Keine Monsterbrücke über die Alz und durchs Moor

Mit freundlicher Genehmigung des OV Chiemsee Ost

Zum Bürgerstammtisch in der Kupferschmiede in Arlaching hatte der Ortsverband Chiemsee Ost von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der auch die Gemeinde Seeon-Seebruck umfasst, geladen; über 40 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung.

Auf Einladung der Ortssprecherin Angelika Maier berichtete die Traunsteiner Landtagsabgeordnete Gisela Sengl zunächst vom „Runden Tisch“ zum Volksbegehren Artenvielfalt. Die ersten Gespräche innerhalb der Unterarbeitsgruppe „Gärten, Siedlungen, urbane Räume“, an der Sengl als Vertreterin der Grünen teilnimmt, seien erstaunlich konstruktiv verlaufen. „Die Grundlage ist immer der Gesetzentwurf des Volksbegehrens, und wir wollen hier Maßnahmen für kommunale und staatliche Flächen entwickeln, die noch weiterführen“, so Sengl.

Dass das Thema „Brücke“ vielen Seebruckern nach wie vor auf der Seele brennt, wurde aus diversen anschließenden Wortmeldungen klar. Völliges Unverständnis äußerten die Anwesenden über die kürzliche Bekanntmachung des Bauamts, dass nun wieder die sogenannte C1-Variante näher geprüft werden soll. Diese Trasse soll durch das FFH Gebiet laufen. Der zweite Schritt soll eine ortsnahe Umgehungsstraße durch ein Moorgebiet sein , das die Gemeinde erst nach dem Kauf 2005 renaturiert hat. „Man hat diese Variante aus Naturschutzgründen fallenlassen, weil die Trassenführung mitten durchs FFH-Gebiet aufgrund von Klagemöglichkeiten ein zu hohes Risiko bedeutet hätte“, betonte Gisela Sengl. „Deswegen ist die C1-Variante im Sinne von Naturschutz und Flächenverbrauch auch nach wie vor absolut abzulehnen.“ Der Bund Naturschutz hat bereits angekündigt, gegen diese Variante klagen zu wollen.

 

Einigkeit bestand unter den Anwesenden darüber, dass Seebruck keine zweite Brücke braucht. Vielmehr solle die bestehende Straßenführung beibehalten werden; die Bestandsbrücke dabei mit Fuß- und Radwegen neu gebaut werden. „Wir brauchen einfach ein neues Denken im Verkehr – auf diese Weise passiert jetzt wieder 15 Jahre lang nichts“, kritisierte Sengl.

 

Das zweite Thema des Abends war der Kiesabbau im Gemeindegebiet. Einige Besucher kritisierten scharf, dass derzeit zwei weitere Kieskonzentrationszonen ausgewiesen werden sollen – im gesamten Gemeindegebiet würden die Kiesabbauflächen dann über 100 Hektar umfassen. Diese Ausweitung gingen weit über den regionalen Bedarf hinaus, so die Anwohner. Sengl unterstützte die Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger: „Jede Ausweisung von noch mehr Kiesabbauflächen bedeutet einfach noch mehr LKW-Verkehr – vor allem durch Seebruck und Truchtlaching.“

 

Die nächste Veranstaltung der Grünen wird in Truchtlaching stattfinden.

 

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