Tiere

Fragwürdige Auszeichnung: Europäischer Bienenpreis für Bayerischen Bauernverband

Wir Grünen haben große Bedenken hinsichtlich der Verleihung eines Bienenschutzpreises an den Bayerischen Bauernverband: denn dieser unterstützt nachweislich ein ganzes Bündel an bienenschädlichen Maßnahmen. Dabei kritisieren wir weder die Blühstreifen noch die bayerischen Bauern, weder das Projekt der „Blühenden Rahmen“ an sich noch die bayerische Landwirtschaft – denn der Europäische Bienenpreis Preis wurde nicht an die bayerischen Bauern, sondern explizit an den Bayerischen Bauernverband verliehen. Wir Grünen kritisieren lediglich die – aus unserer Sicht vorschnelle – Verleihung. Der Grund: Hier wurde ein Preis verliehen, ohne dass davor wissenschaftlich und sachlich geprüft wurde, ob die Blühstreifen überhaupt dazu beitragen, das Bienensterben zu verhindern – denn dass die Bienen nach wie vor sterben, ist leider eine Tatsache.
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Antibiotika – Fluch und Segen

Letzten Freitag war ich auf einer Vortragsveranstaltung des  OV Salzachtal zum Thema “Antibiotika – Segen und Fluch”:

Kirchanschöring (rr) – Gut siebzig interessierte Zuhörer fanden am vergangenen Freitag den Weg zum Rothlerwirt bei Kirchanschöring um sich zum Thema „Antibiotika – Segen und Fluch“ zu informieren. Eingeladen hatte der Ortsverband Salzachtal Bündnis 90/ Die Grünen.

Dr. Michael Hüller, der den Abend moderierte, stellte die beiden Referenten, den Tierarzt Dr. Max Steinmaßl und den Internisten Dr. Andreas Neubauer vor.

Hüller betonte, wie wichtig das Thema Gesundheit, Landwirtschaft und Ernährung sei, da auch die Ärzte vor Ort den mittlerweile regelmäßig und zunehmend Antibiotikaresistenzen hilflos gegenüberstünden. Diese Resistenzen seien Vorboten der industrialisierten und intensiven Tierhaltung, die auch bei uns mehr und mehr Fuß fasse, falls die Regierungspartei weiterhin nichts dagegen unternehme.  Antibiotika – Fluch und Segen weiterlesen

Agro-Gentechnik und Hormoneinsatz Standard

Meine Eindrücke der US-amerikanischen Landwirtschaft

Mit dem Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten des Bayerischen Landtags war ich vom 15. bis zum 21. November 2014 auf Informationsreise in den USA – in Georgia, Partnerregion Bayerns, und dessen Nachbarstaat Florida. Neben Terminen bei landwirtschaftlichen Betrieben unterschiedlicher Ausrichtung standen Treffen mit Vertretern landwirtschaftlicher Verbände und lebensmittelverarbeitender Betriebe auf dem Programm ebenso wie ein Besuch der University of Georgia und der Hauptstadt Atlanta.

Landwirtschaft macht in Florida mehr Umsatz als der Tourismus

Am ersten Tag in Florida besuchten wir die über 10.000 Hektar große Rinderfarm von Henry und George Kempfer, der dort mehr 2000 Rinder hält. Auf der Kempfer-Ranch, die schon in der sechsten Generation betrieben wird, werden überwiegend Brahman-Rinder – eine Zebu-Art – und Angus sowie Kreuzungen aus beiden Rassen auf der Weide gehalten. Bei dieser Art der Muttertierhaltung haben die Rinder richtig viel Platz: pro Rind drei Hektar! Allerdings werden die Kälber leider schon mit acht Monaten zur Mast weiterverkauft.

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Auf einer Farm-Tour erfuhren wir, welch große Bedeutung Landwirtschaft und Rinderzucht für Florida haben. In dem Staat, der in Deutschland hauptsächlich für Tourismus und Südfrüchte bekannt ist, werden für den gesamten mittleren Westen Jungrinder gezüchtet – ein Milliardengeschäft, wie auch die gesamte Landwirtschaft, die in manchen Jahren mehr Umsatz macht als der Tourismus. Auch die größte Rinderfarm der USA mit über 100.000 Hektar Größe und 4400 Rindern befindet sich in unmittelbarer Umgebung der Kempfer-Ranch. Trotz der immensen Größe sind über 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in den Vereinigten Staaten Familienbetriebe. Henry Kempfer, zugleich Präsident des Rinderzüchterverbands Floridas „Florida Cattlemen’s Association“, und Verbandsgeschäftsführer Jim Handley informierten uns ausführlich  über die Herausforderungen der Rinderzüchter in Florida. Besonders aufschlussreich war, dass der Verband durch Umlagen seiner Mitglieder Forschung und Entwicklung selbst in die Hand nimmt und sich nicht auf staatliche Gelder verlassen möchte.

