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Lebensmittelskandale müssen nicht sein!

In den letzten Wochen haben sich die Skandale um Lebensmittel wieder einmal gehäuft.

Bei den politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen scheint das immer gleiche Muster zu gelten: Die Täter sind schwarze Schafe mit krimineller Energie und die Politik stellt neue 5 oder 10 oder 12 Punktepläne auf. Damit ändert sich an den Strukturen nichts und es ist nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten “Skandal”.

Woran liegt es, dass nach dem Skandal immer vor dem Skandal ist? Warum traut sich niemand wirklich etwas zu verändern? Über diese Fragen wollen wir mit interessierten Bürgern und Experten ins Gespräch kommen, um Wege aufzuzeigen, wie dieser Teufelkreis durchbrochen werden kann.

Es lädt ein der Ortsverband der Grünen in Waging und wir freuen uns auf Euer zahlreiches Kommen zu diesem spannenden Thema.

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Mein Treffen mit der Grünen Jugend Süd-Ost Bayern

Sehr anregende zwei Stunden habe ich am Sonntag mit der Grünen Jugend Süd-Ost Bayern (Landkreis Traunstein und BGL) verbracht. Besonders gefreut hat alle Teilnehmer, dass sich Anna Schmidhuber, Sprecherin der Jungen Grünen Bayern, Zeit genommen hat, an diesem Treffen teilzunehmen.

Nach meiner kurzen Vorstellung als Kandidatin für den Landkreis Traunstein und nach einer kurzen Vorstellung von Anna Schmidhuber mit den politischen Zielen der Grünen Jugend Bayern diskutierten wir alle zusammen über viele Themen.

Ein Hauptthema war, wie wir Grüne und vor allem die Jungen Grünen es schaffen können, junge Menschen aus allen gesellschaftlichen Gruppen zu erreichen, denn jetzt ist es so, dass fast alle Jungen Grünen Gymnasiasten bzw. Studenten sind, Hauptschüler, Realschüler und Lehrlinge sind leider wenig vertreten.

Dabei gibt es hier einige politische Problemfelder. Wir kamen dabei auf die geringe gesellschaftliche Anerkennung des Berufs der Kinderpflegerin und der daraus resultierenden schlechten Bezahlung. Soziale Berufe sind ja insgesamt eher schlecht bezahlt, auch deshalb, weil es typische Frauenberufe sind. Um diesem Thema etwas mehr Geltung zu verschafffen wurde die Idee entwickelt, mit Jugendlichen aus allen Schultypen eine Podiumsdiskussion zu veranstalten.

Ein zweites Thema war natürlich der Wahlkampf. Wie erreicht man Jugendliche, die mit Politik und den Grünen wenig am Hut haben. Da haben wir gemeinsam zwei Ideen entwickelt: zum einen macht die Grüne Jugend Süd-Ost eine Kleidertauschparty (wie sie bereits sehr erfolgreich in Trostberg statt gefunden hat) und sie entwirft ein Programm für ein „Grünes Kino“ als Open-Air-Kino heuer im Sommer.

Industrielle Landwirtschaft ist der falsche Weg

Landliebe, Landlust, Country, Vom schönen Landleben und wie sie alle heißen – diese Hochglanzmagazine verzeichnen steile Verkaufskurven nach oben. Die Sehnsucht der Menschen nach der ländlichen Idylle ist scheinbar riesengroß, auch deshalb, weil es ein richtiges Land- und Naturleben fast nicht mehr gibt.

Seit den fünfziger Jahren unterstützt der deutsche Staat – und auch der Freistaat Bayern – in wunderbarem Einvernehmen mit dem Deutschen und Bayrischen Bauernverband – die Entwicklung der industriellen Landwirtschaft. Fit für den Weltmarkt sollten die landwirtschaftlichen Betriebe werden. Das hieß und heißt bis heute: Wachse oder weiche.

2012 veranstaltete die AbL Bayern eine Demonstration bei der Verabschiedung von Gerd Sonnleitner, deutscher Bauernverbands-präsident. Für jeden verschwundenen Bauernhof in Bayern während seiner 20-jährigen Amtszeit zündeten sie eine Kerze an.

Es waren 104.000 Kerzen.

Was heute noch übrig ist, das sind fast alles nur noch Agrarfabriken. Und in diesen agro-industriellen Großbetrieben – ob Bio oder konventionell – lohnt sich der Betrug! Wenn ich Millionen von Eiern für 24 Cent statt für 13 Cent verkaufen kann, dann sind das eben ganz satte Gewinne.

Übrigens interessant, wer in diesen Skandal alles verwickelt ist:
Zum Beispiel Wilhelm Hoffrogge, Vizepräsident des ZDG ( Zentral-verband der deutschen Geflügelwirtschaft) und Vorsitzender des Niedersächsischen Geflügelwirtschafts-Landesverbandes. Gegen den Legehennenbetrieb von Hoffrogge wird staatsanwaltlich ermittelt.

