsee Ost (der auch die Gemeinde Seebruck umfasst) und lud zum Gespräch in den Hafenwirt. Auch Bürgermeister Bernd Ruth und einige Gemeinderäte waren, neben über 50 Seebruckerinnen und Seebruckern, unserer Einladung gefolgt. Hier der Bericht:

Hauptthema des Abends war die marode Alzbrücke. Dass sie saniert werden muss, ist unstrittig – dass sie danach, wie vom staatlichen Straßenbauamt geplant, auch für 40-Tonner befahrbar sein soll, gefällt den Seebruckern nicht.

Das Problem: da es sich um eine Staatsstraße handelt, gibt es derzeit rechtlich keine Möglichkeit, eine Tonnagebeschränkung anzuordnen. „Diese Straße hat aber durchaus ihre Besonderheiten“, betonte Landtagsabgeordnete Gisela Sengl. Steigung, enge Kurve und Querung der Alz, und das Aufeinandertreffen von PKW, LKW, Fahrrädern vom Chiemsee Rundweg und Fußgängern an der Brücke – für Fälle wie die Staatsstraße in Seebruck bräuchte es dringend eine Ausnahmeregelung. „Doch die CSU sperrt sich bisher leider gegen solche Gesetzesänderungen“, so Sengl. „Red ma moi“ über die Alzbrücke weiterlesen

Kein Patent auf Gerste und Bier!

Nach der Entscheidung des Europäischen Patentamts dürfen bestimmte Braugerstensorten ab sofort nur noch von zwei Großbrauereien eingesetzt werden – solche Patente auf Leben sind aber ein No-Go! Die Patenterteilung ist ein klarer Bruch mit dem europäischen Patentrecht, das eigentlich Patente auf Pflanzensorten und auf konventionelle Züchtung verbietet. Dass das Europäische Patentamt dennoch so entschieden hat, ist absolut zu kritisieren. Deutschland und Bayern müssen sich jetzt stark machen, dass die Sortenvielfalt bei der Gerste für alle Brauereien zugänglich bleibt. Keine Patenterteilung auf Leben!

Zum Hintergrund: Trotz des Einspruchs des Bündnisses „No patents on seeds!“ hat das Europäischen Patentamts (EPA) an der Patenterteilung auf eine bestimmte Braugerstensorte für Heineken und Carlsberg festgehalten.

Junge Menschen fürs Handwerk begeistern

Meine Rede zur Berufsinformationsmesse des Handwerks in Traunstein:

„Wir brauchen auch in Zukunft Menschen, die den Breznknopf drehen können, die Fußböden verlegen, die nach Sturmschäden unsere Stromleitungen wieder reparieren können.

Wir brauchen Menschen, die uns die Haare schön machen, die einen Bundwerkstadel zimmern können und ein böhmisches Gewölbe mauern können.

Das ist nur eine kleine Auswahl der vielen Berufe, die durch Maschinen und Roboter nicht zu ersetzen sind.

Eine gute handwerkliche Ausbildung ist die Grundlage für ein erfülltes Leben, und gut ausgebildete Menschen schenken unserer Gesellschaft eine hohe Lebensqualität. Schließlich schmecken Bäckersemmeln wesentlich besser als Industriesemmeln!

Um das aber gewährleisten zu können, müssen wir noch einiges tun auf diesem Feld. Die Ausbildung junger Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Berufliche Bildung ist genauso viel wert wie akademische Bildung! Ein Metzger ist genauso viel wert wie eine Juristin! Es ist wichtig, dass wir das wieder unseren Kindern und Jugendlichen vermitteln.
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Mia ham’s satt!

Mia hams satt! Für eine echte Agrarwende, für eine Landwirtschaft ohne Gift sind gestern in München mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen. Eine Landwirtschaft OHNE Gift und Chemie ist möglich – der Ökolandbau zeigt es seit Jahrzehnten. Bio kann unsere Lebensgrundlagen erhalten und die Welt ernähren – das wurde jetzt auch wieder wissenschaftlich nachgewiesen (http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2018/2050-oekolandbau-kann-europa-ernaehren.html)!