Besuch einer gentechnikfreien Farm

Nächstes Ziel war die Lake Meadows Naturals Farm, die sich gentechnikfreie Produktion auf die Fahnen geschrieben hat – in den USA nach wie vor eine große Ausnahme. Der Chef der Farm, Dale Volkert, kam eher zufällig über seinen Vater in den 1960er Jahren zur Landwirtschaft und dabei insbesondere zur Zucht von freilaufenden Hühnern. Teil des Konzepts von Volkert ist eine Art „Farm zum Anfassen“ mit der Möglichkeit für Kunden, die Eier selbst von den Hühnern zu holen oder in den streichelzooartig aufgebauten Ziegen– oder Gänseställe eine engere Beziehung zur Nahrungsmittelproduktion zu bekommen. Besonders profitabel ist das Konzept durch Direktvermarktung an bekannte Küchenchefs der näheren Umgebung und über den Hofladen.

Gespräch mit Floridas Landwirtschaftsminister

Der Landwirtschaftsminister von Florida, Adam Putnam (Republikaner), sieht die Landwirtschaft Floridas in einer hervorragenden Export-Position mit über 300 verschiedenen Grunderzeugnissen. Dazu brauche man das Freihandelsabkommen mit der EU (TTIP), obwohl für die USA mittlerweile das pazifische Freihandelsabkommen wieder stärker in den Fokus gerückt sei. Er betonte, dass bei TTIP auch Zugeständnisse bei Agrarprodukten unumgänglich seien. Meine Kollegen und ich fragten daraufhin nach Standards im Nahrungsmittelsektor, Agrogentechnik und Hormoneinsatz von Fleischprodukten. Im Gespräch zeigte sich, dass diese Themen in den USA weniger emotional gesehen werden, vielmehr sah Putnam in der Gentechnik die Chance, die Ernährungssituation einer wachsenden Weltbevölkerung zu verbessern – dass wir hier gegensätzlicher Meinung sind, ist nicht Neues. Zugleich betonte er, dass die Nahrungsmittelstandards auch dank des Food Safety Acts sehr hoch seien. In Sachen Regionalität der Produktion setze Florida auf Marketing seiner eigenen Produkte, so dass die Bewohner des Staates bewusst heimische Erzeugnisse kaufen, erklärte Putnam.

Im Anschluss besuchten wir noch den Saftproduzenten Florida Naturals.

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Zentrales Thema des Gesprächs mit Dr. Todd Thrift von der Florida University war der Hormoneinsatz in der Rinderzucht, die aus Sicht der betreffenden US-Landwirte eine klare Renditeentscheidung sei. Ein bis fünf Hormongaben im Leben eines Rindes könnten 25 bis 85 Pfund Fleischzuwachs bedeuten. Doch auch er musste einräumen, dass diese Praxis bei informierten amerikanischen Verbrauchern nicht auf Zustimmung stößt.

Beim Besuch des Pflanzenaufzucht-Unternehmens „AgriStarts“ informierte uns der Gründer und Präsident Randy Strode über laborgestützte Setzlingsaufzucht. AgriStarts wurde 1984 gegründet und liefert eine Vielzahl an Setzlingen weltweit aus, angefangen von Blumen über Gemüse bis hin zu seltenen tropischen Pflanzen.

Bayern. Bio. Grün.

Beim Tag der offenen Tür im Landtag kam unser “Grüner Saal” sehr gut an bei den über 8000 Besuchern – nicht zuletzt deshalb, weil sie sich bei uns wirklich inhaltlich informieren konnten über gesunde Ernährung, grüne Landwirtschaftspolitik und die Energiewende. Die 1000 Säcke Bio-Kartoffeln (Sorte Red Fantasy) von unserem Bioland-Hof mit passenden Rezepten gingen auch buchstäblich weg wie warme Semmeln!