Dagegen hilft nur eine schonungslose Verbraucheraufklärung, eine eindeutige und umfassende Deklaration, eine strikte Strafverfolgung und ein Paradigmenwechsel in der Landwirtschaftspolitik: Die Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln muss konsequent regionalisiert werden.

Besuch der Jahreshauptversammlung der AbL-Bayern

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Bayern hielt am Samstag, den 17.Februar 2013 ihre Jahreshauptversammlung im Kloster Plankstetten ab.

Auf Einladung von Gertraud Gafus, stellvertretende Bundesvorsitzende der Bundes-AbL, machte ich mich zusammen mit drei weiteren Bauern aus der Region auf den Weg in die Benediktinerabtei Plankstetten.

Schon 1994 wurde die Landwirtschaft des Klosters vollständig auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Das gesamte Kloster ist mit Landwirtschaft und Verarbeitungsbetrieben ein Bioland-Betrieb. Damit stellt das Kloster Plankstetten zusammen mit seinen Partnerbetrieben ein beispielhaftes Modellprojekt für ein ökologisches regionales Netzwerk da.

Die AbL konnte also keine passenderen Ort für ihre Jahreshauptversammlung finden.

Die vielen engagierten Bäuerinnen und Bauern haben mich sehr beeindruckt – es waren wirklich genausoviel Bäuerinnen wie Bauern, darauf legt die AbL in ihren Statuten bei der Vergabe von Posten auch Wert, alle Gremien müssen paritätisch besetzt werden.

Jetzt möchte ich aus dem Positionspapier der AbL zitieren, denn treffender kann man es nicht formulieren:

” Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Landesverband Bayern, sieht in der bäuerlichen Landwirtschaft die Zukunft für die Erhaltung unserer bayrischen Bauernhöfe, unserer reizvollen Landschaften, unserer lebenswerten Dörfer und die regionale Ernährungssicherung.”

Keine Freihandelszone für Gentechnik!

Der Kampf gegen die Gentechnik ähnelt immer mehr dem Kampf gegen die Atomkraft.

Obwohl fast alle Deutschen gegen Gentechnik sind, versucht die Gentechnik-Lobby immer wieder, das Importverbot für gentechnisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel in die EU aufzuheben.

Profitieren von diesem Handel würden – ähnlich wie bei der Atomkraft –
nur ein paar weltweit agierende Großkonzerne, in diesem Fall vor allem Monsanto, BASF, Bayer und Syngenta.

Und jetzt hilft ihnen auch noch die US-amerikanische Regierung mit ihrer Forderung nach einer Freihandelszone zwischen den USA und Europa.

Die Folgen der Gentechnik sind wie bei der Atomkraft nicht kalkulierbar und nicht mehr zu revidieren – einmal in Umlauf gebrachtes gentechnisch verändertes Saatgut ist nicht mehr rückholbar – so wie der Atommüll, der noch Hunderte von zukünftigen Generationen belasten wird.

Die Welt braucht keine Atomkraft und auch keine Gentechnik!!!

Aber Deutschland braucht einen Regierungswechsel, damit diese Positionen: für die Energiewende und für die Agrarwende glaubwürdig und eindeutig vertreten werden.

Pferdefleischskandal ist nur Spitze des Eisbergs

Globaler Handel, mangelnde und intransparente Deklaration, skrupelloses Gewinnstreben durch Billigsteinkäufe von landwirtschaftlichen Roherzeugnissen sind offensichtlich ein idealer Nährboden für kriminelle Energien.

Das Firmengeflecht, das in den Pferdefleischskandal verwickelt ist, erstreckt sich über ganz Europa.Die französische Firma Spanghero kauft WISSENTLICH in Rumänien 42 Tonnen Pferdefleisch von zwei rumänischen Schlachthöfen, verarbeitet das Fleisch und verkauft es als Rindfleisch an die französiche Firma Comigel. Die Firma Spanghero macht damit in sechs Monaten einen Gewinn von 500.000 €.( Rindfleisch ist viermal so teuer wie Pferdefleisch)

Vermittelt hat diesen Deal der niederländische Fleischhändler Jan Fasen. Er ist Geschäftsführer der auf Zypern eingetragenen Firma Draap Trading. Und Jan Fasen ist kein Unbekannter: er wurde 2012 rechtmäßig veurteilt zu neun Monaten Haft, mußte aber bis heute die Strafe noch nicht antreten, weil sein Rechtsanwalt Berufung eingereicht hat. Grund der Verurteilung: Pferdefleischhandel! Und zwar wurde tonnenweise südamerikanisches Pferdefleisch verarbeitet und  in den Jahren von 2007 bis 2009 als reines Rindfleisch an zwei französische Firmen verkauft.

Die derzeitige EU-Regelung machst möglich: bei verarbeitetem Fleisch entfällt die Kennzeichnung des Ursprungslandes. Und nur bei unverarbeitenden Rindfleisch muß die Etikettierung Informationen über Geburt, Mast und Schlachtung enthalten – eine Folge des BSE Skandals – aber für alle anderen Fleischarten gilt diese Auskunftspflicht nicht!