„Des werd ma woin no sogn derfa“ – Finale in Sondermoning

Ob „summering“ oder „davoseln“ und ob die Hautfarbe eines Fremden in einer Tourismusregion entscheidend ist, wenn sich ein Geschäft mit ihm machen lässt – das waren einige der Themen, die beim realsatirischen Stammtisch „des werd ma woi no sogn derfa“  in Sondermoning (ugs. Summering), im Gasthof Zenz,  die Zuhörer zum Lachen und ins Grübeln brachten. Anke Foyle, Rolf Gottstein und Erika Schalper streiften als Stammtisch-Darsteller*innen die Vorzüge von „Glyphosan“ im heimischen Garten, die Unzulänglichkeiten von Bus und Bahn auf dem Land und die saubere Aufgeräumtheit der Gewerbegebiete im Gegensatz zu Sumpf und wildwachsender Natur. Das Fremde in der Heimat beschäftigte die Stammtischler und mündete in Überlegungen, ob es bei den Lamas in Sondermoning nicht sei, wie früher bei den Kelten und Römern, dass sie, zuerst noch fremd, dann doch irgendwann einheimisch würden. Amüsiert griff das Publikum die regionalen Anspielungen auf, ließ sich aber auch auf die darauffolgende ernsthaftere Diskussion ein, der sich Gisela Sengl, Direktkandidatin und Burgi Mörtl-Körner, Listenkandidatin für die Landtagwahl, stellten. Bezogen auf den Tag der Deutschen Einheit wurde das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland diskutiert: Angesichts einer, immer komplizierter erscheinenden Welt, sollten sich die Menschen nicht einem Gefühl der Ohnmacht hingeben, sondern aktiv mitgestalten. Soziale Benachteiligung sei ein gesellschaftliches Problem, dem mit einem ständig hinausposaunten „Bayern ist Spitze“ nicht beizukommen sei. Es solle nicht allein um das Nationale gehen, sondern auch darum, gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Europa anzustreben, so waren einige Beiträge der Diskussion. Auch die Dieselaffäre, Gülletourismus, die Koalitionsfrage und Nachhaltigkeit sahen die Besucher als wichtige Themen an und forderten in ihren Fragen das Fachwissen und die grüne Programmatik der Kandidatinnen heraus. Zum Abschluss bedankten sich die Stammtisch-Darsteller*innen bei den vielen Gästen im vollbesetzen Salettl vom Gasthof Zenz, das nach 13 Aufführungen in ganz Oberbayern für ein gelungenes Finale der „Stammtischtour“ sorgte.

Zum Tag der deutschen Einheit

Meine Rede zum Tag der Deutschen Einheit bei der Veranstaltung „Die Einheit ist bunt!“:

In meiner Kindheit und Jugend war der Tag der deutschen Einheit noch am 17. Juni. Es war ein Feiertag, also schulfrei und das war das Wichtigste an diesem Tag. Wir hatten keine Verwandten in Ostdeutschland und mein Wissen über die DDR hatte ich aus Büchern und etwas aus dem Schulunterricht. Irgendwie wusste ich, dass der Anlass für den Feiertag etwas sehr Tragisches war und dass es überhaupt ganz schlimm war, dass die Menschen in der DDR nicht verreisen durften so wie wir.

1986 sind wir dann das erste Mal mit dem Auto durch die DDR rauf nach Berlin gefahren. Und den Eindruck und die Bilder habe ich heute noch vor Augen: die leeren Autobahnen, die total leeren Autobahnraststätten, an denen man abgewiesen wurde, weil angeblich kein Platz mehr frei war. Dann unser Besuch in Ost-Berlin: leider war an diesem Tag auch noch schlechtes, regnerisches Wetter, aber in meiner Erinnerung gab es in Ost-Berlin nur die Farben grau und braun.
Ich hatte damals wirklich nicht viel Geld, und selbst dieses wenige Geld sind wir nicht losgeworden. Der Gegensatz zu unserer auch damals schon sehr konsumorientierten Welt und dem Nichts in Ostberlin war wirklich riesig. Ich empfand alles als sehr deprimierend und war froh, wieder nach Westberlin in unsere schöne bunte Welt zurückfahren zu können. Zum Tag der deutschen Einheit weiterlesen