Auch als Mitglied der Kinderkommission war ich viel unterwegs beim Tag der offenen Tür: neben der offiziellen Vorstellung auf der Bühne des Senatssaals und meiner Bürgersprechstunde konnte ich den kleinsten Besuchern aus dem wunderschönen Kinderbuch “Unser Apfelbaum” von Görel Kristina Näslund vorlesen.

Fleckviehschau in Miesbach

Rund 4000 Zuschauer haben am Wochenende die Bundesfleckviehschau in der der neuen Miesbacher Oberlandhalle mitverfolgt. Gemeinsam mit dem Grünen Miesbacher Landrat Wolfgang Rzehak besuchte ich das züchterische Großereignis.

Hunderte Kühe und Züchter aus dem In- und Ausland waren da. Im Mittelpunkt stand das Preisrichten der rund 110 Fleckviehkühe. Die züchterischen Leistungen in Bayern sind hervorragend. Gerade die Jungzüchter leisten tolle Arbeit und sind mit viel Hingabe und Wissen dabei. Besonders freut mich, dass ein Landwirt aus meinem Stimmkreis, Andreas Kaiser aus Höpperding, einen dritten Platz erreicht hat!

Die Deutsche Fleckviehschau fand tatsächlich zum ersten Mal in Bayern statt, denn bislang fehlte es an großen Hallen mit den entsprechenden Stallungen. Die neue Oberlandhalle in Miesbach machte die Schau nun erstmals in Bayern möglich.

Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände ist überfällig!

Heute durfte ich auf der Kundgebung in München zur Einführung des Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzverbände in Bayern sprechen.

Die Einführung eines Verbandsklagerechts für anerkannte Tierschutzverbände ist mehr als überfällig. Unsere vielfachen Forderungen hiernach und unser Gesetzentwurf vom April 2013 wurden durch die Staatsregierung bislang stets abgelehnt. Im Gegensatz zu Bayern haben viele andere Bundesländer das Verbandsklagerecht bereits eingeführt. Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände ist überfällig! weiterlesen

Bauern ins Fitnessstudio

Mit dem Agrarausschuss besichtigte ich die Versuchsstation Grub der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. Hier wird einerseits an den neuesten Entwicklungen in der Stalltechnik, andererseits in der Tierzucht sehr aktiv und erfolgreich geforscht. So wird zum Beispiel Zuchtarbeit für natürlich hornlose Rinderrassen betrieben. Das Ziel ist, die Hörner nicht mehr zu veröden, sondern die Tiere grundsätzlich hornlos züchten (Demeter beispielsweise steht dem übrigens sehr kritisch gegenüber und meint: das Horn gehört zur Kuh!).   Bauern ins Fitnessstudio weiterlesen

Für eine bienenfreundliche Unordnung

Letzten Samstag wurde auf dem Högl, zwischen der Neubichler Alm und dem Berggasthof Johannishögl, der Pidinger Bienenweg eröffnet. Der Bienenweg bietet durch Info- und Erlebnisstationen die Möglichkeit, die Bedeutung der Waldbienen und der Honigbienen für unsere Natur- und Kulturlandschaft, aber auch für unsere Ernährung und Gesundheut zu erleben.  Für eine bienenfreundliche Unordnung weiterlesen

Merkel-Regierung tischt Europa Gen-Honig auf

Schrecklich aber wahr: der Kampf gegen Monsanto & Co muß weitergehen!

Pressemitteilung von Harald Ebner vom 08.05.2014

Zum heutigen Beschluss des EU-Ministerrates für Auswärtige Angelegenheiten/Handel zur Änderung der EU-Honigrichtlinie, wonach Honig mit Gen-Pollen nicht gekennzeichnet werden muss, erklärt Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik- und Bioökonomiepolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen:

Die Bundesregierung hat heute bei einer klammheimlichen Hinterzimmer-Abstimmung in Brüssel endgültig besiegelt, dass Honig mit Gen-Pollen nicht gekennzeichnet werden muss. Das gilt selbst für Honig, der vollständig von Gentech-Pflanzen stammt. Damit tritt die Bundesregierung erneut den Willen der Verbraucherinnen und Verbraucher und auch der Imkerinnen und Imker mit Füßen.  Merkel-Regierung tischt Europa Gen-Honig auf weiterlesen