Und dann wurde auch noch Gift im Pferdefleisch entdeckt: Phenylbutazon, das ist ein entzündungshemmendes Rheumamittel, welches aber auch als Dopingmittel im Pferdesport eingesetzt wird. Die Ernährungsexpertin Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen sagt:

„Billiges Fleisch ist grundsätzlich ein Problem…….Qualitativ hochwertige Fleischproduktion ist nicht zu Niedrigstpreisen möglich. Wer wissen will, woher sein Fleisch kommt, sollte generell unverarbeitets Frischfleisch kaufen und verarbeiten – am besten vom Metzger des Vertrauens oder direkt vom Erzeuger.“

Da hat sie recht! Aber wieviele Metzger gibt es denn noch in unseren Dörfern und Städten? Und wieviele Bauern gibt es denn noch, die Tiere artgerecht halten ohne Doping (Antibiotikamast) ? Gerade in Deutschland gibt es auf dem Lebensmittelmarkt fast nur noch Konzernstrukturen, die von der industriellen Landwirtschaft bedient werden. Dagegen hilft nur die Unterstützung der regionalen Lebensmittelerzeugung und die Streichung der Subventionen für die industrielle Landwirtschaft und deren angelagerten Verarbeitungs- und Vertriebsstrukturen.

Aber als erstes muß die Kennzeichnung verbessert werden: Die EU-Kommission prüft derzeit die Einführung einer verpflichtenden Herkunftsbezeichnung für verarbeitete Produkte. Das ist der richtige Weg – damit wüßte der Kunde zum Beispiel auch, wie regional ein Produkt wirklich ist.

Auftaktveranstaltung zum Wahlkampf

Eine musikalische KandidatInnenvorstellung zum Zuhören und Mitreden…

Dienstag, 19. Februar 2013 Gasthof Gruber/Pietling Beginn 20:00 Uhr

Diese KandidatInnen stellen sich vor:

Ilse Englmaier, Stimmkreis 111
Bezirkstag

Gisela Sengl, Stimmkreis Traunstein
Landtagskandidatin

Dr. Bernhard Zimmer
gemeinsamer Bundestagskandidat

Die Musiker sind:

Ertl Buam
junge Volksmusik

Christine Rothacker
Kaberett und Musik

Spontifex
Gesangsquartett

Michael Hüller führt durch den Abend.

Veranstalter: OV Salzachtal Bündnis 90/Die Grünen

Hier der Google Maps Link zum Veranstaltungsort.

Und hier noch einmal das Plakat in seiner vollen Pracht:

Ankündigung OV Salzachtal Die Grünen

Regionalsiegel ohne Konzept

In einer Pressemitteilung vom 29.Januar 2013 stellte der Bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner ein neu geschaffenes Bayrisches Regionalsiegel vor.

Der grundsätzliche Gedanke ist richtig, aber leider bleiben viele Fragen unbeantwortet:

Wie “regional” werden die Tiere gefüttert, die regional vermarktet werden? Kommt das Tierfutter aus Südamerika oder wird es auch in der Region erzeugt?

Profitiert hauptsächlich der Handel von diesem Siegel oder auch der Urproduzent in Form von höheren Verkaufspreisen?

Wie werden die regionalen öffentlichen Einrichtungen also die großen regionalen Verbraucher wie Schulküchen, Kantinen in Ämtern (Landratsamt, Finanzamt usw.) eingebunden?

Werden Erzeugergenossenschaften gefördert, die gemeinsam entweder ein regionales Produkt erzeugen, lagern, vertreiben oder weiterverarbeiten?

Wie sehr wird auch auf kurze Wege wertgelegt? Das heißt, wird das Siegel auch zur Exportverstärkung von bayrischen Schmankerl benützt was meiner Meinung nach kontraproduktiv wäre, da ein regionales Siegel zwingend eine regionale Vermarktung mit beinhalten muss.

Es geht bei Regionalerzeugung und Regionalvermarktung nicht nur um schöne Etikette sondern vor allem um den Inhalt. Der fehlt bei der aktuellen Initiative des Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten leider weitgehend.

Jetzt geht’s erst richtig los!

Platz 13. Ein tolles Ergebnis. Auf der Oberbayerischen Berzirksliste für den Landtag, haben mich meine Grünen auf einen Platz gewählt, der mir nochmal einen richtigen Motivationsschub gegeben hat.

Vielen Dank an alle, die mich gewählt haben und an alle, die mich im Vorfeld unterstützt und begleitet haben. Das ist meine, das ist unsere Chance. Echte, urgrüne Köpfe gehören in den Landtag. Konventionelle Krautköpfe,  gerade vom Land, sitzen schon genügend im Maximilianeum.

Platz 13 heißt, ich muss richtig kämpfen, damit es klappt. Aber darauf hab ich Lust!